Verordnung zur Festlegung einer Leitlinie für die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement (CACM Guideline)

Überblick

Die CACM Guideline ist das Herzstück des Dritten Pakets hinsichtlich Marktintegration und deckt die kurzfristigen Energiemärkte, d.h. Day-Ahead und Intraday, im Strombereich ab. Sie wurde als erste der NCs/GLs im Strom am 24. Juli 2015 veröffentlicht und trat am 14. August 2015 in Kraft. Die Guideline beschreibt das Zielmodell, sowie die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement und die einhergehenden Rollen der betroffenen Einheiten. Mit dem nominierten Strommarktbetreiber (NEMO) wurde eine neue Funktionseinheit geschaffen, die in der Funktion als Marktkopplungsbetreiber die Strommarktkopplung durchführt. Die Bestimmung der Kapazitätsberechnungsregionen, die Entwicklung einer lastflussbasierten Kapazitätsberechnungsmethode und die Überprüfung bestehender Gebotszonenkonfigurationen stellen weitere Kernelemente dieser Guideline dar.

Wesentliche Ziele und Inhalte

Strommarktkopplung

  • In den Zeitbereichen Day-Ahead und Intraday
  • Vorwiegend basierend auf lastflussbasierter Kapazitätsberechnung
  • Durchgeführt von nominierten Strommarktbetreibern (NEMOs)

Die Grafik unterhalb zeigt eine Übersicht des Zielmodelles der einheitlichen Day-Ahead- und einheitlichen Intraday-Marktkopplung unter CACM unter Berücksichtigung der Aufgaben von NEMOs und Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB).

 

Übersicht des Zielmodelles

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Schlüsselprozesse

  • Benennung der NEMOs nach Art. 4
  • Einrichtung und Betreibung der Marktkopplungsbetreiber (MKB)-Funktion nach Art. 7
  • Bestimmung der Kapazitätsberechnungsregionen nach Art. 15 Abs. 1
  • Methode zur Kapazitätsberechnung nach Art. 20 – 26
  • Überprüfung bestehender Gebotszonenkonfigurationen nach Art. 32-33

Geschäftsbedingungen und Methoden

  • Erarbeitung von Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 6 bis 8 durch den/die betroffenen ÜNB und/oder NEMOs,
  • gefolgt von deren Genehmigung durch den/die betroffenen Regulierungsbehörde(n) (NRA(s)), und
  • schließlich deren Umsetzung durch den/die betroffene(n) ÜNB und/oder NEMOs

Die Gruppe der betroffenen ÜNB, NEMOs oder NRAs kann sich je nach Geschäftsbedingung und Methode unterscheiden:

  • Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 6 gelten EU-weit und betreffen alle ÜNB und/oder alle NEMOs und NRAs;
  • Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 7 gelten für eine bestimmte Region und umfassen den/die ÜNB und/oder den/die NEMO(s) und den/die NRA(s) der jeweiligen Region; und
  • Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 8 gelten national und betreffen den/die ÜNB und/oder den/die NEMO(s) und den NRA des jeweiligen Mitgliedstaates.

Dieser Ablauf ist übersichtshalber untenstehend angezeigt.

 

Das GANTT-Diagramm zeigt die vorgesehenen Zeitrahmen jeweils für die Erarbeitung, Genehmigung und Umsetzung der Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 6 bis 8.

Das GANTT-Diagramm zeigt die vorgesehenen Zeitrahmen jeweils für die Erarbeitung, Genehmigung und Umsetzung der Geschäftsbedingungen und Methoden nach Art. 9 Abs. 6 bis 8. vergrößern

Geschäftsbedingungen und Methoden und betroffene Region

  • Geschäftsbedingungen und Methoden und betroffene Region
  • EU-WEIT:
  • Bestimmung der Kapazitätsberechnungsregionen
  • Plan zur Einrichtung und Ausführung der Marktkopplungsbetreiber (MKB)-Funktionen
  • Bereitstellung der Erzeugungs- und Lastdaten
  • Gemeinsames Netzmodell
  • Verteilung von Engpasserlösen
  • Zeitpunkt der Öffnung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes und der Zeitpunkt der Schließung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes
  • Day-Ahead-Verbindlichkeitszeitpunkt
  • Back-up-Methode
  • Bepreisung von Intraday-Kapazität
  • Algorithmen-Entwicklung
  • Höchst- und Mindestpreise
  • Produkte, die von NEMOs in den Marktkopplungsprozessen berücksichtigt werden
  • REGIONAL:
  • Berechnung der fahrplanbezogenen Austäusche
  • Festlegung von Ausweichverfahren
  • Kostenteilungsmethode für das Redispatching oder Countertrading
  • Koordinierte Redispatching und Countertrading Methode
  • Kapazitätsberechnungsmethode
  • NATIONAL:
  • Benennung der NEMOs
  • Regelungen bei mehr als einem NEMO in einer Gebotszone
  • ZUSÄTZLICHE PROZESSE:
  • Der nominierte Strommarktbetreiber (NEMO)
  • Überprüfung bestehender Gebotszonenkonfigurationen

 

EU-WEIT

Bestimmung der Kapazitätsberechnungsregionen

  • Relevante Artikel: Art. 15 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (b) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: ACER erließ am 17. November 2016 einen Beschluss über die Kapazitätsberechnungsregionen

Kapazitätsberechnungsregionen legen fest, welche Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sich künftig zur Kapazitätsberechnung koordinieren. Innerhalb einer Kapazitätsberechnungsregion wird ein und dieselbe Methode zur Kapazitätsberechnung (lastflussbasiert oder koordinierte NTC) verwendet.

Vorschlag aller ÜNB

Erläuterungsdokument

Nachdem sich die NRAs nicht zu dem Vorschlag oder einem gemeinsamen Abänderungsantrag einigen konnten, erließ ACER am 17. November 2016 einen Beschluss über den geänderten Vorschlag zu den Kapazitätsberechnungsregionen (CCR).

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Plan zur Einrichtung und Ausführung der Marktkopplungsbetreiber (MKB)-Funktionen

  • Relevante Artikel: Art. 7 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (a) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs verlangen eine Abänderung des abgeänderten Vorschlages aller NEMOs.

Alle NEMOs erarbeiten gemeinsam einen Plan mit einer Beschreibung, wie die MKB-Funktionen gemeinsam eingerichtet und ausgeführt werden sollen.

 

Vorschlag aller NEMOs

 

Abänderungsantrag aller NRAs

Alle NRAs stellen bezüglich dieses Vorschlags einen Abänderungsantrag an alle NEMOs. E-Control forderte die in Österreich designierten NEMOs am 13. Oktober zur Abänderung des Vorschlages auf.

 

Abgeänderter Vorschlag aller NEMOs

 

 

Weiterer Abänderungsantrag aller NRAs

Nachdem nicht sämtliche Änderungen von allen NEMOs in dem abgeänderten Vorschlag berücksichtigt wurden, stellen alle NRAs einen weiteren Abänderungsantrag.

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Bereitstellung der Erzeugungs- und Lastdaten

  • Relevante Artikel: Art. 16 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (c) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs haben die Methode zur Bereitstellung der Erzeugungs- und Lastdaten genehmigt.

Die Methode beschreibt welche Daten Erzeuger und Lasten (inklusive am Höchstspannungsnetz angeschlossene Verteilnetzbetreiber und Betreiber von Hoch-Gleichspannungs-Übertragungsleitungen (HGÜ)) wann an die ÜNB zu liefern haben. Dabei richtet sich die Methode explizit an Verteilnetzbetreiber, Betreiber von HGÜ-Leitungen, Erzeuger und Lasten. Die ÜNB verwenden diese Daten dann im gemeinsamen Netzmodell um die Kapazitätsberechnung für den Folgetag durchzuführen.

 

Vorschlag aller ÜNB

 

Genehmigung durch alle NRAs

Der Vorschlag der ÜNB vom 13. Mai 2016 wurde am 28. Oktober 2016 durch alle NRAs genehmigt.

 

Bescheid V GLDPM 01/16 (1,3 MB)

  • Bescheid der E-Control an die APG
  •  

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Gemeinsames Netzmodell

  • Relevante Artikel: Art. 17 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (d) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs verlangen eine Abänderung Vorschlages aller ÜNB

Das gemeinsame Netzmodell wird künftig von den ÜNB zur Kapazitätsberechnung herangezogen. Das Modell wird mit Daten von Erzeugern und Lasten (z.B. Kraftwerksfahrplänen) gespeist und liefert die Übertragungskapazitäten an die MKB-Funktion.

 

Vorschlag aller ÜNB

 

Abänderungsantrag aller NRAs

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Verteilung von Engpasserlösen

  • Relevante Artikel: Art. 73 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (m) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs verlangen eine Abänderung des Vorschlags aller ÜNB

Die Methode zur Verteilung von Engpasserlösen regelt wie die Engpasserlöse, die an den Gebotszonengrenzen allokiert werden, an die ÜNB bzw. etwaige andere Eigentümer von Grenzverbindungen verteilt werden. Nachdem unter CACM-VO die Prämisse der impliziten Kapazitätsvergabe herrscht, bedeutet der Wechsel von der heute mehrheitlich angewandten expliziten Kapazitätsvergabe – und daraus resultierenden Auktionserlösen - , eine grundlegende Änderung für das Einkommen der ÜNB aus Kapazitätsvergaben.

 

Vorschlag aller ÜNB

 

Abänderungsantrag aller NRAs

 

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Zeitpunkt der Öffnung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes und der Zeitpunkt der Schließung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes

  • Relevante Artikel: Art. 59 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (k) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen ÜNB eingereichten Vorschlag

Der Zeitpunkt der Öffnung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes und der Zeitpunkt der Schließung des zonenübergreifenden Intraday-Marktes beschreiben das Zeitfenster, innerhalb welchem der Intraday Handel möglich ist.

 

Vorschlag aller ÜNB

 

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Day-Ahead-Verbindlichkeitszeitpunkt

  • Relevante Artikel: Art. 69 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (l) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen ÜNB eingereichten Vorschlag

Der Day-Ahead-Verbindlichkeitszeitpunkt gibt jenen Zeitpunkt an, ab welchem die gebotszonenübergreifenden Kapazitäten, die von den ÜNB für den folgenden Day-Ahead Marktkoppelungsprozess berechnet wurden, verbindlich und somit unverrückbar sind.

 

Vorschlag aller ÜNB

 

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Back-up-Methode

  • Relevante Artikel: Art. 36 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (f) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen NEMOs eingereichten Vorschlag

 

Vorschlag aller NEMOs

 

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Bepreisung von Intraday-Kapazität

  • Relevante Artikel: Art. 55 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (j) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Ausarbeitung des Vorschlages durch die betroffenen ÜNB

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Algorithmen-Entwicklung

  • Relevante Artikel: Art. 37 Abs. 1 sowie Art. 37 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (g) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen NEMOs eingereichten Vorschlag

 

Vorschlag aller NEMOs

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Höchst- und Mindestpreise

  • Relevante Artikel: Art. 41 Abs. 1 (für Day-Ahead) und Art. 54 Abs. 2 (für Intraday) in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (h) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen NEMOs eingereichten Vorschlag

 

1. Day-Ahead (DA)

Vorschlag aller NEMOs

2. Intraday (ID)

Vorschlag aller NEMOs

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Produkte, die von NEMOs in den Marktkopplungsprozessen berücksichtigt werden

  • Relevante Artikel: Art. 40 (für Day-Ahead) und Art. 53 (für Intraday) in Verbindung mit Art. 9 Abs. 6 (h) CACM-VO
  • Betreffende Region: EU und daher Entscheidung aller NRAs
  • Status: Alle NRAs prüfen derzeit den von allen NEMOs eingereichten Vorschlag

1. Day-Ahead (DA)

Vorschlag aller NEMOs

2. Intraday (ID)

Vorschlag aller NEMOs

 

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REGIONAL

Berechnung der fahrplanbezogenen Austausche

  • Relevante Artikel: Art. 43 Abs. 1 (für Day-Ahead) sowie Art. 56 Abs. 1 (für Intraday) in Verbindung mit Art. 9 Abs. 7 (c) CACM-VO
  • Betreffende Region: Regional und daher Entscheidung aller NRAs einer Region
  • Status: Die betroffenen NRAs prüfen derzeit den von allen ÜNB eingereichten Vorschlag

Diese Methode beschreibt, wie die ÜNB aus den Austäuschen zwischen Gebotszonen, die von der MKB-Funktion bereit gestellt werden, die fahrplanbezogenen Austäusche zwischen den einzelnen ÜNB für die Zeitbereiche Day-Ahead und den Intraday berechnen. Obwohl der Vorschlag zu dieser Methode nach Art. 9 Abs. 7 (c) CACM-VO sich auf eine bestimmte Region bezieht, entschieden sich alle ÜNB diese Methode gemeinsam auszuarbeiten. Damit soll dem Risiko von Ineffizienzen und zu einander nicht kompatible Vorschlägen entgegengewirkt werden.

1. Day-Ahead (DA)

Vorschlag aller ÜNB

2. Intraday (ID)

Vorschlag aller ÜNB

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Festlegung von Ausweichverfahren

  • Relevante Artikel: Art. 44 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 7 (e) CACM-VO
  • Betreffende Region: Regional und daher Entscheidung aller NRAs einer Region
  • Status: Ausarbeitung des Vorschlages durch die betroffenen ÜNB

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Kostenteilungsmethode für das Redispatching oder Countertrading

  • Relevante Artikel: Art. 74 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 7 (h) CACM-VO
  • Betreffende Region: Regional und daher Entscheidung aller NRAs einer Region
  • Status: Ausarbeitung des Vorschlages durch die betroffenen ÜNB

 

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Koordinierte Redispatching und Countertrading Methode

  • Relevante Artikel: Art. 35 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 7 (c) CACM-VO
  • Betreffende Region: Regional und daher Entscheidung aller NRAs einer Region
  • Status: Ausarbeitung des Vorschlages durch die betroffenen ÜNB

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Kapazitätsberechnungsmethode

  • Relevante Artikel: Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 7 (a) CACM-VO
  • Betreffende Region: Regional und daher Entscheidung aller NRAs einer Region
  • Status: Ausarbeitung des Vorschlages durch die betroffenen ÜNB

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NATIONAL

Benennung der NEMOs

  • Relevante Artikel: Art. 4 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 8 (a) CACM-VO
  • Betreffende Region: Österreich und daher nationale Entscheidung
  • Status: Benennung der NEMOs in Österreich ist per 14. Dezember 2015 erfolgt

Die E-Control erhielt Ansuchen zur Benennung als NEMO von folgenden Betreibern von Strombörsen: Nord Pool Spot AS[1], EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG sowie EPEX Spot SE. Nach eingehender Prüfung der Designierungsunterlagen wurden per 14. Dezember 2015 Nord Pool Spot AS1, EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG sowie EPEX Spot SE als nominierte Strommarktbetreiber für die einheitliche Day-Ahead- und Intraday-Marktkopplung in Österreich von E-Control benannt.

[1] Nord Pool Spot AS benannte sich am 20. Januar 2016 um in Nord Pool AS: Nord Pool Spot becomes Nord Pool

Benannte NEMOs in der EU

Die nachfolgende Karte zeigt die benannten NEMOs in der EU für Day-Ahead und Intraday (Stand 18. Mai 2016).

Benannte NEMOs in der EU, Status: 18. Mai 2016, Datengrundlage ACER – NEMO Designations:

Benannte NEMOs in der EU, Status: 18. Mai 2016, Datengrundlage ACER – NEMO Designations: vergrößern

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Regelungen bei mehr als einem NEMO in einer Gebotszone

  • Relevante Artikel: Art. 45 und 57 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 8 (d) CACM-VO
  • Betreffende Region: Österreich und daher nationale Entscheidung
  • Status: E-Control genehmigt im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur (DE) und l’Institut Luxembourgeois de Régulation (ILR) (LU) den abgeänderten Vorschlag der sechs ÜNB in der Deutsch-Österreichischen-Luxemburgischen (DE/AT/LU) Gebotszone.

Die Methode beschreibt Prozesse vor und nach der Marktkopplung sowie Lösungen für Besonderheiten die sich durch mehrere NEMOs in einer Gebotszone ergeben. Der Vorschlag zu dieser Methode ist von den betroffenen ÜNB im Einvernehmen mit den betroffenen NEMOs auszuarbeiten. Auch wenn diese Methode laut CACM-VO Art. 9 Abs. 8 (d) sich auf einen Mitgliedsstaat beschränkt – also eine nationale Entscheidung verlangt - , wurde die Methode aus praktischen Gründen gemeinsam von den ÜNB 50 Hertz (DE), Amprion (DE), APG (AT), CREOS (LU), Transnet BW (DE) und Tennet Deutschland (DE) – also allen ÜNB in der Gebotszone DE/AT/LU – ausgearbeitet. Ein strikt nationaler Fokus dieser Methode hätte aus Sicht der ÜNB und NRAs der Gebotszone DE/AT/LU zu möglichen Ineffizienzen und nicht-kompatiblen Lösungsansätzen geführt. Nichtsdestotrotz verbleibt die Entscheidung über die Regelungen bei mehr als einem NEMO in einer Gebotszone eine nationale Kompetenz.

 

Vorschlag der ÜNB

Abänderungsantrag von BNetzA (DE), ILR (LU) und E-Control (AT)

Bundesnetzagentur (DE), ILR (LU) und E-Control verlangen eine Abänderung des Vorschlages von den sechs ÜNB in der Deutsch-Österreichischen-Luxemburgischen (DE/AT/LU) Gebotszone (50 Hertz (DE), Amprion (DE), APG, CREOS (LU), Transnet BW (DE) und Tennet Deutschland (DE)). Der Antrag auf Abänderung wurde am 13. Oktober 2016 von E-Control an APG gesendet.

Abgeänderter Vorschlag der ÜNB

 

Genehmigung

 

 

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ZUSÄTZLICHE PROZESSE:

Der nominierte Strommarktbetreiber (NEMO)

Die CACM VO führt den nominierten Strommarktbetreiber („NEMO“ von: nominated electricity market operator) formal als neuen Akteur ein und definiert ihn als „… eine Funktionseinheit, die von der zuständigen Behörde für die Ausübung von Aufgaben im Zusammenhang mit der einheitlichen Day-Ahead-Marktkopplung oder der einheitlichen Intraday-Marktkopplung benannt wurde“. Dem NEMO obliegt – gemeinsam mit den Übertragungsnetzbetreibern – die Einrichtung und Betreibung der einheitlichen Day-Ahead-Marktkopplung und der einheitlichen Intraday-Marktkopplung.

Ein und derselbe NEMO kann in mehreren Mitgliedsstaaten benannt werden und ein Mitgliedsstaat kann mehrere NEMOs benennen (sofern kein gesetzlich nationales Monopol für Handelsdienstleistungen vorliegt). In Mitgliedsstaaten mit mehreren NEMOs stehen diese zukünftig miteinander in Konkurrenz, was eine Neuerung für den Strommarkt bedeutet.

Weiters wird bei der Benennung von NEMOs prinzipiell zwischen dem Day-Ahead- und Intraday-Zeitrahmen unterschieden.

 

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Überprüfung bestehender Gebotszonenkonfigurationen

Eine Überprüfung einer bestehenden Gebotszonenkonfiguration kann unter bestimmten Umständen von der Agentur, mehreren NRAs, der ÜNB einer Kapazitätsberechnungsregion oder Mitgliedsstaaten eingeleitet werden. Eine solche Überprüfung befasst sich mit den Auswirkungen von Änderungen der Gebotszonenkonfiguration auf das Netz und den Markt.

Derzeit läuft eine solche Überprüfung der Gebotszonen in Zentraleuropa. Erste Ergebnisse dieser Überprüfung werden Ende 2017 erwartet.

 

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