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Fragen und Antworten zur deutsch-österreichischen Strompreiszone

Fragen und Antworten zur deutsch-österreichischen Strompreiszone

Seit einiger Zeit hört und liest man von einer möglichen Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes. Worum geht es dabei genau? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Diskussion um die Strompreiszone.

Um was geht es bei der Diskussion um eine mögliche Trennung des Strommarktes zwischen Deutschland und Österreich?
Derzeit kann zwischen Deutschland und Österreich unbegrenzt Strom gehandelt werden. Der deutsche Energieregulator Bundesnetzagentur und die europäische Regulierungsagentur ACER möchten den Stromhandel einschränken und damit den seit fünfzehn Jahren bestehenden gemeinsamen Strommarkt aufteilen.

Mit einer Trennung des Marktes würden an der Börse unterschiedliche Großhandelspreise für Strom zustande kommen: ein Preis in Deutschland und einer in Österreich. Derzeit gibt es einen einheitlichen Preis für beide Länder. Österreich möchte den gemeinsamen Strommarkt beibehalten.

Warum möchte Deutschland eine Splittung des gemeinsamen Strommarktes?
Die deutsche Bundesnetzagentur hofft, dass durch eine Trennung Engpässe im Stromnetz reduziert werden. Österreich sieht das anders. Die Engpässe bestehen innerhalb Deutschlands und nicht an der deutsch-österreichischen Grenze. Den Handel zwischen Deutschland und Österreich zu beschränken, ändert an den innerdeutschen Engpässen nichts. Die einzige langfristige Lösungsmöglichkeit ist, dass Deutschland seine Stromnetze von Nord nach Süd stärker ausbaut.

Warum gibt es überhaupt einen gemeinsamen Strommarkt zwischen Österreich und Deutschland?
Zwischen Deutschland und Österreich gibt es gut ausgebaute Stromleitungen. Mit der Liberalisierung der Energiemärkte vor fünfzehn Jahren gründeten daher Deutschland und Österreich einen gemeinsamen Strommarkt. Dieser gemeinsame Markt gilt in der Europäischen Union als beispielhaft für eine gelungene Marktintegration. Österreich kann einfach Strom aus Deutschland importieren, und umgekehrt kann auch Deutschland problemlos Strom aus Österreich beziehen.

Wer möchte die Trennung der Preiszone? Wer möchte sie nicht?
Der deutsche Energieregulator Bundesnetzagentur und die europäische Regulierungsagentur ACER möchten die Strompreiszone trennen, Österreich möchte den gemeinsamen Strommarkt beibehalten.

Polen und Tschechien befürworten ebenfalls eine Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes. Die Länder erhoffen sich dadurch eine Entlastung ihrer Stromnetze.

Wann würde es zu einer Trennung kommen?
Die deutsche Bundesnetzagentur möchte mit Juli 2018 den Stromhandel mit Österreich einschränken und ein sogenanntes Engpassmanagement an der deutsch-österreichischen Grenze einführen.

Wie funktioniert eine Strompreiszonentrennung technisch?
Die bestehenden Stromleitungen zwischen Deutschland und Österreich bleiben aufrecht, es werden keine Leitungen gekappt. Es werden aber Maßnahmen gesetzt, um den Stromhandel zu reduzieren.

Steigt durch die Trennung der Strompreis?
Wird der Stromhandel zwischen Deutschland und Österreich eingeschränkt, werden die Strompreise in Österreich voraussichtlich steigen. Denn Stromlieferanten, die ihren Strom an der Börse einkaufen, müssen für Strom zukünftig mehr bezahlen, weil damit zu rechnen ist, dass der Großhandelspreis steigen wird. Diese höheren Kosten werden die Lieferanten an die Konsumenten weitergeben.

Wie hoch wird die Erhöhung des Strompreises ausfallen?
In welchem Umfang die Preise steigen, hängt davon ab, wie viel Strom noch gehandelt werden. Das ist derzeit nicht abschätzbar.