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Kurznews Strom und Gas

Transformation des Energiesystems: Digitalisierung schreitet voran

Smart Meter der nächsten Generation

Die Smart Meter gehen in die nächste Generation, schließlich wurden die ersten Smart Meter vor bereits 15 Jahren installiert. Und in diesen 15 Jahren hat sich die Stromwelt massiv verändert, die Anforderungen an Smart Meter sind mittlerweile deutlich komplexer. Aber auch die Smart Meter selbst haben sich weiterentwickelt. Neue Modelle weisen erweiterte Funktionalitäten auf, die als Mindestanforderungen betrachtet werden sollten, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen der Energiewirtschaft zu begegnen – sei es in der Abrechnung, bei der Nutzung von Flexibilitäten, der Tarifierung oder im Bilanzierungssystem. Für die Dezentralisierung von Erzeugung und Speicherung sowie die neuen Technologien auf Verbrauchsseite sind intelligente Messsysteme unerlässlich. Klare, strukturierte und detaillierte Anforderungen an neue Smart Meter bringen Planungssicherheit für die Netzbetreiber. Unsere entsprechende Verordnung ist seit Mitte Juli in Kraft.

Erneuerbare profitieren von der Digitalisierung

Der Ausbau der Erneuerbaren Technologien (speziell bei Strom) ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Durch die deutliche Steigerung der installierten Leistung wurden auch die Schwächen speziell der volatilen Technologien PV und Wind hervorgehoben – Überangebot im Sommer, geringere Verfügbarkeit im Winter. Gleichzeitig bieten aber Digitalisierung und Speichertechnologien völlig neue Möglichkeiten, um die volatile Erzeugung effizienter und effektiver ins System zu integrieren. Wir tragen mit einer Vielzahl an Verordnungen, technischen und organisatorischen Regeln, etc. dazu bei, dass die verfügbaren Technologien und Geschäftsmodelle organsiert, abgerechnet und transparent dargestellt werden können.

Gasspeicher: Vorbereitung auf nächsten Winter

Im Winter 2025/2026 sind die Gasspeicher aufgrund niedriger Temperaturen und eines hohen Verbrauchs stärker genutzt worden als in den Vorjahren. Der Gasverbrauch unterliegt starken saisonalen Schwankungen, da Gas direkt oder indirekt als Fernwärme für Heizsysteme verwendet wird. Auch ausländische Speicherkunden tragen zu den Schwankungen bei.

Die technische Zuverlässigkeit der österreichischen Gasinfrastruktur ist auf einem hohen Niveau. In den letzten Jahren konnten mit der bestehenden Gasinfrastruktur die Versorgung der Endkund:innen in Österreich sowie den Transitbedarf der ausländischen Transportkunden sichergestellt werden.

Seit Anfang April werden die Gasspeicher planmäßig wieder befüllt, der Speicherstand liegt Anfang August bei rund 62 TWh, das sind etwas unter 62 % Füllstand. Für das Erreichen eines Speicherfüllstands mit Beginn der Heizsaison von 100 % würde die Einspeicherung von weiteren 38TWh benötigt. Rein technisch gesehen ist dies bis 1. November 2026 möglich. Außerdem sind die Speicherkapazitäten in Österreich zu fast 100 % für das Speicherjahr 2026/27 gebucht. Ein hoher Speicherfüllstand vor Beginn der kommenden Heizperiode ist daher zu erwarten. 

20 TWh davon sind nach wie vor die strategische Gasreserve, die für österreichische Gaskunden staatlich vorgehalten wird. Diese wurde am 6. Juli 2026 mit Parlamentsbeschluss bis 1. April 2029 verlängert.

Ein weiterer Teil in den Gasspeichern werden die Gasmengen für geschützte Kund:innen sein. Gasversorger sind nach wie vor verpflichtet, für geschützte Kund:innen - das sind Haushalte und Kleinverbraucher:innen sowie Fernwärmeanlagen - Gasmengen in Gasspeichern vorzuhalten. Die Überprüfung der Einhaltung dieser Verpflichtung obliegt uns, die Erhebung dazu startet am 1. August.

Auch Kraftwerke müssen eine Speicherverpflichtung gemäß ElWG erfüllen. Zusätzlich zu den Speichermengen aus der strategischen Gasreserve und den Speicherverpflichtungen ist aufgrund der Buchungslage von nahezu 100% davon auszugehen, dass ein hoher Füllstand erreicht werden kann. In welcher Höhe ist auch – neben Lieferverpflichtungen der Speicherkunden - abhängig von den wirtschaftlichen Anreizen für die Speicherkunden. Diese sind nicht nur der Preisunterschied zwischen Sommerpreisen für die Einspeicherung und Winterpreisen bei der Entnahme, sondern auch durch kurzfristige Handelsmöglichkeiten bestimmt, die sich über die Vertragsdauer des Speichervertrags realisieren lassen. Die Volatilität der Gaspreise hat in den letzten Monaten zugenommen. Es ist daher davon auszugehen, dass dies auch einen wirtschaftlichen Anreiz zur Befüllung bietet. Bei einer historischen Einspeicherrate sind wir auf einem guten Weg, dass die heimischen Unternehmen ihre traditionellen Speichermengen Anfang November erreichen (20-25 TWh) . 

Aus heutiger Sicht können wir beruhigt auf den nächsten Winter blicken. Die Gasversorgung sollte gewährleistet sein. Neue Infrastrukturmaßnahmen bis Ende 2027 werden zusätzlich zur Versorgungssicherung in den nächsten Jahren beitragen.

Council of European Energy Regulators (CEER): Pedro Verdelho neuer Präsident

Pedro Verdelho, Vorsitzender der portugiesischen Regulierungsbehörde ERSE und derzeitiger Vizepräsident sowie Leiter der Gasarbeitsgruppe von CEER, wurde von den Mitgliedern zum neuen Präsidenten ab 1. August 2026 gewählt. Er bringt umfangreiche Erfahrung in der Energieregulierung und der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Strom, Gas und Erneuerbare mit. In seiner neuen Funktion löst er Annegret Groebel ab, die CEER für die vergangenen sieben Jahre leitete.

Die Präsidentschaft von CEER bedeutet die Leitung einer Organisation, die die gemeinsamen Interessen ihrer 29 Mitglieder und 9 Beobachterländer vorantreibt und vertritt. Unterstützt wird der neue Präsident dabei von einem Führungsgremium, dem auch wir angehören, und einem kleinen Sekretariat in Brüssel. Im Rahmen der laufenden, mehrjährigen Strategie führt CEER derzeit auch eine Konsultation seines Arbeitsprogramms für 2027 durch.