Energie ist für alle Menschen wichtig. Sie wird zum Heizen, Kochen, Duschen, für Licht und für elektrische Geräte benötigt. Manche Haushalte haben aber zu wenig Geld, um diese Kosten gut bezahlen zu können. Das nennt man Energiearmut.
Mit dem Energiearmuts-Definitions-Gesetz (EnDG) gibt es in Österreich erstmals eine genaue Definition dafür, was Energiearmut bedeutet. Das Gesetz hilft dabei, Energiearmut besser zu erkennen und betroffene Haushalte gezielt zu unterstützen.
Bei der Bewertung wird zum Beispiel beachtet:
Auch die Wohnsituation, Energiepreise und der Energieverbrauch spielen eine Rolle.
Das Gesetz legt außerdem fest, welche Haushalte Unterstützung bekommen können. Dazu zählen vor allem Menschen mit sehr niedrigem Einkommen. Der Nachweis kann zum Beispiel über bestimmte Sozialleistungen oder einer ORF-Beitragsbefreiung erfolgen.
Seit 2023 arbeitet die Koordinierungsstelle zur Bekämpfung von Energiearmut (kea) daran, Energiearmut in Österreich besser sichtbar zu machen und Informationen bereitzustellen. Gemeinsam mit der Statistik Austria werden regelmäßig Studien durchgeführt.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass viele Haushalte in Österreich von Energiearmut betroffen sind. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen.
Deshalb sind Information und Beratung besonders wichtig. Energieberatung kann dabei helfen, Energie zu sparen und Kosten zu senken. Auch Smart Meter – also digitale Stromzähler – helfen dabei, den eigenen Energieverbrauch besser zu verstehen.
Mehr Informationen finden Sie unter www.kea.gv.at.
Informationen zum Energiearmuts-Definitions-Gesetz (EnDG) und aktuelle Studien finden Sie außerdem bei der Statistik Austria.
Der vorliegende Bericht analysiert bereits zum zweiten Mal den Energieverbrauch und die Energiekosten sogenannter „energiearmer“ Haushalte sowie unterschiedlicher Einkommensgruppen und Haushaltstypen. Gezeigt werden Energiemengen und Kosten für den Bereich Wohnen (Heizen, Warmwasser und Strom für sonstige Zwecke), dargestellt werden die Energieträger insgesamt sowie Elektrizität und Naturgas.
Dafür wurden durch Hinzuziehen von Verwaltungsdaten sowie mittels „Statistical Matching“ (der Verknüpfung zweier separater Datenkörper) mit EU-SILC (EU Statistics on Income and Living Conditions) dem Mikrozensus „Energieeinsatz der Haushalte“ Einkommensvariablen hinzugefügt. Dadurch kann das gesamte verfügbare Haushaltseinkommen dem Energieverbrauch und den Energiekosten der befragten Personen gegenübergestellt werden.
Der Bericht liefert wichtige inhaltliche Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Energieverbrauch, Energiekosten und Einkommen unter Berücksichtigung energieverbrauchsrelevanter Merkmale wie Wohnungsgröße oder Gebäudealter. Der Fokus auf „energiearme Haushalte“ – d. s. Haushalte mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle mit überdurchschnittlich hohem Energieverbrauch – ermöglicht zudem das Aufzeigen struktureller Unterschiede in der Zusammensetzung im Vergleich zur durchschnittlichen Wohnbevölkerung.
Energiearmut in Österreich (2,4 MB)