Potenzial für weitere Strompreissenkungen, Kosten für Ökostromförderung steigen

Potenzial für weitere Strompreissenkungen, Kosten für Ökostromförderung steigen

Andere Stromversorger sollten Beispiel von Verbund und oststeirischen Stromanbietern folgen und ihre Preise senken – Ökostromkosten für Haushalte werden durch Ausbau der Erneuerbaren weiter steigen


Nach dem Verbund haben heute laut einem Medienbericht auch oststeirische Stromanbieter, die rund 200.000 Kunden versorgen, angekündigt, ihre Strompreise für Haushalte zu senken und die Kostenvorteile durch den niedrigeren Börsenstrompreis – dieser ist seit 2008 bis Mitte dieses Jahres um 44 Prozent gesunken – weiterzugeben. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Martin Graf, Vorstand der Energieregulierungsbehörde E-Control, der sich wünscht, dass weitere Energieversorger diesem Beispiel folgen. Eine Entlastung der Haushalte sei auch angesichts der hohen Belastung durch die Kosten für die Ökostromförderung dringend nötig.

Energieversorger sind gefordert Kostenvorteile weiterzugeben

In Deutschland werden nach einer Prognose der Denkfabrik „Agora Energiewende“ für Haushalte die Kosten für die Ökostromförderung im kommenden Jahr weiter steigen. Auch in Österreich werden sich durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren die Ökostromkosten für die Haushalte im nächsten Jahr erhöhen. „Es ist nötig, die Belastung der heimischen Haushalte im Auge zu behalten“, mahnt daher Vorstand Martin Graf. „Damit die Kosten für die Haushalte nicht aus dem Ruder laufen, sind die Energieversorger gefordert, ihre Kostenvorteile an die Konsumenten weiterzugeben“, sagt Graf. „Bislang zahlen die Energiekunden brav für den Ausbau der Erneuerbaren, von den positiven Effekten der Energiewende sehen sie aber nur wenig.“

Ökostromkosten stark gestiegen

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt zahlt pro Jahr mittlerweile 65 Euro (inkl. Steuern) für die Förderung von Ökostrom (die Höhe der Ökostromkosten wird per Verordnung festgelegt). Damit ist die Belastung hierzulande zwar weit geringer als in Deutschland (dort zahlt ein Haushalt im Schnitt derzeit 220 Euro inkl. Steuern pro Jahr), doch sind auch in Österreich in den vergangenen Jahren die Ökostromkosten stark gestiegen. „Mit heuer 65 Euro pro Jahr bezahlen die heimischen Haushalte um zwei Drittel mehr als im Vorjahr“, sagt E-Control-Vorstand Martin Graf. Im kommenden Jahr wird nach Berechnungen der E-Control ein Haushalt mit 83 Euro nochmals um etwa ein Viertel mehr bezahlen als heuer.

Vorteile der Energiewende gerechter verteilen

Der Ökostromausbau sei politisch gewollt und werde laut Umfragen auch von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Doch diese Unterstützung könne sinken, wenn die Kosten für die Haushalte zu stark steigen, warnt Graf. „Daher ist es nötig, die Vorteile der Energiewende gerechter zu verteilen. Dem Beispiel der ersten Energieversorger sollten die anderen folgen und die gefallenen Börsenpreise für Strom an die Verbraucher weitergeben.“

Stromanbieterwechsel spart bis zu 150 Euro pro Jahr

Haushalte haben es aber auch selbst in der Hand, ihre Stromkosten zu senken. Mit einem Wechsel zum günstigsten Stromanbieter spart ein Durchschnittshaushalt laut dem aktuellen Preismonitor der E-Control bis zu 147 Euro pro Jahr. Ihren günstigsten Stromanbieter finden Konsumenten in wenigen Minuten mit dem Internet-Tarifkalkulator der E-Control ( www.e-control.at/tk ) oder über die Energie-Hotline der E-Control (0810 10 25 54; 4,40 Cent pro Minute).