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Neues Vorstandsduo: Start unter außergewöhnlichen Bedingungen
Michael Strebl und Alfons Haber vergrößern
Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) wurde noch Ende letzten Jahres eine wichtige Basis für die künftige Gestaltung des Stromsystems in Österreich geschaffen, das für die Konsument:innen mehr Transparenz bringen, die Resilienz des Energiesystems weiter erhöhen und die Energiewende vorantreiben soll. Dieses Rahmenwerk gilt es nun mit regulatorischem Leben zu füllen.
Der Konflikt im Nahen Osten hat dabei einmal mehr gezeigt, wie eng globale Entwicklungen mit der heimischen Energieversorgung verknüpft sind. Unser Auftrag ist es unter anderem, Versorgungssicherheit und funktionierende Märkte auch in herausfordernden Zeiten sicherzustellen.
Märkte bleiben relativ stabil
Die globalen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten haben einmal mehr die Bedeutung einer resilienten Energieversorgung vor Augen geführt. Österreich kann sich von wirtschaftlichen Folgen durch weltweite Krisen nicht abschotten. Trotzdem blieben die Auswirkungen auf österreichische Strom- und Gaspreise bisher vergleichsweise moderat. Neue gesetzliche Kompetenzen ermöglichen es uns, künftig Risiken noch früher zu erkennen und rascher einzugreifen. Dazu zählen unter anderem verpflichtende Stresstests für Stromlieferanten sowie erweiterte Möglichkeiten zur Marktaufsicht. Die Stresstests werden von uns durch eine Verordnung, die mit September in Kraft tritt, vorgegeben und künftig regelmäßig überprüft.
Mehr Vorteile für Konsument:innen
Durch das Elektrizitätswirtschaftsgesetzt ElWG werden die Vorteile für Konsument:innen weiter ausgebaut. So sollen beispielsweise Musterrechnungen für mehr Transparenz und Verständlichkeit sorgen, und auch der Schutz der Kund:innen vor vertragslosen Versorgungssituationen wurde neu geregelt. Wichtig bleibt, sich mit den eigenen Strom- und Gastarifen auseinanderzusetzen, mit dem Tarifkalkulator einen Vergleich anzustellen und den Lieferanten zu wechseln. Der Lieferantenwechsel wird weiter vereinfacht. Unsere neue Wechselverordnung, die mit 1. Jänner 2027 in Kraft tritt, bringt schnellere Prozesse, vor allem bei der An- und Abmeldung. Auch unser erstmals eingeführt Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) bringt direkte Entlastungen für Konsument:innen. Vor allem für jene, die ihren Verbrauch von 1. April bis 30. September bewusst in die Zeiten zwischen 10.00 und 16.00 Uhr verschieben.
Die Energiewende braucht neue Regeln
Auf den Weg gebracht wurde auch bereits eine Neugestaltung der Systemnutzungsentgelte – die größte Reform im Stromsystem der vergangenen Jahre. Diese Reform ist die Antwort auf ein grundlegend verändertes Stromsystem mit dezentraler Erzeugung und flexiblen Verbraucher:innen. Sie ist das Ergebnis eines fast zehnjährigen Entwicklungsprozesses und verfolgt die Ziele der Verursachungsgerechtigkeit, der Förderung von Flexibilität, eines effizienten Netzausbaus und der Integration neuer Technologien. Künftig sollen Kund:innen, stärker davon profitieren, wenn sie Strom so verbrauchen oder speichern, dass das Netz entlastet werden kann. Ein Schwerpunkt der kommenden Monate liegt nun auf der Umsetzung der neuen Struktur.
Energieeffizienz als Säule der Transformation
Die Energieeffizienz ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik. Europäische und nationale Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass die Energieeffizienz für strukturierte und nachhaltige Effekte sorgt. In Österreich sind wir es, die als Monitoringstelle die verpflichtenden Elemente aus dem Gesetz überwachen und die Zielerreichung bewerten. Dabei zeigen sich etwa Energie-Audits, hoch qualifizierte Berater, Informations- und Schulungsangebote, etc. als wertvolle und verlässliche Instrumente, um die Energieeffizienz zu steigern.
Versorgungssicherheit bleibt auf der Agenda
Auch für den kommenden Winter sieht die E-Control Österreich gut vorberietet. Die Gasspeicher werden planmäßig befüllt und auch die strategische Gasreserve wurde verlängert.
Liegt im Wasserstoff die Zukunft?
Seit Inkrafttreten des ElWG sind wir auch für die Regulierung der Wasserstoffwirtschaft verantwortlich. Entsprechende Gesetze werden derzeit vom zuständigen Ministerium erarbeitet. Eine Konsultation zum Thema „Erste Eckpunkte eines Wasserstoff-Ziel-Marktmodells“ wurde von uns bereits vor einiger Zeit durchgeführt. Ziel dabei war es, ein gemeinsames Verständnis für erforderliche Regelungsinhalte für einen Wasserstoff-Markthochlauf im Zeitablauf zu entwickeln. Zudem werden mit betroffenen Stakeholdern Hemmnisse aber vor allem auch Lösungsvorschläge für einen kosteneffizienten Wasserstoffmarkt entwickelt. Bei Wasserstoff stehen wir noch ziemlich am Anfang. Da braucht es noch viel Diskussionen, um zukunftsfähige und erfolgreiche Modelle entwickeln zu können.
In den kommenden Monaten gilt es, die nächsten Weichenstellungen vorzunehmen, um Österreich Schritt für Schritt in eine erneuerbare, sichere und leistbare Energiezukunft zu führen. Unsere Intention bleibt unverändert: wir schaffen faire Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Energiemarkt. Das bedeutet Versorgungssicherheit, Wettbewerb, Konsumentenschutz und eine Energiewende, die langfristig leistbar bleibt.