Gemeinsame deutsch-österreichische Preiszone ist ein Kernbaustein für die europäische Strommarktintegration

Gemeinsame deutsch-österreichische Preiszone ist ein Kernbaustein für die europäische Strommarktintegration

Die gestern vom tschechischen Stromnetzbetreiber CEPS geforderte Aufhebung der Strom-Handelszone zwischen Deutschland und Österreich stößt bei der Regulierungsbehörde E-Control auf begründetes Unverständnis.

Die gemeinsame deutsch-österreichische Preiszone hat sich als Kernelement für die europäische Strommarktintegration bewährt. „Im Großhandelsbereich streben wir die Konvergenz – also die Annäherung – von Preisen an, das wird genau durch eine gemeinsame Handelszone erreicht. Damit wird Liquidität, die letztendlich dem Kunden zu wettbewerblich gebildeten Preisen verhilft, gebündelt.“, erläutert DI Walter Boltz, Vorstand der Energie-Control Austria, einen der Vorteile einer gemeinsamen Preiszone. „Die Begründung der CEPS, wonach es zu einer Benachteiligung von Marktteilnehmern käme, ist für die E-Control aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar.“

Erstens besteht zwischen Deutschland und Österreich kein netztechnischer Engpass, d.h. die Deklarierung eines solchen für kommerzielle Transaktionen würde eine ungebührliche Handelsbeschränkung und damit einen Verstoß gegen geltendes EU-Recht darstellen. Zweitens wird gerade von Marktteilnehmern eine möglichst weitreichende Marktintegration mit Preiszonen hinreichender Größe unterstützt. „Die von CEPS behauptete Benachteiligung ist gerade im Lichte der Forderungen der Handelsteilnehmer nicht erkennbar.“, ist Walter Boltz überzeugt.

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber wurden kürzlich von den Regulierungsbehörden aufgefordert, eine detaillierte Untersuchung der Preiszonenstrukturen zu starten, das Projekt befindet sich derzeit in der Anfangsphase. „Einzelne Übertragungsnetzbetreiber sind hier offenbar nicht in einer unabhängigen Position bzw. von nationalen Interessen zur Vermarktung der Energie aus thermischen und nuklearen Kraftwerken motiviert. Sie scheinen hier offenbar anzustreben, die Ergebnisse einer sachlichen Analyse vorweg zu nehmen. Die Transaktionen zwischen Deutschland und Österreich haben auf die europäischen Lastflüsse keinen herausragenden Einfluss, sind jedoch ein wichtiger Beitrag zur Marktintegration. Über das gemeinsame Marktgebiet Deutschland/Österreich wird es möglich sein, die Großhandelsmärkte von Zentral-Westeuropa und Zentral-Osteuropa in den kommenden Jahren über lastflussbasierte Marktkopplung weitgehend zu integrieren, was zu Wettbewerbsvorteilen am österreichischen Strommarkt und in benachbarten Märkten führen soll.“, so Walter Boltz abschließend.