Systemdienlicher Betrieb

Systemdienlicher Betrieb

Kriterien für Systemdienlichkeit – Speicher spielen wichtige Rolle

Entscheidend bei Speichern ist nicht nur die Speichertechnologie, sondern vor allem der Standort des Speichers.
Ein zentraler Punkt der SNE-G-V ist daher die gezielte Unterstützung systemdienlicher Speicher. Systemdienliche Speicher sollen keinen zusätzlichen Netzausbau verursachen und bestehende Netzkapazitäten möglichst gut nutzen. Darüber hinaus müssen sie auch ihre konkrete Betriebsweise auf die Anforderungen eines erneuerbaren Energiesystems abstellen.

Zahlreiche Möglichkeiten für Speicherbetreiber, um vom neuen System zu profitieren

Für Speicher, die systemdienlich betrieben werden oder zumindest für einen systemdienlichen Betrieb geeignet sind, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um ihre Netzentgelte zu reduzieren. Die Vergünstigungen können sich dabei im Netzanschlussentgelt und im Netzverlustentgelt niederschlagen. Für systemdienliche Speicher, die die entsprechenden Anforderungen erfüllen, ist zudem auch eine langfristige Befreiung bzw. Reduktion von Netznutzungs- und Netzverlustentgelt möglich. 

Unsere Intention war klar: Die Errichtung systemdienlicher Speicher soll erleichtert werden. Insbesondere innovative, netzentlastende Flexibilitätskonzepte wie erneuerbare Hybridanlagen, Elektrolyseure mit bilanzieller Wiedereinspeisung, Vehicle-to-Grid-Lösungen sowie aggregierte Schwarmspeicher sollen wirtschaftlich profitieren.

Speicher haben die Qual der Wahl: zehn maßgeschneiderte Lösungen

Mit der neuen Verordnung stehen jetzt zehn maßgeschneiderte Varianten bereit, die den systemdienlichen Betrieb von Anlagen durch Reduktionen oder Erlass der Netzentgelte unterstützen, unter denen sich Betreiber das Passendste auswählen können.

Unter anderem ist das Netznutzungsentgelt für flexible Entnahme für Speicherbetreiber, aber auch für größere Verbraucher:innen und flexible Industrieanwendungen ein geeignetes Instrument, um ihre Netzentgelte zu reduzieren. 

Gerade Speicherbetreiber können wirtschaftliche Vorteile erzielen, wenn sie bereit sind, in wenigen, vorab definierten Zeitfenstern eine gewisse Einschränkung ihres Betriebs zu akzeptieren. Damit entsteht ein zusätzlicher Anreiz, Flexibilität dort bereitzustellen, wo sie dem Stromsystem den größten Nutzen bringt. Gleichzeitig können Netzengpässe reduziert und bestehende Netzkapazitäten effizienter genutzt werden, wodurch kostspieliger Netzausbau vermieden oder zeitlich verschoben werden kann. Damit werden gezielt Investitionen in Speicherlösungen unterstützt, die einen konkreten Nutzen für das Stromsystem bringen.

Grundsätzlich darf das Stromnetz nicht als Fördersystem betrachtet werden. Vergünstigungen und Reduktionen auf Netzentgelte muss ein klarer Nutzen für das Stromsystem gegenüberstehen. Denn eins ist klar, jeder nicht bezahlte Euro muss von allen 4 Millionen Haushalten und den Unternehmen in Österreich gezahlt werden.