Unter Versorgungssicherheit versteht man alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den laufenden Betrieb und alle notwendigen Maßnahmen, um eine kontinuierliche physikalische Verfügbarkeit von Erdgas in ausreichender Menge zu jedem Zeitpunkt mit definierter Qualität und zu angemessenen Preisen zu gewährleisten.
Um einen Versorgungsengpass zu vermeiden, können grundsätzlich präventive Maßnahmen für die Reduzierung des Gasverbrauchs, für die ausreichende Speicherbefüllung sowie für die Möglichkeit zur Diversifizierung und den Bezug von anderen Gasquellen ergriffen werden. Im Energielenkungsfall müssen Maßnahmen zur Energielenkung vorbereitet und umgesetzt werden.
Die E-Control veröffentlicht jährlich einen Bericht zur Versorgungssicherheit im Gasbereich.
Die Vereinigung der Europäischen Transportinfrastrukturbetreiber, ENTSO-G, veröffentlicht in ihren regelmäßigen „Outlooks“ Analysen zur Resilienz des europäischen Transportnetzes.
In ihrem im April 2026 veröffentlichten Summer Supply Outlook 2026 wurde auch eine Analyse für den kommenden Winter 2026/27 erstellt. Diese zeigt im Referenzszenario, ausgehend von einem Lagerbestand von EU-weit 28 % am 1. April 2026 reichen die Ein- und Ausspeicherkapazitäten der Gasspeicheranlagen in Verbindung mit der Flexibilität der Importe aus, um den Bedarf zu decken und das Lagerbestandsniveau von bis zu 47 % am Ende des Winters in der gesamten EU zu erreichen. Dies zeigt, dass die Infrastruktur und die Versorgungsflexibilität für den Sommer 2026 und den Winter 2026/27 unter der Voraussetzung einer ausreichenden Versorgung und Nutzung angemessen sind.
Auch im Falle einer vollständigen Unterbrechung der russischen Pipeline-Lieferungen reichen die verfügbaren Kapazitäten aus, um den Bedarf zu decken und am Ende des Winters ein durchschnittliches Zielniveau der Lagerbestände von 30 % in der gesamten EU zu erreichen. Bei nur eingeschränkt verfügbaren LNG-Mengen, in Verbindung mit einer Nachfragesteuerung (entweder politischer oder preisbasierter Art), liegt der Lagerbestand am Ende der Wintersaison nur noch bei rund 19 %. Die Simulationsergebnisse der ENTSO-G zeigen aber, dass die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Speicherfüllstands zu Beginn der Wintersaison 2026/27 in Verbindung mit einer Nachfragesteuerung (entweder politischer oder preislicher Art) oder zusätzlichen LNG-Lieferungen die Risiken während des Winters mindern könnte, sodass die Entnahmesaison mit einem Füllstand von über 30 % abgeschlossen werden könnte.
Link zum Bericht von ENTSO-G: https://www.entsog.eu/outlooks-reviews#summer-outlooks-and-reviews