EAG-Monitoringbericht: Photovoltaik legt weiter kräftig zu
Österreich hat sich bekanntlich das Ziel gesetzt, bis 2030 den Stromverbrauch bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wurden neben dem Erneuerbaren-Ausbaugesetz (EAG) weitere wichtige Grundlagen geschaffen, um den Ausbau künftig schneller und effizienter vorantreiben zu können.
EAG-Monitoringbericht liefert wichtige Antworten
Der EAG-Monitoringbericht, der eine Vorgabe des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) ist, gibt einen Überblick über die Entwicklung des erneuerbaren Stromsektors, bietet Darstellungen und Analysen zur Energieverbrauchsentwicklung sowie Angaben zu den Aufwendungen für Förderungen, er zeigt den bisher erreichten Fortschritt und macht deutlich, wo noch Herausforderungen warten. Im EAG sind Erneuerbarenziele vorgegeben, deren Erreichung wir laufend überwachen. Ein wesentlicher Bestandteil des Berichtes liegt auch in der Evaluierung, inwieweit das 100%-Ziel aus dem EAG erreicht wird.
Wenig Wasser führt zu einem schlechteren Ergebnis
Wie stark die Stromerzeugung von der Witterung beeinflusst wird, hat 2025 einmal mehr deutlich gemacht. Aufgrund des deutlichen Rückgangs bei der Wasserkrafterzeugung konnten im vergangenen Jahr 78% des Inlandstromverbrauchs durch erneuerbaren Strom gedeckt werden. 2024 hat es im Vergleich dazu einen statistischen Höchstwert an Erneuerbaren gegeben, nämlich von 94% bei der Stromerzeugung. Gleichzeitig ist 2025 auch der Inlandstromverbrauch gestiegen. Die Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren sank inklusive Erzeugung aus Pumpspeichern im Jahr 2025 auf 60.200 GWh.
Installierte Leistung weiter deutlich gestiegen
Der EAG-Monitoringbericht zeigt aber auch sehr positive Entwicklungen auf. So konnte die installierte Leitung von Erneuerbaren bis Ende 2025 weiter gesteigert werden. In Summe ist es bei den in der nachfolgenden Abbildung dargestellten Technologien - verglichen mit 2020 - zu einem netto Zubau von 10.212 MW gekommen, wobei hier 940 MW für Pumpspeicherkraftwerke nicht inkludiert wurden.
Abb.: Entwicklung der Bruttoengpassleistung ohne Pumpspeicherkraftwerke; Quelle: E-Control, Juni 2026 vergrößern
Das Ökostromgesetz 2012 hat immer noch Bedeutung
Mitte 2021 wurde bekanntlich das EAG erlassen. Trotzdem gibt es auch im Jahr 2025 weiterhin Anlagen, die mittels staatlich garantierten und fixen Einspeisetarifen gefördert werden. Diese Einspeisetarife gehen noch auf das Ökostromgesetz (ÖSG) 2012 zurück. Wird die von der OeMAG 2012 gemäß ÖSG abgenommene Menge im Jahr 2025 betrachtet, so zeigt sich ein Anstieg von 4.617 GWh im Jahr 2024 auf 4.844 GWh im Jahr 2025. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete dabei die Windkraft. Nach knapp 3.127 GWh 2024 waren es 2025 3.461 GWh.
Die Entwicklung der von der OeMAG in der Ökobilanzgruppe abgenommenen und vergüteten Mengen von 2024 auf 2025 zeigen bei Wind, Photovoltaik und Biogas ein deutliches Plus, während die Kleinwasserkraft und die Biomasse fest zurückgegangen sind.
Windkraft +11%
Photovoltaik +17%
Kleinwasserkraft -35%
Biomasse fest -5%
Biogas +93%
Bei der installierten Leistung ergibt sich ein ähnliches Bild. Die installierte, von der OeMAG in der Ökobilanzgruppe abgenommene, Leistung stieg in Summe von 2.656 MW auf 2.777 MW. Dabei gab es den größten Zuwachs bei der Windkraft mit 165 MW (von 1.370 MW 2024 auf 1.535 MW 2025).
Photovoltaik zieht allen anderen davon
Neben dem ÖSG 2012 konnten im Jahr 2025 4.120 GWh mittels Marktprämie gefördert werden. Dem Zugrunde liegen 2.763 MW an geförderter Leistung. Das ist in erster Linie der Photovoltaik zu verdanken, die 1.405 MW ausmacht, gefolgt von der Windkraft mit 1.107 MW.
Installierte Leistung in der Marktpreisbilanzgruppe gestiegen
In der Marktpreisbilanzgruppe wurden nach 1.664 GWh 2024 1.532 GWh 2025 abgenommen. Obwohl die Menge rückläufig war, stieg die Leistung auch innerhalb der Marktpreisbilanzgruppe von 2.497 MW auf 3.028 MW 2025.
Das 100-Prozent-Ziel bleibt erreichbar, aber Anstrengung ist notwendig
Das EAG sieht einen zusätzlichen Ausbau bis 2030 von 27 TW erneuerbarer Stromerzeugung vor. Umgerechnet auf die einzelnen Technologien bedeutet das einen jährlichen Zubau von 1.100 GWh bei der Photovoltaik, 1.000 GWh Wind, 500 GWh Wasserkraft sowie 100 GWh Biomasse.
Photovoltaik hat auch im Jahr 2025 einen Boom erlebt, während bei Wind, Wasser und Biomasse ein Aufholbedarf besteht. Wie erwähnt war 2025 ein sehr schlechtes Wasserjahr. Das zeigt, dass klimatische Bedingungen die jährliche Zielerreichung erheblich beeinflussen können. Daher ist für eine langfristige Betrachtung vor allem auch der tatsächliche Ausbau der Erzeugungskapazitäten entscheidend.
Erneuerbares Gas hinkt deutlich nach
Speziell was die erfasste Einspeisung in das öffentliche Netz betrifft, verharrt das Erneuerbare Gauf nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau. Einerseits sind sicher fehlende Rahmenbedingungen dafür ausschlaggebend, andererseits stellt sich aktuell auch noch immer die strukturelle Frage, inwieweit Erneuerbare Gase im öffentlichen Gasnetz langfristig wirtschaftlich darstellbar sind. Bei den Erneuerbaren Gasen ist weiterhin die Strom- und Wärmeproduktion dominierend, bzw. Projekte, bei denen das produzierte Gas noch an Ort und Stelle für Verkehr oder industrielle Prozesse direkt genutzt wird. Das EAG sieht bis 2030 eine Steigerung des erneuerbaren Gases auf 5 TWh vor. 2025 wurden aber lediglich 0,16 TWh in das öffentliche Gasnetz eingespeist.
Energiegemeinschaften boomen
Ein positives Signal setzen auch 2025 die Energiegemeinschaften. So stieg die Zahl der Erneuerbaren-Energiegemeinschaften (EEGs) von Ende Juni 2025 von 3.896 auf 5.999 Ende Juni 2026. Den größten Zuwachs über diesen Zeitraum gab es im Netzbereich28 Niederösterreich mit 1.270 neuen EEGs gefolgt von Oberösterreich mit 1.071 neuen EEGs.
Der aktuelle Bericht mit allen Details steht auf unserer Website zur Verfügung: EAG-Monitoringbericht