Smart Grids

Smart Grids

Durch die langjährige Entwicklung und Entstehung der aktuellen Elektrizitätsversorgung sowie deren Aufbringung und Erzeugung, hat sich das bestehende elektrische Energiesystem aus historischen Gründen sehr stark als Großtechnologie mit zentraler Ausrichtung ausgebildet.

Dezentrale Erzeugungsanlagen kommen bereits seit geraumer Zeit zum Einsatz, ursprünglich meist in Unternehmen zur Verwertung allfälliger Nebenprodukte, oder auch, um die für den Systemprozess notwenige thermische Energie zusätzlich zur Eigenstromerzeugung oder zur Abdeckung teurer Lastspitzen zu nutzen.

Mit Blick auf den ökonomischen und ökologischen Umgang mit Energie und nicht zuletzt aufgrund politischer Zielsetzung, sind dezentrale Erzeugungsanlagen in den vergangenen Jahren sehr stark ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Um zusätzlich zum nachhaltigen Umgang mit Energie, die von vielen Seiten gewünschte Unabhängigkeit von übergeordneten Systemen zu erlangen, müssen auch system- und gerätetechnische Konzepte für den Betrieb zukünftiger Netze entwickelt und angewandt werden.

Der geordnete Netzbetrieb und die Energieversorgung erfordern neben der Einhaltung der Lastflusskriterien zusätzlich noch die folgenden, sehr wichtigen Anforderungen:

 
  • Die elektrische Energie muss in ausreichendem Maß verfügbar sein
  • Versorgungssicherheit mit entsprechender Qualität
  • Wirtschaftliche Versorgung
  • Umweltfreundliche Versorgung
  • Gesellschaftspolitisch annehmbare Versorgung

Die Berücksichtigung dieser Grundanforderungen sind Voraussetzung für ein Smart Grid und diese sollen darüber hinaus auf effiziente und kostengünstige Art und Weise ein hohes Niveau an Versorgungssicherheit und Qualität der Stromnetze aufrecht erhalten.
 

Definition

Unterschiedliche internationale und nationale Organisationen haben bislang versucht die Anforderungen an zukünftige Netze in Form von Definitionen zu formulieren. Die weitgehend anerkannte und oft verwendete Definition der europäischen Technologieplattform „Smart Grids“ beschreibt die Integration und das intelligente Zusammenspiel der Netzbenutzer mit dem Ziel, Netze ökonomisch, ökologisch, sicher und nachhaltig zu entwickeln:

“A SmartGrid is an electricity network that can intelligently integrate the actions of all users connected to it - generators, consumers and those that do both – in order to efficiently deliver sustainable, economic and secure electricity supplies.”

Eine Abwandlung dieser Definition beschreibt auch die nationale Technologieplattform Smart Grids

„Stromnetze, welche durch ein abgestimmtes Management mittels zeitnaher und bidirektionaler Kommunikation zwischen Netzkomponenten, Erzeugern, Speichern und Verbrauchern einen energie- und kosteneffizienten Systembetrieb für zukünftige Anforderungen unterstützen“.

 

Vorteile und Nutzen von Smart Grids

Unter der Bezeichnung Smart Grids wird das Zusammenspiel intelligenter Konzepte im Verteilernetz als auch im Übertragungsnetz beschrieben, die Ansätze vorgeben, wie zukünftige Stromnetze geplant, gebaut, betrieben und erhalten werden sollen, damit sie dem Netznutzer die erforderlichen Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Konzepte kann eine Vielzahl von positiven Effekten und Vorteile bringen:
 
  • Hohes Maß an Versorgungssicherheit und –qualität
  • Effizienter Mitteleinsatz zur Kosteneinsparung beim Endkunden
  • Transparente und nicht-diskriminierender Netzanschluss und -zugang für alle Nutzer
  • Maximierung der grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten zur Unterstützung des europäischen Strommarktes
  • Koordinierte Planung und Entwicklung der nationalen und europäischen Netzinfrastruktur
  • Reduktion der CO2 Emissionen und höhere Effizienz des Elektrischen Systems durch die optimale Integration von verbrauchernaher Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern.


Rolle der E-Control

E-Control ist bei nationalen und internationalen Initiativen zum Thema Smart Grids eingebunden, um Standpunkte und Perspektiven in der Diskussion einer europäischen Strategie einzubringen und vor allem eine konstruktive Diskussion des Themas sicherzustellen.