Das Ökostrom-Fördersystem

Das Ökostrom-Fördersystem

Vereinfacht sieht das System der Ökostromförderung folgendermaßen aus: 

  1. Die Betreiber von geförderten Ökostromanlagen verkaufen ihren Strom an die Ökostromabwicklungsstelle (OeMAG) und bekommen dafür die verordneten Einspeisetarife. Manche Ökostromanlagen werden auch mittels einmaliger Investitionskostenzuschüsse gefördert.
  2. Die Stromhändler in Österreich bekommen von der OeMAG Ökostrom zum aktuellen Marktpreis zugewiesen. Den aktuellen Marktpreis ermitteln wir als E-Control quartalsweise und veröffentlichen diesen hier auf der Website. Die Stromhändler müssen zudem der OeMAG die Strom-Herkunftsnachweise bezahlen.
  3. Alle Verbraucher, also auch Sie als Haushalt, bezahlen Ökostromförderkosten, die auf Ihrer Netzrechnung aufscheinen. 
  4. Die von Ihnen bezahlten Ökostromförderkosten werden über die Netzbetreiber an die OeMAG zur Finanzierung der Ökostromförderung (siehe Punkt 1) weitergegeben.
Der vereinfachte Aufbringungsmechanismus Ökostromförderung nach ÖSG 2012

Der vereinfachte Aufbringungsmechanismus Ökostromförderung nach ÖSG 2012

 

Wie setzen sich die Ökostromförderkosten zusammen?

Wie setzen sich die Ökostromförderkosten zusammen?

Die Ökostromförderkosten setzen sich aus Ökostromförderbeitrag und Ökostrompauschale zusammen. Diese Komponenten werden pro Zähler verrechnet und in Ihrer Rechnung unter den Netzkosten aufgelistet. 

Die Ökostrompauschale wurde zuletzt in der Ökostrompauschale-Verordnung 2018 für die Jahre 2018 bis 2020 festgesetzt und ist für Haushaltskunden ein jährlicher Fixbetrag von 28,38 Euro exkl. Umsatzsteuer.

Der Ökostromförderbeitrag wird jährlich per Ökostromförderbeitragsverordnung neu festgelegt. Es handelt sich um einen einheitlichen prozentuellen Aufschlag auf das Netznutzungs- und das Netzverlustentgelt. Das bedeutet, dass dieser Beitrag verbrauchsabhängig ist und Sie bei einem höheren Stromverbrauch auch einen höheren Ökostromförderbeitrag zahlen. Der Ökostromförderbeitrag wird in Cent pro kWh eingehoben und beträgt 2020 für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh ungefähr 60 Euro pro Jahr. 

Seit 2019 kommt in einigen Bundesländern auch noch ein Zuschlag für die Förderung von Biomasse hinzu (Biomasseförderung-Grundsatzgesetz (BGBl. I Nr. 43/2019). Die Höhe dieses Fördertarifs wird vom jeweiligen Landesgesetzgeber geregelt. Zur Finanzierung von Biomasseanlagen wird ein Zuschlag auf das Netznutzungs- und Netzverlustentgelt proportional zum Ökostromförderbeitrag eingehoben. Hier finden Sie Details zu Ihrem Bundesland.

Entwicklung der Ökostromförderkosten

In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung der Ökostromförderkosten für einen durchschnittlichen Haushalt seit dem Jahr 2012 dargestellt. Der Höchststand wurde im Jahr 2016 erreicht. Seitdem sind Ökostromförderbeitrag und Ökostrompauschale gesunken.

Entwicklung der Ökostromförderkosten für einen Durchschnitsshaushalt

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