Zurück Schlichtungsstelle: mehr als 1.000 Verfahren im vergangenen Jahr
Das ist weiterhin ein sehr hohes Niveau, auch wenn die Zahlen im Vergleich zu den Krisenjahren 2022 und 2023 etwas zurückgegangen sind. Besonders erfreulich dabei ist aber, dass in mehr als 70 Prozent der Fälle eine Einigung zwischen dem jeweils betroffenen Energieunternehmen und den Kund:innen erzielt werden konnte.
Von den bei der Schlichtungsstelle eingelangten Anträgen stammten 2025 849 von Verbraucher:innen und 188 von Unternehmen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer lag bei 49 Tagen. Parallel dazu bearbeitete unsere Beratungsstelle mehr als 15.000 telefonische und schriftliche Anfragen und Beschwerden.
Mehr als ein Viertel aller Beschwerden der Haushaltskund:innen betraf fehlerhafte oder unverständliche Strom- oder Gasabrechnungen. Zu Streitigkeiten kam es unter anderem über verrechnete Energiemengen oder -preise, aber auch aufgrund von nachträglichen Rechnungskorrekturen, ohne dass diese von den Unternehmen ausreichend erklärt wurden. Viele Konflikte entstehen durch mangelnde Kommunikation und fehlende Transparenz. Hier hoffen wir auf eine baldige Verbesserung, indem möglichst viele Unternehmen künftig auf unsere Musterrechnungen zurückgreifen. So könnte bereits im Vorfeld verhindert werden, dass es zu Unklarheiten bei den Rechnungen kommt.
Für die Konsument:innen auch im Jahr 2025 ein sehr belastendes Thema waren hohe Nachzahlungen durch geschätzten Gasverbrauch. In zahlreichen Fällen wurde der Gaszähler über Jahre nicht abgelesen, sondern die Verbrauchswerte lediglich geschätzt. Das hat häufig dazu geführt, dass Konsument:innen mit Nachzahlungen konfrontiert waren, die sich oftmals auf mehrere Tausend Euro beliefen und so zu unerwarteten Belastungen geführt haben. Im Sinne der Konsument:innen sollten die Netzbetreiber zumindest einfachere Möglichkeiten zur Selbstablesung bieten oder noch besser, die tatsächlichen Zählerstände nutzen.
Mit der zunehmenden Nutzung von Smart Metern oder dynamischen Stromtarifen sowie der Verbreitung von Energiegemeinschaften, entstehen neue Herausforderungen. Bereits 13 Prozent aller Beschwerden in der Schlichtungsstelle betrafen 2025 fehlende oder fehlerhafte Smart Meter-Daten. Diese Daten sind aber unerlässlich für Konsument:innen, um beispielsweise an Energiegemeinschaften teilhaben zu können oder innovative Stromprodukte nutzen zu können. Und auch Konsument:innen, die sich für eine Photovoltaikanlagen entscheiden haben, wenden sich vermehrt an die Schlichtungsstelle. Hier wird von den Konsument:innen häufig fehlende Information darüber kritisiert, wann Netzkapazitäten für die Einspeisung von überschüssigem Strom zur Verfügung stehen werden.
Der Tätigkeitsbericht ist auf unserer Website zu finden: Aktueller Tätigkeitsbericht Schlichtungsstelle