10 Services der E-Control
Breit aufgestellt, praktisch umgesetzt
In der Kommunikation mit der Öffentlichkeit setzt die E-Control auf eine Kombination aus bewährten Mitteln und neuen Kanälen. So haben sich die Beratungs- und Schlichtungsstelle, der Tarifkalkulator usw. bereits seit langem etabliert. Mit der Erschließung eines neuen Videoformats sollen neue Zielgruppen in die Medienarbeit der E-Control einbezogen werden. Zugleich entwickelt die E-Control ihre Online-Tools ständig weiter und konnte 2025 eine erhebliche Erweiterung ihrer Services im Bereich der E-Mobilität umsetzen.
10.1 Beratungs- und Schlichtungsstelle
Die Beratungs- und Schlichtungsstelle der E-Control steht den Konsument:innen für ihre Fragen zu den Themen rund um Strom und Gas zur Verfügung und ist auch bei Uneinigkeiten mit Unternehmen um Schlichtung bemüht. Insgesamt gingen 2025 rund 1.033 Schlichtungsanträge ein. Zusätzlich wurden 15.003 Beratungen durchgeführt, davon 10.739 telefonisch und 4.264 schriftlich.
10.2 Tarifkalkulator und Online-Checks
Mit nur wenigen Klicks erstellt der Tarifkalkulator einen vollständigen Vergleich aller Strom- und Gasangebote. Der Tarifkalkulator wurde 2025 mehr als 700.000-mal aufgerufen. Bei diesen Aufrufen wurden insgesamt rund 1,3 Millionen Produktvergleiche durchgeführt.
Eine Neuerung im Tarifkalkulator ist, dass seit November die Möglichkeit geschaffen wurde, eine separate Abfrage für Einspeiseprodukte durchzuführen. Hintergrund hierfür ist, dass es zukünftig auch die Verpflichtung für Lieferanten geben wird, Einspeiseprodukte an die E-Control zu übermitteln. Die getrennte Abfrage ermöglicht nun die Abbildung aller Einspeiseprodukte. Durch die separate Abfrage ist sichergestellt, dass auch Produkte abgebildet werden können, die nicht den Bezug eines bestimmten Strombezugsproduktes voraussetzen. Einspeiseprodukte, die unabhängig vom Stromlieferanten des Strombezugsproduktes bezogen werden können, lassen sich mit dem neuen Filter „Mit Bezugsprodukten anderer Marken kombinierbar“ finden.
Weiters kann beobachtet werden, dass es zunehmend Produkte gibt, die mehrere Produktkategorien kombinieren. So gibt es immer mehr Produkte, die im ersten Jahr einen festen Preis haben (Produkte mit Preisgarantie) und nach Ablauf von zwölf Monaten zu einem Produkt mit automatischer Preisanpassung (meist Monatsfloater) werden. Diese Produkte scheinen teilweise Produkte mit Preisgleitklausel abzulösen, bei denen typischerweise nach Ablauf eines Jahres der Preis für das Folgejahr nach einer festgelegten Formel angepasst wurde.
10.2.1 Online-Aktivitäten
Die E-Control war 2025 weiterhin mit Kanälen auf Facebook (33.000 Follower), LinkedIn (5.500 Follower), dem eigenen Messageboard „Frag E-Control“ (über 500 Fragen & Antworten) und auf YouTube präsent. Auf letzterem Kanal wurden rund 4,3 Mio.-mal Videos der E-Control angesehen. Erstmals wurde auch Content auf Instagram und Snapchat ausgespielt. Das dafür konzipierte Greenscreen-Videoformat ist auf eine jüngere Zielgruppe ausgelegt. Bisher wurden diese Videos insgesamt über 600.000-mal angesehen.
Der Account der E-Control auf X (vormals Twitter) wurde mit Jahresende 2024 stillgelegt. Die E-Control ist stattdessen nunmehr auf dem Kurznachrichtendienst Bluesky präsent.
10.3 Medienarbeit und Publikationen
Das Jahr 2025 war gepr.gt vom langen Warten auf das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Viel wurde inhaltlich dazu im Laufe des ganzen Jahres diskutiert und etliche Medienanfragen dazu an die E-Control gerichtet, die sich des Themas auch bei Zielgruppenaktivitäten angenommen hat. Darüber hinaus standen Fragen zum Wettbewerb (nicht zuletzt aufgrund der gemeinsamen Arbeit mit der Bundeswettbewerbsbehörde), zu Einsparpotenzialen beim Lieferantenwechsel, aber auch zur Situation bei der Gasversorgung auf der täglichen Agenda.
In rund 400 Anfragen von Journalist:innen gab die E-Control daher zu den unterschiedlichsten Strom- und Gasthemen Auskunft, sei es schriftlich, mündlich oder elektronisch. Die relevanten Inhalte der verschiedenen Themen wurden in Pressemitteilungen, Pressegesprächen, Hintergrund- und Einzelgesprächen mit Journalist:innen sowie anderen zielgerichteten Medienaktivitäten transportiert. Zudem stehen Konsument:innen verschiedenste weitere Informationsangebote zur Verfügung, etwa Publikationen, E-Mail-Newsletter, Websites, Social-Media-Kanäle und die Website https://frag.e-control.at.
Die E-Control veranstaltete 2025 neuerlich Fachtagungen, Webinare sowie einen Online-Talk für Branchenvertreter:innen und Entscheidungsträger:innen zu österreichischen und internationalen Themen des Energiebereichs. Bei zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen, Tagungen und Konferenzen waren 2025 zudem die Expert:innen der E-Control vertreten, wo sie in Vorträgen zu energierelevanten Themen referierten.
Auch im Jahr 2025 war die E-Control auf Messen mit einem Energieschwerpunkt vertreten. Bei insgesamt 8 Publikumsmessen konnten über 1.100 Gespräche mit interessierten Konsument:innen geführt werden. Die häufigsten Themen dabei waren Fragen zum Anbieterwechsel, Angebotsvergleiche mit dem Tarifkalkulator, Strom- und Gaspreise, Photovoltaik und Einspeisetarife, Fragen zu Energiegemeinschaften und die Aufgaben der E-Control allgemein. Auch für 2026 ist eine Präsenz der E-Control auf verschiedenen Messen geplant.
10.4 Informations- und Beratungsarbeit
Die E-Control setzte 2025 verstärkt auf direkte Informations- und Unterstützungsangebote, um Konsument:innen bei Fragen zur Strom- und Gasversorgung bestmöglich zu begleiten. Vorträge und persönliche Beratungen bei Veranstaltungen umfassten z.B. die Teilnahme am „vida – Markt der Möglichkeiten“ in Graz oder am Wohncafé der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in Wien. Inhaltlich standen dabei insbesondere die Vermittlung von leicht verständlichem Wissen sowie die individuelle Klärung von Fragen zu Kosten und Rechnungen im Mittelpunkt.
Ergänzend arbeitete die E-Control eng mit Multiplikator:innen wie Sozialarbeiter:innen zusammen, um zentrale energiewirtschaftliche Inhalte effizient an verschiedene Bevölkerungsgruppen weiterzugeben. Schulungen, z.B. für die Caritas im Mai 2025, unterstützen diese Personen dabei, ihr Wissen an vulnerable Zielgruppen weiterzutragen und so Hemmschwellen beim Zugang zu relevanten Informationen abzubauen.
Insgesamt verfolgt die E-Control das Ziel, durch persönliche Präsenz, Wissensvermittlung und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen das Verständnis für komplexe Energiethemen zu stärken und Konsument:innen bei ihren Anliegen bestmöglich zu unterstützen.
Online-Erweiterung: Websites der E-Control
Mit etwas mehr als 1,5 Millionen Besuchen war die Website der E-Control 2025 etwas weniger stark frequentiert als im Vorjahr. Dabei zeigt sich mit Blick auf die Begriffe, unter denen Besucher:innen nach den passenden Informationen gesucht haben, weiterhin den starken Trend zum Prosumer. „Einspeisetarif“ führt erneut die Liste an, gefolgt von „Referenzmarktwert“ und „TOR“ (Technische und Organisatorische Regeln). Diese Entwicklung bestätigt auch ein Blick auf die am häufigsten heruntergeladenen Dokumente. Hier liegen die TOR für Stromerzeugungsanlagen vom Typ A an erster und ein Dokument zur Entwicklung des Referenzmarktwerts an dritter Stelle. Dazwischen rangiert jedoch auch ein Dokument zur Abrechnung mit Ist-Brennwerten sehr weit vorne, was mit der Umstellung auf monatliche Brennwerte in den Gasjahresabrechnungen zum vergangenen Jahreswechsel durchaus nachvollziehbar ist.
Der aufgrund der hohen Energiepreise zuletzt stark gefragte Energiespar-Check erlebte 2025 einen Einbruch. Nur noch knapp 1.500 Mal verschafften sich Besucher:innen mit diesem Tool einen Überblick über ihre Sparpotenziale beim Energieverbrauch. Ähnliches gilt für den Gewerbe-Tarifkalkulator, dessen Besuchszahlen um gut 50% auf rund 28.000 zurückgingen.
Ein weiteres Zeichen für den weiter ansteigenden, individuellen Beratungsbedarf der Konsument:innen zeigen die Zahlen des E-Control-eigenen Message-Boards frag.e-control.at. Um knapp zwei Drittel mehr Fragen als im Vorjahr gingen über das Board ein. Im Spätsommer feierte diese Spezialseite den hunderttausendsten Besuch.
Insbesondere ist die E-Control bemüht, auf ihrer Website eine Vielzahl an Informationen für Konsument:innen gut verständlich aufzubereiten, um bei Fragen rund um Strom- und Gasversorgung Orientierung bieten. Dazu zählen Hinweise zu Zahlungsschwierigkeiten, zur Grundversorgung sowie zu Möglichkeiten der Ratenzahlung, die bei finanziellen Herausforderungen relevant sein können. Ebenfalls enthalten sind Informationen zur Befreiung von Erneuerbaren-Förderkosten, die unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden kann. Ergänzend werden Themen wie Energiearmut, Beratungsstellen und praktische Energiespartipps abgedeckt.
Online-Erweiterung: Social Media
2025 dehnte die E-Control ihre Social-Media-Ausspielungen erstmals auch auf Instagram und Snapchat aus. Das eigens dafür konzipierte Greenscreen-Videoformat ist auf eine jüngere Zielgruppe ausgelegt. Dabei werden in ein bis zwei Minuten allgemein relevante Konzepte wie der Stromanbieterwechsel erklärt, es wird auf Angebote der E-Control wie den Tarifkalkulator aufmerksam gemacht und es werden Themen aufgegriffen, die speziell jüngere Menschen interessieren, wie etwa die notwendigen Schritte, um in der ersten eigenen Wohnung Strom oder auch Gas zu bekommen. Bisher wurden die drei Videos insgesamt über 600.000-mal angesehen.
Auch beide Vorstände der E-Control sind weiterhin mit eigenen, persönlichen Profilen auf LinkedIn präsent, die ebenfalls respektable Zuwachs- und Interaktionsraten zeigen.
10.5 Mobilitätsapplikationen
Mit April 2024 trat die EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) und im September desselben Jahres die österreichische Ladepunkt-Daten-Verordnung in Kraft. Erstere mit einer Übergangszeit von einem Jahr, Letztere mit neun Monaten Zeit, um die damit verbundenen, deutlich erweiterten Meldepflichten für Betreiber von öffentlich zugänglichen Ladestellen zu erfüllen. Damit wurden die genannten Verordnungen per April bzw. Juni schlagend. Das Ladestellenverzeichnis war bis zu diesem Zeitpunkt entsprechend erweitert worden, und in einem mehrere Monate laufenden Prozess mit sämtlichen Betreibern und Backendanbietern konnte zu den Stichdaten eine zuverlässige Datenmeldung für über 90% der mittlerweile rund 33.000 Ladepunkte in Österreich sichergestellt werden.
Die wichtigsten Neuerungen für E-Mobilist:innen sind dabei die Anzeige des sogenannten Ad-hoc-Preises für das Zahlen ohne Ladevertrag (betrifft in Österreich rund 15% aller Ladevorgänge) und insbesondere die Anzeige des Status jedes Ladepunktes, also ob dieser gerade frei oder besetzt ist. Vor allem diese Neuerung ist für E-Autofahrende ausgesprochen wichtig. In der Folge stieg die Nutzung des Ladestellenverzeichnisses unter www.ladestellen.at um rund 50% auf gut 44.000 Besuche im gesamten Jahr 2025 (s. auch die Quartalsberichte zum Ladestellenverzeichnis).
Ende des vorvergangenen Jahres war mit dem Lade-Tarifkalkulator bereits die jüngste Applikation der E-Control für E-Mobilist:innen an den Start gegangen. Ziel der Applikation unter www.ladetarif.at ist es, das Auffinden und vor allem das Vergleichen von Ladevertragsangeboten („Ladekarten“) zu erleichtern, um das jeweils für die individuelle Situation am besten geeignete wählen zu können. Im zweiten vollen Jahr der Nutzung wurde der Lade-Tarifkalkulator rund 23.000 Mal und damit um rund 10% häufiger aufgerufen als im Vorjahr.
Im Sommer 2025 wurden nun die beiden E-Mobilitätsapplikationen miteinander verschränkt. Nutzer:innen, die sich mit ihrer E-Mail-Adresse im Lade-Tarifkalkulator registrieren, können jetzt mit demselben Login im Ladestellenverzeichnis auch den Preis sehen, den sie mit ihrem individuell abgeschlossenen Vertrag bezahlen. Alle Neuerungen zu den beiden Applikationen wurden am 15. Juli 2025 in einem Webinar unter dem Titel „Entspannt e-mobil“ erläutert.
In Summe weiterhin das meistgenutzte Online-Tool der E-Control blieb der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums seit 2011 betriebene Spritpreisrechner. Bis Jahresende verzeichnete die Applikation mit gut 1,7 Millionen Besuchen (s. auch die Quartalsberichte zur Preistransparenzdatenbank) eine nur geringfügig geringere Auslastung als im Vorjahr (–5%).