Marktintegration
Eine stärkere Marktintegration ist eines der wesentlichen strategischen Ziele der E-Control. Zu den damit verbundenen Vorteilen gehört die Erhöhung der Versorgungssicherheit durch Marktintegration, der verbesserte Zugang zu den Beschaffungsmärkten und eine stärkere Angleichung der Endverbraucherpreise, die für die Standortneutralität der Unternehmen wesentlich ist.
Europaweite Zusammenarbeit: CEER und ERGEG
Zu den gesetzlichen Aufgaben der E-Control zählt auch die Mitwirkung an der Zusammenarbeit zum Zweck der Weiterentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes. Die E-Control unterstützt die EU-Kommission bei ihren Bemühungen um eine verstärkte Marktintegration bei der Setzung der Rahmenbedingungen. Die E-Control kommt dieser Aufgabe vor allem durch die aktive Mitarbeit im Council of European Energy Regulators (CEER) und der European Regulators’ Group for Electricity and Gas (ERGEG), die die EU-Kommission berät, nach. Aufgabe von CEER ist es vor allem, die Arbeit für das von der Europäischen Kommission eingerichtete Beratungsgremium ERGEG vorzubereiten.
Darüber hinaus arbeitet die E-Control auch auf regionaler Ebene mit anderen Regulatoren im Rahmen der Regionalen Initiativen Strom und Gas zusammen. Die Ergebnisse der CEER und ERGEG Arbeiten sind meist Positionspapiere oder sog. „Guidelines of Good Practice“ (GGP). Diese sind in der Regel nicht unmittelbar juristisch verbindlich. Trotzdem kann die Einhaltung einem Monitoring unterzogen werden und Elemente daraus können relativ einfach in zukünftige, verbindliche Regelwerke übergeführt werden.
Die aktive Mitarbeit der E-Control in diesen Gremien, Arbeitsgruppen und Task Forces stellt sicher, dass auch die österreichischen Marktbedingungen, die sich von anderen Märkten unterscheiden, in die Entscheidungen auf europäischer Ebene einfließen.
Im Herzen Europas: ERGEG Electricity Regional Initiative (ERI)
Österreich ist in den Regionen Central Eastern Europe (CEE), in der die österreichische Regulierungsbehörde auch die Koordination übernimmt, und Central Southern Europe (CSE) vertreten. CEE umfasst die Staaten Polen, Deutschland, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Österreich. Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Griechenland bilden die CSE.
Aus der Marktorganisation und Netzsituation heraus hat Österreich eine Reihe von natürlichen Anknüpfungspunkten zur Region Central Western Europe (CWE). Dort wurde von den Ministerien der beteiligten Länder (Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande) der Prozess des sogenannten Pentalateralen Energieforums initiiert, der gemeinsame Aktivitäten zur Regionalmarktintegration in den Bereichen Engpassmanagement und Versorgungssicherheitsprognose vorantreibt. Seit 2007 ist Österreich durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, die österreichischen Regelzonenführer, die österreichische Strombörse und die E-Control auch als Beobachter in der Pentalateralen Initiative vertreten.
Die Arbeitsschwerpunkte in den Regionen, welchen Österreich angehört, sind mit Engpassmanagement, Markttransparenz und Etablierung bzw. Zusammenarbeit von Großhandelsmarktplätzen weitgehend ähnlich. In der Region CEE sind darüber hinaus auch die Beseitigung von Markteintrittsbarrieren und die Harmonisierung von Regulatorenkompetenzen als Arbeitsschwerpunkte vereinbart worden.
Die Regionale Initiative Gas SSO
Die E-Control führt zusammen mit dem italienischen Regulator AEEG den Vorsitz in der Region Süd-Süd-Ost (SSO). In der GRI REM SSO sind folgende EU-Mitgliedstaaten zusammengefasst: Bulgarien, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechien und Ungarn.