Aktuelle Fragen und Antworten zur Gas- & Stromversorgung

Lagebericht

Ein aktueller Lagebericht wird auf der Seite des Markt- und Verteilergebietsmanagers AGGM veröffentlicht und täglich aktualisiert. 

Nachfolgend finden Sie Antworten auf aktuell häufige Fragen. Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert, sollte sich an der Situation etwas ändern.

Der Blick auf die aktuellen Gasflüsse, in die Gasspeicher und auf die Verbräuche der letzten Jahre sagt uns: die Gasversorgung für Österreich ist gesichert. 

In Österreichs Gasspeichern lagern über 55 TWh. Damit sind die Gasspeicher in Österreich zu über 55 % gefüllt. 
(Stand 5. Juli 2026) 

Österreich war über die letzten Jahre für elektrische Energie ein Netto-Importland. Die nationale Erzeugungssituation ist saisonal unterschiedlich. Im Sommerhalbjahr steht mehr Erzeugung zur Verfügung. Im Winter wird tendenziell stärker importiert. Stromerzeugung aus Gaskraftwerken ist gerade im Winterhalbjahr unbedingt erforderlich. Die notwendigen Gasmengen dafür werden auch bereitgehalten.

Im Kontext der derzeitigen Situation sind zyklische zukunftsgerichtete Prüfungen der Erzeugungs- und Lastsituation für unterschiedliche Zeithorizonte (Jahr, Saison, Woche, Folgetag) von besonderer Bedeutung, diese werden regelmäßig durch den Regelzonenführer in enger Abstimmung mit benachbarten Übertragungsnetzbetreibern und auf Basis genehmigter Methoden durchgeführt.

Die Erzeugung elektrischer Energie aus Gas ist in Österreich im Winter erforderlich. Der Bedarf dafür besteht aus mehreren Gründen – einerseits zur Deckung der Stromnachfrage, andererseits zur Stabilisierung des Netzbetriebs und letztlich auch zur Deckung des Wärmebedarf aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (z.B. für Fernwärme). Eine potenzielle Gasmangellage hätte damit besonders im Winter Einfluss auf die Versorgungssicherheit im Strombereich.

Ausfälle der Stromversorgung sind in Österreich typischer Weise lokal begrenzt und auch im internationalen Vergleich sehr selten. Im Jahr 2024 haben die geplanten und ungeplanten Versorgungsunterbrechungen rund 23 Minuten pro Kunde und Jahr betragen. Damit liegt die Versorgungszuverlässigkeit in Österreich aktuell bei 99,99 Prozent (siehe Ausfall- und Störungsstatistik Strom für Österreich 2025).

(Stand August 2025)

Die sichere und zuverlässige Systembetrieb ist die zentrale Aufgabe der Netzbetreiber, um die Stromversorgung der Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten. Dafür sorgen durchdachte, bewährte nationale und grenzüberschreitende Betriebsführungs- und Schutzkonzepte sowie abgestimmte Prozesse zwischen allen handelnden Akteuren. Die gute Aus- und Weiterbildung des Personals ist essenziell. Dazu kommen periodische Trainings am Netzsimulator und regelmäßige Krisenübungen gemeinsam mit den relevanten Akteuren des Energiesystems auf nationaler und europäischer Ebene.

Ein ungeplantes Ereignis im Stromnetz abseits des Normalbetriebs, das überregionale Auswirkung hat, nennt man Großstörung. Das heißt noch nicht unmittelbar, dass eine solche Großstörung auch großflächige Stromausfälle zur Folge hat. Beispielsweise hat ein Vorfall der am 8.1.2021 zu einer Systemtrennung des europäischen Verbundnetzes geführt, ohne Stromausfälle zu verursachen.

Großstörungen können beispielsweise durch technisches Gebrechen, menschliches Versagen oder durch bewusste Manipulation eintreten. Die Betriebsführungs- und Schutzsysteme sind so ausgelegt, dass auch außergewöhnliche kritische Situationen beherrschbar sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Großstörung eintritt, wird als sehr gering eingeschätzt. In Übungen konnte zudem gezeigt werden, dass ein großflächiger Stromausfall in wenigen Stunden wieder behoben werden kann.

Grundsätzlich haben Energieversorger die Möglichkeit, sich ihre, auf Verträgen mit Endkunden basierenden, prognostizierten Absatzmengen bilateral (Over-the-Counter OTC) bei Stromerzeugern oder auf Großhandelsmärkten (Börsen) zu sichern. Üblicherweise werden die prognostizierten Mengen abhängig von der Unternehmensstrategie zu einem gewissen Anteil frühzeitig vor Lieferdatum mit entsprechend langfristigen Produkten gesichert und nur geringe Mengen auf den kurzfristigen Märkten (Day-ahead, intraday) zugekauft, um in Summe das Preisrisiko zu minimieren.

Grundsätzlich gehört das Gas immer dem, der es gekauft und eingespeichert hat. Dies sind Versorger von österreichischen Endverbrauchern ebenso wie nationale und internationale Gashändler, die zum Teil selbst wiederum an Versorger verkaufen oder direkt an große Industriekunden oder aber auch am österreichischen Marktplatz, also der „Gasbörse“. Eigentümer der neuen, strategischen Reserve hingegen ist der Staat Österreich.  

Der größte Teil des eingespeicherten Gases ist nicht bestimmten nationalen Märkten zugeordnet. Die Händler und Unternehmen, denen das eingelagerte Gas gehört, verkaufen es zum Teil nach bereits abgeschlossenen Lieferverträgen, zum Teil aber auch je nach Preis und Nachfrage. Auch sie können den genauen Bedarf ihrer Kunden im Voraus nur abschätzen. Daher kann im Voraus keine genaue Zahl angegeben werden, wieviel Gas wohin fließen wird.

Für die kürzlich eingeführte strategische Reserve, welche die Republik Österreich kauft und einspeichert, gilt dies natürlich nicht. Diese, von der Austrian Gas Grid Management (AGGM) per Ausschreibung zu beschaffenden 20 TWh stehen für den Notfall nur für österreichische Verbraucher zur Verfügung. Diese Menge entspricht dabei rund dem durchschnittlichen Gasverbrauch Österreichs von zwei Wintermonaten.

Theoretisch wäre das im äußersten Notfall im Rahmen der Energielenkung denkbar. Praktisch kann eine Gasversorgungskrise aber nur im europäischen Zusammenspiel gemeistert werden. Denn Österreich hat weder nennenswerte eigene Gasvorkommen, noch Häfen, an denen Flüssiggas angeliefert werden könnte, noch direkte Grenzen zu Nachbarländern, die im größeren Stil Erdgas fördern. Um also überhaupt zu Erdgas zu kommen, ist Österreich auf die Durchleitung des Gases durch andere europäische Länder angewiesen. Ein möglichst freier Zugang aller Marktteilnehmer zu den europäischen Märkten und den Kapazitäten der europäischen Gasinfrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass die Versorgung aller Beteiligten – also auch Österreichs – sichergestellt werden kann.

Würde Österreich die Alarmstufe ausrufen, würde es in erster Linie zu Sparaufrufen in der Bevölkerung kommen. Energie einzusparen – in welcher Form auch immer – ist aber unabhängig davon das Gebot der Stunde. Und dabei können auch bei Gas bereits jetzt im Sommer Maßnahmen getroffen werden, um in der kalten Jahreszeit weniger Gas zu verbrauchen. Hier geht es zum Beispiel darum, Fenster abzudichten, die Gastherme bereits jetzt warten zu lassen, beim Duschen (wenn mit Gas geheizt wird) weniger Wasser zu verbrauchen usw. Aber auch der Verzicht auf die Klimaanlage im Sommer hilft dabei, Energie einzusparen.

In diesem Fall träte die sogenannte „Energielenkung“ auf Basis des Energielenkungsgesetzes 2012 in Kraft. Es würden dann, beginnend mit großen Verbrauchern wie z.B. Industriebetrieben, für bestimmte Verbrauchergruppen Einschränkungen für den Gasverbrauch durchgesetzt werden. Hierbei gibt es vorbereitete Abstufungen. Haushaltskunden sind dabei sogenannten „geschützte Verbraucher“ die damit als allerletzte von Verbrauchseinschränkungen betroffen wären.