Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI)<br>Preise weiterhin hoch

Europäischer Energiepreisindex für Haushalte (HEPI)<br>Preise weiterhin hoch

Preiszusammensetzung im Strom und im Gas ähnlich

Die reinen Energiepreise, die Strom- und Gasverbrauchern in Europa verrechnet werden, haben sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Seit die E-Control vor über einem Jahr mit der Erstellung des HEPI begonnen hat, waren Strompreise noch nie so hoch wie jetzt. Der Index für Strom steht derzeit bei 101,58 Punkten, im Gegensatz zu 100,83 Punkten im Jänner und zum vergleichsweise geringen Stand von 97,95 Punkten im Dezember letzten Jahres. Auch die Gaspreise steigen stetig, sind aber derzeit noch niedriger als Anfang 2009.

Zahlreiche kleine Preisbewegungen, keine großen Sprünge

Die Gesamtpreisaufstellung macht ersichtlich, dass es Bewegung in den Gas- und Strompreisen in fast allen Städten gegeben hat. Es handelt sich hier allerdings um eine Anzahl kleinerer Preisänderungen, die sich oft durch sich verschiebende Wechselkurse für Dänemark, Schweden und Großbritannien oder durch tageweise Abrechnung begründen lassen. Stärkere Bewegungen gab es erst kürzlich, als die Strompreise nach einigen ruhigeren Monaten zu Jahresbeginn deutlich angehoben wurden.

Trotz der Preisänderungen des vergangenen Monats bescheren die hohen Energiesteuern in Dänemark – etwa 55 % des Gesamtpreises – Stromkunden in Kopenhagen immer noch die weitaus höchsten Preise im europaweiten Vergleich, während sich Stromverbraucher in Athen und Helsinki über die kleinsten Gesamtpreise freuen – sie kommen immerhin zweieinhalb Mal billiger davon als die Dänen. Das Gas ist in Stockholm weitaus am teuersten: Dort bezahlt man fast 70% mehr als in der nächsten Stadt, Kopenhagen, und sogar über vier Mal so viel wie in London, der billigsten Stadt.

Eine Aufschlüsselung der Preiszusammensetzung bei Standardtarifen der angestammten Versorger zeigt Preisänderungen in jeder einzelnen Komponente: Der Energieteil macht im Schnitt etwa 48 % einer Stromrechnung aus, Netzgebühren etwa 28 %, Energiesteuern 11 % und die Umsatzsteuer 13 %. Bei Gasrechnungen sieht es mit 51 % Energie, 27 % Netzgebühren, 10 % Energiesteuern und 13 % Umsatzsteuer ganz ähnlich aus. Dabei fällt Kopenhagen aus dem Bild, wo weniger als 20 % der Stromrechnung auf die verbrauchte Energie zurückzuführen sind - bei weitem der geringste Anteil in allen untersuchten Städten. Dafür machen die Energiesteuern satte 35 % aus, also das Dreifache des EU-Durchschnitts. Insgesamt können wir schließen, dass die Preisentwicklung auf dem freien Markt nur die Hälfte einer Energierechnung beeinflusst, während die andere Hälfte über Netztarife reguliert oder über Steuern von den Regierungen festgesetzt wird.