Was ist ein Herkunftsnachweis?

Mit der Richtlinie 2001/77/EG vom 27. September 2001 legte die Europäische Union erstmals nationale indikative Ziele fest, um die Erzeugung von erneuerbarer Energie zu fördern. Die Umsetzung dieser Ziele und Instrumente in nationales Recht erfolgte in Österreich durch das Ökostromgesetz welches am 23. August 2002 veröffentlicht wurde und am 1. Jänner 2003 in Kraft getreten ist.

Ein Instrument, welches durch die Richtlinie eingeführt wird, ist der Herkunftsnachweis (Artikel 5 Richtlinie 2001/77/EG). Mit einem Herkunftsnachweis kann ein Ökostromerzeuger nachweisen, dass er tatsächlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern produziert und in das öffentliche Netz eingespeist hat. Um eindeutig den Ursprung und die Qualität der Elektrizität nachzuweisen, hat der Herkunftsnachweis, welcher vom Netzbetreiber auszustellen ist, zumindest

   • die Menge der ins öffentliche Netz eingespeisten Energie,
   • die Art und die Engpassleistung der Erzeugungsanlage,
   • den Zeitraum und den Ort der Erzeugung und
   • die eingesetzten Energieträger zu enthalten.

Verkauft ein Ökostromproduzent seine erneuerbare Energie so muss er als Bestätigung - falls der Händler dies verlangt - den Herkunftsnachweis kostenlos an den Händler weitergeben. Beliefert der Händler Endkunden, so stellt der Herkunftsnachweis eine Möglichkeit dar, die Nachweise für das Labeling zu erbringen (§ 8 (4) Ökostromgesetz bzw. § 45a ElWOG)
Mit der Verwendung des Herkunftsnachweises für das Labeling schließt sich der Kreis zum Kunden, der seinen Lieferanten neben ökonomischen nun auch nach ökologischen Kriterien auswählen kann.

Die Vorteile der Herkunftsnachweisdatenbank

In der Herkunftsnachweisdatenbank kann für jede erzeugte und ins Netz eingespeiste kWh aus erneuerbarerer Energie nur ein einziger Herkunftsnachweis ausgestellt werden. Durch die Abbildung der Prozesskette vom Produzenten zum Konsumenten ist der missbräuchliche Einsatz von Herkunftsnachweisen ausgeschlossen.

Ein Großteil der Anwender dieser Datenbank haben bereits mit der Kleinwasserkraftwerks-Datenbank, auf welcher die Herkunftsnachweisdatenbank aufbaut, gearbeitet und kennen das System.
Die Richtlinie 2001/77/EG sieht die gegenseitige Anerkennung von Herkunftsnachweisen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten vor. Dies ist vor allem für den internationalen Handel von großer Bedeutung. Die zentrale Herkunftsnachweisdatenbank kann sehr einfach an bereits bestehende System angeschlossen werden. Ebenso ist eine Schnittstelle zur RECS (Renewable Energy Certificate System) - Datenbank vorgesehen. Das bedeutet, dass ein europaweit standardisiertes und voll funktionsfähiges Handelssystem unter der Einbeziehung von Herkunftsnachweisen möglich ist.

Derzeit haben laut Ökostromgesetz nur Betreiber von Anlagen, die erneuerbare Energieträger (Wind, Sonne, Erdwärme, Wellen- und Gezeitenenergie, Wasserkraft, Biomasse, Deponiegas, Klärgas und Biogas) einen gesetzlichen Anspruch auf einen Herkunftsnachweis.
Das System ist jedoch jederzeit sehr einfach und kurzfristig auf andere Erzeugungsarten (zum Beispiel: Kraftwärmekopplung) erweiterbar.

Details siehe auch unter Prozesse