Zahlungsschwierigkeiten

Zahlungsschwierigkeiten und Abschaltung 

Darf Ihr Energieunternehmen Ihnen den Strom oder das Gas abschalten?

Wenn Sie Ihre Rechnung nicht bezahlen, dann ist es grundsätzlich zulässig, dass der Strom oder das Gas abgedreht wird. 

Illustration: Netzbetreiber zieht den Stecker

Wie läuft das ab?

  • Strom bzw. Gas darf dann abgeschaltet werden, wenn mindestens zwei Mahnungen geschickt wurden und
  • jede der Mahnungen eine mindestens zweiwöchige Frist zur Nachzahlung beinhaltet hat und
  • die letzte Mahnung mit eingeschriebenem Brief erfolgt ist und
  • Ihnen in der letzten Mahnung angedroht worden ist, dass es zur Abschaltung kommt, sollten Sie weiterhin nicht zahlen und
  • Sie in der letzten Mahnung über die Kosten und Folgen der Abschaltung und Wiederherstellung der Energielieferung informiert worden sind.
  • Wenn bei einer Abschaltung ein Mitarbeiter zu Ihnen nach Hause kommen muss, werden Ihnen zusätzlich 30 Euro für diesen Aufwand verrechnet.

Wichtig: Abschaltungen dürfen nicht an einem Freitag bzw. an einem Tag vor einem gesetzlichen Feiertag durchgeführt werden.

Was tun, wenn Sie vor der Abschaltung von Strom oder Gas stehen?

Kontaktieren Sie Ihren Energieanbieter und Ihren Netzbetreiber und schildern Sie Ihre Lage. Oftmals kann schon so eine gemeinsame Lösung gefunden werden, z.B. eine Ratenzahlungsvereinbarung oder die Bezahlung Ihrer Schulden zu einem späteren Zeitpunkt. Die Kontaktdaten Ihres Energieanbieters und Ihres Netzbetreibers finden Sie auf Ihrer letzten Rechnung, aber auch im Internet auf der Website des Unternehmens.

Darüber hinaus stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Berufung auf die Grundversorgung oder die Installation eines Vorauszahlungszählers.

Sie können sich auf die Grundversorgung berufen.

Illustration: Ratenzahlung

Sie können sich gegenüber jedem Strom- bzw. Gasanbieter und Ihrem Netzbetreiber auf die sogenannte Grundversorgung berufen. Sie müssen eine Kaution in Höhe eines monatlichen Teilbetrages an den Energieanbieter zahlen, dieser muss Sie dann mit Energie beliefern und darf nicht abschalten. Sie können sich bei Ihrem derzeitigen Anbieter auf die Grundversorgung berufen oder gegenüber jedem anderen Anbieter – im Fall der Grundversorgung gilt nämlich eine Verpflichtung zum Vertragsabschluss, der sogenannte Kontrahierungszwang.

Sie zahlen bei der Grundversorgung für Strom oder Gas genauso viel, wie andere Kunden bei diesem Anbieter bezahlen – also nicht mehr, aber auch nicht weniger. Falls Sie von nun an pünktlich zahlen, muss Ihr Energieanbieter Ihnen die Kaution nach sechs Monaten zurückzahlen.

Was müssen Sie tun, wenn Sie die Grundversorgung beanspruchen möchten?

Kontaktieren Sie Ihren Strom- bzw. Gasanbieter und Ihren Netzbetreiber. Teilen Sie ihm mit, dass Sie sich auf die Grundversorgung berufen und bereit sind, den Teilbetrag für einen Monat im Voraus zu bezahlen. Oder Sie suchen sich einen anderen Anbieter Ihrer Wahl und berufen sich ihm gegenüber auf die Grundversorgung. 

Achtung: Ihre alten Schulden bleiben dennoch bestehen und Sie müssen damit rechnen, dass Ihr bisheriger Energieanbieter auch weiterhin diese Rückstände einfordern wird, notfalls auch gerichtlich. 

Sie können die Installation eines Vorauszahlungszählers verlangen.

Illustration: Vorkassazähler

Sollte Ihr Energieanbieter eine Kaution oder Vorauszahlung fordern, können Sie stattdessen den Einbau eines sogenannten Vorauszahlungszählers verlangen (Prepaymentzähler). Dieser Zähler funktioniert ähnlich wie ein Wertkartentelefon. Sie kaufen im Voraus für einen bestimmten Betrag (z.B. 20 Euro) Strom oder Gas von Ihrem Energieanbieter. Sobald Ihr Guthaben aufgebraucht ist, müssen Sie wieder nachkaufen.

Der Einbau des Vorauszahlungszählers kostet Sie einmalig 24 Euro. Zusätzlich zahlen Sie monatlich 1,92 Euro, solange der Vorauszahlungszähler bei Ihnen eingebaut ist. Der Netzbetreiber muss Ihrem Wunsch nach einem Vorauszahlungszähler nachkommen außer bei sicherheitstechnischen Bedenken, z.B. bei Gas.

 

Sie können mit dem Strom- oder Gasanbieter und Netzbetreiber vereinbaren, dass bestehende Schulden nach und nach abgezahlt werden, indem ein höherer Preis für die verbrauchten Kilowattstunden eingestellt wird.

Was müssen Sie tun, wenn Sie einen Vorauszahlungszähler möchten?

Kontaktieren Sie Ihren Strom- oder Gasanbieter und Ihren Netzbetreiber und teilen Sie mit, dass Sie einen Vorauszahlungszähler möchten. Fragen Sie beim Einbau, wie der Zähler funktioniert und wie er aufgeladen werden kann.

Was können Sie allgemein bei Zahlungsschwierigkeiten tun?

Sollten Sie finanzielle Probleme oder einmal Schwierigkeiten beim Bezahlen einer Rechnung haben, weil Sie beispielsweise nicht mit einer hohen Nachzahlung gerechnet haben, raten wir Ihnen, Ihren Strom- bzw. Gasanbieter so rasch wie möglich zu kontaktieren. So kann es gelingen, dass Sie mit Ihrem Energieunternehmen eine Ratenzahlung oder spätere Bezahlung Ihrer Rechnung vereinbaren. Viele Anbieter finden in solchen Fällen gemeinsam mit Ihren Kundinnen und Kunden eine Lösung. 

Weiters haben Sie – je nach Gemeinde oder Bundesland – die Möglichkeit, um finanzielle Hilfe anzusuchen. 

Zusätzlich können Sie um Befreiung von den Ökostromförderkosten ansuchen, falls Sie schon von der Bezahlung der GIS-Gebühren befreit sind. 

Sie haben noch Fragen?

Rufen Sie uns an unter der Telefonnummer 0810 10 25 54 oder schreiben Sie uns an beratung@e-control.at.  

Wenn Sie Probleme mit einem Strom- bzw. Gasunternehmen oder einem Netzbetreiber haben, hilft Ihnen auch unsere Schlichtungsstelle gerne weiter.