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E-Control: „Österreich auf allfällige Gasliefereinschränkungen gut vorbereitet“

E-Control: „Österreich auf allfällige Gasliefereinschränkungen gut vorbereitet“

Bei Liefereinschränkungen über Ukraine-Route könnte Österreich Gas über andere Länder beziehen – Speicher mittlerweile bereits zur Hälfte gefüllt – IEA-Experte: „Gas-Deal zwischen Russland und China gut für EU“

Rund 56 Prozent des heimischen Gasverbrauchs wird durch Gas aus Russland gedeckt. Österreich bezieht sein russisches Gas zur Gänze über die durch die Ukraine gehende Leitung. Da der russische Gaskonzern Gazprom angekündigt hat, mit Anfang Juni die Ukraine nur mehr gegen Vorauskasse zu beliefern, könnten sich dadurch auch die Gaslieferungen in die EU-Länder reduzieren. „Österreich ist auf eine solche Situation gut vorbereitet“, betont E-Control-Vorstand Walter Boltz, heute, Donnerstag, auf dem Energie-Dialog des Strom- und Gasregulators. „Gazprom muss seine Lieferverpflichtungen gegenüber den Vertragspartnern in den EU-Ländern einhalten. Sollte der Transit über die Ukraine-Route eingeschränkt sein, muss das russische Gas eben auf anderen Wegen in die EU“, sagt Boltz. So könnte die russische Gazprom Erdgas über die Nord-Stream- und anschließend die Opal-Pipeline über Deutschland und Tschechien nach Österreich liefern. Zusätzliche Kapazität habe die Nord-Stream- bzw. Opal-Leitung jedenfalls genug. „Derzeit werden nur ca. zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Kapazität tatsächlich genutzt. Die Leitung hat also noch genug Potenzial, um mehr Gas nach Europa zu pumpen“, erklärt Boltz. Zudem stand 2009 diese Leitung noch nicht zur Verfügung, „dennoch konnte bereits damals der mehr als zweiwöchige Lieferausfall bewältigt werden“, erinnert Boltz.

Speicher bereits zur Hälfte voll


Zusätzlich könnte Österreich auch Gas aus den heimischen Gasspeichern entnehmen oder über Italien importieren. „Die Speicher werden nach der Wintersaison kontinuierlich weiter befüllt und sind derzeit bereits zur Hälfte voll“, betont Boltz. Insgesamt stehen hierzulande Gasspeicher mit einer Lagerkapazität von 8,1 Milliarden Kubikmeter Gas zur Verfügung, das ist mehr als der heimische Jahresverbrauch. Dieser ist zudem seit 2010 rückläufig, vor allem in Kraftwerken ist der Einsatz von Gas zur Energieerzeugung stark zurückgegangen.

IEA-Experte: „Russland-China-Gasabkommen ist gut für EU“

In Europa werde Russland auch die nächsten Jahrzehnte der größte Gaslieferant sein, betonte Laszlo Varro, Leiter der Strom-, Gas- und Kohleabteilung der Internationalen Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris, auf der Veranstaltung der E-Control. Das aktuell beschlossene Abkommen zwischen Russland und China habe auf die zukünftigen russischen Gaslieferungen für Europa keine Auswirkungen, so Varro. „Das für die chinesischen Exporte bestimmte Russengas wäre nie nach Europa gekommen. China bekommt völlig neues russisches Gas“, sagt Varro. Das für Europa bestimmte Gas bleibe davon unberührt. Varro sieht das beschlossene Gasabkommen zwischen China und Russland auch für Europa positiv. „Der China-Deal ist gut für die EU“, unterstreicht Varro. Da China zukünftig Pipelinegas aus Russland erhalte, werde China auch in gewissem Umfang weniger Gas auf dem Spotmarkt kaufen – dadurch werde mehr Gas für Europa verfügbar. Mit den Energieeffizienzbemühungen in der EU geht IEA-Experte Laszlo Varro hart ins Gericht. Energieeffizienz sei in Reden sehr populär, für jede Regierung habe es offiziell höchste Priorität. „Die realen Fortschritte sind aber sehr langsam“, kritisiert Varro. Europa sei derzeit nicht auf Kurs, seine Energieeffizienzziele zu erreichen.

 

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