Gasnetztarife trotz hoher Investitionen und rückläufigem Gasabsatz nur geringfügig gestiegen

Gasnetztarife trotz hoher Investitionen und rückläufigem Gasabsatz nur geringfügig gestiegen

Per 1. Jänner 2010 werden die Netznutzungsentgelte durch eine Novelle der Gas-Systemnutzungstarife-Verordnung (GSNT-VO 2008 Novelle 2010) angepasst.

Wien, 23. Dezember 2009: Die Rahmenbedingungen für die Gas-Netznutzungsentgelte sind für das heurige Jahr als ungünstig zu bezeichnen. Einer-seits liegt die Inflation mit 3,1395% mit den letzten Jahreswerten überdurchschnittlich hoch. Die Kosten für Brenngas sind ebenfalls deutlich gestiegen. Die langfristige Planung sieht notwendige, zusätzliche Kapazitäten im Übertragungsnetz vor - auch dies führt zu deutlichen Kostensteigerungen im Sinne einer sicheren Versorgung. Als größter Effekt hat sich die Investition in die Südschiene mit rund 14 Mio. Euro durch-geschlagen.

Zusätzlich zu den ungünstigen Rahmenbedingungen wurde die Regulierungsbehör-de mit einem Mengenrückgang von rund 2,1 % konfrontiert. „Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen, sowie der Berücksichtigung des Investitions- und Betriebskos-tenfaktors ist es uns gelungen, die durchschnittliche Tariferhöhung auf lediglich 5,1 % zu begrenzen.“, so Walter Boltz, Geschäftsführer der Energie-Control Austria. Und weiter: „Seit Beginn der Liberalisierung des österreichischen Gasmarktes im Oktober 2002 konnten wir die Kosten um mehr als 9 % bzw. um über 50 Mio. Euro senken.“

Investitionen tragen zu Versorgungssicherheit bei

Gerade in Hinblick auf die Gaskrise im letzten Winter hat die Regulierungsbehörde ihren Kurs beibehalten, für Unternehmen eine investitionsfreundliche Umwelt zu ges-talten. Der Investitions- und Betriebskostenfaktor ist – wie in der Stromregulierung – für die Anerkennung der Investitionen eingeführt worden. Für Ausbauinvestitionen werden im Rahmen der Kostenbasis Abschreibungen sowie Kapitalkosten berück-sichtigt. Unter Ausbauinvestitionen werden einerseits Erweiterungen des Netzes so-wie andererseits für die Versorgungssicherheit wesentliche Investitionen, wie jene in Donaudüker sowie in die Sanierung von PVC-Rohrleitungen und Graugussleitungen, verstanden. Die Berücksichtigung der höheren Kapitalkosten erfolgt nur, wenn die entsprechenden Nachweise durch die Unternehmen erbracht werden können.

Weiters werden für ausgewählte Projekte der Netzebene 1 (Ausbau Südschiene) während der Bauphase angemessene Fremdkapitalzinsen in Anlehnung an die Er-mittlung der Finanzierungskosten für die jeweils bekannten Zahlungsflüsse des lau-fenden, sowie die des kommenden Jahres kalkulatorisch berücksichtigt und fließen in die Tarifermittlung ein. Durch die kalkulatorische Berücksichtigung der Werte wird jedenfalls das Risiko für die Netzbetreiber minimiert und die Vorfinanzierung durch das Unternehmen gewährleistet.

Auch im nächsten Jahr werden die Tarif- und Kostenprüfungen durch hohe Investiti-onen in das Übertragungsnetz und durch die voraussichtlich geringeren Abgabe-mengen im Jahr 2009 (Basis für die Tarife 2011) gekennzeichnet sein. „Wir werden alles daran setzen, im nächsten Jahr die Tarifsteigerungen weiter einzudämmen.“, so Boltz abschließend.