Der Gasmarkt in Österreich

Der Gasmarkt in Österreich ist 2002 vollständig liberalisiert worden. Er umfasst 1,16 Mio. Zählpunkte. Endkunden in Österreich haben die Möglichkeit, unabhängig von ihren Netzbetreibern eigenständig einen Energieversorger zu wählen. Dieser regelt das Fahrplanmanagement und kann abweichenden Verbrauch über den Speicher- oder Ausgleichsenergiemarkt ausbalancieren. Der reine Energiepreis unterliegt damit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage, während die Netzentgelte per Verordnung festgelegt, also reguliert werden.

Ein funktionierender Wettbewerb ist ausschlaggebend für eine transparente und marktorientierte Preisbildung für Erdgas in Österreich. Unter dem Menüpunkt Gaspreis sind die Bestandteile des Gaspreises in Österreich, sowie internationale Vergleiche und eine Übersicht über die österreichischen Großhandelspreisentwicklungen aufgelistet.
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Das österreichische Gasnetz

Das österreichische Gasnetz umfasst Infrastrukturen von 2 Fernleitungsnetzbetreibern (Gas Connect Austria (GCA), TAG GmbH), 4 Speicherunternehmen (RAG Energy Storage, OMV Gas Storage, SEFE Storage, Uniper Energy Storage) und 20 Verteilernetzbetreibern (Eww, Energie Graz, Energie Klagenfurt, Energienetze Steiermark, Energie Ried, EWR, Gas Connect Austria, Netz Niederösterreich, Kärnten Netz, Linz Netz. Netz Burgenland Erdgas, Netz Oberösterreich, Salzburg Netz, Stadtbetriebe Steyr, Stadtwerke Bregenz, Stadtwerke Kapfenberg, Stadtwerke Leoben, TIGAS Erdgas, Vorarlberger Energienetze, Wiener Netze). 

Das Fernleitungsnetz hat eine Länge von ca.1.700 km und das Verteilernetz von ca. 44.000 km. Die Gasspeicherkapazitäten umfassen ca. 100 TWh Arbeitsgasvolumen. Der Gasverbrauch lag 2025 bei 80,9 TWh. Österreich verfügt über eine strategische Gasreserve von 20 TWh (bis 1.4.2029).

Gaskarte Österreich Stand 2022

Erdgasleitungen und Erdgasspeicher in Österreich; Stand 2022

Historisch betrachtet war Österreich ein Erdgastransitland für russisches Gas in die europäischen Nachbarstaaten. Dies resultiert daraus, dass Erdgastransportleitungen mit sehr hohen Kapazitäten aus dem Osten von Russland, über die Ukraine und über die Slowakei, in Richtung Deutschland (und weiter nach Frankreich), Italien und auch in Richtung Ungarn und Slowenien durch Österreich führen. Über diese Leitungen wurde jahrzehntelang, von verschiedenen europäischen Energieunternehmen, hauptsächlich russisches Erdgas transportiert und so zu den Absatz- bzw. Verbrauchsmärkten in Europa verbracht, wo es dann für verschiedene Zwecke (zB Heizwärme, industrielle Prozesswärme, Einsatz als Rohstoff in der chemischen Industrie oder auch zur Stromerzeugung) genutzt wurde. Das österreichische Gasnetz wurde entsprechend den Gasflüssen von Ost nach West ausgebaut und große Speicherkapazitäten sorgten für einen Ausgleich des unterschiedlichen Gasverbrauchs in den Sommer- und Wintermonaten.

Die Gasflusssituation hat sich in den letzten Jahren 2022 bis 2025 drastisch geändert. Der Anteil der russischen Gaslieferungen in die EU am gesamten Gasimport in die EU ist von 44,9 % im Jahr 2021 auf 12,5 % im Jahr 2025 gesunken.

Die weggefallenen Mengen an russischem Pipelinegas spiegeln sich auch in den Gastransporten über Österreich nach Italien, Deutschland, Ungarn und auch Slowenien wider, die seit 2022 stark gesunken sind. Österreich war 2025 nach wie vor ein Erdgastransitland, aber in einem massiv reduzierten Ausmaß. Durch die Einstellung der Gastransporte über die Ukraine ist Österreich seit 1. Jänner 2025 unabhängig von russischem Erdgas und substituiert die für Österreich erforderlichen Gasmengen durch Importe aus Deutschland und Italien.