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Aktuelle Informationen zur Gasversorgung

Aktuelle Fragen und Antworten zur Gasversorgung

Lagebericht

Ein aktueller Lagebericht wird auf der Seite des Markt- und Verteilergebietsmanagers AGGM veröffentlicht und täglich aktualisiert. 

Nachfolgend finden Sie Antworten auf aktuell häufige Fragen. Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert, sollte sich an der Situation etwas ändern.

Deutschland hat heute (23.6.) die Alarmstufe ausgerufen. Wird Österreich jetzt nachziehen?

Die aktuelle Situation in Deutschland ist im Moment deutlich anders als in Österreich. Die Gasflüsse nach Deutschland sind erheblich mehr eingeschränkt als jene nach Österreich.

In Österreich kommt nach wie vor so viel Gas an, dass nicht nur der tägliche Verbrauch damit gedeckt werden kann, sondern auch weiterhin eingespeichert wird. Die Voraussetzung für die Ausrufung der Alarmstufe laut Notfallplan ist in Österreich somit derzeit (noch) nicht gegeben. Selbstverständlich wird die Situation weiterhin beobachtet und es ist die Ausrufung der Alarmstufe zu einem späteren Zeitpunkt nicht auszuschließen.

Was würde es bedeuten, wenn die Alarmstufe in Österreich ausgerufen werden würde?

Würde Österreich die Alarmstufe ausrufen, würde es in erster Linie zu Sparaufrufen in der Bevölkerung kommen. Energie einzusparen – in welcher Form auch immer – ist aber unabhängig davon das Gebot der Stunde. Und dabei können auch bei Gas bereits jetzt im Sommer Maßnahmen getroffen werden, um in der kalten Jahreszeit weniger Gas zu verbrauchen. Hier geht es zum Beispiel darum, Fenster abzudichten, die Gastherme bereits jetzt warten zu lassen, beim Duschen (wenn mit Gas geheizt wird) weniger Wasser zu verbrauchen usw. Aber auch der Verzicht auf die Klimaanlage im Sommer hilft dabei, Energie einzusparen.

Müssen österreichische Kundinnen und Kunden aktuell mit Einschränkungen bei der Gasversorgung rechnen?

Der Blick in die Gasspeicher und auf die Verbräuche der letzten Jahre sagt uns: Nein, über den Sommer bekommen die Haushalte kein Problem mehr. Selbst wenn alle Lieferungen aus Russland gestoppt würden, reichen die Vorräte in den Gasspeichern und die übrigen Gaslieferungen aus.

In Österreichs Gasspeichern lagern derzeit knapp 42,7 TWh. Dieser Füllstand der Speicher in Österreich ist im normalen Bereich für die Jahreszeit. Der gesamte Gasverbrauch betrug im Jahr 2020 19 TWh. Derzeit wird in die Gasspeicher weiter Gas eingespeichert.
(Stand 30. Juni 2022)

Ist Österreich vom rediuzierten Gastransit durch die Ukrainer betroffen?

Der Gasfluss über einen Übergabepunkt für den Transit im Osten der Ukraine ist – laut unseren Informationen – aufgrund der Kriegshandlungen seit den Nachtstunden des 11. Mai beeinträchtigt. Das bedeutet, dass der Transit von Gas nach Österreich und Europa über diesen einen Übergabepunkt nicht mehr möglich ist. Ein Teil der Gasmengen konnte bereits auf einen anderen Übergabepunkt umgelagert werden. Der Gasfluss über die Nordstream 1, die die Hauptroute für den Gastransit nach Europa darstellt, ist weiterhin konstant. In Baumgarten wird derzeit zwar ein leicht gesunkener Gasfluss verzeichnet, für die Versorgung mit Gas hat die Situation im Moment aber keinerlei Auswirkungen.

Die E-Control und alle beteiligten Unternehmen beobachten die Situation genau und informieren, sobald es Neuigkeiten gibt.

(11. Mai 2022)

Was bedeutet es für Österreich, dass die Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien ausgesetzt wurden?

Seit Mittwoch, 27. April, hat Gazprom Export die Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien ausgesetzt. Nach derzeitigen Informationen hängt dies mit der Bezahlung der Gaslieferungen zusammen.

Die Gasflüsse nach Österreich erfolgen weiterhin im geforderten Ausmaß. Das heißt, es gibt für Österreich weiterhin keine Einschränkung bei der Gasversorgung.
Die Leitung, über die Polen versorgt wird ist die sogenannte Jamal-Leitung. Diese wird für die Versorgung von Österreich nicht genutzt. 

Österreich bekommt Gas vor allem über die Ukraine Route und Nordstream 1 und hier finden die Gasflüsse nach wie vor im normalen Ausmaß statt. Auch in den vergangenen Wochen hat es schon immer wieder einmal Einschränkungen bei der Jamal-Leitung gegeben, ohne dass dies Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit gehabt hätte.
Die Situation wird laufend engmaschig beobachtet und es findet dazu ein permanenter Austausch mit Ministerien, aber auch den Netzbetreibern, Großverbrauchern und anderen Marktteilnehmern statt.
(Stand 27. April 2022)

Warum wurde der Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen

Das Krisenkabinett der Bundesregierung hat am 30. März gemeinsam mit der E-Control die Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen. Grund dafür war die Ankündigung Russlands, wonach Gaslieferungen künftig nur noch in Rubel bezahlt werden sollen. Als direkte Folge der Frühwarnstufe wurde seither das bereits seit 24. Februar bestehende Überwachungs- und Monitoring-System noch weiter verdichtet.
(Stand 30. März 2022)

Wie geht es nach dem Winter weiter, wenn sich die politische Lage nicht ändert? Der nächste Winter kommt ja gewiss.

Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die politische Situation im Sommer grundlegend entspannt.

Auch wenn die Versorgungssituation diesen Winter nicht gefährdet ist, müssen nationale und europäische Maßnahmen gesetzt werden, um die Speicherbefüllung im kommenden Sommer zu unterstützen. Die E-Control ist an der Erarbeitung von Vorschlägen beteiligt.
(24. Februar 2022)

Welche Alternativen gibt es zu Gas aus Russland?

Österreich kann über andere Transportwege Flüssiggas (liquefied natural gas, LNG) oder verstärkt Mengen an anderen Großhandelsmärkten einkaufen. LNG wird z.B. in Schiffterminals in Italien angelandet und kann dann über Pipelines von dort nach Österreich gelangen. Auch kann noch auf andere Produzenten von Erdgas ausgewichen werden, wie beispielsweise Norwegen.
(24. Februar 2022)

Welcher Anteil der Gaslieferungen aus Russland kommt über die Ukraine nach Österreich?

Auf diesem Weg gelangen rund 50%-60% der russischen Gaslieferungen nach Österreich. Der Anteil an russischem Gas, der über die Ukraine in die EU kommt, liegt bei ca. 10%.
(24. Februar 2022)

Was geschieht, wenn – z.B. kommenden Winter – doch nicht genug Gas zur Verfügung steht?

In diesem Fall träte die sogenannte „Energielenkung“ auf Basis des Energielenkungsgesetzes 2012 in Kraft. Es würden dann, beginnend mit großen Verbrauchern wie z.B. Industriebetrieben, für bestimmte Verbrauchergruppen Einschränkungen für den Gasverbrauch durchgesetzt werden. Hierbei gibt es vorbereitete Abstufungen. Haushaltskunden sind dabei sogenannten „geschützte Verbraucher“ die damit als allerletzte von Verbrauchseinschränkungen betroffen wären.
(24. Februar 2022)

Wie wird sich die Situation auf die Gaspreise – auch für Haushalte – auswirken?

Genau lässt sich das derzeit noch nicht voraussagen, da es, neben der politischen Situation, auch von der Nachfrage und damit u.a. auch vom Wetter und dem Verlauf des übrigen Winters abhängt. Sicher ist, dass die Gaspreise auf absehbare Zeit hoch bleiben werden.
(24. Februar 2022)