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angle-left Im März weniger Stromverbrauch - Ab Monatsmitte über 7 Prozent Minus

Im März weniger Stromverbrauch - Ab Monatsmitte über 7 Prozent Minus

Wien (APA) - Im "Corona-Monat" März haben Österreichs Endverbraucher um 3,5 Prozent weniger Strom verbraucht als ein Jahr davor. In der ersten Monatshälfte betrug das Minus nur 2,4 Prozent, ab Mitte März aber wegen des Covid-19-bedingten Shutdown 7,4 Prozent. Das geht aus den nun vorliegenden Detailzahlen der Energieregulierungsbehörde E-Control zum ersten Monat der Ausgangsbeschränkungen hervor.

Konkret sank der Endkunden-Verbrauch um 3,5 Prozent auf 5,5 Terawattstunden (TWh). Andererseits ging die Stromabgabe im öffentlichen Netz sogar um 4,8 Prozent zurück - laut E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer wegen einer vermehrten Strom-Eigenerzeugung der Industrie aufgrund der niedrigen Gaspreise.

Zum Stichtag 18. März - die Erhebung der gesamten Stromnachfrage (öffentliches Netz plus Eigenanlagen) erfolgt immer am dritten Mittwoch eines Monats - lag die industrielle Eigenerzeugung um 30,3 Prozent höher als ein Jahr davor, die Spitzenlast betrug 9,03 Gigawatt (GW). Samt Netzverlusten (aber ohne Pumpspeicherung) lag allein im öffentlichen Netz die Spitze beim Endverbrauch bei 9,51 GW. Dabei fragten die Endverbraucher am 3. März um 10.30 Uhr noch mehr nach, nämlich 9,53 GW. Die Monats-Spitze lag damit 0,6 Prozent tiefer als im März 2019.
Der Pumpstromverbrauch stieg im März um 5,6 Prozent, aber der Eigenverbrauch sank um 9,7 Prozent. In Summe wurden so 6 Gigawattstunden (GWh) "Systemverbrauch" verursacht. "Die Inlandsstromerzeugung war mit 6.035 GWh um 183 GWh niedriger als im Vergleichsmonat 2019", so Eigenbauer. Die Nettoimporte seien um 27 GWh auf 376 GWh gesunken. Sowohl Importe als auch Exporte seien mit 456 bzw. 430 GWh beträchtlich gesunken.

Weniger ergiebig als im Vorjahr waren bei der Inlandsproduktion vor allem die Laufwasserkraftwerke - mit minus 451 GWh -, sie erzeugten aber dennoch um 6 Prozent mehr als in einem Regeljahr. Gaskraftwerke wurden dafür im Ausmaß von 257 GWh mehr eingesetzt. Windkraft trug im März 749 GWh bei, ähnlich viel wie voriges Jahr. Der Speicherstand in den Pumpspeicherkraftwerken lag zu Monatsende bei 32,2 Prozent oder 1,06 TWh und damit um 3,9 Prozentpunkte über Vorjahr.
Gas benötigten die Endverbraucher im März mit 9,23 TWh um 9,5 Prozent (oder um 802 GWh) mehr. Die Spitzenlast lag mit 18,4 GW um 14,8 Prozent höher. Zu Monatsende waren die Speicher zu 74,1 Prozent (69,4 TWh) gefüllt. Die Gasimporte sanken binnen Jahresfrist um 9,1 Prozent, nach minus 11,5 Prozent im Vormonat - die Speicherentnahmen wuchsen dagegen um mehr als 300 Prozent, vervierfachten sich also.

"Geringere Einspeicherungen und höhere Speicherentnahmen führten zu beinahe 10 TWh mehr an verfügbarem Gas, die durch geringere Importe und höhere Exporte sowie einen höheren Endkonsum kompensiert wurden", erläuterte Eigenbauer. Insgesamt war so die Aufbringung um 0,92 TWh geringer als im Vergleichsmonat 2019.
Diesen leicht geringeren Gasmengen standen allerdings 4,3 TWh mehr Exporte gegenüber. Italien etwa hat um 3,5 TWh mehr Gas über das österreichische System erhalten als 2019. Ähnlich wie im Vormonat war auch im März zu bemerken, dass sich die Importe aus der Slowakei (-6,5 TWh) zugunsten jener Deutschlands (+2,4 TWh) verlagert haben.

Der Spritpreisrechner der E-Control stand im März so stark im Fokus wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr, dafür gab es deutlich weniger Abfragen beim Tarifkalkulator für Strom und Gas. Am 9. und 10. März gab es laut E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch die höchste Zahl an Besuchen des Spritpreisrechners seit Oktober 2011 - weil dort auch angezeigt wird, ob bzw. wann eine Tankstelle geöffnet ist oder nicht. Dafür gab es im März mit 23.008 Besuchen um 27 Prozent weniger Abfragen im Tarifkalkulator - eine logische Entwicklung, da in Zeiten der Kontaktbeschränkungen ein Lieferantenwechsel nicht im Fokus der Verbraucher stand. Das wird sich aber mit Normalisierung der Lage wieder ändern, ist Urbantschitsch überzeugt.