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Strom- und Gasstatistik: April 2020

Stromverbrauch um 12,9% niedriger, Gasverbrauch um 10,7% niedriger als 2019.
Heizgradtage um 23% unter jenen des Vorjahres (Quelle: ZAMG).

 

Strom April 2020

Gesamte Stromnachfrage und Last: Österreichs Endverbraucher haben 4,6 TWh Strom verbraucht, das sind um 12,9% (677 GWh) weniger als vor einem Jahr. Leistungsmäßig ergab sich am 3. Mittwoch im April eine Spitzenlast von 8,24 GW. 845 MW wurden zu diesem Zeitpunkt aus gewerblichen Eigenanlagen aufgebracht.

Öffentliche Netzlast: Alleine im Öffentlichen Netz lag der Spitzenverbrauch auf Stundenbasis bei 8,06 GW (Endverbrauch plus Netzverluste aber ohne Pumpspeicherung). Endverbraucher fragten am 29.4. um 11.30-11.45 Uhr (also auf 15-min Basis) eine maximale Abgabe von 8,13 GW nach, das sind 107 MW weniger als der Maximalwert am dritten Mittwoch. Die Spitze lag damit um 0,6% niedriger als ein Jahr zuvor.

Gesamte Stromaufbringung: Der Pumpstromverbrauch stieg um 24,6%, der Eigenverbrauch sank um 13,3%. Insgesamt wurde so 37 GWh mehr „Systemverbrauch“ verursacht. Die Inlandsstromerzeugung ist mit 4991 GWh um 1,45 TWh (22,5%) niedriger gelegen als im Vergleichsmonat des Jahres 2019. Die Wasserkraft lag 750 GWh, die Wärmekraft 316 GWh und die Windkraft um 403 GWh unter den Vorjahreswerten.

Die Nettoimporte sind um knapp 600 GWh gestiegen und lagen bei 409 GWh. Im Vorjahr war Österreich im Monat April Nettoexporteur. Auffällig sind die hohen Importe aus der Schweiz. Vor allem die Exporte Richtung Ungarn, Slowenien und die Schweiz sind beträchtlich gesunken.

Der Speicherstand lag am Monatsletzten bei 31,3% oder 1,03 TWh und damit um 9,8% Punkte höher als im Vorjahr. Dies ist der höchste Aprilwert der letzten 20 Jahre. Er erklärt sich aus dem höheren Pumpeinsatz und der geringeren Produktion aus Speicherkraftwerken.

 

Erdgas April 2020

Endverbraucher haben 5,94 TWh und damit 10,7% bzw. 713 GWh weniger Erdgas im April 2020 verbraucht. Die Spitzenlast lag mit 16,7 GW um 13,1% höher als im Vorjahr. Zum Monatsletzten waren die Speicher zu 72,6 TWh oder 77,5% gefüllt.

Die Importe sind um 20,7% gegenüber 2019 gesunken. In den ersten vier Monaten liegen sie derzeit etwa 20% unter dem Vorjahreswert, die Exporte hingegen lediglich um etwa 14% unter dem Vergleichswert.

Geringere Einspeicherungen und höhere Speicherentnahmen haben zu insgesamt 7,2 TWh mehr verfügbarem Gas geführt, die vor allem durch geringere Nettoimporte aber auch den niedrigeren Endkonsum kompensiert wurden.

Insgesamt ist so die Aufbringung um 10,5 TWh niedriger ausgefallen als im Vergleichsmonat 2019. Diesen weit geringeren Gasmengen standen allerdings 4,2 TWh weniger Exporte, 5,6 TWh weniger Einspeicherung und wie bereits erwähnt die um 0,7 TWh geringere Endabgabe gegenüber.