Smart Grids: Auf dem Weg zu intelligenten Netzen in Europa

Smart Grids: Auf dem Weg zu intelligenten Netzen in Europa

Eine der kritischsten Herausforderungen, vor denen Europa derzeit steht, ist es, eine effiziente und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen zu gewährleisten. Innovationen sind hierbei ein Schlüsselfaktor, eine Modernisierung der vorhandenen Netze und auch die Verbrauchserfassung ist dabei unumgänglich.
Intelligente Stromnetze (Smart Grids) gehören ebenfalls zu den aussichtsreichsten Innovationen für die Energieversorgung in Europa. Wenn von Smart Grids gesprochen wird, dann geht es dabei um die Nutzung moderner Kommunikations-, Regelungs- und Steuerungstechnik für die effektive Planung, den Ausbau, sowie den optimierten Betrieb und die Wartung der bestehenden Stromnetze. Smart Grids beschreibt die Evolution der Elektrizitätsnetze, und sie ermöglichen eine sichere und nachhaltige Elektrizitätsversorgung, wobei auf die koordinierte Übertragungs- und Verteilernetzentwicklung sowie auf effektive Marktunterstützung abgezielt wird.

Die europäische Kommission hat am 12. April 2011 ihre Mitteilung zu Smart Grids „Intelligente Stromnetze: von der Innovation zur Realisierung“ veröffentlicht. In deren Rahmen werden Maßnahmen identifiziert und in Folge vorgeschlagen, die eine schnellere und umfassendere Realisierung intelligenter Netze in Europa fördern sollen: (i) Entwicklung technischer Normen, (ii) Gewährleistung des Datenschutzes für Verbraucher, (iii) Festlegung eines Regulierungsrahmens zur Schaffung von Anreizen für die Realisierung intelligenter Netze, (iv) Gewährleistung eines offenen Wettbewerbsmarkts zum Vorteil der Verbraucher, (v) kontinuierliche Unterstützung von Innovationen für Technologien und Systeme.


Die Vorteile von Smart Grids und Smart Metering werden weithin anerkannt. Durch die direkte Interaktion und Kommunikation können Verbraucher, Haushalte oder Unternehmen, andere Netznutzer und Energieversorger gesteuert werden. Verbrauchern wird es beispielsweise durch zeitnahe Information möglich, ihre individuellen Energieverbrauchsmuster direkt zu erfassen, zu kontrollieren und zu beeinflussen.

Durch die Möglichkeit des effizienteren Einsatzes von Energie in Kombination mit zeitabhängigen Strompreisen, ergeben sich für Endverbraucher interessante Anreize und Potenziale. Schätzungen gehen davon aus, dass der Jahresverbrauch von Haushalten durch den Einsatz von intelligenten Messsystemen um bis zu 10% gesenkt werden kann.

Aus Studien geht zudem hervor, dass durch Smart Grids CO2-Emissionen reduziert werden können, Schätzungen zufolge bis zu 9%, was der Erreichung der Klimaziele durch Energieeffizienz einen wesentlichen Schritt entgegenkommt.

Um die Realisierung intelligenter Netze zu beschleunigen, schlägt die Kommission nun vor, die Entwicklung technischer Normen in den Mittelpunkt zu stellen, um die Kompatibilität verschiedener Systeme zu gewährleisten.


Als weiterer wesentlicher Aspekt wird die Festlegung des rechtlichen und regulatorischen Rahmens zur Schaffung von Anreizen für die Implementierung intelligenter Netze gesehen. Hervorgehoben wird, dass die Realisierung von Smart Grids in erster Linie vom Markt getrieben sein sollte. Regulierungsanreize sollten zudem die Netzbetreiber dazu ermutigen, von einem „volumenbasierten“ Geschäftsmodell, das mit zusätzlichen Absatzmengen verbunden ist, zu einem qualitäts- und effizienzbasierten Modell überzugehen – einem Modell, das auf Efiizienzzuwächse und einem niedrigen Investitionsbedarf für die Stromerzeugung zur Deckung der Spitzenlast beruht.

Die Kommission wird die Mitgliedstaaten dazu auffordern, nationale Aktionspläne zu erarbeiten, die einen konkreten Fahrplan und Zielsetzungen für die Einführung von Smart Grids beinhalten müssen.


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