Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Gerade auch im Hinblick auf die Lebensqualität künftiger Generationen ist die effiziente, nachhaltige Energieversorgung Österreichs ein besonderes Anliegen. Natürliche Ressourcen wie Öl, Gas und Kohle sind endlich, daher muss entsprechend sorgsam mit ihnen umgegangen werden. Und darum arbeitet die E-Control für Rahmenbedingungen, die eine effizientere Nutzung der Ressourcen sicherstellen.

Für eine nachhaltige Energieversorgung sind eine Reduktion des Energieverbrauchs und der forcierte Einsatz neuer Technologien erforderlich. Der Ökostromausbau mittels verstärkter Förderung alleine kann ein ungebremstes Energieverbrauchswachstum nicht kompensieren. Die Reduktion des Energieverbrauchs wird eine weitaus größere Herausforderung werden, als die Verteilung von Subventionsmitteln für erneuerbare Energieträger. Beim Energieverbrauch geht es an die Substanz aller Sektoren. Energieverbrauch senken bedeutet grundlegende Trendänderungen.

Energie-Effizienz rasch verbessern. Weil jeder Tag zählt.

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte und die damit verbundene Einkommens- und Wohlfahrtsentwicklung haben massive Auswirkungen auf den Energieeinsatz: In Österreich hat sich der Energieverbrauch seit 1990 um 36 % erhöht, gleichzeitig sind die CO2-Emmissionen um 15 % angestiegen. Der Einsatz erneuerbarer Energieträger hat im selben Zeitraum nur 27 % des Verbrauchsanstiegs kompensieren können. Diesen Trends stehen internationale energiepolitische Ziele wie jene von Kyoto oder die im jüngsten EU-Richtlinienentwurf formulierten Vorgaben gegenüber. Deren Erreichung setzt eine massive Steigerung der Energieeffizienz auf nationaler Ebene voraus.

Die Identifikation der für Österreich wesentlichsten und effektivsten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie geeigneter Controlling-Mechanismen sind die erklärten Ziel der im Jänner 2008 aufgenommenen Arbeit der E-Control zum Thema Energieeffizienz.

Zur Bündelung vorhandener Bestrebungen zur Erhebung möglicher Effizienzpotenziale auf nationaler Ebene und Koordination mit weiteren Partnern hat die E-Control gemäß Ministerratsvortrag vom 23. Jänner 2008 den Auftrag erhalten, ein „Grünbuch“ zum Thema Energieeffizienz zu erstellen. Die Erstellung des Grünbuches wurde von einem öffentlichen Prozess begleitet. Dabei wurden inhaltliche Schwerpunkte mit relevanten Organisationen, Verbänden, Wirtschafts- und Sozialpartnern, Unternehmen etc. diskutiert und in das Grünbuch integriert. Die Endfassung des Grünbuches wurde am 13. Oktober 2008 vorgestellt und beinhaltet Vorschläge für Maßnahmen und Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz bis zum Jahr 2020.

Insgesamt werden im Grünbuch 22 zu priorisierende Kernmaßnahmen und Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz in unterschiedlichen Ausprägungen, je nach Sektoren, vorgeschlagen. Es wird geschätzt, dass die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen den Energieverbrauch im Jahr 2020 um 23 % bzw. 252 PJ gegenüber dem zu erwartenden Trend reduziert.

Ganz bewusst Energie sparen: Smart Metering.

In den letzten Jahren gab es im Bereich des Messwesens einen großen Technologiesprung, angetrieben von immer neuen Entwicklungen im Computerbereich, der den Weg von den herkömmlichen, mechanischen Ferrariszählern hin zu digitalen, fernauslesbaren Zählgeräten, sogenannten „Smart Meters“, geebnet hat. Diese ermöglichen den Endkunden eine genaue Dokumentation über ihre Verbrauchsverhalten und damit die Möglichkeit, dieses umzustellen.

Die effiziente Förderung erneuerbarer Energien.

Mit der Ökostromgesetz-Novelle 2008 sind alle Möglichkeiten einer weiteren Ökostromförderung gegeben, die Höhe der Einspeisetarife wird neu bestimmt werden. Die garantierte Subventionsdauer wurde auf bis zu 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlagen verlängert.

Die Schwerpunkte scheinen richtig gesetzt: Wasserkraft benötigt mit einem Investitionszuschuss nur eine einmalige Förderung in relativ geringem Ausmaß. Windkraft kann bei vernünftiger Standortwahl ebenfalls mit einem geringeren Förderungsaufwand Ökostrom erzeugen als die teuren rohstoffabhängigen Anlagen. Neue Biomasseanlagen dagegen könnten zukünftig ein ähnliches Problem darstellen wie heute schon die Biogasanlagen. Eine unbegrenzte Förderung führt zu Anlagenstrukturen, die während ihrer gesamten Betriebszeit von beträchtlichen Subventionen abhängig sind, sonst werden sie stillgelegt und erzeugen keinen Ökostrom mehr.

Auch wenn damit ein weiterer Ökostromausbau finanziert ist, sollte man sich über die richtigen Prioritätensetzungen bewusst sein. Neue Energieerzeugungs- und Energieumwandlungstechnologien sind dabei sorgfältig hinsichtlich ihrer Marktreife und ihrer Technologieentwicklungspotenziale zu evaluieren. Bei Technologien, die Rohstoffe wie Holz und landwirtschaftliche Produkte einsetzen, ist eine optimale Nutzung der Rohstoffe anzustreben.