Zuverlässigkeit

Die Versorgungszuverlässigkeit beschreibt das störungsfreie Funktionieren von einzelnen Netzelementen und Gesamtnetzen. Gemessen wird die Versorgungszuverlässigkeit meist über die mittlere Häufigkeit und Dauer von Versorgungsunterbrechungen von Kunden. Die Bewertung liefert eine Reihe von Zuverlässigkeitskennzahlen, die hierdurch auch eine internationale Vergleichbarkeit der Versorgungssituation ermöglichen.

Definition laut TOR Teil A

"Die Versorgungszuverlässigkeit ist die Fähigkeit eines elektrischen Systems, seine Versorgungsaufgaben unter vorgegebenen Bedingungen während einer bestimmten Zeitspanne zu erfüllen."
 

Aktivitäten der E-Control im Rahmen der Versorgungszuverlässigkeit

Als einen Schritt zur Gewährleistung der Versorgungszuverlässigkeit führt die Energie-Control Austria gemäß der Statistik-Verordnung seit dem Jahr 2002 in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern und dem VEÖ (Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs) entsprechende Datenerhebungen durch, welche auch jährlich veröffentlicht werden. Die Ergebnisse der Ausfall- und Störungsstatistik belegen, dass die Versorgungszuverlässigkeit in Österreich als hoch eingestuft werden kann.
 

E-Control: Durchschnittliche Stromausfallsdauer 2016 erneut gesunken

Österreicher im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 24 Minuten ohne Strom – Ausfallsdauer um drei Minuten niedriger als im Vorjahr

 

E-Control: Durchschnittliche Stromausfallsdauer 2016 erneut gesunken (0,2 MB)

  • Österreicher im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 24 Minuten ohne Strom – Ausfallsdauer um drei Minuten niedriger als im Vorjahr

Wien (11. August 2017) – Österreichische Stromkunden hatten 2016 wegen ungeplanter Stromausfälle im Schnitt rund 24 Minuten keinen Strom. Das besagt die neue Ausfall- und Störungsstatistik des Energieregulators E-Control. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausfallsdauer um drei Minuten gesunken, 2015 betrug sie rund 27 Minuten. „Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung konnte neuerlich verbessert werden“, betont E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. „Zwar wird die Stabilisierung des Stromnetzes durch die stark schwankende Erzeugung aus Sonnen- und Windstrom immer herausfordernder, die Kunden erhalten aber trotzdem verlässlich ihren Strom.“ Angesichts der Herausforderungen in diesem Winter, wo ein massiver Einsatz von Gaskraftwerken und hohe Importe die Versorgung bereitstellten, sei die weiter gesunkene Stromausfallsdauer „ein beachtliches Ergebnis“, betont Eigenbauer. „Die schweren Unwetter vergangenes Wochenende und die langanhaltenden Stromausfälle in Kärnten und Tirol haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig Versorgungssicherheit ist. Von diesen punktuellen schwerwiegenden Störungen abgesehen, ist das Gesamtbild der österreichischen Stromversorgung aber sehr gut.“

Witterung häufigste Ursache für ungeplante Stromausfälle

Häufigste Ursache für ungeplante Stromausfälle waren im vergangenen Jahr natur- und witterungsbedingte Ereignisse etwa Gewitter oder Sturm. Am zweithäufigsten wurden ungeplante Ausfälle durch netzbetreiberinterne Vorgänge, wie etwa Trafoausfälle, Alterung oder Überlastung von Anlagen, ausgelöst. Die meisten Ausfälle gab es im April, Juni und Juli 2016 wegen atmosphärischen Einwirkungen wie Gewitter oder Sturm, die wenigsten im Oktober.

Weniger Versorgungsunterbrechungen

Für 2016 meldeten die Stromnetzbetreiber insgesamt 15.994 Versorgungsunterbrechungen, das sind um knapp 200 weniger als im Jahr zuvor. Rund die Hälfte der Stromunterbrechungen waren geplante Unterbrechungen, etwa aufgrund von Wartungsarbeiten, die den Kunden vorher angekündigt wurden. Die andere Hälfte war ungeplant, etwa aufgrund von Gewitter. Die gesamte Nicht-Verfügbarkeit durch Stromausfälle (also geplante und ungeplante Unterbrechungen zusammen) lag im vergangenen Jahr bei 37,91 Minuten (2015: 42,31 Minuten).

Österreich im EU-Vergleich weiterhin sehr gut

„Im europäischen Vergleich liegen wir nach wie vor im sehr guten oberen Bereich“, betont E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. „Die österreichischen Netzbetreiber machen eine sehr gute Arbeit. Alle Kunden können darauf vertrauen, dass sie zuverlässig und in hoher Qualität mit Strom versorgt werden.“ So hatten 2014 – neuere Zahlen für alle Länder liegen noch nicht vor – beispielsweise die Niederlande eine Stromausfallsdauer von im Schnitt 23,2 Minuten, Frankreich 50,2 Minuten, Italien 94 Minuten und Tschechien 120,89 Minuten.

Kundengewichteter Indikator seit 2012 maßgeblich

Die E-Control erhebt seit 2003 sowohl den in Europa üblichen Indikator SAIDI als auch den Indikator ASIDI. Seit dem Berichtsjahr 2012 verwendet die E-Control den international anerkannten kundengewichteten Indikator SAIDI als maßgeblichen Wert. Dieser Wert stellt den Kunden in den Mittelpunkt. Die Ausfallsdauer bezieht sich darauf, wie lange ein Kunde im Durchschnitt keinen Strom hatte.

Ausfall- und Störungsstatistik für das Berichtsjahr 2016: https://www.e-control.at/statistik/strom/statistik-fuer-versorgungsqualitaet/stoerungsstatistik

Pressefotos vom E-Control-Vorstand (für Medienzwecke honorarfrei): http://press.e-control.at/Media.aspx


 

Ausfall- und Störungsdaten

Die Erhebung der Ausfall- und Störungsdaten und die Publikation der dazugehörigen Statistik ist gemäß Elektrizitätsstatistikverordnung 2016 des BMWFW (BGBl. II Nr. 17/2016), Elektrizitäts-Energielenkungsdaten-Verordnung 2014 (BGBl. I Nr. 41/2013) und Netzdienstleistungsverordnung Strom i.d.F. der Novelle 2013 (BGBl. II Nr. 477/2012 – Novelle 2013, BGBl. II Nr. 192/2013) jährlich durchzuführen.
 

 

Ausfalls- und Störungsstatistik für Österreich 2008 (0,1 MB)

  • Bewertungsjahr 2008, korrigierte Fassung vom 31.08.2009
 

Bewertungsjahr 2007 (0,1 MB)

  • Veröffentlichung 2007 - Ausfalls- und Störungsstatistik
 

Bewertungsjahr 2006 (0,1 MB)

  • Veröffentlichung 2006 - Ausfalls- und Störungsstatistik