Presseaussendungen 2018

E-Control: Ökostrombefreiungen 2017 weiter gestiegen

Trotzdem noch viel Potenzial bei möglichen Befreiungen – anspruchsberechtigte Haushalte können sich 70 Euro im Jahr sparen

Wien (4. April 2018) – Einkommensschwache Haushalte in Österreich haben die Möglichkeit, sich von den Ökostromförderkosten teilweise befreien zu lassen. Mit Ende des Jahres 2017 haben dies 132.597 Haushalte getan. „Das ist eine Steigerung um 2,8 Prozent im Vergleich zu Ende 2016. Damals waren 129.009 Haushalte teilweise von den Ökostromförderkosten befreit. Energie soll so für Haushalte, die ohnehin mit dem Budget zu kämpfen haben, leistbarer sein. Trotzdem ist hier noch viel Luft nach oben, nutzen doch nicht einmal die Hälfte aller Haushalte, die sich befreien lassen könnten, diese Möglichkeit.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer.

Einfach mit der ORF-Gebührenbefreiung zu beantragen

Haushalte, die Anspruch auf die Befreiung von den ORF-GIS-Gebühren haben, können mit dem Antrag auf Gebührenbefreiung gleichzeitig eine teilweise Befreiung von den Ökostromkosten beantragen. „Die Antragsstellung ist also denkbar einfach. Diese Haushalte zahlen dann verbrauchsabhängig lediglich bis zu 20 Euro pro Jahr an Förderbeiträgen, während ein österreichischer Durchschnittshaushalt im Jahr 2018 rund 90 Euro brutto für Ökostromkosten bezahlt. „Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden spart sich ein Haushalt mit Ökostromkostendeckelung so sehr einfach 70 Euro im Jahr“, betont der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Einkommensschwache Haushalte könnten ihre Stromrechnung also sehr einfach senken, wenn sie die teilweise Ökostromkostenbefreiung beantragen würden. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass jene Person im Haushalt, die von der GIS-Gebühr befreit ist, auch bei Strom der Vertragspartner ist.

Informationen zum Thema gibt es auf der Homepage der E-Control unter:
https://www.e-control.at/konsumenten/strom/meine-rechte/befreiung-von-oekostromkosten

E-Control: Gasverbrauch im Jahr 2017 deutlich gestiegen

Österreich verbrauchte wegen kalten Wintermonaten und stärkerem Einsatz von Gaskraftwerken im Jahr 2017 um 8,3 Prozent mehr Gas – Stromverbrauch um 1,4 Prozent gestiegen

Der Gasverbrauch ist in Österreich im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Der Gasverbrauch durch Endkunden erhöhte sich um 8,3 Prozent von 87.900 Gigawattstunden auf 95.200 Gigawattstunden, das ist ein Plus von 7.300 Gigawattstunden – und das, obwohl es im Jahr 2016 aufgrund des Schaltjahres im Februar einen Tag mehr gab. „Aufgrund der kälteren Temperaturen im Jänner und Februar wurde mehr Gas zum Heizen von Gebäuden verwendet“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch zu den aktuell veröffentlichten statistischen Daten der Energieregulierungsbehörde E-Control. Gas wurde im vergangenen Jahr auch verstärkt für die Stromerzeugung eingesetzt. Gaskraftwerke waren 2017 auch im Sommer verstärkt zur Stabilisierung des Stromnetzes im Einsatz und haben dadurch den Gasverbrauch in die Höhe getrieben.

Stromverbrauch um 1,4 Prozent gestiegen

Der Stromverbrauch ist im Jahr 2017 ebenfalls neuerlich angestiegen und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent bzw. 1.000 Gigawattstunden auf 71.100 Gigawattstunden. „Grund dafür war einerseits die kalte Witterung in den Anfangsmonaten, aber auch das höhere Wirtschaftswachstum war für den steigenden Stromverbrauch ausschlaggebend.“, erläutert E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Weniger Strom aus Wasserkraft, dafür mehr aus Gas- und Windkraftwerken

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging im gesamten Jahr 2017 um 1,9 Prozent oder 700 Gigawattstunden auf 38.500 Gigawattstunden zurück, wobei die Rückgänge vor allem in den ersten zwei Quartalen gegeben waren. Beginnend mit September war allerdings die Erzeugung der Laufkraftwerke deutlich höher als im Jahr davor, sodass der anfängliche Rückgang über das gesamte Kalenderjahr betrachtet etwas gedämpft werden konnte.

Die Wärmekraftwerke wurden um 13,6 Prozent oder 2.300 Gigawattstunden mehr eingesetzt als im Jahr davor, wobei die größten Zuwächse in den ersten drei Quartalen verzeichnet wurde. Windkraftwerke produzierten um 24,7 Prozent bzw. 1.300 Gigawattstunden mehr Strom als im Vorjahr.

Inländische Gasproduktion gestiegen, mehr Gasspeicher

Die Gasproduktion im Inland hat sich 2017 im Vergleich zum vorangegangenen Jahr erhöht, und zwar um 7,0 Prozent bzw. 900 Gigawattstunden auf knapp 13.500 Gigawattstunden.

In den Erdgasspeichern waren mit Ende Dezember insgesamt 58.600 Gigawattstunden eingespeichert, (umgerechnet 5,2 Mrd. Nm3), was einem Füllungsgrad von 61,7 Prozent entspricht. „Dies ist ein deutlich höherer Speicherstand als zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres mit 55.000 Gigawattstunden Inhalt bzw. 57,9 Prozent Füllungsgrad.“, erläutert Eigenbauer.  

Geringere Nettoimporte bei Strom

Sowohl die Stromimporte als auch die Stromexporte sind im Jahr 2017 gestiegen. Die Importe erhöhten sich um 3.000 Gigawattstunden oder 11,4 Prozent auf 29.400 Gigawattstunden, die Exporte gleichzeitig um 3.600 Gigawattstunden oder 18,8 Prozent auf 22.800 Gigawattstunden. Werden von den Importen die Exporte abgezogen, bleibt ein Importsaldo von rund 6.500 Gigawattstunden, das ist ein Minus von 600 Gigawattstunden gegenüber dem Vorjahr.

E-Control: Neuer Rekord bei den Wechselzahlen 2017

Mehr als 341.000 Strom- und Gaskunden suchten sich im Jahr 2017 einen neuen Strom- oder Gaslieferanten – Höchster Wert seit der Liberalisierung 2001 – 19 Prozent mehr Wechsler als im Vorjahr

Wien (9. Februar 2018) – 341.300 Strom- und Gaskunden – sowohl Haushalte als auch Unternehmen – haben im Jahr 2017 ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt, was aus der neuen Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde E-Control hervorgeht. „Die Wechselzahlen 2017 sind im Vergleich zum Vorjahr neuerlich gestiegen, nämlich um 19 Prozent und haben den höchsten Wert seit Beginn der Liberalisierung im Jahr 2001 erreicht. 2017 war also das Jahr der Wechselrekorde. Bisher wurden im Jahr 2016 mit 286.300 und im Jahr 2014 mit 263.400 die höchsten Wechselraten erzielt.“, zeigt sich der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, von den aktuell vorliegenden Zahlen erfreut.

Bei Strom stieg die Zahl der Wechsler im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 42.800 auf rund 261.000 Kunden (darunter 213.000 Haushalte) im Jahr 2017. Bei Gas erhöhten sich die Wechsler um über 12.100 auf insgesamt 80.400 (davon 74.900 Haushalte). Die Wechselraten betrugen im Jahr 2017 bei Strom somit 4,3 Prozent, bei Gas 6,0 Prozent.

Weniger Energie verbrauchen spart am nachhaltigsten

Neben dem Wechsel zu einem günstigeren Strom- und Gasanbieter, spart vor allem der sorgsamere Umgang mit Energie viel Geld. „Am nachhaltigsten sparen Haushalte, wenn sie überhaupt weniger Energie verbrauchen. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist der Energieverbrauch am höchsten. Es wird geheizt und man ist tendenziell mehr zu Hause. Gute Gründe, um erst recht an das Energiesparen zu denken - und es kann so einfach sein: Räume nicht überheizen, Heizkörper nicht verstellen, die Temperatur in der Nacht absenken und Stoßlüften sind nur einige Beispiele, um die Heizkosten deutlich zu senken. Und die modernen Technologien machen es noch einfacher: Thermostate, Smart Home Solutions, steuerbare Elemente, usw. machen das Energiesparen im Jahr 2018 einfach und trendig.", sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Oberösterreicher wechselten Strom- und Gaslieferanten am häufigsten

Am häufigsten wechselten ihren Strom- und Gaslieferanten im vergangenen Jahr im Verhältnis zur Kundenanzahl die Oberösterreicher mit Wechselraten von 6,4 Prozent bei Strom und 9,2 Prozent bei Gas (insgesamt rund 78.000 Wechsler bzw. 6,7 Prozent gesamt). Auf Platz zwei folgten die Kärntner mit 5,4 Prozent Wechselrate bei Strom und 8,6 Prozent bei Gas (mehr als 22.300 Strom- und Gaswechsler bzw. 5,5 Prozent gesamt). Rang drei erreichten die Wiener Strom- und Gaskunden mit rund 113.000 Wechslern und Wechselraten von 5,0 Prozent bei Strom und 5,6 Prozent bei Gas bzw. 5,2 Prozent gesamt. Am seltensten wechselten die Vorarlberger ihre Strom- oder Gasanbieter, dort lagen die Wechselraten bei 1,5 Prozent bei Strom und 2,2 Prozent bei Gas.

Geld durch Anbieterwechsel sparen

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden spart sich mit dem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Anbieter (Stichtag 2. Februar 2018) im ersten Jahr zwischen 210 Euro inklusive Neukundenrabatt in Salzburg und Tirol und 340 Euro in Oberösterreich und Linz. Ohne Neukundenrabatt liegt die Ersparnis immer noch zwischen knapp 93 Euro (Salzburg und Tirol) und rund 220 Euro in Oberösterreich und Linz. Wer mit Gas heizt oder kocht, kann aufgrund des höheren Verbrauchs (im Schnitt 15.000 Kilowattstunden bei einem Durchschnittshaushalt) bei einem Wechsel noch mehr sparen als bei Strom. Ein Gaslieferantenwechsel spart zwischen 404 Euro inklusive Neukundenrabatt in Tirol und etwa 650 Euro in Klagenfurt bzw. ohne Neukundenrabatt knapp 130 Euro in Tirol und 300 Euro ebenfalls in Klagenfurt.

Gewechselt wird nur der Lieferant, Netzbetreiber bleibt

Der Wechsel selbst geht schnell und unkompliziert und kann bei den meisten Lieferanten mittlerweile bequem online erledigt werden. Ihren günstigsten Lieferanten für Strom und Gas finden Konsumenten online mit dem Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator). Mit einem einfachen Klick kann man sich die Ersparnis mit und ohne einmaligen Neukundenrabatt anzeigen lassen. Für den Wechsel genügt das Ausfüllen eines Formulars beim neuen Lieferanten. Den Rest erledigt der neue Lieferant. Gewechselt wird nur der Lieferant, der Netzbetreiber bleibt abhängig vom Wohnort immer derselbe. Der Wechsel ist kostenlos, Strom- und Gaszähler sowie alle Leitungen bleiben unverändert bestehen. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich telefonisch an die Energie-Hotline der E-Control wenden (0810 10 25 54 zum Tarif von 0,044 Euro/Minute).