Netzanschluss und Netzzugang

Leitfaden

Beim erstmaligen Anschluss an das Verteilernetz, sowie bei einer notwendigen Änderung der Anschlussanlage - z.B. aufgrund einer Leistungserhöhung - wird vom Netzbetreiber der technisch geeignete Anschlusspunkt festgelegt, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen des Netzbenutzers.

Die Zuordnung zu einer Netzebene erfolgt nach Festlegung der Eigentumsgrenze. Die Eigentumsgrenze ist eindeutig als der Punkt definiert, der die Grenze zwischen Kundenanlage und öffentlichem Netz darstellt. Anlagenteile ab der Eigentumsgrenze liegen im Eigentum und in der Erhaltungspflicht des Kunden, Anlagenteile vor der Eigentumsgrenze in der des Netzbetreibers. Als zusätzliches Kriterium für die Zuordnung zu einer Netzebene wird die Anlagengröße herangezogen. Dies umfasst u.a. die Auslegung der Elektroinstallationen des Anschlussobjektes, die anzuschließenden Maschinen und Geräte, die Gleichzeitigkeit usw.

Für ein detailliertes Angebot über den von Ihnen gewünschten Netzanschluss, sowie die genauen Vertragsbedingungen kontaktieren Sie bitte den zuständigen Netzbetreiber. Dieser stellt Ihnen alle für Sie notwendigen Informationen zur Verfügung und kann Ihnen genau mitteilen, welche Unterlagen er von Ihnen zur Bewertung der Anschlusssituation benötigt. Netzanschluss und Netzzugang sind in den Allgemeinen Bedingungen für die Verteilernetzbetreiber und in den Allgemeinen Bedingungen für die Übertragungsnetzbetreiber geregelt.

Aktionsplan

Bis 2030 soll die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energiequellen um insgesamt 27 TWh erhöht werden. Photovoltaik soll dabei einen wesentlichen Beitrag leisten, indem diese bis 2030 um 11 TWh gesteigert werden soll. Photovoltaik (PV)-Anlagen auf Hausdächern spielen in diesem Zusammenhang eine immer wichtigere Rolle. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, zu Hause eine PV-Anlage zu errichten. Vielfach scheitern willige Hausbesitzer an entsprechenden Netzanschlüssen für ihre Anlage. Auch an unserer Beratungsstelle haben die Fragen zu Netzanschlüssen in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Wir haben deshalb einen eigenen Aktionsplan Netzanschluss erarbeitet, der eine Reihe von Maßnahmen für eine raschere Umsetzung von Netzanschlüssen vorsieht.

Der Weg zur eigenen PV-Anlage

Von unserer Beratungsstelle wissen wir, dass sich die Konsument:innen eine einfache Übersicht wünschen würden, wie sie am effizientesten zu ihrer eigenen PV-Anlage kommen können. Der Aktionsplan widmet sich in großen Teilen den PV-Anlagen und es gibt ein eigenes Kapitel zum Netzzugangsprozess von PV-Anlagen.

Viele Anlagen bereits am Netz

Aus unseren Erhebungen, die bei den Netzbetreibern durchgeführt wurden, geht hervor, dass es Ende 2022 knapp 250.000 Zählpunkte für PV-Anlagen in Österreich gegeben hat. 97% davon waren an der Niederspannungsebene angeschlossen. Bis 2030 soll die erneuerbare Stromerzeugung in Österreich um 27 TWh gesteigert werden und 11 TWh entfallen dabei auf PV. Wir gehen davon aus, dass allein bei der PV pro Jahr rund 100.000 neue Zählpunkte notwendig sind, um die Erneuerbaren-Ziele zu erreichen, was einem jährlichen Zuwachs der installierten PV-Leistungen um 1 GW (1000 MW) entspricht.

Die vier Phasen im Überblick

Im Groben gibt es vier wesentliche Schritte, die es einzuhalten gilt, um zu einer eigenen PV-Anlage zu kommen.

Abb: Die vier Phasen im Überblick; Quelle: E-Control

Abb: Die vier Phasen im Überblick; Quelle: E-Control vergrößern

Viele Herausforderungen – viele Ideen zur Verbesserung

Beim Netzanschluss gibt es zahlreiche Hürden, die es zu verbessern bzw. abzubauen gilt. Dazu zählen untern anderem die lange Bearbeitungsdauer der Netzbetreiber, die Reaktionszeit auf Anträge zum Netzzugang, die Begrenzung der Einspeiseleistung, fehlende Transparenz bei Netzkapazitäten usw.

Wir haben viele Ideen, wie hier Verbesserungen vorgenommen werden können und dazu zahlreiche konkrete Aktionen ausgearbeitet, die sowohl kurzfristige als auch mittelfristige Maßnahmen beinhalten. Diese gilt es nun, unter Anstrengung aller Beteiligter, rasch umzusetzen.

Aktionen für einen effizienteren Netzanschluss:

  • Anträge auf Netzzugang via Online-Portal
  • Standardisierung von Prozessen zur Netzanschlussbeurteilung
  • Vereinfachung von Konformitätsnachweisen
  • Übermittlung der Zählpunktbezeichnungen
  • Monitoring des Fortschritts der Digitalisierungsmaßnahmen
  • Nutzung von Alternativen bei fehlender Netzkapazität
  • Veröffentlichung von Netzentwicklungsplänen für Verteilernetze
  • Mehr Transparenz der Netzkapazitäten auf der Netzebene 4 (Mittelspannung)
  • Harmonisierung der Anforderungen für Notstromsysteme
  • Klarstellung von Stromerzeugungsanlagen unterschiedlicher Eigentümer

 

Berichte Erhebung Netzanschluss

Im Zuge des „Aktionsplan Netzanschluss“ setzt die E-Control auf verstärktes Monitoring beim Netzanschluss Erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen. Mittels quartalsweiser Erhebungen bei 16 großen Verteilernetzbetreibern (VNB) wird der aktuelle Status und der Fortschritt des Ausbaus und der Integration der Erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen erfasst. Diese 16 VNB decken über 85 % der Zählpunkte ab. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden im vorliegenden Bericht veröffentlicht und aktualisiert. Zusätzlich finden diese Erhebungen bei weiteren 44 Verteilernetzbetreibern jährlich statt. Die jährlichen Erhebungen bei 60 VNB repräsentieren 98 % der Zählpunkte und stellen somit zwar kein vollständiges Bild, aber einen sehr repräsentativen Stand dar.

 

Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss (2,2 MB)

  • Berichtszeitraum 1. Quartal 2024
 

Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss (1,9 MB)

  • Berichtszeitraum 4. Quartal 2023
 

Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss (1,0 MB)

  • Berichtszeitraum 3. Quartal 2023