Kosten für Regelenergie zuletzt gesunken

Kosten für Regelenergie zuletzt gesunken

Eingeleitete Maßnahmen zeigen positive Wirkung – „Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen“

Angesichts der heute geäußerten Kritik der IG Windkraft verweist die E-Control darauf, dass die Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie in den vergangenen Wochen deutlich gesunken sind. „Es wurden viele Maßnahmen eingeleitet, die auch bereits eine positive Wirkung zeigen“, betont Martin Graf, Vorstand der Strom- und Gasregulierungsbehörde E-Control. So spart alleine die seit Ende April wirksame Kooperation mit Deutschland bei der Aktivierung von Sekundärregelreserve pro Woche je nach Umfang bis zu knapp einer Million Euro. Die gemeinsame Beschaffung der Primärregelreserve mit der Schweiz und ein gegenseitiges Anrechnen beim Abruf von Sekundärregelenergie mit Slowenien haben seit deren Start Mitte 2013 einen zweistelligen Millionenbetrag eingespart. „Die E-Control arbeitet mit Nachdruck daran, die Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie zu senken“, sagt Graf, der alle Beteiligten aufruft, an einem Strang zu ziehen und konstruktiv mitzuarbeiten.

Wirtschaftliche Probleme auch aus anderen Gründen

Dass aus dem Ökostromregime gefallene Windkraftanlagen, die nach 13 Jahren keine staatlich garantierten Einspeisetarife mehr erhalten, stillgelegt werden müssten wie von der IG Windkraft beklagt sei nicht alleine auf die Kosten für Ausgleichsenergie zurückzuführen. „Die wirtschaftlichen Probleme der Windanlagenbetreiber sind zu einem wesentlichen Teil durch die niedrigen Marktpreise für Strom bedingt“, sieht Graf keine alleinige Schuld bei den Ausgleichsenergiekosten, „es gibt andere Probleme, die hausgemacht sind. Würden sich die Windkraftbetreiber aktiver am Markt beteiligen und nicht den gesetzlich festgelegten Abnahmetarif der OeMAG nehmen, wären die Probleme weit geringer“, erläutert Graf. „Es gibt erfolgreiche Beispiele von Windkraftanlagen, die ebenfalls keine Ökostromförderungen mehr erhalten und trotzdem wirtschaftlich auf gesunden Beinen stehen“, sagt Graf und ergänzt: „Die Situation ist nicht zu dramatisieren. Die betroffenen Windkraftanlagen haben 13 Jahre lang risikolos Ökostromförderungen erhalten, die Anlagen sollten sich amortisiert haben. Jetzt ist es eben an der Zeit, sich dem Markt und dem wirtschaftlichen Risiko zu stellen.“

Höhere Kosten wegen Windstrom und geringem Wettbewerb

Für die Zunahme der Kosten für Regelenergie gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist der Bedarf an Regelenergie gestiegen, weil sich mehr Windenergie im Netz befindet. Oft weichen zudem die Prognosen der Windstromerzeugung für den nächsten Tag stark von der tatsächlichen Stromerzeugung ab. Ein Kostentreiber ist außerdem der geringe Wettbewerb am Regelenergiemarkt, der dort zu sehr hohen Preisen geführt hat. Niedrigere Preise erhofft sich Graf unter anderem durch neue Anbieter, für die der Eintritt in den Regelenergiemarkt durch gezielte Maßnahmen erleichtert werde.

Neue Förderungen das falsche Mittel

Dem Wunsch der IG Windkraft nach Mindestpreisen für Ökostromaltanlagen erteilt Graf eine klare Absage. „Man kann nicht immer nur nach neuen Förderungen schreien“, so der E-Control-Vorstand. „Abgelaufene Förderungen mit neuen Förderungen zu kompensieren ist das falsche Mittel.“ Das Ökostromsystem müsse flexibler werden und sich stärker am Markt bzw. den technischen Gegebenheiten orientieren.