Systemnutzungsentgelte Fernleitungsnetze

Referenzpreismethode

Gemäß Tarif Network Code sind die Entgelte für die Nutzung der Fernleitungen anhand einer Referenzpreismethode zu errechnen. In der Periode 01.01.2025 bis 31.12.2027 kommt die folgende Referenzpreismethode zur Anwendung:

Innerhalb der Regulierungsperiode erfolgt eine jährliche Aktualisierung der Fernleitungsentgelte, um eine zeitnahe Aufrollung von Plan-Ist-Differenzen beim Mengengerüst sicherzustellen. Details dazu sind in Kapitel 14 der Kosten- und Tarifmethode gem. § 82 GWG 2011 beschrieben.

Das vereinfachte Excel-Modell soll Marktteilnehmern ermöglichen, die Auswirkungen von geänderten Mengen und Kosten auf die Entgelte abzuschätzen.

Mit der GSNE-VO 2013 – 2. Novelle 2025 wurden die Fernleitungsentgelte ab dem 1.1.2026 festgelegt. Im Folgenden finden Sie Antworten auf die häufigsten im Rahmen der Begutachtung gestellten Fragen.

Warum war die Stellungnahmefrist sehr kurz bemessen und wurde auch nicht verlängert?

Laut TAR NC hat eine Veröffentlichung der Entgelte 30 Tage vor der Jahresauktion zu erfolgen. Die Jahresauktion findet stets am ersten Montag im Juli statt, sodass die neuen Fernleitungsentgelte der GSNE-VO 2013 idgF spätestens Ende Mai/Anfang Juni im Bundesgesetzblatt verlautbart sein müssen.

Die neuen Entgelte der GSNE-VO 2013 können grundsätzlich nur mit Werten (Kosten und Mengen) aus dem Kostenbescheid des Vorstandes ermittelt werden. Da hierbei auch IST-Daten aus 2024 verwendet werden, kommt es zu kurzen Zeitfenstern für die Bearbeitung und somit zu einem sehr knappen Zeitfenster für die Begutachtung der neuen Fernleitungsentgelte. E-Control beabsichtigt, ein längeres Zeitfenster für die Begutachtung der Fernleitungsentgelte für das Kalenderjahr 2027, welche voraussichtlich Anfang Q2/2026 stattfinden wird, vorzusehen.

Warum wurden die Entgelte trotz zahlreicher Stellungnahmen nicht geändert?

Die vorgebrachten Punkte in den Stellungnahmen betrafen weitgehend Punkte, die in einem vorgelagerten Verfahren festgelegt worden sind und nicht mehr geändert werden können. Die Entgelte ermitteln sich aus den Kosten und dem Mengengerüst der beiden Netzbetreiber, die mit Bescheid des Vorstandes (unter Parteistellung des jeweiligen Netzbetreibers sowie von gesetzlich bestimmten Amtsparteien) festgesetzt werden und der „Referenzpreismethode“ („RPM“). Die RPM wurde im Jahr 2024 für die Periode 2025-2027 verordnet und kann somit nicht für 2026 geändert werden.

Im Verordnungsverfahren können die Eingangsparameter „Kosten“ und „Mengen“ nicht verändert werden, da diese durch den Bescheid des Vorstandes gemäß § 69 Abs 2 GWG 2011 in Verbindung mit § 82 GWG 2011 festgelegt werden. Die Systemnutzungsentgelte im Fernleitungsnetz sind auf Basis der durch den Vorstand der E-Control festgestellten Kosten und des Mengengerüsts mit Verordnung der Regulierungskommission der E‑Control gemäß § 70 Abs. 1 GWG 2011 zu bestimmen.

Kostenentwicklung

Die Kosten basieren auf den Bescheiden des Vorstandes und die angewandten Eingangsparameter sind veröffentlicht. Die Methode zur Ermittlung der Regulierung wurde für die Jahre 2025 bis 2027 bereits in 2024 festgelegt. (https://www.e-control.at/marktteilnehmer/gas/kostenermittlungsverfahren-und-regulierungsmodelle)

Die Kostenentwicklung über die Jahre ist stark von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Fernleitungsnetzbetreiber (zB Zinslandschaft, Inflationsentwicklung, Veränderungen des faktischen Aufgabenspektrums, Gasdurchfluss in Österreich) abhängig. Abgesehen von laufenden Abschreibungen für bestehende Betriebsmittel, die die Kostenbasis senken, wirken Neuinvestitionen und Erhaltungsinvestitionen Kostenbasiserhöhend. Aktuelle und zukünftige Projekte der Fernleitungsnetzbetreiber werden im Koordinierten Netzentwicklungsplan (KNEP) dargestellt und technisch sowie kostenmäßig alle zwei Jahre evaluiert und neu bewertet: https://www.aggm.at/gasnetz/netzplanung/knep/.

Mengenrückgang

Seit 2022 sind die Gasflüsse im Marktgebiet Ost strukturellen Veränderungen unterworfen. Insbesondere die Transite von russischem Gas nach Italien, die vor 2021 noch rund 40% zur Deckung des italienischen Bedarfs beitrugen, gingen 2022 stark zurück.

Seit 1. Jänner 2025 erfolgt kein Transit mehr von russischem Gas über die Ukraine nach Europa. Die Aufspeisung des Marktgebiets Ost erfolgt nun nicht mehr überwiegend über den Einspeisepunkt Baumgarten aus der Slowakei, sondern über Deutschland und Italien. Damit einhergehend kam es zu einem Wegfall der zuvor prognostizierten Erlöse und es war somit eine wesentliche Reduktion der für 2026 prognostizierten kontrahierten Kapazitäten erforderlich.

Die weggefallenen Kapazitäten werden aller Voraussicht nach bei der Jahresauktion im Juli 2025 dem Markt angeboten. Die Veröffentlichung der freien Kapazitäten auf der ENTSOG Transparency Plattform erfolgt durch die Fernleitungsnetzbetreiber. Die prognostizierten kontrahierten Kapazitäten berücksichtigen auch eine teilweise Wiedervermarktung der weggefallenen Kapazitäten.

Der Verordnung liegen die bescheidmäßig festgestellten prognostizierten Mengen zugrunde. Die Abweichung zu den tatsächlichen Mengen wird in der Folge über das Regulierungskonto aufgerollt und in künftigen Systemnutzungsentgelte-Verordnungen abgebildet.

Systemnutzungsentgelte Verteilernetz

Zur Erbringung aller Leistungen, die von den Netzbetreibern (sowie den Regelzonenführern) in Erfüllung der ihnen auferlegten Verpflichtungen erbracht werden, haben die Netzbenutzer:innen ein Systemnutzungsentgelt zu entrichten. Es besteht aus folgenden Bestandteilen:

Durch das Netznutzungsentgelt werden dem Netzbetreiber von den Kunden die Kosten für Errichtung, Ausbau, Instandhaltung usw. abgegolten. Die in der Gas-Systemnutzungsentgelte-Verordnung (GSNE-VO) festgelegten Tarife werden nach Netzbereichen und -ebenen unterschieden.

Durch das Entgelt für Messleistungen werden dem Netzbetreiber jene direkt zuordenbaren Kosten abgegolten, die mit der Errichtung und dem Betrieb von Zähleinrichtungen, der Eichung und der Datenauslesung verbunden sind. Soweit Messeinrichtungen von den Netzbenutzern selbst beigestellt werden, ist das Entgelt für Messleistungen entsprechend zu vermindern.

Die Zählerablesung hat – mit Ausnahme von Lastprofilzählern, die monatlich abzulesen sind – jährlich zu erfolgen. Das Entgelt für die Ablesung ist im Entgelt für Messleistungen bereits enthalten. Zusätzlich zum Entgelt für Messleistungen darf für die monatliche Datenauslesung ein Entgelt von höchstens 8,- € pro Monat verrechnet werden. Dieses Entgelt ist auf der Rechnung getrennt vom Entgelt für Messleistungen anzuführen. Die exakten Entgelthöhen je Zählgerät sind in §15 der gültigen Gas-Systemnutzungsentgelte-Verordnung (GSNE-VO) zu finden. 

Netzbetreiber sind berechtigt, für die Erbringung sonstiger Leistungen, welche nicht durch die Entgelte gemäß § 72 Abs. 2 GWG 2011 abgegolten und vom Netzbenutzer unmittelbar verursacht sind, zusätzlich zu verrechnen. Die sonstigen Entgelte und deren Höhen sind in der gültigen Gas-Systemnutzungsentgelte-Verordnung (GSNE-VO) angeführt.

Hinweis: Trotz sorgfältiger Erstellung dieses Dokuments können Fehlangaben nicht ausgeschlossen werden; es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Werte gemäß GSNE-VO idgF ausgegeben im BGBl. II maßgeblich sind.