Presseaussendungen 2016

Stromnetzentgelte für Haushalte bleiben im Österreichschnitt konstant

Stromnetzentgelte bleiben im neuen Jahr für einen Haushalt im Österreichschnitt weitgehend konstant – Gesamte Stromrechnung wird in meisten Bundesländern niedriger ausfallen

Wien (22. Dezember 2016) – Die Stromnetzentgelte werden mit 1. Jänner 2017 für einen Durchschnittshaushalt österreichweit leicht um 0,36 Prozent bzw. 80 Cent jährlich steigen. Das hat die Regulierungskommission des Energieregulators E-Control, gestern, Mittwoch, beschlossen. Die Netzentgelte machen rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung aus und werden jährlich neu festgelegt. Trotz der leichten Steigerung werden die durchschnittlichen Netzentgelte für Haushalte 2017 um rund ein Viertel niedriger sein als die Netzentgelte 2001 vor der Strommarktliberalisierung und der damit einhergehenden Netzentgeltregulierung.

Höhere Netzkosten durch zusätzliche Investitionen, geringere Stromabgabe

Je nach Netzgebiet entwickeln sich die Netzentgelte im kommenden Jahr unterschiedlich. In Niederösterreich steigen für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden die Netzentgelte um 9,18 Prozent bzw. rund 20 Euro brutto im Jahr, in Oberösterreich beträgt die Erhöhung 5,21 Prozent (+11,5 Euro im Jahr), im Burgenland 2,5 Prozent (+5,5 Euro jährlich). Die Netzkosten steigen wegen eines zusätzlichen Investitionsbedarfs in Netzanlagen und weil weniger Strom über das Netz an Endverbraucher abgegeben wurde, was für den Einzelnen die Netzkosten in die Höhe treibt. Größter Kostentreiber in Niederösterreich war der Wegfall kostenmindernder Effekte aus sogenannten Baukostenzuschüssen der Vergangenheit.

Niedrigere Netzentgelte in Vorarlberg, Wien und anderen Bundesländern

In Vorarlberg reduzieren sich die Netzentgelte mit kommendem Jahr um 7,13 Prozent, was eine Ersparnis von 13,5 Euro im Jahr bedeutet. Die niedrigeren Netzentgelte in Vorarlberg sind hauptsächlich auf gesunkene Kosten des vorgelagerten Übertragungsnetzes zurückzuführen. In Wien sinken die Netzentgelte um 5,92 Prozent (Ersparnis von 12 Euro jährlich), in Salzburg und Graz um jeweils mehr als drei Prozent (Ersparnis von acht bzw. sechs Euro im Jahr). In den anderen Netzgebieten bleiben die Netzentgelte weitgehend konstant.

Gesamte Stromrechnung 2017 in meisten Bundesländern niedriger als heuer

Da im kommenden Jahr für einen Durchschnittshaushalt die Ökostromkosten um etwa 20 Euro brutto sinken werden, wird trotz der im Österreichschnitt leicht gestiegenen Netzentgelte die gesamte Stromrechnung in den meisten Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausfallen. In Niederösterreich bleibt die gesamte Stromrechnung in etwa gleich hoch. Dort wo die Netzentgelte sinken, erhöht sich die Ersparnis durch die ebenfalls niedrigeren Ökostromkosten. Die Ökostromkosten werden für einen Durchschnittshaushalt 2017 auf 100 Euro brutto im Jahr sinken, heuer werden rund 120 Euro brutto anfallen. Grund für die Senkung sind geringere Kosten für Ausgleichsenergie, vor allem wegen der Verbesserungen der Prognosequalität bei Windenergie. Zudem erfolgt für einige Ökostromanlagen der Übergang von der langfristigen Förderung in den Markt. Mit den von jedem Haushalt zu zahlenden Ökostromförderkosten werden bestimmte Ökostromtechnologien wie Sonnen- oder Windkraft finanziell gefördert.

Neue Gasnetzentgelte für 2017

Mit 1. Jänner 2017 werden Gasnetzentgelte neu festgelegt – Senkungen und Erhöhungen österreichweit im Wesentlichen ausgeglichen – Neue Entgelte für Gasfernleitungsnetzbetreiber

Wien (22. Dezember 2016) – Die jährlich festzulegenden Gasnetzentgelte werden mit 1. Jänner 2017 im Osten Österreichs steigen, in Tirol, Vorarlberg und Kärnten sinken sie. Das hat die Regulierungskommission der E-Control, gestern, Mittwoch, beschlossen. Je nach Bundesland machen die Netzentgelte ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gasrechnung aus, der Rest entfällt auf die Kosten für die Gaslieferung sowie Steuern und Abgaben. Für einen gasbeheizten Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden verteuern sich im österreichweiten Schnitt die Netzentgelte um sechs Prozent bzw. 17 Euro.

Höhere Gasnetzentgelte in Wien, Burgenland, Niederösterreich

Hintergrund für die steigenden Netzkosten in Ostösterreich ist der sinkende Gasabsatz. In Wien erhöhen sich die Netzkosten um 9,2 Prozent, im Burgenland um 6,1 Prozent und in Niederösterreich, wo die Gasnetzentgelte zuletzt noch unter dem Österreichschnitt lagen, erhöhen sich die Netzkosten eines Haushalts sogar um 13,3 Prozent.

Sinkende Gasnetzentgelte in Tirol, Vorarlberg und Kärnten

In den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg sowie in Kärnten sinken die Gasnetzentgelte, da hier der Gasnetzausbau für weiteren Mengenabsatz sorgt. Für einen durchschnittlichen Haushalt in Tirol, der mit Gas heizt, reduzieren sich die Netzentgelte ab dem kommenden Jahr um 5,8 Prozent, in Kärnten um 3,7 Prozent und in Vorarlberg um 0,8 Prozent. In Tirol kommt es zu Senkungen, weil durch den Ausbau des Gasnetzes der Gasverbrauch stieg, was für den einzelnen Haushalt die Netzkosten reduziert. Weiters erhöhte sich der Gasverbrauch, weil durch den im Westen kühleren Winter die Haushalte mehr heizten und weil in Gaskraftwerken mehr Gas zur Stromerzeugung und Netzstabilisierung eingesetzt wurde.

Neue Entgelte für Gasfernleitungsnetzbetreiber

Für die österreichischen Gasfernleitungsnetzbetreiber werden ebenfalls neue Entgelte für die Einfuhr und Ausfuhr von Erdgas über grenzüberschreitende Pipelines festgesetzt. Darin wird der Bedeutung des Knotenpunkts Baumgarten für den Gastransport Rechnung getragen. Auf Basis der zuvor neu festgelegten Kosten und Transportmengen konnte ein Großteil der Entgelte gesenkt werden. Dadurch bleibt das österreichische Fernleitungsnetz als wichtige Gasdrehscheibe Mitteleuropas und Österreich als regionaler Gashandelsplatz attraktiv.

Mit 1. Jänner 2017 treten zudem vier geänderte Datenverordnungen der E-Control in Kraft, mit denen der Regulator für seine Aufgaben in den Bereichen Energielenkung, Statistik und Monitoring der Strom- und Gasmärkte Daten erhält.

E-Control: Verwaltungsgerichthof bestätigt Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde

Verwaltungsgerichtshof weist Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zurück

Wien (6. Dezember 2016) – Der Verwaltungsgerichthof hat heute die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde E-Control bestätigt. Anlass dafür war eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom März diesen Jahres, mit der ein Bescheid der E-Control aufgrund des gesetzlich verankerten Informationsrechts des Wirtschaftsministers aufgehoben und somit die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde in Frage gestellt wurde. Gegen diese Entscheidung hat die

E-Control Revision beim Verwaltungsgerichtshof erhoben, der heute stattgegeben wurde.

Rechtsmeinung der E-Control bestätigt

„Wir freuen uns sehr, dass der Verwaltungsgerichtshof unsere Rechtsmeinung bestätigt hat, schließlich hat sich die E-Control stets gesetzeskonform verhalten. Die E-Control agiert unabhängig und ist per Gesetz bei Wahrnehmung von Regulierungsaufgaben an keine Weisungen gebunden. Das wurde jetzt auch vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt.“, zeigt sich der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer mit dem Ergebnis zufrieden. Und ergänzt: „Damit ist klargestellt, dass weder das Unterrichtungsrecht des Wirtschaftsministers noch die Wahrnehmung von Aufgaben im nicht regulierten Bereich für den Wirtschaftsminister per se die Unabhängigkeit der E-Control gefährden.“ Das Bundesverwaltungsgericht muss somit erneut über die Beschwerde gegen den Kostenfeststellungsbescheid entscheiden. „Nunmehr können auch alle anderen Verfahren gegen Bescheide der E-Control, die bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts nicht behandelt worden sind, fortgeführt werden.“, so Eigenbauer und Urbantschitsch abschließend.

E-Control: Energiepaket der EU-Kommission behandelt wichtige Aspekte

Mit Vorschlag beabsichtigt Kommission, Zieldreieck Marktintegration, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit zu stärken – Viele Dinge richtig, manche bedürfen kritischer Prüfung

Wien (30. November 2016) – Das von der EU-Kommission heute, Mittwoch, vorgestellte Energiepaket sieht die heimische Energieregulierungsbehörde E-Control als Diskussionsgrundlage für viele wichtige Punkte, wo es eine Richtungsentscheidung braucht. „In dem Paket werden viele wichtige Aspekte behandelt, die aufgrund ihrer Komplexität erst genau geprüft werden müssen. Die neuen Legislativvorschläge können einen wichtigen Schritt für einen stärkeren Strombinnenmarkt darstellen“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Manche angekündigte Verbesserungen für Konsumenten nicht enthalten

In den nächsten Jahren kommen auf die Energiekunden erhebliche Veränderungen zu. Der große Wurf blieb im Energiepaket hier aber aus, sagt Vorstand Wolfgang Urbantschitsch: „Leider sind viele der angekündigten Verbesserungen für Konsumenten im Paket nicht enthalten. Beim Thema Stromrechnungen hätte der Fokus etwa auf Vereinfachung und Verständlichkeit liegen sollen.“

ACER nicht zulasten nationaler Regulierungsbehörden stärken

Im Energiepaket sind in bestimmten Bereichen auch zusätzliche Kompetenzen für die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) vorgesehen. Wolfgang Urbantschitsch: „Aus unserer Sicht sollte eine Stärkung von ACER nicht zulasten der nationalen Regulatoren gehen, da dadurch viel Expertise verloren gehen würde. Vielmehr ist die Koordinierungsfunktion von ACER zu unterstreichen.“ Einige geplante Änderungen bei ACER, wie etwa neue oder verbesserte Aufsichtsfunktionen bei regionalen oder EU-weit agierenden Organisationen und Marktteilnehmern, seien aber zu begrüßen, so Urbantschitsch.

E-Control und ENTSO-E: Netzkodizes sind Beitrag zu sicherer und klimafreundlicher Stromversorgung

Stromnetzkodizes sind Bausteine für sichere, wettbewerbsfähige und klimafreundliche Stromversorgung in der EU – Insgesamt acht Kodizes und Leitlinien, fünf bereits in Kraft

Wien (28. November 2016) – Die europäische Energieversorgung soll sicher, wettbewerbsfähig, leistbar und durch einen möglichst geringen Einsatz von Treibhausgasemissionen (CO2) klimafreundlich sein. Das sind die Vorstellungen der Europäischen Union, die zur Erreichung dieser Ziele einen vollständigen Energiebinnenmarkt schaffen möchte. „Um das zu schaffen, sind sogenannte Netzkodizes nötig“, erklärte Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control, heute, Montag, in Wien auf einem Pressegespräch. Derzeit wurden im Strombereich acht Kodizes bzw. Leitlinien entwickelt, fünf davon sind bereits in Kraft. Die Kodizes haben einen gesamteuropäischen Ansatz, sie vervollständigen bestehende nationale Regelungen im Energiebereich, um relevante grenzüberschreitende Themen in einer systematischen und koordinierten Weise zu bearbeiten. Urbantschitsch: „Netzkodizes stehen für eine tiefere, engere europäische Zusammenarbeit im Energiebereich.“ Die Netzkodizes regeln nicht nur technik-, sondern auch marktrelevante Themen, sie definieren und harmonisieren zahlreiche Regelungen für den Stromhandel und das Stromnetz, unter anderem in den Bereichen Kapazitätsvergabe und Engpassmanagement, Netzbetrieb, Netzanschluss oder Regelenergie.

Stromkunden profitieren von Versorgungssicherheit und mehr Wettbewerb

Die Netzkodizes im Strombereich sind wesentlicher Bestandteil des 2009 in Kraft getretenen dritten Energiebinnenmarktpakets der EU. Das dritte Paket schuf etwa den Verband für die Stromübertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E), definierte Entflechtungserfordernisse, stärkte die Konsumentenrechte und legte Maßnahmen für die Versorgungssicherheit fest. Die Netzkodizes und Leitlinien sind EU-Verordnungen und daher unmittelbar gültig. „Die Kodizes haben ab jetzt spürbare Auswirkungen auf die heimischen Netzbetreiber, Erzeuger, Händler und Verbraucher“, betonte Urbantschitsch. „Die österreichischen Stromkunden sollen letztlich von einer höheren Versorgungssicherheit und einem wettbewerbsfähigeren Markt profitieren.“ So soll durch die Netzkodizes der grenzüberschreitende Handel gefördert werden. Netzkodizes ermöglichen zudem die bessere Einbindung von Ökostrom und bereiten damit den Weg für Strom aus Wind und Photovoltaik.

Wichtige Rolle für Stromübertragungsnetzbetreiber

Bei der Erarbeitung der Netzkodizes hat der Verband der europäischen Stromübertragungsnetzbetreiber, ENTSO-E, die federführende Rolle. ENTSO-E erstellt in Zusammenarbeit mit Experten und Stakeholdern Entwürfe für die Kodizes. „Die Stromübertragungsnetzbetreiber sind eine der wichtigsten Schnittstellen für die Erarbeitung und Umsetzung der Netzkodizes“, sagte Konstantin Staschus, ENTSO-E-Generalsekretär. Die Übertragungsnetze sind die Autobahnen und Bundesstraßen, auf denen der Strom über größere Distanzen transportiert wird, und über die auch der grenzüberschreitende Austausch, wie Stromlieferungen zwischen Mitgliedstaaten, stattfindet. Da die Netzkodizes grenzüberschreitende Themen regeln, beziehen sie sich in erster Linie auf die Übertragungsnetze. Nach Erstellung der Netzkodizes werden diese von der Europäischen Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulatoren (ACER) überprüft, danach an die Europäische Kommission übermittelt und von den EU-Mitgliedstaaten im Rahmen eines Komitologieverfahrens beschlossen. Die Netzkodizes bzw. Leitlinien werden im Anschluss von der Kommission als Verordnungen erlassen.

„Kodizes mit Leben zu füllen, ist die wahre Herausforderung“

Nach dem Beschluss der Netzkodizes geht es an die Umsetzung. Diese Phase hat mittlerweile begonnen und wird weiter Fahrt aufnehmen. „Die Kodizes mit Leben zu füllen, ist die wahre Herausforderung“, sagte Konstantin Staschus. „Jeder Netzkodex muss viele Schritte durchlaufen, bevor er zur vollen Anwendung kommt.“ Es könnten dafür etwa nationale Gesetzesanpassungen oder Vereinbarungen mit anderen Mitgliedstaaten nötig sein. In diesen Prozess sind alle Marktteilnehmer, Netzbetreiber und Regulatoren involviert. „Die Umsetzung erfordert eine umfassende Kooperation unter den Übertragungsnetzbetreibern“, verdeutlichte Staschus. Die Hauptverantwortung für die Umsetzung vieler Aufgaben auf europäischer, zwischenstaatlicher und nationaler Ebene liegt bei den Übertragungsnetzbetreibern. Im Gasbereich gibt es vier Netzkodizes, drei davon sind bereits erlassen. Voraussichtlich bis etwa 2022 werden alle Netzkodizes im Strombereich vollständig umgesetzt sein, im Gasbereich bis 2019.

Auf effiziente Umsetzung achten

Während der Umsetzung ist es Aufgabe der Regulierungsbehörde, Genehmigungen für die detaillierte Umsetzung zu erteilen, die Implementierung der Netzkodizes bzw. Leitlinien zu überwachen oder Berichte und Analysen zu erstellen. Es ist zum Teil erforderlich den Rechtsrahmen anzupassen, zudem ist zu prüfen, welche bestehenden Regelungen im Sinne einer Rechtsbereinigung gestrichen werden können. „Für uns ist es wichtig, dass die Umsetzung effizient und ohne große zusätzliche Bürokratie für alle Beteiligten abläuft. Die Zuständigkeiten müssen klar definiert sein“, sagte Urbantschitsch.

Weitere Informationen zu Stromnetzkodizes: https://www.e-control.at/marktteilnehmer/strom/network-codes-und-guidelines

Netzkodizes Strom – Was kommt auf uns zu?

Stromnetzkodizes sind Bausteine für sichere, wettbewerbsfähige und klimafreundliche Stromversorgung in der EU – Insgesamt acht Kodizes und Leitlinien, fünf bereits in Kraft

Wien (28. November 2016) – Die europäische Energieversorgung soll sicher, wettbewerbsfähig, leistbar und durch einen möglichst geringen Einsatz von Treibhausgasemissionen (CO2) klimafreundlich sein. Das sind die Vorstellungen der Europäischen Union, die zur Erreichung dieser Ziele einen vollständigen Energiebinnenmarkt schaffen möchte. „Um das zu schaffen, sind sogenannte Netzkodizes nötig“, erklärt Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control. Derzeit wurden im Strombereich acht Kodizes bzw. Leitlinien entwickelt, fünf davon sind bereits in Kraft. Die Kodizes haben einen gesamteuropäischen Ansatz, sie vervollständigen bestehende nationale Regelungen im Energiebereich, um relevante grenzüberschreitende Themen in einer systematischen und koordinierten Weise zu bearbeiten. Urbantschitsch: „Netzkodizes stehen für eine tiefere, engere europäische Zusammenarbeit im Energiebereich.“ Die Netzkodizes regeln nicht nur technik-, sondern auch marktrelevante Themen, sie definieren und harmonisieren zahlreiche Regelungen für den Stromhandel und das Stromnetz, unter anderem in den Bereichen Kapazitätsvergabe und Engpassmanagement, Netzbetrieb, Netzanschluss oder Regelenergie.

Stromkunden profitieren von Versorgungssicherheit und mehr Wettbewerb

Die Netzkodizes im Strombereich sind wesentlicher Bestandteil des 2009 in Kraft getretenen dritten Energiebinnenmarktpakets der EU. Das dritte Paket schuf etwa den Verband für die Stromübertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E), definierte Entflechtungserfordernisse, stärkte die Konsumentenrechte und legte Maßnahmen für die Versorgungssicherheit fest. Die Netzkodizes und Leitlinien sind EU-Verordnungen und daher unmittelbar gültig. „Die Kodizes haben ab jetzt spürbare Auswirkungen auf die heimischen Netzbetreiber, Erzeuger, Händler und Verbraucher“, betont Urbantschitsch. „Die österreichischen Stromkunden sollen letztlich von einer höheren Versorgungssicherheit und einem wettbewerbsfähigeren Markt profitieren.“ So soll durch die Netzkodizes der grenzüberschreitende Handel gefördert werden. Netzkodizes ermöglichen zudem die bessere Einbindung von Ökostrom und bereiten damit den Weg für Strom aus Wind und Photovoltaik.

Wichtige Rolle für Stromübertragungsnetzbetreiber

Bei der Erarbeitung der Netzkodizes hat der Verband der europäischen Stromübertragungsnetzbetreiber, ENTSO-E, die federführende Rolle. ENTSO-E erstellt in Zusammenarbeit mit Experten und Stakeholdern Entwürfe für die Kodizes. „Die Stromübertragungsnetzbetreiber sind eine der wichtigsten Schnittstellen für die Erarbeitung und Umsetzung der Netzkodizes“, sagt Konstantin Staschus, ENTSO-E-Generalsekretär. Die Übertragungsnetze sind die Autobahnen und Bundesstraßen, auf denen der Strom über größere Distanzen transportiert wird, und über die auch der grenzüberschreitende Austausch, wie Stromlieferungen zwischen Mitgliedstaaten, stattfindet. Da die Netzkodizes grenzüberschreitende Themen regeln, beziehen sie sich in erster Linie auf die Übertragungsnetze. Nach Erstellung der Netzkodizes werden diese von der Europäischen Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulatoren (ACER) überprüft, danach an die Europäische Kommission übermittelt und von den EU-Mitgliedstaaten im Rahmen eines Komitologieverfahrens beschlossen. Die Netzkodizes bzw. Leitlinien werden im Anschluss von der Kommission als Verordnungen erlassen.

„Kodizes mit Leben zu füllen, ist die wahre Herausforderung“

Nach dem Beschluss der Netzkodizes geht es an die Umsetzung. Diese Phase hat mittlerweile begonnen und wird weiter Fahrt aufnehmen. „Die Kodizes mit Leben zu füllen, ist die wahre Herausforderung“, sagt Konstantin Staschus. „Jeder Netzkodex muss viele Schritte durchlaufen, bevor er zur vollen Anwendung kommt.“ Es könnten dafür etwa nationale Gesetzesanpassungen oder Vereinbarungen mit anderen Mitgliedstaaten nötig sein. In diesen Prozess sind alle Marktteilnehmer, Netzbetreiber und Regulatoren involviert. „Die Umsetzung erfordert eine umfassende Kooperation unter den Übertragungsnetzbetreibern“, verdeutlicht Staschus. Die Hauptverantwortung für die Umsetzung vieler Aufgaben auf europäischer, zwischenstaatlicher und nationaler Ebene liegt bei den Übertragungsnetzbetreibern. Im Gasbereich gibt es vier Netzkodizes, drei davon sind bereits erlassen. Voraussichtlich bis etwa 2022 werden alle Netzkodizes im Strombereich vollständig umgesetzt sein, im Gasbereich bis 2019.

Auf effiziente Umsetzung achten

Während der Umsetzung ist es Aufgabe der Regulierungsbehörde, Genehmigungen für die detaillierte Umsetzung zu erteilen, die Implementierung der Netzkodizes bzw. Leitlinien zu überwachen oder Berichte und Analysen zu erstellen. Es ist zum Teil erforderlich, den Rechtsrahmen anzupassen. Zudem ist zu prüfen, welche bestehenden Regelungen im Sinne einer Rechtsbereinigung gestrichen werden können. „Für uns ist es wichtig, dass die Umsetzung effizient und ohne große zusätzliche Bürokratie für alle Beteiligten abläuft. Die Zuständigkeiten müssen klar definiert sein“, sagt Urbantschitsch.

E-Control legt Beschwerde ein gegen ACER-Entscheidung zu Strompreiszonentrennung

Entscheidung von ACER, die deutsch-österreichische Strompreiszone zu trennen, wurde gestern veröffentlicht – Österreichische Regulierungsbehörde legt Beschwerde ein

(Wien, 18. November 2016) Die europäische Regulierungsagentur ACER hat gestern, Donnerstagabend, die Entscheidung, in der eine Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone befürwortet wird, veröffentlicht. Vergangene Woche hatten in einer Sitzung des „Board of Regulators“ die europäischen Strom-Regulierungsbehörden mehrheitlich für den Entscheidungsentwurf des Direktors der europäischen Regulierungsagentur ACER gestimmt. Österreich stimmte dagegen. Die nun veröffentlichte Entscheidung von ACER wird die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control wie angekündigt beim Beschwerdeausschuss der Agentur anfechten.

Engpass liegt innerhalb Deutschlands

„Die Entscheidung ist grundlegend falsch. Es gibt keinen strukturellen Engpass an der deutsch-österreichischen Grenze, der Engpass liegt innerhalb Deutschlands“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Auch die EU-Kommission hat vergangene Woche in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage betont, dass unabhängig von der Entscheidung über die Gebotszonengrenze zwischen Deutschland und Österreich die erheblichen internen Engpässe innerhalb des deutschen Netzes behoben werden müssten. ACER ist aus Sicht der E-Control zudem nicht befugt, über die Preiszonenfrage zu entscheiden. E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer: „Die Agentur ist dafür nicht zuständig.“ Die EU-Kommission verweist in der Anfragebeantwortung darauf, dass eine endgültige Entscheidung über Gebotszonengrenzen im Rahmen der umfassenden Überprüfung der Gebotszonen durch ENTSO-E, dem Verband der europäischen Stromübertragungsnetzbetreiber, vorzunehmen sei. Auch die E-Control ist der Meinung, dass nicht ACER, sondern ENTSO-E zu prüfen hat, ob es einen Engpass zwischen Deutschland und Österreich geben soll. Die E-Control wird die Beschwerde gegen die ACER-Entscheidung in den nächsten Wochen einbringen. Die Beschwerdefrist endet am 17. Jänner 2017.

Als nächsten Schritt müssen die Übertragungsnetzbetreiber nun eine Methode für die Berechnung der grenzüberschreitenden Kapazität ausarbeiten. Dafür haben sie zehn Monate Zeit, der Vorschlag ist dann von den Regulierungsbehörden der jeweiligen Region zu genehmigen.

Parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission mit Link zum Antwortdokument:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+WQ+P-2016-007266+0+DOC+XML+V0//DE&language=de

 

E-Control: Mehr als 200.000 Strom- und Gaskunden wechselten ihren Anbieter in ersten neun Monaten

Zahl der Anbieterwechsel in ersten drei Quartalen heuer um 40 Prozent gestiegen – 43 Stromlieferanten und zwölf Gaslieferanten senkten dieses Jahr ihre Preise

Wien (10. November 2016) – Der Wettbewerb am heimischen Strom- und Gasmarkt hat sich in vielen Bereichen positiv entwickelt. Das geht aus dem neuen Marktbericht der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor, der heute, Donnerstag, auf einem Pressegespräch in Wien präsentiert wurde. „Die Konsumenten haben heuer im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent häufiger ihren Strom- und Gaslieferanten gewechselt, es gibt eine größere Auswahl an Produkten und viele Lieferanten haben ihre Preise gesenkt“, sagte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. In den ersten neun Monaten des heurigen Jahres haben rund 205.000 Strom- und Gaskunden ihren Anbieter gewechselt, wie aus der neuen Marktstatistik des Energieregulators E-Control hervorgeht. „Das sind die zweithöchsten Werte seit der Öffnung der Strom- und Gasmärkte“, betonte Urbantschitsch.

Zahl der Anbieterwechsler um 40 Prozent gestiegen

Die Zahl der Wechsler stieg verglichen zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent. Von Jänner bis Ende September haben heuer 158.500 Stromkunden ihren Anbieter gewechselt, davon rund 122.500 Haushalte. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich knapp 46.500 Kunden – davon etwa 42.500 Haushalte. Das entspricht Gesamtwechselraten der Haushalte und Unternehmen in den ersten neun Monaten von 2,6 Prozent bei Strom und 3,4 Prozent bei Gas. Im Vorjahr wechselten in den ersten drei Quartalen rund 145.500 Strom- und Gaskunden. Die bisher höchsten Wechselzahlen wurden 2014 erreicht, als sich in den ersten neun Monaten 228.800 und im gesamten Jahr 263.400 Strom- und Gaskunden für einen neuen Anbieter entschieden haben.

Oberösterreicher wechselten Strom- und Gaslieferanten am häufigsten

Am häufigsten wechselten ihren Strom- und Gaslieferanten heuer in den ersten drei Quartalen im Verhältnis zur Kundenanzahl die Oberösterreicher mit Wechselraten von 4,2 Prozent bei Strom und 5,5 Prozent bei Gas (insgesamt 50.700 Wechsler). Auf Platz zwei folgte die Steiermark mit 3,2 Prozent bei Strom und 4,6 Prozent bei Gas (33.000 Strom- oder Gaswechsler). Rang drei erreichten die Kärntner Strom- und Gaskunden mit knapp 13.000 Wechslern. Am seltensten wechselten die Salzburger, Tiroler und Vorarlberger ihre jeweiligen Strom- oder Gasanbieter, dort lagen die Wechselraten zwischen 1,2 Prozent in Tirol und jeweils 0,8 Prozent in den beiden anderen Bundesländern. In absoluten Zahlen am häufigsten wechselten die Wiener ihre Lieferanten für Strom und Gas (62.500), die Wechselraten lagen in Wien bei 2,8 Prozent (Strom) und 3,1 Prozent (Gas).

Einsparpotenzial auf Rekordhöhe

Derzeit spart sich ein durchschnittlicher Haushalt in Linz und Klagenfurt bei einem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Strom- und Gaslieferanten im ersten Jahr mehr als 900 Euro inklusive Wechselrabatt. Das sind die höchsten Einsparungen seit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002. „Wer seinen Strom- und Gaslieferanten wechselt, spart mit wenig Aufwand viel Geld“, sagte Urbantschitsch. Am meisten sparen Kunden, die jedes Jahr ihren Anbieter wechseln. Wer nicht regelmäßig wechseln möchte, kann sich mit einem einfachen Klick online im Tarifkalkulator, dem Preisvergleichsrechner der E-Control, die Ersparnis ohne Neukundenrabatt anzeigen lassen.

43 Stromlieferanten haben heuer ihre Preise gesenkt

Insgesamt haben heuer 43 von 150 Stromlieferanten für Haushalte ihre Preise gesenkt, darunter auch die Landesenergieversorger im Burgenland (Energie Burgenland), in Niederösterreich (EVN), Salzburg (Salzburg AG), Tirol (Tiwag) und Wien (Wien Energie). „Ein Durchschnittshaushalt spart sich durch diese Senkungen zwischen zehn und 16 Euro netto im Jahr“, sagte E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. Durch die Senkungen reduzierte sich im österreichweiten gewichteten Schnitt der Energiepreis für Strom (ohne Netzkosten sowie Steuern und Abgaben) von 6,9 Cent pro Kilowattstunde im Jänner dieses Jahres auf 6,76 Cent im November. Die Kunden bei den angestammten Anbietern zahlen für den Standardtarif zwischen 5,67 Cent pro Kilowattstunde in Tirol und 8,75 Cent pro Kilowattstunde in Oberösterreich.

Zwölf Gaslieferanten senkten ihre Preise

Insgesamt zwölf Gaslieferanten haben im Laufe des heurigen Jahres aufgrund der gefallenen Großhandelspreise ihre Energiepreise gesenkt, darunter auch große regionale Gaslieferanten wie die Unternehmen der Energie Allianz (Wien Energie, EVN, Energie Burgenland), die Energie Steiermark, die Energie Graz, die Energie AG Power Solutions, die Linz Gas, die Tigas sowie die Salzburg AG. Die Senkungen fielen unterschiedlich aus, von vier Prozent bei der Linz Gas bis 16 Prozent bei eww mit Sitz in Wels. Durch die Senkungen reduzierte sich im österreichweiten Schnitt der gewichtete Energiepreis für Gas (ohne Netzkosten sowie Steuern und Abgaben) im November im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent. „Insgesamt profitieren von den Preissenkungen sechs von zehn Stromkunden und 84 Prozent aller Gaskunden“, betonte Andreas Eigenbauer.

Acht neue Stromanbieter und drei neue Gaslieferanten

2016 sind acht neue Stromlieferanten für Haushaltskunden in den Markt eingetreten: Aktuell gibt es insgesamt 150 verschiedene Stromlieferanten für Haushalte in Österreich, 42 Lieferanten bieten ihre Produkte österreichweit an, der Rest nur in bestimmten Bundesländern oder Liefergebieten. Im Gasmarkt sind heuer drei neue Lieferanten in den Haushaltskundenmarkt eingetreten, insgesamt gibt es 40 verschiedene Gaslieferanten.

Wiener Stromkunde kann zwischen 42 Lieferanten und 95 Angeboten wählen

Ein Stromkunde in Wien kann zwischen 42 verschiedenen Lieferanten mit 95 unterschiedlichen Stromprodukten wählen. Bei Gas hat ein Kunde in Oberösterreich mittlerweile die Wahl zwischen 25 unterschiedlichen Lieferanten mit 63 verschiedenen Gasprodukten. Die Zahl der Angebote ist abhängig vom Wohnort.

Rund 4,8 Milliarden Euro für Modernisierung der Stromnetze

Von Beginn 2016 bis Ende 2020 werden die heimischen Stromnetzbetreiber innerhalb von fünf Jahren rund 4,8 Milliarden Euro in die Stromnetzinfrastruktur investieren wie aus einer Prognose der E-Control hervorgeht. Investiert wird in die Umstellung von analogen auf digitale Stromzähler (Smart Meter) sowie in Instandhaltung, Modernisierung und Ausbau der Stromnetze (Verteilnetz und Übertragungsnetz). „Um die heimischen Netze zukunftsfit zu machen, sind hohe Investitionen nötig“, sagte Eigenbauer. „Die Kunden profitieren durch die Investitionen von einem effizienteren Netzbetrieb und einer hohen Versorgungssicherheit.“

Rund 22.500 Stromabschaltungen wegen Zahlungsverzug

2015 gab es bei Haushaltskunden 22.509 Abschaltungen bei Strom und 5.970 Abschaltungen bei Gas. Das sind 0,4 Prozent aller Stromkunden und 0,5 Prozent aller Gaskunden, wie aus Meldungen der Netzbetreiber an die E-Control hervorgeht. Abgeschaltet wurde weil die Stromrechnung entweder gar nicht oder verspätet bezahlt wurde. „Die österreichischen Strom- und Gaskunden sind glücklicherweise nur selten von Abschaltungen betroffen. Im EU-Vergleich ist Österreich bei den Ländern mit den niedrigsten Abschaltungsraten“, sagte Wolfgang Urbantschitsch. In Deutschland etwa lag die Stromabschaltungsrate 2015 bei 0,7 Prozent, bei Gas waren es 0,4 Prozent der Kunden. In rund drei Viertel der Fälle war die Stromabschaltung nur vorübergehend und die Belieferung wurde aufgrund bestehender Verträge wieder aufgenommen.

Weiterer Schritt zur Trennung der Strompreiszone

EU-Regulatoren geben mehrheitlich grünes Licht für Entscheidungsentwurf von ACER

(Wien, 9. November 2016) Die europäischen Strom-Regulierungsbehörden haben gestern, Dienstagabend, in einer Sitzung des "Board of Regulators" mehrheitlich einen Entscheidungsentwurf des Direktors der europäischen Regulierungsagentur ACER befürwortet, der eine Trennung der deutsch-österreichische Strompreiszone vorsieht. Es ist nun davon auszugehen, dass der Direktor von ACER die endgültige Entscheidung in den nächsten Tagen trifft.

Die heimische Energieregulierungsbehörde E-Control setzt sich weiter für den Erhalt der Strompreiszone zwischen Österreich und Deutschland ein und wird diese Entscheidung – sobald sie veröffentlicht ist – beim Beschwerdeausschuss der Agentur anfechten.

„Die Entscheidung ist sachlich falsch. Es gibt keinen strukturellen Engpass an der deutsch-österreichischen Grenze, der Engpass liegt innerhalb Deutschlands“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. Zudem ist ACER nicht dafür zuständig, über eine Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes zu entscheiden. Für die Festlegung von Gebotszonen ist ein eigenständiges Verfahren vorgesehen. Nicht ACER, sondern der Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) hat zu prüfen, ob es einen Engpass zwischen Deutschland und Österreich geben soll, und den Mitgliedstaaten einen entsprechenden Vorschlag zur Entscheidung vorzulegen. ENTSO-E hat das Ergebnis ihres „Bidding Zone Review“ für das vierte Quartal 2017 angekündigt.

„Mit dieser Entscheidung geht ACER ein großes rechtliches Risiko ein“, verweist E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch auf mögliche Schadenersatzklagen von Marktteilnehmern gegen ACER, die diesen laut einem Rechtsgutachten offen stehen. Die E-Control wird alle möglichen rechtlichen Schritte gegen diese Entscheidung von ACER ergreifen. Neben der einzubringenden Beschwerde beim Beschwerdeausschuss von ACER werden auch wettbewerbsrechtliche Schritte geprüft.

E-Control weiter gesprächsbereit

Die Entscheidung von ACER ist grundsätzlich verbindlich und nach deren Veröffentlichung rechtswirksam. Rechtsmittel, die gegen die Entscheidung eingelegt werden, haben grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung, die Rechtsprechung der europäischen Gerichte zur Zuerkennung aufschiebender Wirkung ist eher restriktiv. Trotzdem kommt es nicht sofort zu Änderungen bei dem gemeinsamen Strommarkt mit Deutschland. Als nächstes müssen die Übertragungsnetzbetreiber eine Methode für die Berechnung der grenzüberschreitenden Kapazität ausarbeiten. Dafür haben sie zehn Monate Zeit, der Vorschlag ist dann von den Regulierungsbehörden der jeweiligen Region zu genehmigen. Die E-Control ist zudem weiter zu Gesprächen mit Deutschland bereit.

E-Control: Einseitige Aufkündigung der Strompreiszone ist falscher Schritt

Angekündigte einseitige Trennung der gemeinsamen deutsch-österreichischen Strompreiszone durch deutsche Bundesnetzagentur für E-Control nicht nachvollziehbar

Wien (28. Oktober 2016) – Die Bundesnetzagentur hat heute bekanntgegeben, einseitig mit Juli 2018 ein Engpassmanagementverfahren an der deutsch-österreichischen Grenze einführen zu wollen. „Die Vorgehensweise ist für uns nicht nachvollziehbar. Das ist ein falscher Schritt, der weder erforderlich noch gerechtfertigt ist. Es gibt eindeutig gelindere Mittel“, betonen die Vorstandsmitglieder der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control, Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer. „Der gemeinsame deutsch-österreichische Strommarkt ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Integration von Energiemärkten in der EU. Eine Aufteilung widerspricht ganz klar dem Ziel eines stärker integrierten EU-Energiebinnenmarktes.“ Die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control wird alle möglichen rechtlichen Schritte gegen diese Entscheidung ergreifen, zu prüfen sind etwa auch wettbewerbsrechtliche Schritte.

E-Control bleibt gesprächsbereit

Die E-Control bleibe dennoch weiter gesprächsbereit, betonen Eigenbauer und Urbantschitsch. „Wir werden die Gespräche mit Deutschland und den anderen Beteiligten weiter fortführen und sind weiter zuversichtlich auf dem Verhandlungsweg eine Einigung zu finden.“ Für die E-Control ist der langfristige Netzausbau die einzige Lösung, um die Situation nachhaltig zu entspannen. Das tatsächliche Problem ist ein innerdeutscher Netzengpass, das lässt sich durch eine künstliche Verschiebung an die deutsch-österreichische Grenze nicht lösen.

Zuletzt hatte das Europäische Gericht festgestellt, dass die Stellungnahme von ACER im September 2015, in der sich die Agentur für die Trennung der deutsch-österreichischen Preiszone ausgesprochen hat, rechtlich unverbindlich ist und keine Rechtswirkung entfaltet.

Spritpreisrechner: Mehr als 25 Millionen Zugriffe in fünf Jahren

Spritpreisrechner wurde vor fünf Jahren im September 2011 eingeführt – Seither 25,7-Millionen-mal genutzt – Autofahrer sparen mit Preisvergleich Treibstoffkosten

Wien (26. Oktober 2016) – Seit fünf Jahren können Autofahrer mit dem Spritpreisrechner online die günstigste Tankstelle in ihrer Nähe finden. Seit dem Start im September 2011 gab es 25,7 Millionen Zugriffe. „Der Spritpreisrechner ist eine Erfolgsgeschichte und wird von den Autofahrern sehr rege genutzt“, bilanziert Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. „Mit dem Onlinerechner können rasch und einfach die Preise verglichen werden. Das spart den Autofahrern Geld und stärkt den Wettbewerb am Treibstoffmarkt.“ Der Spritpreisrechner (www.spritpreisrechner.at) wurde auf Initiative des Wirtschaftsministeriums eingerichtet und wird von der Energieregulierungsbehörde E-Control betrieben. „Der Spritpreisrechner ist für kostenbewusste Autofahrer eine unverzichtbare Hilfe und schafft für Konsumenten Transparenz am Treibstoffmarkt“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Alleine heuer im ersten Halbjahr wurde der Spritpreisrechner 1,2 Millionen-mal aufgerufen. Besonders stark vergleichen Autofahrer die Spritpreise zu den Ferienreisezeiten wie Ostern, Pfingsten und zu Beginn und Ende der Sommerferien. Konsumenten brauchen im Spritpreisrechner nur ihren Standort mit Ort und Straße eingeben, um die zehn nächstgelegenen Tankstellen angezeigt zu bekommen.

Seit Juni auch Erdgastankstellen im Spritpreisrechner

Seit Juni können auch Erdgasautofahrer online mit dem Spritpreisrechner die günstigste Erdgastankstelle finden. „Erdgasautos sind umweltfreundlich und kostengünstig. Sie stoßen weniger CO2 und andere Emissionen aus als Benzin- oder Dieselfahrzeuge und sind im Betrieb deutlich billiger“, erläutert Wolfgang Urbantschitsch die Vorteile der gasbetriebenen Fahrzeuge. In ganz Österreich gibt es derzeit rund 175 Erdgastankstellen, rund 5.000 Erdgasfahrzeuge (inklusive Benzin-Gas-Hybridautos) sind laut Statistik Austria zurzeit auf den heimischen Straßen unterwegs.

Burgenländer vergleichen Spritpreise am häufigsten

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl nutzen die Burgenländer den Spritpreisrechner am stärksten. „Mit durchschnittlich 450 Besuchen pro Jahr auf 1.000 Einwohner vergleichen die Burgenländer die Spritpreise österreichweit am häufigsten“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Niederösterreicher (235 pro 1.000 Einwohner) und Vorarlberger (215). Wien ist Schlusslicht mit lediglich 42 Besuchen pro Jahr je tausend Einwohner. „Das entspricht auch dem Motorisierungsgrad, wo es ebenfalls im Burgenland die meisten Pkw pro Einwohner gibt und in Wien aufgrund des gut ausgebauten öffentlichen Verkehrs die wenigsten.“ Der Spritpreisrechner kann auch von unterwegs einfach abgerufen werden. „Mittlerweile erfolgen rund 30 Prozent der Besuche per Smartphone“, betont Eigenbauer. 2014 waren es rund 25 Prozent. Seit Mitte 2012 zeigen auch die österreichischen Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ in ihren Autofahrer-Service-Applikationen die Preisinformationen des Spritpreisrechners an. Auch diese Angebote werden monatlich von rund einer halben Million Verbraucher genutzt.

 

E-Control: 87 Prozent der Herkunftsnachweise aus erneuerbarer Energie

Neuer Stromkennzeichnungsbericht des Energieregulators – Anteil der Herkunftsnachweise aus erneuerbarer Energie ist auf rund 87 Prozent leicht gesunken

Wien (28. Oktober 2016) – Für österreichische Haushalte und Betriebe wurden 2015 zu rund 87 Prozent Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energie beschafft. Das besagt der neue Stromkennzeichnungsbericht der Energieregulierungsbehörde E-Control. Der Anteil ging im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 von 89,1 Prozent auf 86,7 Prozent allerdings leicht zurück. Der Anteil von Nachweisen aus fossiler Energie (Erdgas, Erdöl, Kohle) stieg von 10,4 Prozent auf 12,9 Prozent, jener sonstiger Energieträger (vorwiegend Bioabfälle und Klärschlamm) betrug 0,4 Prozent.

Für jede Kilowattstunde Strom Nachweis vorhanden

Österreichische Stromkunden erhielten 2015 keinerlei Graustrom, sogenannten „Strom unbekannter Herkunft“, also ohne Beschaffung von Herkunftsnachweisen. Es wurden keine Nachweise für Kernkraft eingesetzt. Die Stromlieferanten haben die vom Nationalrat beschlossene vollständige Stromkennzeichnungspflicht zur Gänze eingehalten, für jede Kilowattstunde ist ein entsprechender Nachweis vorhanden. „Der Strom hat in Österreich durchgehend ein Mascherl“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Für Konsumenten muss der jeweilige Strommix auf ihrer Stromrechnung ersichtlich sein.

Nachweise zu 65 Prozent aus Österreich

Der Großteil der 2015 für die Stromkennzeichnung eingesetzten Herkunftsnachweise stammte aus Österreich, nämlich 65,24 Prozent. 2014 waren es 69 Prozent. Knapp ein Viertel der Nachweise kam aus Norwegen (24 Prozent). Kleinere Mengen an Zertifikaten stammten aus Frankreich (3,12 Prozent), Schweden (2,57 Prozent), Finnland (2,26 Prozent), Niederlande (1,05 Prozent), Slowenien (0,66 Prozent), Dänemark (0,44 Prozent), Schweiz (0,34 Prozent), Deutschland (0,21 Prozent) und Italien (0,12 Prozent). „Alle eingesetzten Nachweise wurden korrekt ausgestellt und eingesetzt“, betont E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer, der darauf hinweist, dass der Strommix laut der Stromkennzeichnung von der tatsächlichen Erzeugungsstruktur zu unterscheiden ist.

Zehn neue Grünstromlieferanten

Im vergangenen Jahr sind in Österreich zehn Lieferanten dazugekommen, die nur Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Strom beschaffen. „Wir beobachten deutliche Zuwächse bei den Grünstromlieferanten. Im vergangenen Jahr wurde eine neue Rekordzahl erreicht“, sagt Andreas Eigenbauer. Die Zahl der Lieferanten erneuerbarer Energie hat sich von 107 im Jahr 2014 auf 117 erhöht, 2010 lag die Zahl der Grünstromlieferanten noch bei 36. „Seit 2010 hat sich die Zahl der Grünstromlieferanten mehr als verdreifacht.“ Die Gesamtabgabemenge aller Ökostromanbieter (inklusive Landesenergieversorger, die reine Grünstromanbieter sind) hat sich von 2014 auf 2015 von 30.456Gigawattstunden auf 31.070 Gigawattstunden erhöht. 2013 waren es noch 17.412 Gigawattstunden, 2012 waren es 9.184 Gigawattstunden.

 

E-Control: Gasversorger in Österreich auch für extrem kalten Winter gerüstet

Überprüfung der E-Control zum Versorgungsstandard – Heimische Gaskunden auch bei lang anhaltenden Kälteperioden zuverlässig mit Gas versorgt

Wien (24.10.2016) – Die heimischen Gasversorger sind für den Fall eines extrem kalten Winters sehr gut gerüstet und könnten die heimischen Gaskunden auch bei lang anhaltenden Kälteperioden zuverlässig mit Gas versorgen. Das ist das erfreuliche Ergebnis einer Überprüfung des Energieregulators E-Control zum Versorgungsstandard aller in Österreich tätigen Gasversorger. Rechtzeitig mit Beginn der Heizsaison hat die E-Control geprüft, ob die Gasversorger über ausreichende Gasmengen durch Beschaffungs- und Speicherverträge verfügen, um die Versorgung der Haushaltskunden mit Gas gesichert aufrechterhalten und somit auch die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen zu können. Eine derartige Überprüfung wird von der E-Control seit 2012 einmal im Jahr durchgeführt. „Das Ergebnis der Überprüfung ist im Sinne der heimischen Gaskunden natürlich sehr erfreulich. Es zeigt, dass die Anbieter, die Haushaltskunden in Österreich mit Gas beliefern, ihre Verpflichtung zur sicheren Versorgung geschützter Kunden – auch in Extremsituationen – sehr ernst nehmen.“, zeigt sich der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, zufrieden.

Vorgaben zum Versorgungsstandard

Die entsprechende Bestimmung der Versorgungssicherheitsverordnung der EU zum Versorgungsstandard sieht drei Szenarien vor, unter denen die Belieferung von geschützten Kunden (Haushaltskunden) von den Gasversorgern im Beobachtungszeitraum Oktober 2016 bis einschließlich März 2017 zu gewährleisten ist: extreme Temperaturen an sieben aufeinander folgenden Tagen, ein außergewöhnlich hoher Gasverbrauch über einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen und Ausfall der größten einzelnen Gasinfrastruktur unter durchschnittlichen Winterbedingungen an 30 Tagen. „Es ist zu beachten, dass es sich dabei um Extremsituationen handelt, in denen die Gasbelieferung von geschützten Kunden
aufrecht erhalten werden muss – mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von einmal in 20 Jahren.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer.

Gasspeicher gut gefüllt

Die österreichischen Gasspeicher sind für die Versorgungssicherheit nach wie vor von hoher Bedeutung. Der Füllstand aller österreichischen Speicher, deren Fassungsvermögen auch im Jahr 2016 weiter erhöht wurde, liegt mit derzeit rund 88 TWh bei 96 Prozent und damit über dem Endkundenverbrauch im Jahr 2015 mit rund 84,4 TWh. „Die gut ausgebaute Speicher- und Transportinfrastruktur sowie der aktuelle Speicherfüllstand ermöglichen ein – wie bisher – hohes Versorgungssicherheitsniveau in Österreich, von dem die österreichischen Erdgaskunden profitieren.“, so Eigenbauer abschließend.

 

E-Control: ACER-Stellungnahme zu Strompreiszonentrennung laut Europäischem Gericht rechtlich unverbindlich

ACER-Stellungnahme zur Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone laut Europäischem Gericht rechtlich unverbindlich – keine Verpflichtung, Preiszone zu trennen

Wien (24. Oktober 2016) – Das Europäische Gericht hat vergangene Woche eine Entscheidung zur deutsch-österreichischen Strompreiszone getroffen und dabei auch die Position der E-Control gestärkt. Die Stellungnahme der EU-Energieagentur ACER von September 2015, in der gefordert wird den deutsch-österreichischen Strommarkt zu trennen, ist rechtlich unverbindlich, so der Beschluss des Gerichts. Die Klage des österreichischen Energieregulators E-Control, der sich im November vergangenen Jahres an das Europäische Gericht gewandt hatte, wurde zwar als unzulässig zurückgewiesen, da gegen rechtlich unverbindliche Akte keine Klage möglich ist. Mit dem Beschluss bestätigte das Gericht aber die Ansicht der E-Control, dass die ACER-Stellungnahme zur Trennung der Preiszone rechtlich völlig unverbindlich ist. „Das Gericht sagt ganz klar, dass die Stellungnahme keine Rechtswirkung entfaltet. Es muss sich somit auch niemand daran halten, weder ACER, noch eine Regulierungsbehörde noch ein Übertragungsnetzbetreiber, so explizit der Beschluss“, zeigt sich E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch über den Gerichtsbeschluss zufrieden. „Es gibt aufgrund der Empfehlung keine Pflicht, eine künstliche Handelsbeschränkung einzuführen.“ Das Europäische Gericht führte zudem aus, dass die ACER-Stellungnahme kein Präjudiz für ein noch ausstehendes Verfahren zur Berechnung der Gebotszonenkonfiguration ist. Im Dezember hatte auch bereits der Beschwerdeausschuss von ACER entschieden, dass die Stellungnahme der Agentur rechtlich unverbindlich ist. „Wir werden uns weiter stark für den Erhalt des gemeinsamen Strommarktes einsetzen. Der Beschluss unterstützt unsere Argumente und hilft uns bei den weiteren Gesprächen“, so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Deutsch-österreichischer Strommarkt besteht seit 2001

Der gemeinsame Strommarkt zwischen Deutschland und Österreich besteht seit 2001 und ist der größte und liquideste Strommarkt Europas. Er gilt als ein Paradebeispiel für die Integration von Strommärkten und den europäischen Binnenmarkt. Im September 2015 hatte ACER, die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulatoren, empfohlen, den deutsch-österreichischen Strommarkt zu trennen. Die E-Control hat gegen diese Stellungnahme Klage beim Europäischen Gericht eingebracht, worüber dieses nun entschieden hat.

Mehr Wettbewerb am liechtensteinischen Gasmarkt

Neues Gasmarktmodell in Liechtenstein startete am 1. Oktober – Kommission für Energiemarktaufsicht und E-Control ebneten Weg für stärkeren Wettbewerb und niedrigere Preise

Vaduz/Wien (14. Oktober 2016) – Gasversorger können seit 1. Oktober 2016 zu vereinfachten Regeln am liberalisierten liechtensteinischen Gasmarkt teilnehmen. Seither gilt das neue Marktmodell, das von der liechtensteinischen Kommission für Energiemarktaufsicht (EMK) in enger Abstimmung mit dem österreichischen Energieregulator E-Control entwickelt wurde. Liechtensteinische Gaskunden werden damit zukünftig eine breitere Auswahl zwischen verschiedenen Gasversorgern haben.

Einfacher Netzzugang

Mit dem Auslaufen langfristiger Verträge wurde die Möglichkeit geschaffen, den Netzzugang weiter zu öffnen und zu vereinfachen. Versorger müssen sich etwa um die Buchung von Kapazitäten an der Grenze zwischen Liechtenstein und Österreich nicht selbst kümmern. Die Kapazitätsbereitstellung ist Aufgabe der Liechtensteinischen Gasversorgung, die zusätzlich zu ihren Netzbetreiberaufgaben nun auch die operative Abwicklung des neuen Marktmodells übernimmt. Dazu gehört der laufende Ausgleich zwischen Aufbringung und Verbrauch, der in Kooperation zwischen Vorarlberg und Liechtenstein gemeinsam erfolgt. „Das soll für Versorger und Endkunden in beiden Marktgebieten Kosten reduzieren und einen optimierten Netzbetrieb gewährleisten“, so die Liechtensteinische Kommission für Energiemarktaufsicht.

Schärferer Wettbewerb, sinkende Preise

„Die neu gestaltete Anbindung an unseren liechtensteinischen Nachbarn ist ein weiterer Schritt in unseren Bemühungen um die Schaffung regionaler Gasmärkte. Bereits 2013 haben wir eine Integration des Tiroler und Vorarlberger Gasmarktes mit dem deutschen Gasmarkt gestartet, was zu einer Verdopplung der Anzahl der dort aktiven Versorger geführt hat und dadurch Wettbewerbsdruck auf die Preise ausgeübt hat. Eine ähnliche Entwicklung erhoffen wir uns nun auch in Liechtenstein“ so Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand des österreichischen Energieregulators E-Control. Für das neue Gasmarktmodell in Liechtenstein hat die E-Control die Marktregeln in Vorarlberg entsprechend angepasst.

 

E-Control: Netzausbau sorgt für höhere Versorgungssicherheit

Energieregulierungsbehörde genehmigte Netzentwicklungspläne für das heimische Gasnetz – Erdgasspeicher in Zukunft noch besser an den österreichischen Großhandelsplatz angebunden

Wien (3. Oktober 2016) – Die Bedeutung der Versorgungssicherheit sowie die Entwicklung des europäischen Binnenmarktes stellen zusätzliche Anforderungen an den Erdgastransport. Daher muss der Regulierungsbehörde E-Control jährlich ein zehnjähriger „Koordinierter Netzentwicklungsplan“ bzw. eine sogenannte „Langfristige Planung“ zur Genehmigung vorgelegt werden. Dieser Verpflichtung sind die österreichischen Fernleitungsnetzbetreiber, in Koordination mit dem Marktgebietsmanager, sowie der Verteilergebietsmanager auch heuer wieder nachgekommen. „Durch die Genehmigung der Pläne durch die E-Control wird sichergestellt, dass die betroffenen Marktteilnehmer den Anforderungen für eine weiterhin hohe Versorgungssicherheit im Gasbereich in Österreich Rechnung tragen. Die Netzentwicklungspläne für das Jahr 2017 wurden nun aktuell von der E-Control genehmigt.“, erläutert Wolfang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control.

Infrastrukturstandard in Österreich weiterhin auf hohem Niveau

Der Infrastrukturstandard ist ein im Rahmen der Verordnung der Europäischen Union über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Erdgasversorgung (VO (EU) Nr. 2010/994) festgelegtes Kriterium. „Dabei muss nachgewiesen werden, dass die Leitungskapazität so dimensioniert ist, dass eine sehr hohe Nachfrage auch bei Ausfall der größten Einzelinfrastruktur gedeckt werden kann. Im Marktgebiet Ost beträgt das aktuelle Ergebnis dieser sogenannten n-1 Formel 233 Prozent gemäß den Berechnungen in den nun genehmigten Netzentwicklungsplänen. Der Infrastrukturstandard gilt ab 100 Prozent als erreicht. Die österreichische Erdgasinfrastruktur ist somit bei einem Ausfall der größten Einzelinfrastruktur bestens gewappnet.“, zeigt sich Urbantschitsch zufrieden.

Speicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit

„In den vergangenen Jahren wurden die an das heimische Verteilergebiet angeschlossenen Speicherkapazitäten massiv erhöht, um die österreichische Versorgungsicherheit auch bei einem Lieferausfall zu gewährleisten. Um diese Netzanschlüsse zu ermöglichen, wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen der Langfristigen Planung eine Reihe von Projekten umgesetzt“, erläutert Andreas Eigenbauer, Vorstand der E-Control.

Im Winter 20104/2015 ist aufgrund der erhöhten Speichernutzung das österreichische Leitungsnetz an die Leistungsgrenzen gestoßen, wodurch eine Abwicklung aller Transportanfragen nicht in allen Fällen möglich war. „Es ist aber auch weiterhin erforderlich, die Qualität der Anbindung des Verteilergebiets und damit der Speicher an das Fernleitungsnetz zu verbessern“, betont Eigenbauer. Und weiter: „Um die Engpassproblematik nachhaltig zu lösen und aufgrund von technischen Optimierungen musste der Umsetzungszeitpunkt bereits genehmigter Projekte zum Teil neu festgelegt werden. Die Engpassproblematik wird bereits jetzt durch die Umsetzung anderer Projekte der Fernleitungsnetzbetreiber maßgeblich verbessert.“

Die betroffenen Ausbaumaßnahmen schaffen zusätzliche Kapazitäten zwischen dem Verteilernetz und dem Fernleitungsnetz, mit denen künftig auch die im Winter 2014/2015 beobachteten Transportspitzen abgedeckt werden können. „Diese Investitionen erfolgen einerseits im Sinne der Versorgungssicherheit, aber insbesondere, um den Zugang der massiv gestiegenen Speicherkapazitäten zum Virtuellen Handelspunkt zu verbessern. Somit stehen auch in Hochlastzeiten die österreichischen Speicher als entsprechende Liquiditätsquelle zur Verfügung. Darüber hinaus wird durch die Ausbaumaßnahmen auch der zusätzliche Anschluss des Speichers Haidach an das Verteilergebiet möglich“, sagt Eigenbauer.

Mit Teamarbeit zum Erfolg für Österreich

Alle beteiligten Marktteilnehmer, die beiden Fernleitungsnetzbetreiber, der Marktgebietsmanager sowie der Verteilergebietsmanager sind zur generellen Kooperation und im Speziellen zur Koordination und Abstimmung im Rahmen der Erarbeitung der Netzausbauplanung Gas verpflichtet. Die E-Control fordert und fördert dabei diese Teamarbeit explizit. Die Vorstände der E-Control begrüßen daher die Ankündigung der Fernleitungsnetzbetreiber, „dass künftig insbesondere die Bedarfsträger im Falle einer zeitlichen Verschiebung eines Projekts umgehend informiert und der gesamte Kommunikationsprozess in Zusammenhang mit der Netzentwicklungsplanung transparenter gestaltet wird.“

Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten ist Schwerpunkt der neuen E-Control-Strategie

Im „Koordinierten Netzentwicklungsplan“ wurde neben Projekten, die die bidirektionale Betreibbarkeit der bestehenden Leitungsverbindungen zu Italien, Ungarn und Slowenien und die Erschließung neuer Erdgasquellen im Auge haben, ein Fokus auf die Optimierung bestehender Anlagen gelegt. „Nur durch ein leistungsfähiges Netz mit ausreichenden grenzüberschreitenden Austauschmöglichkeiten kann die Versorgungssicherheit Österreichs nachhaltig gesichert und der Wirtschaftsstandort Österreich weiter attraktiviert werden.“, betont Urbantschitsch. So wurden zum Beispiel erstmalig die Rahmenbedingungen geschaffen, um den Import von Gas aus Italien zu ermöglichen, was den Import von Gas aus dem Mittelmeerraum sowie von LNG erleichtert. Für weitere Projekte, die eine bessere Anbindung des österreichischen Marktgebiets an liquide Handelsplätze gewährleisten und damit die Integration des europäischen Gasmarktes verbessern könnten, wurden die Netzbetreiber beauftragt, weitere Detailanalysen vorzulegen. „Gerade in Zeiten eines sinkenden Gasabsatzes muss die Ausgewogenheit zwischen zusätzlichen Kosten und Investitionen im Sinne der Marktintegration besonders beachtet werden. Eine bessere physikalische Verbindung zu liquiden Märkten könnte allerdings der Schlüssel dazu sein, dass die österreichischen Gaskunden von einem gestärkten Wettbewerb auf den Gasmärkten noch mehr profitieren.“, so Eigenbauer abschließend.

E-Control: Ökostromerzeugung 2015 gestiegen

Anteil des mit staatlichen Mitteln geförderten Ökostroms gestiegen – Größten Steigerungen bei Windkraft und Sonnenstrom – Höhere Förderkosten

Der Anteil des mit staatlichen Mitteln geförderten Ökostroms an der Abgabe an Endverbraucher ist in Österreich 2015 im Vergleich zu 2014 erneut gestiegen. Das geht aus dem neuen Ökostrombericht der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Der Anteil des geförderten Ökostroms hat sich im vergangenen Jahr auf 15,9 Prozent bzw. 9.168 Gigawattstunden (GWh) erhöht. 2014 lag der Anteil bei 14,5 Prozent bzw. 8.199 GWh. „Der Ökostromanteil ist die vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen. Der Ausbau geht weiter stark voran“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Gefördert werden bestimmte Ökostromanlagen mittels staatlich garantierter Einspeisetarife, also fixen Abnahmepreisen für den Strom.

Windstrom am stärksten gewachsen

Die größten Steigerungen bei der mit Fördermitteln unterstützen Ökostromerzeugung gab es 2015 bei Strom aus Wind und Sonne. Die Stromerzeugung aus Windkraft stieg um 26 Prozent auf 4.592 GWh, die Stromproduktion aus Photovoltaik erhöhte sich um 24 Prozent auf 437 GWh und jene der festen Biomasse um fünf Prozent auf 2.043 GWh. Die abgenommenen Strommengen erhöhten sich bei der Windkraft um 952 GWh, bei fester Biomasse um 102 GWh und bei Photovoltaik um 85 GWh. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren reduzierte sich der abgenommene Strom aus Kleinwasserkraft um zwölf Prozent von 1.703 GWh 2014 auf 1.519 GWh im Jahr 2015.

Die größten Zuwächse bei mit Fördermitteln unterstützten Ökostromtechnologien von 2014 auf 2015 im Überblick:

Windkraft +26 Prozent

Photovoltaik +24 Prozent

Feste Biomasse +5 Prozent

Photovoltaik Spitzenreiter bei neuen Anlagen

Bei der Zahl der installierten Anlagen, die nach dem Ökostromgesetz gefördert werden, lag erneut die Photovoltaik vorne. Im vergangenen Jahr legten die Photovoltaikanlagen um acht Prozent zu, von 17.597 Photovoltaikanlagen auf 19.021 Anlagen. Windkraftanlagen gab es um 6 Prozent mehr (Anstieg von 375 auf 399 Anlagen/Parks). In absoluten Zahlen betrachtet gab es somit den größten Zuwachs im Bereich der Photovoltaik. 1.424 der gesamten 1.502 im vergangenen Jahr zusätzlich installierten Ökostromanlagen waren Photovoltaikanlagen. Die installierte Leistung innerhalb der Technologieklassen wuchs im Bereich der Photovoltaik 2015 um 21 Prozent, bei der Windkraft waren es 19 Prozent.

Ökostromvergütung um 112 Millionen Euro gestiegen

Durch die gestiegenen Ökostrommengen erhöhten sich die dafür nötigen Förderkosten. Das Vergütungsvolumen – die Summe der ausbezahlten staatlich garantierten Einspeisetarife für Ökostrom inklusive des Marktwertes des geförderten Ökostroms – stieg im vergangenen Jahr um 112 Millionen von 846 Millionen auf insgesamt 958 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 13,2 Prozent. Noch größer ist die Steigerung beim Unterstützungsvolumen (exklusive Marktwert). Das Unterstützungsvolumen stieg nach aktuellen Berechnungen um ungefähr 20 Prozent von 631 Millionen auf 755 Millionen Euro. „Hier macht sich der erneut gesunkene Marktpreis vorrangig bemerkbar“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. Der den Berechnungen zugrunde gelegte Marktpreis sank 2014 auf 2015 von durchschnittlich 37 Euro auf 34 Euro pro Megawattstunde. Dieser niedrigere Marktpreis alleine resultierte in zusätzlich notwendigen Förderaufwendungen von 28 Millionen Euro.

 Die Kosten für die Ökostromförderung werden auch zukünftig steigen, prognostiziert Eigenbauer. „Allein aufgrund des weiter gesunkenen Marktpreises ist auch heuer mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.“ Dazu kommt, dass die Ökostrommengen weiter steigen werden, was ebenfalls zusätzlichen Förderbedarf bedeutet. Laut Prognose ist für 2016 mit einem Anstieg des Unterstützungsvolumens um 91 Millionen Euro auf 846 Millionen Euro zu rechnen.

Ökostromkosten für Haushalte steigen

Von 2014 auf 2015 erhöhten sich die Ökostromförderkosten für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden um ein Viertel von 82 Euro pro Jahr auf 103 Euro (jeweils inklusive Steuern). Heuer ist laut aktueller Prognose der E-Control mit einem Anstieg auf 120 Euro brutto zu rechnen.

Ausbauziel für 2015 wurde übertroffen

Das im Ökostromgesetz festgelegte Ausbauziel wurde 2015 in Summe deutlich übertroffen. Von 2010 bis 2015 sind 2.379 Megawatt installierte Leistung staatlich geförderter Ökostromanlagen hinzugekommen. Laut Gesetz sollten es 1.650 Megawatt installierte Leistung sein. „Das Ziel wurde somit um 44 Prozent übertroffen“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. „Zurückzuführen ist das vor allem auf den starken Windkraftausbau, wo die Zielerfüllung mehr als doppelt so hoch war.“ Übererfüllt wurde das Ausbauziel auch bei der Kleinwasserkraft. Unter den Zielvorgaben blieben Photovoltaik sowie feste Biomasse und Biogas. Laut derzeitigen Prognosen der E-Control wird das Ausbauziel für 2020 von 4.400 Megawatt installierter Leistung in Summe ebenfalls erreicht werden. Bis 2020 sollten dann auch die Ausbauziele für Photovoltaik erfüllt sein.

Österreich hat traditionell hohen Ökostromanteil

Österreich verfügt traditionell über einen hohen Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung. 2015 lag dieser nach ersten Auswertungen bei insgesamt 74 Prozent des energetischen Endverbrauchs bei Strom. Dieser Anteil umfasst den gesamten Ökostrom, also sowohl den im Ökostrombericht erfassten Ökostrom, der mit Fördermitteln unterstützt wurde, als auch Ökostrom ohne Förderungen, wie etwa Strom aus großen Wasserkraftwerken.

Kosten für Stabilisierung des Stromnetzes gesunken

Die Kosten für die Stabilisierung des österreichischen Stromnetzes mit Hilfe von Regelreserven konnten von 2014 auf 2015 um fast 30 Prozent reduziert werden, 143 Millionen Euro mussten 2015 für die gesamte Regelreserve aufgewendet werden. Dieser Trend setzte sich auch heuer im ersten Halbjahr fort: Bis Ende Juni wurden rund 50 Millionen Euro für Regelreserve aufgewendet, das ist weniger als im Vorjahr. Die bei der Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) angefallenen Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes sind im vergangenen Jahr ebenfalls gesunken. Die Aufwendungen für Ausgleichsenergie reduzierten sich von 2014 auf 2015 von 65 Millionen auf 61 Millionen Euro, 2012 lagen sie noch bei 28 Millionen Euro, 2013 waren es 39 Millionen.

Geringere Kosten durch mehr Wettbewerb, internationale Kooperationen

Um die Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes zu senken, wurden verschiedenste Maßnahmen getroffen. So wurde der Wettbewerb am Regelreservemarkt belebt, es gibt nun mehr als doppelt so viele Anbieter. Neben den großen Energieversorgern gibt es nun zusätzliche Teilnehmer am Regelreservemarkt, etwa Industriebetriebe, die selber Strom erzeugen oder bei Bedarf ihre Anlagen herunterfahren können, um den Strombedarf zu reduzieren. Dazu wurden etwa die Marktzugangsregeln vereinfacht. Technisch möglich ist die Teilnahme erneuerbarer Erzeugungsanlagen, neben Kleinwasserkraft sind auch andere, z.B. Windanlagen, bereits im Markt. Bei den internationalen Kooperationen trägt vor allem das gegenseitige Anrechnen beim Abruf von Sekundärregelenergie zur Kostensenkung bei. Eine solche Kooperation besteht seit 2013 mit Slowenien, seit Ende April 2014 gibt es eine ähnliche Regelung mit Deutschland. Damit wurden sehr große abgerufene Mengen an Sekundärregelenergie verhindert und die Kosten signifikant eingedämmt.

E-Control: Mehr als 30.000 Unternehmen wechselten im ersten Halbjahr ihren Strom- oder Gaslieferanten

Im ersten Halbjahr suchten sich heuer 31.600 Betriebe einen neuen Strom- oder Gasanbieter. Wechsel spart bei Strom 7.800 Euro, bei Gas 11.400 Euro

Wien (19. September 2016) – 31.600 Unternehmen haben in Österreich in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Das sind etwa gleich viele wie im Vorjahreshalbjahr, damals wechselten knapp 33.000 Betriebe. Bei Strom sind heuer 28.300 Unternehmen auf einen neuen Anbieter umgestiegen (Wechselrate von 1,7 Prozent). Bei Gas suchten sich rund 3.300 Firmen einen neuen Anbieter (4,2 Prozent). „Vom kleinen Frisörbetrieb bis hin zum großen Industrieunternehmen suchten sich im ersten Halbjahr heuer viele Unternehmen einen günstigeren Energieanbieter“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch zu den Zahlen aus der Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde. Die Wechselrate der Betriebe war im ersten Halbjahr bei Strom mit 1,9 Prozent etwas niedriger als jene der Haushalte (2,2 Prozent), bei Gas wechselten die Unternehmen prozentuell dagegen wesentlich häufiger als Haushaltskunden – 4,2 Prozent der Betriebe gegenüber 2,7 Prozent der Haushalte. Bei den Haushalten suchten sich in den ersten sechs Monaten insgesamt 131.500 einen neuen Strom- oder Gaslieferanten (Strom: 97.000, Gas: 34.500). Haushalte und Unternehmen brachten es gemeinsam auf 163.000 Wechsel.

Wechsel spart Gewerbebetrieb bei Strom bis zu 7.800 Euro, bei Gas 11.400 Euro

Einem Gewerbebetrieb mit einem Jahresverbrauch von 100.000 Kilowattstunden Strom spart der Wechsel vom regionalen Versorger zum günstigsten Anbieter bis zu 7.800 Euro im ersten Jahr inklusive Neukundenrabatt. Bei Gas spart der Wechsel einem Unternehmen mit einem jährlichen Gasverbrauch von 400.000 Kilowattstunden bis zu 11.400 Euro. Kleine und mittlere Unternehmen können ihren Strom- und Gaspreis einfach und schnell online mit dem Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at/gewerbe-tarifkalkulator) vergleichen. „Mit wenig Aufwand können sich Betriebe über die Preise informieren und viel Geld sparen“, betont Urbantschitsch. Gewechselt wird nur der Lieferant, der Netzbetreiber, der unter anderem für Netz und Zähler verantwortlich ist, bleibt abhängig vom Firmenstandort immer derselbe.

Wer weniger Energie verbraucht, spart am nachhaltigsten

Am nachhaltigsten sparen Betriebe, wenn sie überhaupt weniger Energie verbrauchen. „Wer seinen Strom- und Gasverbrauch reduziert, kann seine Betriebskosten spürbar senken – und das dauerhaft“, sagt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. „Energieeffizienzpotenziale zu heben, lohnt sich. Die größten Potenziale lassen sich in der Beleuchtung, bei Druckluftanlagen, bei Klimaanlagen und bei Kälteanlagen heben. Die dabei erzielbaren Renditen sind hoch."

E-Control: Hohe Versorgungssicherheit heimischer Gasnetze

Österreichische Gaskunden im vergangenen Jahr durchschnittlich weniger als 2 Minuten ohne Gas

Wien (12. September 2016) – Die österreichischen Gaskunden können sich auf eine zuverlässige Versorgung mit Erdgas verlassen. Im Jahr 2015 waren österreichische Gaskunden im Schnitt nur rund 1 Minute und 48 Sekunden von ungeplanten Versorgungsunterbrechungen betroffen. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Monitoringbericht zur Gasnetzdienstleistungsqualität der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor. „Zwar stellt dieser Wert eine leichte Verschlechterung gegenüber 2014 dar, hier lag die Unterbrechungsdauer sogar noch 7 Sekunden darunter, entspricht jedoch nach wie vor dem langjährigen Durchschnitt vergleichbarer Nachbarstaaten.“, so der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Nicht berücksichtigt werden bei diesem Wert geplante Unterbrechungen, wie beispielsweise Instandhaltungsarbeiten, die dem Kunden im Vorhinein angekündigt wurden.

Nur wenige Gaskunden von Unterbrechungen betroffen

Im Jahr 2015 waren zudem nur 0,42% aller österreichischen Gaskunden überhaupt von einer ungeplanten Versorgungsunterbrechung betroffen, deren Ursache im Verteilernetz lag. Dies stellt einen Rückgang im Vergleich zum Jahr 2014 von rund 17% dar. „In Österreich haben wir eine stark ausgebaute Gasinfrastruktur, die durch die Investitionstätigkeit der Netzbetreiber technisch in einem sehr guten Zustand ist. Die 1,3 Millionen heimischen Gaskunden können sich daher auf eine sehr sichere Versorgung mit Gas verlassen.“, betont Vorstand Andreas Eigenbauer.

Qualitätsstandards bei Gasnetzbetreibern zufriedenstellend

Seit 2013 gibt es für Gasnetzbetreiber verpflichtende Qualitätsstandards in Österreich. Alle Gasnetzbetreiber müssen sich seither beispielsweise an einheitliche Fristen bei der Beantwortung von Kundenanfragen halten. Die Einhaltung dieser Qualitätsstandards wurde von der E-Control nun zum bereits dritten Mal erhoben. „Die Ergebnisse sind insgesamt recht zufriedenstellend. In manchen Bereichen konnte die Qualität gegenüber den Vorjahren sogar noch weiter verbessert werden.“, so Wolfgang Urbantschitsch. Natürlich gibt es aber nach wie vor auch noch Bereiche mit Verbesserungspotenzial, zum Beispiel bei der rechtzeitigen Verständigung der Kunden vor Zählerablesungen. Hier werden entsprechende Maßnahmen ergriffen, um betroffene Netzbetreiber dazu anzuhalten, den Erfüllungsgrad auch hinsichtlich dieser Qualitätskriterien weiter zu erhöhen.

Der vollständige Bericht kann auf der Homepage der E-Control unter folgendem link abgerufen werden:

http://www.e-control.at/marktteilnehmer/gas/versorgungssicherheit/versorgungsqualitaet/qualitaet-der-netzdienstleistung

E-Control: Gasverbrauch im ersten Halbjahr gestiegen

Österreich verbrauchte heuer im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent mehr Gas, der Stromverbrauch stieg geringfügig – Vorläufige Zahlen des Regulators

Wien (2. September 2016) – In Österreich wurde im ersten Halbjahr 2016 mit

45.145 Gigawattstunden (4.031 Mio.Nm3) um 1,8 Prozent mehr Gas verbraucht als im Vorjahr. Der Stromverbrauch stieg um 0,7 Prozent auf 35.234 Gigawattstunden. Wenn man den heurigen Schalttag berücksichtigt blieb der Stromverbrauch aber nahezu gleich und erhöhte sich nur um fünf Gigawattstunden, während der Gasverbrauch schalttagsbereinigt immer noch und rund500 Gigawattstunden höher war. „Der höhere Gasverbrauch ist vor allem durch den verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken zu erklären“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch zu den vorläufigen Daten der Strom- und Gasregulierungsbehörde. „Im Gegensatz zum Vorjahr konnte der Stromverbrauchsanstieg dagegen eingedämmt werden. Der Stromverbrauch blieb im ersten Halbjahr schalttagbereinigt beinahe unverändert.“ In der ersten Hälfte des Vorjahres lag der Stromverbrauchszuwachs bei 1,9 Prozent, im gesamten Jahr 2015 waren es 1,5 Prozent.

Weniger Strom im Inland erzeugt

In Österreich erzeugten die heimischen Kraftwerke heuer im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent weniger Strom als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die in Österreich erzeugte Strommenge sank damit um 512 Gigawattstunden auf 33.167 Gigawattstunden. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging um 2,5 Prozent zurück, jene aus Windkraftanlagen um 0,5 Prozent. Wärmekraftwerke erzeugten dagegen um 2,4 Prozent mehr Strom als im Vorjahreshalbjahr, vor allem wegen dem verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken, die Stromerzeugung in Kohlekraftwerken ging weiter zurück. 

Erstes Halbjahr: Nettostromimporte um elf Prozent höher

Weniger im Inland erzeugter Strom und ein gleichzeitig höherer Stromverbrauch – das wirkte sich auch auf die Stromhandelsbilanz aus: Im ersten Halbjahr wurde um 4,9 Prozent weniger Strom exportiert, die Stromimporte gingen geringfügig um 0,4 Prozent zurück. Der Importsaldo stieg damit um 441 Gigawattstundenbzw. rund elf Prozent auf 4.237 Gigawattstunden. 

Heimischer Gasverbrauch im zweiten Quartal stark gestiegen

Der heimische Gasverbrauch stieg im ersten Halbjahr 2016 nach vorläufigen Zahlen der E-Control um 813 Gigawattstunden auf 45.145 Gigawattstunden (+1,8 Prozent) bzw. 4,031 Milliarden Normkubikmeter. „Während im ersten Quartal der Gasverbrauch leicht zurück ging, gab es von April bis Juni einen starken Anstieg um 6,4 Prozent“, erläutert Urbantschitsch.

Weniger Erdgas in Österreich gefördert, deutlich mehr gespeichert

Im ersten Halbjahr ging die Erdgasförderung in Österreich um 6,7 Prozent bzw. 444 Gigawattstunden auf 6.160 Gigawattstunden zurück.Bedingt vor allem durch eine starke Erhöhung der Netto-Gasimporte wurden österreichischen Gasspeicher stärker befüllt: Die heimischen Gasspeicher waren Ende Juni mit 57.816 Gigawattstunden (5,15 Milliarden Kubikmeter) zu 62,4 Prozent gefüllt. Das war nach 2014 die zweithöchste Erdgasspeichermenge zur Jahresmitte. Die zur Jahresmitte vorrätigen Gasmengen entsprechen mehr als 2/3 der in den letzten 12 Monaten im Inland verbrauchten Gasmengen. Aktuell beträgt der Gasspeicherstand deutlich mehr als 80 % Prozent, ein Wert, der ebenfalls nur 2014 höher war.

E-Control: Wettbewerb wird durch Stromverkauf in Postfilialen zunehmen

Regulator erwartet durch neuen Service der Post stärkeren Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt

Wien (11. August 2016) – Die Vermittlung von Strom- und Gasangeboten in österreichischen Postfilialen werde den Wettbewerb am Energiemarkt erhöhen, erwartet die heimische Energieregulierungsbehörde. „Der Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt wird durch den neuen Service der Post weiter zunehmen“, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Konsumenten können sich nun in jeder Postfiliale in ganz Österreich über einen Strom- und Gasanbieterwechsel beraten lassen und diesen vor Ort durchführen. „Dadurch gibt es erstmals in allen Regionen Österreichs Verkaufsstellen für Strom- und Gasangebote.“ Damit werde ein ähnliches Angebot geschaffen, das es in der Telekommunikation schon seit Langem gibt. Dort ist der Anbieterwechsel in Shops oder im Elektronikfachhandel schon lange österreichweit stationär möglich.

 

Preisvergleich weiter online über Tarifkalkulator möglich

Durch den neuen Service der Post können noch mehr Leute über ihre Rechte am freien Energiemarkt informiert werden. „Für Menschen, die keinen Internetanschluss haben oder einfach eine persönliche Betreuung schätzen, ist die Beratung in vertrauten Postfilialen eine hilfreiche Neuerung“, so Urbantschitsch. Ein Preisvergleich ist auch weiterhin online mit dem Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator) oder telefonisch bei der Energie-Hotline der E-Control unter 0810 10 25 54 (4,40 Cent/Minute) möglich.

Wer sich für einen Wechsel entscheidet, wechselt nur seinen Energielieferanten. Der Netzbetreiber, der unter anderem für Zähler und Netz zuständig ist, bleibt abhängig vom Wohnort immer derselbe und kann nicht frei gewählt werden. Der Wechsel selbst ist stets kostenlos, die Versorgung mit Strom oder Gas ist auch bei einem Wechsel sichergestellt.

Die reine Stromlieferung (Energiepreis) macht rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung aus. Der Rest entfällt auf die Netzkosten sowie auf Steuern und Abgaben.

E-Control und APG: Deutsch-österreichische Kooperation senkt Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes weiter

Kosten für Regelreserve 2015 bei 143 Millionen Euro – Tendenz 2016 weiter sinkend+

Wien (15. Juli 2016) – Die Kosten für die Stabilisierung des österreichischen Stromnetzes mit Hilfe von Regelreserven konnten von 2014 auf 2015 um fast 30 Prozent reduziert werden, 143 Millionen Euro mussten 2015 für die gesamte Regelreserve aufgewendet werden. „Und der Trend setzt sich bisher auch im heurigen Jahr fort: 2016 mussten bis Ende Juni rund 50 Millionen Euro für Regelreserve aufgewendet werden. Das ist verglichen mit 2015 eine weitere Verringerung“, bilanzieren der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer und Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Vorstandsvorsitzende der Austrian Power Grid (APG). „Die verschiedenen Maßnahmen, die von der Regulierungsbehörde E-Control und dem Übertragungsnetzbetreiber APG gesetzt wurden, haben deutliche Wirkung gezeigt. Und wir sind davon überzeugt, dass die gerade gestartete Kooperation bei der Sekundärregelung zwischen Deutschland und Österreich weitere Kostensenkungen bringen wird.“ 

Kooperation soll Kosten weiter senken und Märkte liquider machen

Seit Anfang der Woche arbeitet die APG noch enger mit den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern zusammen. Gemeinsam bilden sie die erste internationale Kooperation zu Sekundärregelung in Europa. Die deutschen sowie der österreichische Übertragungsnetzbetreiber sind bereits Teil des internationalen Netzregelverbundes. In dieser Kooperation wird der gegenläufige Abruf von Sekundärregelreserve vermieden, indem in den beteiligten Ländern vorab ein Bedarfsausgleich (Netting) durchgeführt wird. Als logischen nächsten Schritt gehen die deutschen und der österreichische Übertragungsnetzbetreiber nun eine Vertiefung der Kooperation ein, indem der Einsatz von Sekundärregelreserve anhand einer gemeinsamen Abrufliste (Merit Order) durchgeführt wird. Auf diese Weise kommt immer die aus wirtschaftlicher Sicht günstigste Sekundärregelreserve in beiden Ländern zum Einsatz. Die Kosten für die nötige Regelreserve können dadurch gesenkt werden. Im Falle von Netzrestriktionen setzen die deutschen und österreichischen Übertragungsnetzbetreiber die Sekundärregelleistung wie bislang national ein. Im nächsten Schritt wird zur weiteren Vertiefung der Kooperation eine gemeinsame Beschaffung von Sekundärregelleistung – in Deutschland und Österreich geprüft. Auch die gemeinsame Weiterentwicklung der Marktregeln und Produkte für Sekundärregelleistung stehen im Fokus der Übertragungsnetzbetreiber. „Eine noch engere Kooperation, die auch den Zuschlag von Leistung aus dem anderen Land beinhaltet, ist beabsichtigt. Eine gemeinsame Weiterentwicklung wird auf jeden Fall angestrebt, z.B. die kurzfristigere Beschaffung mittels täglicher Auktionen. Die Umsetzung dieses Projekts und dessen Weiterentwicklung erfordern technisch innovative Lösungen und eine laufende Abstimmung der Regulatoren“, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Dadurch werden auch Vorteile für die Marktteilnehmer geschaffen, etwa die Erweiterung des Marktes und stabilere Preise. 

Ein Schritt in Richtung Europa

„Projekte wie diese liefern auch wichtige Erfahrungswerte für die Umsetzung der europaweiten gemeinsamen Einsatzoptimierung von Regelreserven, die derzeit in der europäischen Guideline Electricity Balancing entwickelt und voraussichtlich Mitte 2017 in Kraft treten wird“, sagt Baumgartner-Gabitzer. „Der jetzt getätigte Schritt und die noch folgende weitere Marktintegration am Regelreservemarkt werden dazu führen, dass unregelmäßige Einspeisungen aus erneuerbaren Energieträgern flexibler und grenzüberschreitend im Netz aufgenommen werden können.“

Kosten durch internationale Kooperationen eingedämmt, stetige Erweiterungen

Um die Kosten für die Regelreserve einzudämmen, wurden bereits seit 2013 auf internationaler Ebene zahlreiche Maßnahmen getroffen. Schon 2013 wurde mit der gemeinsamen Beschaffung der Primärregelreserve mit der Schweiz und dem Netting mit Slowenien begonnen, als es noch sehr wenige oder gar keine vergleichbaren Projekte in Europa gab. Beide Projekte wurden seither erweitert, die gemeinsame Beschaffung der Primärregelreserve wurde im April 2015 auf die Übertragungsnetzbetreiber aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark ausgeweitet, Belgien und Frankreich sind in Vorbereitung. Das gegenseitige Anrechnen beim Abruf von Sekundärregelenergie (Imbalance Netting) mit Slowenien wurde 2016 um Kroatien erweitert, Österreich ist seit 2014 auch Mitglied der Kooperation mit Deutschland und weiteren Nachbarländern, die ebenfalls stetig erweitert wird.

Nationale Maßnahmen zur Belebung des Regelreservemarktes wirken weiter

Zuletzt sind wieder neue Anbieter am österreichischen Regelreservemarkt hinzugekommen – die Anzahl hat sich auf mehr als zehn mehr als verdoppelt – und bestehende Anbieter sind in neuen Bereichen tätig geworden. Weitere Teilnehmer sind im Zulassungsprozess, damit hat sich der Trend der vergangenen Monate weiter fortgesetzt. Neue Konzepte und neue Typen von erbringenden Anlagen inklusive Verbrauchern und Windkraftanlagen wurden bei der Zulassung von der APG im Einzelfall analysiert und beurteilt, ohne die Qualität der Regelung und damit die Versorgungssicherheit zu verändern.

Über Regelreserve

Ein zentraler Bestandteil einer sicheren Stromversorgung ist die Vorhaltung von Regelleistung, um kurzfristig reagieren zu können, etwa wenn plötzlich weniger Strom als geplant erzeugt wird, weil beispielsweise die geplante Stromerzeugung eines Windkraftwerkes durch Prognosefehler plötzlich geringer ist oder ein Kraftwerk ausfällt. Dann springen kurzfristig Kraftwerke ein, um zusätzlichen Strom zu erzeugen oder Verbraucher verringern ihren Bezug. Regelenergie ist auch nötig, wenn plötzlich die Stromnachfrage sinkt, z.B. weil die Nachfrage der Verbraucher zu hoch eingeschätzt wurde oder ein großer Stromabnehmer, wie etwa ein Industriebetrieb wegen Anlagenproblemen ausfällt. Dann fahren Kraftwerke ihre Produktion zurück oder es werden Anlagen eingeschaltet, um überschüssigen Strom zu verbrauchen und wieder ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch herzustellen.

E-Control: Durchschnittliche Stromausfallsdauer erreichte 2015 niedrigsten Wert seit zehn Jahren

Österreicher im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 27 Minuten ohne Strom

Wien (8. Juli 2016) – Österreichische Stromkunden können sich über eine zuverlässige Versorgung mit Elektrizität freuen. Im Durchschnitt hatte ein Kunde 2015 wegen ungeplanter Stromausfälle lediglich 27,18 Minuten keinen Strom, wie aus der neuen Ausfall- und Störungsstatistik des Energieregulators E-Control hervorgeht. „Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren“, sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. „Die österreichische Stromversorgung ist konstant auf sehr gutem Niveau. Sie ist stabil und zuverlässig.“ Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausfallsdauer um sechs Minuten gesunken, 2014 betrug sie 33,26 Minuten.  

Witterung häufigste Ursache für ungeplante Stromausfälle

Häufigste Ursache für ungeplante Stromausfälle waren im vergangenen Jahr natur- und witterungsbedingte Ereignisse etwa Gewitter oder Sturm. Am zweithäufigsten wurden ungeplante Ausfälle durch netzbetreiberinterne Vorgänge, wie etwa Trafoausfälle, Alterung oder Überlastung von Anlagen, ausgelöst. Die meisten Ausfälle gab es im Juli 2015, die wenigsten im Dezember. Am Land war die durchschnittliche Stromausfallsdauer etwas länger als in der Stadt, weil am Land im Gegensatz zur Stadt die Stromnetze nicht so eng vermascht sind.

Weniger Versorgungsunterbrechungen

Für 2015 meldeten die Stromnetzbetreiber insgesamt 16.155 Versorgungsunterbrechungen, das sind um knapp 2.000 weniger als im Jahr zuvor. Die Hälfte der Stromunterbrechungen waren geplante Unterbrechungen, etwa aufgrund von Wartungsarbeiten, die den Kunden vorher angekündigt wurden. Die andere Hälfte war ungeplant, etwa aufgrund von Gewitter. Die gesamte Nicht-Verfügbarkeit durch Stromausfälle (also geplante und ungeplante Unterbrechungen zusammen) lag im vergangenen Jahr bei 42,31 Minuten (2014: 49,62 Minuten).

Österreich im EU-Vergleich weiterhin sehr gut

„Im europäischen Vergleich liegen wir nach wie vor im sehr guten oberen Bereich“, betont E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer. „Die österreichischen Netzbetreiber machen eine gute Arbeit. Alle Kunden können sich darauf verlassen, dass sie zuverlässig und in hoher Qualität mit Strom versorgt werden.“ So hatten 2014 beispielsweise die Niederlande eine Stromausfallsdauer von im Schnitt 23,2 Minuten, Frankreich 50,2 Minuten, Italien 94 Minuten und Tschechien 120,89 Minuten.

E-Control: Rendite der Netzbetreiber ist Gegenstand laufender Verfahren

Energieregulator ist sich seiner Verantwortung bei Festlegung Renditen bewusst – Rendite der Netzbetreiber ist Gegenstand laufender Verfahren

Wien (7. Juli 2016) – Die Energieregulierungsbehörde E-Control ist sich ihrer Verantwortung bei der Festlegung der Renditen für Netzbetreiber bewusst. Die beiden Vorstände haben schon bei ihrem Funktionsantritt auf die besondere Bedeutung von Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und Versorgungssicherheit hingewiesen und dieses Zieldreieck um Energieeffizienz und Leistbarkeit ergänzt.

Bei der Festlegung der neuen Renditen sind daher eine Reihe von Aspekten zu berücksichtigen und es ist neben einem investitionsfreundlichen wirtschaftlichen Rahmen auch auf die Leistbarkeit zu achten. 

Derzeit gibt es für Stromnetzbetreiber klare Vorgaben gemäß der gültigen veröffentlichten Regulierungsmodelle bis Ende 2017 bzw. 2018. Für die Zeit danach wird eine neuerliche Zinsentscheidung erforderlich sein. Diese wird auf Basis der rechtlichen Grundlagen unter Einbindung der betroffenen Verfahrensparteien – Netzbetreiber aber auch Kundenvertreter – erfolgen.

„Eine Zinsdiskussion wird nicht auf Zuruf der Branche geführt und ein gegenseitiges Ausrichten von Zahlen über Presseaussendungen ist ebenfalls nicht zielführend“, so die E-Control-Vorstandsmitglieder Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer.

E-Control begrüßt angekündigte Erdgaspreissenkung der Energie Steiermark

E-Control begrüßt angekündigte Erdgaspreissenkung der Energie Steiermark

Wien (5. Juli 2016) – Die von der Energie Steiermark heute, Dienstag, angekündigte Senkung des Energiepreises für Gas per 1. Oktober 2016 wird von der Energieregulierungsbehörde E-Control positiv gesehen. „Wir begrüßen die angekündigte Senkung des Erdgaspreises. Das ist ein positiver Schritt und erfreulich für die Konsumenten“, sagt der Vorstand der Energieregulierungsbehörde E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Die reine Gaslieferung (Energiepreis) macht etwa 45 Prozent der gesamten Gasrechnung aus. Der Rest entfällt auf die Netzkosten sowie auf Steuern und Abgaben.

E-Control sieht angekündigte Strompreissenkung der EnergieAllianz positiv

Angekündigte Preissenkung für Strom in Burgenland, Niederösterreich und Wien erfreulich

Wien (23. Juni 2016) – Die von der EnergieAllianz (Energie Burgenland, EVN, Wien Energie) heute, Donnerstag, angekündigte Senkung des Energiepreises für Strom per 1. Oktober 2016 wird von der Energieregulierungsbehörde E-Control begrüßt. „Die Senkung ist ein positiver Schritt“, sagt der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Die reine Stromlieferung (Energiepreis) macht rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung aus. Der Rest entfällt auf die Netzkosten sowie auf Steuern und Abgaben.

Stromlieferantenwechsel spart viel Geld

Der Wechsel vom angestammten Versorger zum billigsten Stromanbieter spart einem Musterhaushalt in Wien derzeit 250 Euro inklusive Neukundenrabatt, in Oberösterreich sogar 320 Euro. Gewechselt wird nur der Lieferant. Der Netzbetreiber, der unter anderem für Wartung und Instandhaltung des Netzes zuständig ist, bleibt abhängig vom Wohnort immer derselbe und kann nicht frei gewählt werden. Die Energieversorgung ist auch bei einem Wechsel sichergestellt. Ihren günstigsten Stromlieferanten finden Konsumenten online mit dem Preisrechner der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator) oder über die Energie-Hotline der E-Control (0810 10 25 54; 4,40 Cent pro Minute)

E-Control: Kooperation bei Gasbörsen stärkt Handel und erhöht Liquidität

Zusammenarbeit zwischen österreichischen Gashandelsplatz CEGH und französischem Market Operator Powernext stärkt den Handel und erhöht Liquidität

Wien (20. Juni 2016) – Die heute, Montag, angekündigte Kooperation zwischen dem Betreiber der österreichischen Gashandelsbörse Central European Gas Hub (CEGH) und dem Market Operator Powernext mit Sitz in Paris wird von der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control positiv gesehen. Mit Ende des Jahres sollen alle Börsenprodukte am CEGH über die von Powernext betriebene europaweite Handelsplattform PEGAS angeboten werden, auch eine Ausweitung der Produktpalette wird durch die Neuaufstellung möglich. „Die nunmehr angekündigte Zusammenarbeit und die damit verbundene Weiterentwicklung des österreichischen Gas-Handelsplatzes erleichtert den europaweiten Gashandel und schafft für heimische Marktteilnehmer einen leichteren Zugang auf verschiedene Märkte. Die Attraktivität des österreichischen Handelsplatz kann damit weiter gesteigert werden, wovon nicht nur die österreichischen Erdgasunternehmen profitieren, sondern auch die Endkunden“, begrüßt Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control die Kooperation, die noch von den zuständigen Stellen genehmigt werden muss. „Wir sehen in der Zusammenarbeit einen wichtigen Impuls für die positive Weiterentwicklung des Gashandels in Österreich“, ergänzt E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Mehr Handel, mehr Wettbewerb

In den letzten Jahren ist eine durchaus positive Entwicklung des Gasmarktes zu beobachten, die Anzahl der Handelsteilnehmer sowie die gehandelten Mengen und damit die Liquidität des österreichischen Handelsplatzes sind deutlich gestiegen. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat die Einrichtung des CEGH als Handelsplatz geleistet. Von diesem immer besser funktionierenden Großhandelsmarkt profitieren auch die österreichischen Gasverbraucher in allen Segmenten, von Industrie über Gewerbe bis zu den Haushalten. Dass der Wettbewerb mittlerweile auch im Haushaltsbereich angekommen ist, kann man am hohen Einsparungspotenzial, das sich durch die Angebote neu hinzugekommener Gasversorger ergibt, ableiten. Derzeit spart der Wechsel vom angestammten Gaslieferanten zum günstigsten Anbieter in Wien 450 Euro inklusive Neukundenrabatt, in Klagenfurt sogar 560 Euro. Auch die Anzahl der Kunden, die ihren Gasanbieter wechseln, hat sich deutlich erhöht. Alleine in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres suchten sich 18.600 Haushalte einen neuen Gaslieferanten.

Spritpreisrechner um CNG-Erdgas-Tankstellen erweitert

Ab sofort ist mit dem Spritpreisrechner auch die Suche nach den nächstgelegenen und günstigsten Erdgas-Tankstellen möglich

Wien 2.6.2016 – Ab sofort können mit dem Spritpreisrechner neben den günstigsten Benzin- und Dieseltankstellen auch Stationen gefunden werden, die Erdgas (CNG -Compressed Natural Gas) anbieten. „Obwohl Erdgas als Kraftstoff deutlich günstiger ist als Diesel oder Super, sind Erdgasautos im Straßenbild immer noch eher selten zu finden“, stellt der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer, fest. Und weiter: „Jedes Jahr wird auf den Spritpreisrechner rund 5-Millonen-mal zugegriffen, da ist es durchaus eine gute Idee, CNG-Tankstellen im Spritpreisrechner anzuzeigen. So kann dieser Technologie mehr Sichtbarkeit verliehen werden.“

Mit der Aufnahme der CNG-Tankstellen in den Spritpreisrechner soll Erdgas als Antriebstechnologie vorangebracht und Autofahrern vor allem auch die Preisvorteile von Erdgas deutlich gemacht werden. „Erdgasautos sind eine ausgereifte, sofort einsatzfähige Technologie. CNG-Fahrzeuge sind durch geringe Treibhausgas- und Partikelemissionen umweltfreundlich und im Betrieb deutlich kostengünstiger als Benzin- oder Dieselfahrzeuge“, betont E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. 

Preisvergleich zwischen den Kraftstoffen

Erdgas wird als Kraftstoff an der Tankstelle in Euro pro Kilogramm abgerechnet. Der direkte Vergleich mit Diesel oder Super-95, die natürlich pro Liter verrechnet werden, fällt daher schwer. „Gerade bei den derzeit vergleichsweise niedrigen Spritpreisen täuscht der erste Blick“, so Urbantschitsch. „Es war uns daher wichtig, den Verbrauchern einen fundierten Preisvergleich zwischen den einzelnen Kraftstoffarten zu ermöglichen.“ Deshalb wurde im Spritpreisrechner eine Funktion für die Umrechnung in Diesel- bzw. Super-95 Äquivalente eingebaut. Der Energiegehalt von einem Kilogramm CNG entspricht dem von ca. 1,5 Litern Super-95 bzw. dem von 1,3 Litern Diesel. „Bei der günstigsten Tankstelle in Wien entspricht der CNG-Preis gerade mal 0,745 Euro pro Liter, wenn man es als Diesel-Äquivalent betrachtet. Zum Vergleich: Bei derselben Tankstelle kostet Diesel jetzt aktuell 1,109 Euro pro Liter, also fast um die Hälfte mehr“, unterstreichen Eigenbauer und Urbantschitsch den deutlichen Preisunterschied. 

Sauberer, sicher und günstig

CNG wird mit einem Druck von ca. 200 bar in Druckbehältern mitgeführt und in Benzinmotoren verbrannt. Erdgas ist unter den fossilen Treibstoffen am umwelt-freundlichsten. Vorteil dieses Treibstoffes ist, dass es bereits eine breite Palette an Serienfahrzeugen und viele Tankstellen gibt. Derzeit kann man in Österreich an rund 175 Stationen mit Erdgas tanken. „CNG-Stationen sind in ganz Österreich bereits flächendeckend vorhanden. Das heißt, mit einem Erdgas-Auto kann man in Österreich überall problemlos mobil sein“, betont auch der Obmann des Fachverbands Gas-Wärme, Robert Grüneis. Die Betankung von CNG-Fahrzeugen erfolgt auf hohem Sicherheitsniveau. Sobald der Tankanschluss der Zapfsäule korrekt mit dem Tank des Erdgasfahrzeuges verriegelt ist, strömt das Gas aus dem Speicher in den Tank, genauso schnell und unkompliziert wie bei Benzin oder Diesel.

Vorteile von Erdgas (CNG) auf einen Blick:

Erdgas ist emissionsarm

Rauch und Ruß wird auf ein Minimum reduziert

Der Motor läuft besonders ruhig und ist leiser als Diesel- und Benzinaggregate

Erdgas kann sehr hoch verdichtet werden – das steigert die Leistung

Erdgas als Kraftstoff verfügt über einen Steuervorteil gegenüber der Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel

Mit Biomethan ist man auch CO2-neutral unterwegs

 

Nicht verwechseln darf man Erdgas (CNG) mit Autogas (LPG, Liquid Petroleum Gas), also Flüssiggas.

Der Spritpreisrechner unter www.spritpreisrechner.at wird von der E-Control, der Regulierungsbehörde für Strom und Erdgas, betrieben und wurde vor knapp fünf Jahren auf Initiative des Wirtschaftsministeriums eingerichtet.

Weiterführende Informationen zum Thema auch unter www.erdgasautos.at

E-Control: Mehr als 72.000 Haushalte wechselten im ersten Quartal ihren Strom- oder Gaslieferanten

Wien (22. Mai 2016) – Rund 72.200 Haushalte haben in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Das geht aus der aktuellen Marktstatistik der Regulierungsbehörde E-Control zum Verbraucherverhalten/Versorgerwechsel hervor. „Im Vergleich zum ersten Quartal 2015 sind die Wechselzahlen neuerlich angestiegen. Damals haben etwa 43.200 Haushalte ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt.“, betont Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control. Den Stromanbieter wechselten gut 53.600 Haushalte, den Gaslieferanten mehr als 18.600 Haushalte. Die Wechselrate betrug bei Strom 1,2 Prozent (Haushalte), bei Gas1,5 Prozent (ebenfalls Haushalte).

Höchstes Einsparpotenzial seit der Marktöffnung
Derzeit spart sich ein durchschnittlicher Haushalt bei einem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Strom- und Gaslieferanten zwischen 500 und 850 Euro inklusive Wechselrabatt im ersten Jahr. Das sind die höchsten Einsparungen seit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002. „Die Zeit für einen Anbieterwechsel ist günstig wie noch nie“, Wolfgang Urbantschitsch. Der Wechsel selbst gehe schnell und unkompliziert. „Bei den meisten Lieferanten kann der Wechsel mittlerweile zudem bequem online erledigt werden.“

Burgenländer wechselten Stromlieferanten am häufigsten
Die auf die Zählpunkte bezogenen höchsten Wechselraten gibt es im Strombereich im Burgenland mit 2,0 Prozent (mehr als 4.000 Wechsler), gefolgt von Oberösterreich mit
1,97 Prozent (über 20.000 Wechsler) und Kärnten mit 1,71 Prozent (6.700 Wechsler). Ebenfalls überdurchschnittlich häufig wurde der Stromlieferant in der Steiermark mit
1,38 Prozent (mehr als 12.800 Wechsler) gewechselt. Danach folgt Wien mit 1,17 Prozent (rund 17.800 Wechsler), Niederösterreich mit 1,0 Prozent (8.400 Wechsler) und die restlichen westlichen Bundesländer mit weniger als jeweils 0,5 Prozent. Im Strombereich gibt es insgesamt etwa 6 Millionen Zählpunkte.
Im Gasbereich gibt es die auf die Zählpunkte bezogenen höchsten Wechselraten in der Steiermark mit 2,7 Prozent (rund 1.800 Wechsler), gefolgt von Oberösterreich mit
2,2 Prozent (rund 3.200 Wechsler) und Kärnten mit 2,05 Prozent (knapp 300 Wechsler). Ebenfalls noch überdurchschnittlich war die Wechselrate in Niederösterreich mit 1,8 Prozent (5.200 Wechsler). Obwohl in Wien mit 8.800 die meisten Gaswechsel verzeichnet wurden, war die Wechselrate mit 1,3 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt. Das liegt daran, dass es in Wien mit rund 650.000 die meisten Zählpunkte gibt. Insgesamt gibt es im Gasbereich etwa 1.350.000 Zählpunkte.

Den günstigsten Lieferanten für Strom und Gas finden Konsumenten am einfachsten mit dem Tarifkalkulator der E-Control unter www.e-control.at/tarifkalkulator.

Die Wechselzahlen können auf der Homepage der E-Control unter folgenden links abgerufen werden: https://www.e-control.at/statistik/strom/marktstatistik/verbraucherverhalten_versorgerwechsel (Strom) und https://www.e-control.at/statistik/gas/marktstatistik/verbraucherverhalten_versorgerwechsel (Gas)

Aufgrund der Änderung der Elektrizitätsstatistik-Verordnung durch den Wirtschaftsminister wird bei der Marktstatistik ab dem Berichtsjahr 2016 im Strombereich zwischen Haushalten und Nicht-Haushalten unterschieden, wodurch aufgrund der unterschiedlichen Verbraucherkategorien ein Vergleich mit historischen Wechselzahlen nur noch bedingt möglich ist. Eine entsprechende Anpassung auch im Gasbereich soll noch heuer erfolgen. Auch die EU-Statistik soll entsprechend umgestellt werden.

E-Control: Neuer Leiter der Rechtsabteilung

Wien (17. Mai 2016) – Mit 17. Mai 2016 hat Dr. Markus Helmreich, LL.M. (40) die Leitung der Rechtsabteilung in der Energie-Control Austria übernommen. Er folgt damit Dr. Wolfgang Urbantschitsch, LL.M. nach, der seit 25. März gemeinsam mit DI Andreas Eigenbauer das neue Vorstandsduo in der E-Control bildet.

Markus Helmreich absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. In seiner bisherigen Laufbahn war er nach dem Gerichtsjahr Universitätsassistent am Institut für Strafrecht an der Uni Wien,  Rechtsanwaltsanwärter in einer auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei sowie in der Rechtsabteilung eines IT-Unternehmens tätig. Seine Laufbahn im Energiebereich startete Markus Helmreich im Jahr 2008, wo er als Mitarbeiter der Rechtsabteilung bei der E-Control begann. Von 2011 bis 2013 leitete er die Stabstelle Rechtsmittelverfahren bei der E-Control. Zuletzt fungierte er als stellvertretender Abteilungsleiter der Rechtsabteilung.

In seinen Verantwortungsbereich fällt unter anderem die juristische Umsetzung aller Aufgaben, die der E-Control aufgrund der einschlägigen Gesetze und Verordnungen zukommen sowie die organisatorische Abwicklung aller Verfahren, einschließlich jener vor der Regulierungskommission.

E-Control – die neuen Vorstände stellen sich vor

Pressegespräch mit DI Andreas Eigenbauer und Dr. Wolfgang Urbantschitsch, LL.M.

Am 25. März hat das neue Vorstandsduo der E-Control, Andreas Eigenbauer und Wolfgang Urbantschitsch, seinen Dienst angetreten. Die Beiden sind für fünf Jahre bestellt und werden in dieser Zeit gemeinsam die Geschicke der österreichischen Regulierungsbehörde lenken. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat die E-Control dafür gesorgt, dass es im Strom- und Gasbereich einen funktionierenden Markt gibt und sich ein mittlerweile durchaus reger Wettbewerb entwickeln konnte. „Wir freuen uns sehr über unsere neue Aufgabe als Vorstände der Regulierungsbehörde und sind uns durchaus bewusst, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Herausforderungen nicht nur auf die Regulierungsbehörde, sondern auf die gesamte Energiewirtschaft warten.“, betonen die neuen Vorstände der E-Control, Andreas Eigenbauer und Wolfgang Urbantschitsch. Zwischen dem neuen Vorstandsduo herrscht ein sehr gutes Einvernehmen, Entscheidungen werden ausschließlich gemeinsam getroffen, die Abteilungen in der E-Control werden vorerst nicht thematisch zwischen den Vorständen aufgeteilt. Derzeit befindet man sich noch in einer Orientierungsphase, ein Strategieprozess wurde bereits eingeleitet, auf Basis dessen werden weitere Entscheidungen gefällt. Es gehe darum, den gesetzlichen Auftrag vor den heutigen Rahmenbedingungen neu zu interpretieren. Auch der Aufsichtsrat und die Regulierungskommission wurden neu bestellt. Alle Organe haben in neuer Zusammensetzung bereits mit der Arbeit begonnen, um im Sinne der Energiekonsumenten weiterhin positive Schritte im Energiebereich zu setzen.

E-Control agiert unabhängig und neutral

„Die E-Control verfügt mit ihren Experten über viel Know-how und erfüllt ihre Aufgaben – wie in der Vergangenheit auch – völlig neutral und unabhängig. Sie hat immer unabhängig von Marktinteressen agiert und ist per Gesetz an keine Weisungen gebunden.“, so Wolfgang Urbantschitsch.

Aktive Gestaltung des europäischen Regulierungsrahmens

Viele Entscheidungen, die auch den heimischen Energiemarkt betreffen, werden international bzw. auf europäischer Ebene gefällt und nicht in Österreich. „Deshalb ist es unerlässlich, dass die E-Control sich in internationalen Gremien engagiert, um gehört zu werden. Nur so können heimische Interessen im internationalen Kontext wahrgenommen werden.“, so Wolfgang Urbantschtisch.

Neue Vorschläge der EU-Kommission

Ende dieses Jahres möchte die EU-Kommission eine Weiterentwicklung des europäischen Rechtsrahmens mit einem überarbeiteten Strommarktdesign vorstellen. Darin sollen vor allem der geänderten Aufbringungsstruktur durch erneuerbare Energiequellen und einer effizienteren Nutzung der vorhandenen Infrastruktur Rechnung getragen werden. „Da Österreich im Zentrum des eng vermaschten kontinentalen Stromübertragungsnetzes liegt, hat jede Änderung des europäischen Strommarktmodells direkte Auswirkungen auf Unternehmen und Konsumenten in Österreich.“, betont Wolfgang Urbantschitsch. Im Zuge dieses Pakets sollen auch die Verwaltungs- und Verfahrensregelungen für die europäischen Energiemärkte, insbesondere für die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulatoren (ACER), die Übertragungsnetzbetreiber und andere Marktteilnehmer mit besonderen Funktionen im Binnenmarkt angepasst werden.

Innovative Konzepte zur Marktintegration

Seit März diesen Jahres führt die E-Control gemeinsam mit der tschechischen Regulierungsbehörde eine Konsultation zur Integration der Gasmärkte der Tschechischen Republik und des österreichischen Marktgebiets Ost durch. „Die Intergration der Märkte ist vor allem für kleinere Länder wie Österreich wichtig, um einerseits den Wettbewerb weiter zu stärken und andererseits weniger anfällig für kurzzeitige Lieferschwankungen zu sein“, unterstreicht Wolfgang Urbantschitsch die Bedeutung dieser Bestrebungen.

E-Control bleibt zentrale Anlaufstelle für Konsumenten

Die E-Control hat sich in den vergangenen 15 Jahren als die Informationsstelle und Serviceeinrichtung für die verschiedensten Zielgruppen positioniert und etabliert. Das ist für die Regulierungsbehörde eine essenzielle Aufgabe, ist sie doch vom Gesetz her verpflichtet, die Konsumenten zu informieren, Preisvergleiche zu veröffentlichen und über den Tätigkeitsbereich der E-Control aufzuklären. „Die Konsumentenrechte sind für uns nicht nur gesetzlicher Auftrag, sondern liegen uns sehr am Herzen. Die Konsumenten sollen sich darauf verlassen können, dass wir als unabhängiger Partner für alle Fragen rund um die Themen Strom und Gas zur Verfügung stehen.“, ist sich Vorstand Urbantschitsch der Verantwortung im Sinne der heimischen Konsumenten bewusst. Nur gut informierte Konsumenten können aktiv am freien Energiemarkt teilnehmen und so von diesem profitieren.

Konsumenten noch mehr Transparenz bieten

Bereits in den vergangenen zwei, drei Jahren hat der Wettbewerb am österreichischen Strom- und Gasmarkt deutlich an Fahrt zugenommen. Dies nicht zuletzt durch eine Reihe von neuen Markteintritten. Aber auch bereits lange in Österreich tätige Versorger haben sich in jüngster Vergangenheit mit Produktinnovationen und attraktiven Preisen deutlich stärker um Kunden bemüht, als in früheren Jahren. Dies liegt unter anderem natürlich an den derzeit besonders günstigen Großhandelspreisen sowohl bei Strom als auch bei Gas, die es den Unternehmen ermöglichen, mit günstigen Angeboten zu punkten. Aber auch der sich verändernde Markt, vor allem im Strombereich, bietet eine Vielzahl von Chancen, den Kunden attraktive Angebote zu bieten. So können sich Lieferanten beispielsweise durch zeitabhängige Produkte, spezielle Angebote für Sonnenstrom-Einspeiser und ausführliche Informationen zur Herkunft des Stroms stärker von den Mitbewerbern differenzieren.

Eine der Herausforderungen dabei wird sein, dass der Kunde die Übersicht behalten kann und die Vergleichbarkeit der Angebote weiter gegeben ist. Hier wird die E-Control die Entwicklungen künftig weiter aufmerksam beobachten. „Auch für den Tarifkalkulator, der Verbrauchern bereits seit 2001 kostenlos den neutralen Produktvergleich ermöglicht, stellen sich hier neue, technische Herausforderungen. Bereits seit einiger Zeit wird daher an einem umfassenden Update gearbeitet, damit sich Haushalte, aber auch KMUs weiterhin optimal informieren und orientieren können“, erklärt Urbantschitsch ein zentrales Projekt der kommenden Monate.

Wettbewerb bei Gas erhöht

Besonders bei Gas hat der Wettbewerb zuletzt zugenommen. Während die Wechselrate bei Gas lange Zeit niedriger war als bei Strom, hat sich das in den vergangenen Jahren umgekehrt. „Die Gaskunden haben in den vergangenen Jahren deutlich öfter gewechselt als die Stromkunden, die Wechselrate war pro Jahr um knapp einen Prozentpunkt höher“, sagt Wolfgang Urbantschitsch. 2015 etwa wechselten bei Gas 3,4 Prozent, bei Strom waren es 2,5 Prozent der Haushalte und Unternehmen.

Zieldreieck ergänzt um Energieeffizienz und Leistbarkeit

Das Zieldreieck im Energiebereich, “Versorgungssicherheit-Nachhaltigkeit-Wirtschaftlichkeit“, darf dabei nicht aus den Augen verloren, sondern soll vielmehr um die Bereiche Energieeffizienz und Leistbarkeit ergänzt werden. „Wir müssen uns nicht nur damit befassen, was zu tun ist, damit wir uns auch künftig auf die sichere Versorgung mit Energie verlassen können, sondern auch damit, was getan werden kann, damit mit Energie effizienter umgegangen wird und diese für alle Menschen leistbar bleibt“, so Vorstand Andreas Eigenbauer.

Befreiungen bei den Ökostromförderkosten neuerlich gestiegen

Die Frage nach der Leistbarkeit von Energie nimmt für Vorstand Andreas Eigenbauer eine hohe Bedeutung ein. „Strom und Gas müssen auch für Menschen mit wenig Geld leistbar sein.“ Eigenbauer verweist darauf, dass sich Haushalte mit geringem Einkommen, etwa Pensionisten oder Arbeitssuchende, vom Großteil der Ökostromkosten befreien lassen können. 2015 stieg die Zahl der befreiten Kunden um knapp sechs Prozent auf rund 123.000. Seit 2012, als die Abwicklung der Befreiung geändert wurde, stiegen die Zahlen kontinuierlich an. 2013 gab es 108.000 befreite Haushalte, 2014 waren es bereits 116.000. „Immer mehr anspruchsberechtige Haushalte nutzen ihr Recht auf eine Befreiung von den Ökostromförderkosten“, betont Eigenbauer. Zurückzuführen sei das vor allem auf die sehr einfache Beantragung durch den Kunden. Abgewickelt wird die Befreiung durch die Gebühren Info Service GmbH (GIS), die auch für die Befreiung von den Rundfunk- und Fernsehgebühren zuständig ist. „Anspruchsberechtigte können somit die Befreiung von den Ökostromkosten und den ORF-Gebühren mit einem einzigen Antrag erledigen. Das ist für die Betroffenen sehr einfach und unkompliziert.“ Die befreiten Haushalte zahlen maximal 24 Euro brutto (20 Euro netto) im Jahr für die Ökostromförderkosten. Ein Durchschnittshaushalt ohne Befreiung zahlte im vergangenen Jahr rund 100 Euro Ökostromkosten, im heurigen Jahr sind es rund 120 Euro (jeweils inkl. Steuern). „Mit wenig Aufwand konnten Haushalte, die knapp bei Kasse sind, ihre Stromrechnung im vergangenen Jahr im Durchschnitt um rund 80 Euro senken.“, betont Eigenbauer. „Entscheidend für die Leistbarkeit ist die Höhe der Jahresrechnung.“ Anspruchsberechtigt sind Haushalte, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten, etwa Pensionisten mit Mindestrente, Bezieher von Sozialhilfe, Arbeitslose, Pflegegeldbezieher oder Studierende.

Energiemärkte im Umbruch

Die Strom- und Gasmärkte in Europa und dadurch natürlich auch in Österreich befinden sich im Umbruch und verändern sich grundlegend. Und das stellt sowohl Marktteilnehmer als auch die Regulierungsbehörde vor große Herausforderungen, ermöglicht aber gleichzeitig, dass Konsumenten aktiver am Strommarkt teilnehmen. Der europäische Energiemarkt heute ist viel vernetzter, transparenter und diversifizierter als noch vor einigen Jahren. Einst klar verteilte Rollen zwischen Erzeugern und Endverbrauchern verschieben sich immer mehr, und an die Stelle von ehemals passiven Konsumenten treten vermehrt aktive Prosumenten, die selbst lokal Energie erzeugen, verbrauchen und teilweise in das System einspeisen. Das Energiesystem der Zukunft wird vielfältiger, dezentraler und deutlich flexibler sein. Das bringt Änderungen mit sich, die sich auch in der künftigen Struktur der Netztarife wiederfinden müssen.

Neue Netzentgeltstruktur als große Herausforderung

Neben schwer planbarer dezentraler Einspeisung stellen auch die Themen Smart Metering, Energieeffizienz, Kostenverursachungsgerechtigkeit, Verbrauchsflexibilität der Kunden und auch Verteilungsfragen große Herausforderungen für die Netzentgeltstruktur der Zukunft dar. „Es wird eine zentrale Aufgabe der E-Control in den kommenden Monaten sein, auf Basis der erwarteten Stellungnahmen auf den aktuellen öffentlichen Begutachtungsentwurf eine neue Netzentgeltstruktur zu erarbeiten, die sämtliche Herausforderungen der Zukunft ausgewogen abdeckt.“, ist sich Eigenbauer der Veränderung bewusst, die im Bereich der Netztarife zu bewältigen sein wird.

Entwicklung der Regulierungssysteme

Die aktuellen Regulierungssysteme für Strom- und Gasnetzbetreiber laufen in den kommenden Jahren aus. Bereits mit 1.1.2017 wird es neue Vorgaben für Gas-Fernleitungsnetzbetreiber geben und in den beiden darauffolgenden Jahren Aktualisierungen der Regulierungssysteme für die verbleibenden Netzbetreiber. Somit stehen auch in dem Bereich der Kostenermittlung demnächst wesentliche Entscheidungen an.

Weiter Einsatz für Erhalt der Strompreiszone mit Deutschland

„Wir setzen uns weiter für die Erhaltung der deutsch-österreichischen Strompreiszone ein und werden unsere Position auch weiterhin aktiv einbringen. Die Preiszone ist ein Positivbeispiel für grenzüberschreitenden Stromhandel und erfolgreiche Marktintegration. Eine Trennung würde zu wirtschaftlichen Nachteilen auf beiden Seiten führen. Zudem würde eine Aufteilung dem Ziel eines stärker integrierten EU-Energiebinnenmarkts klar widersprechen.“, betont Andreas Eigenbauer. Eine Verbesserung würde hingegen ein stärkerer Ausbau des deutschen Stromnetzes bringen. „Die E-Control unterstützt natürlich weiterhin parallel die Erarbeitung und Koordination kurzfristiger Maßnahmen zur Verbesserung der Netzsicherheit. Der Prozess mit deutschen und anderen benachbarten Partnern zur Erzielung einer nachhaltigen Lösung wird kontinuierlich weiter geführt. Gleichzeitig werden jedoch auch rechtliche Mittel gegen die Trennung der Preiszone an der Grenze weiter verfolgt.“, so Andreas Eigenbauer, der darauf verweist, dass österreichische Kraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der gemeinsamen Preiszone und zur Versorgungssicherheit auch in Deutschland leisten.

„Versorgungssicherheit durch Solidarität der Mitgliedstaaten“

Auch im vergangenen Winter hat die Gasbranche wieder bewiesen, dass sich die Endkunden auf eine sichere Versorgung verlassen können. Mit einem Infrastrukturstandard der entsprechend der Berechnungssystematik der EU-Versorgungssicherheits-Verordnung aktuell sogar zu 237 Prozent erfüllt wird und der hohen Verfügbarkeit von Speicherkapazitäten in Österreich, sind dafür die besten Voraussetzungen gegeben. Auf europäischer Ebene wird derzeit eine Überarbeitung der Versorgungssicherheits-Verordnung diskutiert. „Ziel dieser Neufassung der Verordnung muss eine Verbesserung der Risikovorsorge und der Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten sein. Entsprechende Regelungen zur Ausgestaltung sind dabei natürlich unerlässlich.“, so Eigenbauer.

Vorschläge des Rechungshofs werden umgesetzt

Die vom Rechnungshof in dessen Bericht im Frühjahr angeregten Verbesserungen wird die E-Control umsetzen. „Wir greifen die Vorschläge gerne auf und arbeiten daran, diese rasch bestmöglich zu verwirklichen“, sagt Eigenbauer. So soll der bereits eingeleitete Unternehmensstrategieprozess sobald als möglich beendet sein. Weit fortgeschritten ist etwa bereits die Umsetzung eines Internen Kontrollsystems des regulatorischen Bereichs und die Etablierung eines Risikomanagementprozesses. Der Rechnungshof bestätigte zudem, dass alle Tätigkeiten der E-Control auf Basis geltender Gesetze erfolgen.

Märkte integrieren, Konsumenten informieren, Infrastrukturinvestitionen

Insgesamt waren die vergangenen fünfzehn Jahre davon gekennzeichnet, die Rahmenbedingungen für einen liberalisierten Strom- und Gasmarkt zu schaffen und weiterzuentwickeln. „Die Herausforderung für die zumindest fünf kommenden Jahre wird darin bestehen, den österreichischen Strom- und Gasmarkt mit den benachbarten Märkten noch besser zu integrieren, um liquidere Märkte zu schaffen, einen effektiven Regulierungsrahmen für Infrastrukturinvestitionen bereit zu stellen, der eine sichere, zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung gewährleistet und die Endkunden über ihre Chancen und Rechte im liberalisierten Markt noch besser zu informieren.“, sind sich die beiden Vorstände einig.

Selbstverständlich ist, dass die E-Control auch in den kommenden Jahren weiterhin im Sinne einer modernen und effizienten Behörde agieren und eine qualitativ hochwertige Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben gewährleisten wird. „Wir sehen spannende Herausforderungen auf uns zukommen, denen wir uns natürlich gerne stellen.“, so Andreas Eigenbauer und Wolfgang Urbantschitsch abschließend.

Neue E-Control-Vorstände haben ihren Dienst angetreten

Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer haben vergangene Woche, Freitag, die Leitung der Energieregulierungsbehörde übernommen

Wien (29. März 2016) – Die neuen Vorstände des österreichischen Energieregulators E-Control haben mit vergangenen Freitag, 25. März, ihren Dienst angetreten. Wolfgang Urbantschitsch (46), bisheriger Leiter der Rechtsabteilung beim Energieregulator, und Andreas Eigenbauer (49), bislang Energiebeauftragter der Stadt Wien, wurden im Februar von Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner als neue Vorstände bestellt. Sie lösen die bisherigen E-Control-Vorstände, Walter Boltz (62) und Martin Graf (40) ab, deren Funktionsperiode mit Ende März endete. Die neuen Vorstände sind für fünf Jahre bestellt und können einmalig wiederernannt werden.

Der gebürtige Steirer Wolfgang Urbantschitsch studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Graz, Regensburg und am College of Europe in Brügge und war seit der Gründung der E-Control, 2001, Leiter der Rechtsabteilung beim Regulator. Zuvor war Urbantschitsch 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Verfassungsgerichtshof beschäftigt und von 1999 bis 2001 in der Rechtsabteilung der Telekom-Control, der heutigen RTR (Rundfunk- und Telekomregulierungs-GmbH). 

Der gebürtige Niederösterreicher Andreas Eigenbauer studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien und war seit 2002 Energiebeauftrager der Stadt Wien und seit 2011 Leiter der Magistratsdirektion für Strategische Energieangelegenheit der Stadt Wien sowie von 2002 bis 2010 Leiter des Energiedezernates der Magistratsabteilung 27. Davor war Eigenbauer 1999 bis 2002 stellvertretender Leiter des Referats „Strategie und Energiekoordination bei den Wiener Stadtwerken, von 1994 bis 1999 stellvertretender Abteilungsleiter Marketing und Vertriebsplanung bei der Wienstrom.

Über die E-Control: Wettbewerb stärken, Energiekonsumenten informieren

Die Energie-Control Austria ist die unabhängige Regulierungsbehörde für den österreichischen Strom- und Gasmarkt. Sie wurde mit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002 geschaffen. Hauptaufgabe der E-Control ist es, den Wettbewerb zu stärken, Spielregeln für den Markt festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen. Die E-Control informiert alle Energiekonsumenten laufend über ihre Rechte, bietet Informationen zu den günstigsten Strom- und Gaslieferanten und ist für Konsumenten Anlaufstelle bei Problemen mit Energieunternehmen.


Lebenslauf Wolfgang Urbantschitsch: http://www.e-control.at/wolfgang-urbantschitsch 

Lebenslauf Andreas Eigenbauer: http://www.e-control.at/andreas-eigenbauer

E-Control wendet sich bei Unabhängigkeitsfrage an Verwaltungsgerichtshof

Bundesverwaltungsgericht hält verfassungsrechtlich verankertes Auskunftsrecht des Wirtschaftsministers in Angelegenheiten der E-Control für rechtswidrig

Wien (17. März 2016) – Das Bundesverwaltungsgericht hat in einer Entscheidung einen Bescheid der E-Control aufgehoben und die Unabhängigkeit des Energieregulators infrage gestellt, weil das verfassungsrechtlich verankerte Informationsrecht des Wirtschaftsministers in Angelegenheit der E-Control einer EU-Richtlinie widerspreche. Die E-Control nimmt diese Entscheidung zur Kenntnis, teilt die Rechtsmeinung aber nicht. „Inhaltlich ist die Entscheidung für uns nicht nachvollziehbar. Aus unserer Sicht ist die E-Control unabhängig, daran ändert auch das verfassungsgesetzlich vorgesehene Informationsrecht des Wirtschaftsministers nichts“, so E-Control-VorstandWalter Boltz. Die Energieregulierungsbehörde agiert unabhängig und ist per Gesetz an keine Weisungen gebunden. Die E-Control wird daher gegen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Revision beim Verwaltungsgerichtshof erheben. „Wir hoffen, dass der Verwaltungsgerichtshof die Unabhängigkeit der E-Control bestätigt.“

E-Control hat gesetzeskonform gehandelt

Die E-Control hat jedenfalls stets gesetzeskonform gehandelt. „Es ist verfassungsrechtlich verankert, dass sich der Bundesminister über Regulierungstätigkeiten der E-Control unterrichten lassen kann. An dieses Gesetz haben wir uns gehalten“, so Boltz. Sollte der Verwaltungsgerichtshof der Revision der E-Control keine aufschiebende Wirkung zuerkennen, ist die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts einstweilen sofort rechtsgültig. Bescheide der E-Control, die nicht angefochten wurden, sind von der Gerichtsentscheidung nicht betroffen und behalten ihre Rechtswirkungen.

E-Control: Energiemarktliberalisierung erhöhte Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent

Strom- und Gasmarktliberalisierung steigerte österreichisches Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent und schuf 17.000 neue Jobs

Wien (14. März 2016) – Seit 15 Jahren können österreichische Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen. Die Öffnung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002 erhöhte das heimische Bruttoinlandsprodukt kumuliert um 1,3 Prozent und schuf 17.000 neue Jobs. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Wirtschaftsforschers Kurt Kratena im Auftrag der Energieregulierungsbehörde E-Control. Durch die Strommarktliberalisierung ist die gesamte Stromrechnung für einen Haushaltskunden 2014 um 60 Prozent niedriger als in einem Szenario ohne Liberalisierung, für einen Industriebetrieb ist die Stromrechnung um 70 Prozent niedriger. „Der freie Markt hat die Strompreise ordentlich gedrückt. Ohne die Liberalisierung wären die Strompreise deutlich höher als heute“, so Martin Graf, Vorstand der E-Control, heute, Montag, auf einem Pressegespräch in Wien. Die Preise sind gesunken, weil die Energieunternehmen geringere Gewinnaufschläge erzielten und effizienter wurden. 

Durch Liberalisierung Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent höher, 17.000 neue Jobs

Durch die Öffnung des Strom- und Gasmarktes erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt kumuliert um 1,3 Prozent im Vergleich zu einem Szenario ohne Liberalisierung. Rund 17.000 Jobs sind neu entstanden. Im Elektrizitäts- und Gassektor sind entgegen früheren Berechnungen nur 400 Stellen weggefallen. „Dieser Arbeitsplatzverlust wurde aber durch neue Jobs in anderen Bereichen mehr als wettgemacht.“ So sind etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Verwaltung 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden, in Handel und Verkehr 3.000. Da die Konsumenten und Betriebe weniger Geld für Energie ausgeben mussten, floss das verfügbare Geld in die Wirtschaft und schuf dort neue Arbeitsplätze. „Die Liberalisierung brachte positive Effekte für die Energiekunden, den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt“, betonte Graf. „Die Energieunternehmen mussten ihre Strukturen weiterentwickeln und große Herausforderungen meistern. Die E-Wirtschaft ist auch jetzt stark gefordert, etwa durch die neue Konkurrenz von IT-Firmen.“ 

Stromnetzentgelte seit 2001 um ein Viertel niedriger

Mit der Liberalisierung ging auch die Regulierung der Netzbetreiber einher. Seit 2001 wurden in Summe um insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro weniger Stromnetzentgelte bezahlt und die aktuellen Entgelte liegen im Schnitt um 23,8 Prozent niedriger als zu Beginn der Regulierung. Da die Netzbetreiber natürliche Monopolbetriebe sind, werden die Netzentgelte von der Regulierungsbehörde E-Control festgelegt. Die Stromnetzentgelte machen rund ein Viertel der gesamten Stromrechnung aus. „Die Netzbetreiber sind effizienter und schlanker geworden. Diese Einsparungen wurden durch die Regulierung an die Kunden weitergegeben. Gleichzeitig wurde weiterhin viel in die Netze investiert und Österreich hat nach wie vor eine sehr hohe Versorgungssicherheit und eine der geringsten Stromausfallsdauern Europas“, so Graf.

Intensiverer Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt

Der Wettbewerb am heimischen Strom- und Gasmarkt ist zuletzt intensiver geworden, betont Graf. „Immer mehr neue Lieferanten drängen auf den Markt, die Anbieter übertrumpfen sich mit unterschiedlichen Angeboten.“ Am Strommarkt sind seit vergangenem Jahr neun neue Anbieter in den Markt eingetreten. Am Gasmarkt sind zwei neue Lieferanten hinzugekommen. Insgesamt gibt es in Österreich für Haushalte derzeit 147 verschiedene Stromlieferanten und 33 Gaslieferanten. Die genaue Zahl der Lieferanten und Angebote ist abhängig vom Wohnort. Ein Haushalt in Wien beispielsweise kann mittlerweile zwischen 79 unterschiedlichen Stromprodukten von 38 Lieferanten wählen. Vor zehn Jahren gab es nur elf verschiedene Angebote in Wien. Ein Gaskunde in Oberösterreich hat mittlerweile die Wahl zwischen 49 verschiedenen Gasprodukten von 21 Lieferanten. Vor zehn Jahren gab es gerade einmal sechs verschiedene Angebote. 

Hohe Investitionen in Gasnetze, Speicherkapazität verdreifacht

Der Gasmarkt habe sich seit der Liberalisierung gut entwickelt, sagt E-Control-Vorstand Walter Boltz. „Seit der Gasmarktliberalisierung sind die Investitionen in die Netze signifikant angestiegen. Die heimischen Gasspeicherkapazitäten haben sich seit der Liberalisierung 2002 fast verdreifacht.“ 2002 erfolgte die Beschaffung von Gas nahezu ausschließlich über langfristige Verträge mit Ölpreisbindung. „Das hat sich enorm geändert, die flexible Beschaffung an Gashandelsplätzen, sogenannten Hubs, wird immer bedeutender“, erläutert Boltz. Die Liquidität dieser Handelsplätze ist seit 2008 deutlich gestiegen, auch am Virtuellen Handelsplatz in Österreich. „Die Bedingungen für Gaskunden sind so gut wie nie zu vor seit Beginn der Liberalisierung“, betont Boltz. Kunden können mittlerweile aus vielen verschiedenen Lieferanten und Produkten auswählen, bei Alternativlieferanten sind die Preise sehr niedrig. „Wer wechselt, kann von günstigen Preisen profitieren. Wer nicht wechselt, muss auf Preissenkungen hoffen, diese erfolgen aber nur zögerlich.“

1,6 Millionen wechselten Strom- und Gasanbieter seit Liberalisierung

Ihr Recht, den Lieferanten frei zu wählen, nutzen die Strom- und Gaskunden seit der Liberalisierung immer stärker. Insgesamt wechselten seit 2001 rund 1,6 Millionen Haushalte und Betriebe. Bei Strom wechselten 1,3 Millionen, knapp die Hälfte davon in den vergangenen fünf Jahren. Bei Gas suchten sich seit der Liberalisierung 2002 mehr als 250.000 Gaskunden einen neuen Lieferanten, mehr als zwei Drittel der Wechsel erfolgten in den vergangenen fünf Jahren. „Vor allem in den letzten Jahren wechselten die Österreicher immer häufiger“, so Boltz. Dementsprechend stiegen auch die Wechselraten an. Vergangenes Jahr wechselten bei Strom 2,5 Prozent – deutlich mehr als im Jahresschnitt seit der Liberalisierung (1,5 Prozent). Bei den Gaskunden lag die Wechselrate 2015 bei 3,4 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie der langjährige Schnitt von 1,4 Prozent. Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 198.000 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten. Walter Boltz: „Was bei Handyverträgen gang und gäbe ist, wird nun auch bei Strom und Gas immer üblicher. Nämlich Preise zu vergleichen und zu dem für sich günstigsten Anbieter zu wechseln.“ 

Ersparnisse bei Wechsel binnen fünf Jahren verdreifacht

Warum die Österreicher immer häufiger wechseln, lässt sich zum Teil durch die zuletzt gestiegenen Ersparnisse bei einem Wechsel erklären. „Das Einsparpotenzial hat sich zuletzt rasant nach oben entwickelt. Die Ersparnisse haben sich bei Strom und Gas in den vergangenen fünf Jahren teils verdreifacht“, sagt Boltz. 2011 betrug die maximale Gesamtersparnis bei einem gleichzeitigen Wechsel von Strom und Gas 220 Euro inklusive Neukundenrabatt (Netzgebiet Oberösterreich). Derzeit sind es in Klagenfurt rund 750 Euro, wie aus dem Preismonitor der E-Control für März 2016 hervorgeht. Alleine in den vergangenen zehn Jahren sparten sich alle Haushalte und Gewerbebetriebe, die sich einen neuen Lieferanten suchten, rund 174 Millionen Euro bei Strom und rund 55 Millionen Euro bei Gas. Boltz rät angesichts der höchsten Einsparpotenziale seit der Liberalisierung zum Anbieterwechsel: „Wer seinem alten Lieferanten treu bleibt, zahlt drauf.“

Umfrage: Jeder fünfte Haushalt kann sich heuer Wechsel vorstellen

Knapp 800.000 Haushalte können sich heuer einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters vorstellen, wie eine Hochrechnung auf Basis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Peter Hajek im Auftrag der E-Control unter 1.000 Personen besagt. „Das Potenzial an wechselwilligen Haushalten ist noch lange nicht erschöpft. Jeder fünfte ist grundsätzlich für einen Wechsel heuer offen“, betont Boltz. Für jene, die gewechselt haben, war der Umstieg leichter als gedacht. Für 81 Prozent der Befragten, die bereits gewechselt haben, ging der Umstieg auf einen neuen Lieferanten „sehr rasch und unkompliziert“. Weitere 13 Prozent stimmten dieser Aussage ebenfalls weitgehend zu. „Neun von zehn Wechslern waren mit Schnelligkeit und Einfachheit des Anbieterwechsels sehr zufrieden oder zufrieden“, fasst Boltz die Umfrageergebnisse zusammen.

15 Jahre Strommarktliberalisierung / Präsentation Jahresbericht 2015

Energiemarktliberalisierung erhöhte Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent

Wien (14. März 2016) – Seit 15 Jahren können österreichische Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen. Die Öffnung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002 erhöhte das heimische Bruttoinlandsprodukt kumuliert um 1,3 Prozent und schuf 17.000 neue Jobs. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Wirtschaftsforschers Kurt Kratena im Auftrag der Energieregulierungsbehörde E-Control. Durch die Strommarktliberalisierung ist die gesamte Stromrechnung für einen Haushaltskunden 2014 um 60 Prozent niedriger als in einem Szenario ohne Liberalisierung, für einen Industriebetrieb ist die Stromrechnung um 70 Prozent niedriger. „Der freie Markt hat die Strompreise ordentlich gedrückt. Ohne die Liberalisierung wären die Strompreise deutlich höher als heute“, so Martin Graf, Vorstand der E-Control. Die Preise sind gesunken, weil die Energieunternehmen geringere Gewinnaufschläge erzielten und effizienter wurden.

Durch Liberalisierung Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent höher, 17.000 neue Jobs
Durch die Öffnung des Strom- und Gasmarktes erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt kumuliert um 1,3 Prozent im Vergleich zu einem Szenario ohne Liberalisierung. Rund 17.000 Jobs sind neu entstanden. Im Elektrizitäts- und Gassektor sind entgegen früheren Berechnungen1 nur 400 Stellen weggefallen. „Dieser Arbeitsplatzverlust wurde aber durch neue Jobs in anderen Bereichen mehr als wettgemacht.“ So sind etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Verwaltung 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden, in Handel und Verkehr 3.000. Da die Konsumenten und Betriebe weniger Geld für Energie ausgeben mussten, floss das verfügbare Geld in die Wirtschaft und schuf dort neue Arbeitsplätze. „Die Liberalisierung brachte positive Effekte für die Energiekunden, den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt“, betont Graf. „Die Energieunternehmen mussten ihre Strukturen weiterentwickeln und große Herausforderungen meistern. Die E-Wirtschaft ist auch jetzt stark gefordert, etwa durch die neue Konkurrenz von IT-Firmen.“

Stromnetzentgelte seit 2001 um ein Viertel niedriger
Mit der Liberalisierung ging auch die Regulierung der Netzbetreiber einher. Seit 2001 wurden in Summe um insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro weniger Stromnetzentgelte bezahlt und die aktuellen Entgelte liegen im Schnitt um 23,8 Prozent niedriger als zu Beginn der Regulierung. Da die Netzbetreiber natürliche Monopolbetriebe sind, werden die Netzentgelte von der Regulierungsbehörde E-Control festgelegt. Die Stromnetzentgelte machen rund ein Viertel der gesamten Stromrechnung aus. „Die Netzbetreiber sind effizienter und schlanker geworden. Diese Einsparungen wurden durch die Regulierung an die Kunden weitergegeben. Gleichzeitig wurde weiterhin viel in die Netze investiert und Österreich hat nach wie vor eine sehr hohe Versorgungssicherheit und eine der geringsten Stromausfallsdauern Europas“, so Graf.

Österreichs Stromkunden praktisch atomstromfrei
Seit 2004 überprüft die E-Control jährlich die Stromkennzeichnung der Lieferanten. 2014, zehn Jahre nach der ersten Überprüfung, war der an österreichische Kunden gelieferte Strom erstmals praktisch atomstromfrei. Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrug knapp 90 Prozent. Der Anteil von Graustrom und damit auch der Anteil von Atomstrom in Österreich sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Seit 2007 ging der Anteil von unbekanntem Graustrom von 20 Prozent auf nahezu null zurück, faktisch der gesamte an Endverbraucher gelieferte Strom in Österreich ist mittlerweile gekennzeichnet. „Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist beeindruckend. Der Strom in Österreich hat nun endgültig durchgehend ein Mascherl. Bei so gut wie jeder Kilowattstunde ist bekannt, um welchen Strom es sich handelt“, betont E-Control-Vorstand Martin Graf.

Intensiverer Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt
Der Wettbewerb am heimischen Strom- und Gasmarkt ist zuletzt intensiver geworden, betont Graf. „Immer mehr neue Lieferanten drängen auf den Markt, die Anbieter übertrumpfen sich mit unterschiedlichen Angeboten.“ Am Strommarkt sind seit vergangenem Jahr neun neue Anbieter in den Markt eingetreten (MeinAlpenStrom, aWATTar, TopEnergy, Montana, Care Energy, E-wie Einfach, Mc Strom, Sturm Energie, Gutmann). Am Gasmarkt sind zwei neue Lieferanten hinzugekommen (Leu Energie, Sturm Energie), der Tiroler Gasanbieter Gutmann weitete zudem sein Angebot auf ganz Österreich aus. Insgesamt gibt es in Österreich für Haushalte derzeit 147 verschiedene Stromlieferanten und 33 Gaslieferanten. Die genaue Zahl der Lieferanten und Angebote ist abhängig vom Wohnort. Ein Haushalt in Wien beispielsweise kann mittlerweile zwischen 79 unterschiedlichen Stromprodukten von 38 Lieferanten wählen. Vor zehn Jahren gab es nur elf verschiedene Angebote in Wien. Ein Gaskunde in Oberösterreich hat mittlerweile die Wahl zwischen 49 verschiedenen

Vor zehn Jahren gab es gerade einmal sechs verschiedene Angebote. Ein Drittel der Produkte sind Onlineprodukte, bei denen die gesamte Kommunikation per E-Mail erfolgt, 80 Prozent der Stromprodukte sind Ökostromprodukte. Zur Wahl stehen auch Produkte mit oder ohne Preisgarantie oder sogenannte Floater-Tarife, deren Preise in regelmäßigen Abständen an den ausgewählten Indizes wie z.B. den aktuellen Börsenpreisen angepasst werden. Über ihre Rechte als Energiekonsumenten hat die E-Control Bürger umfassend informiert, zuletzt verstärkt im persönlichen Kontakt. Seit Oktober 2012 wurden in 300 Gemeinden in ganz Österreich Strom- und Gaskunden vor Ort beraten. Auf Publikumsmessen wurden alleine im vergangenen Jahr 650 Einzelberatungen durchgeführt.

Hohe Investitionen in Gasnetze, Speicherkapazität verdreifacht
Der Gasmarkt habe sich seit der Liberalisierung gut entwickelt, sagt E-Control-Vorstand Walter Boltz. „Seit der Gasmarktliberalisierung sind die Investitionen in die Netze signifikant angestiegen. Die heimischen Gasspeicherkapazitäten haben sich seit der Liberalisierung 2002 fast verdreifacht.“ 2002 erfolgte die Beschaffung von Gas nahezu ausschließlich über langfristige Verträge mit Ölpreisbindung. „Das hat sich enorm geändert, die flexible Beschaffung an Gashandelsplätzen, sogenannten Hubs, wird immer bedeutender“, erläutert Boltz. Die Liquidität dieser Handelsplätze ist seit 2008 deutlich gestiegen, auch am Virtuellen Handelsplatz in Österreich. Seit 2009 gibt es zudem eine Gasbörse (CEGH, Central European Gas Hub), an der unterschiedliche Gasprodukte gehandelt werden.
Boltz: „Bedingungen für Gaskunden so gut wie nie“

Die Ölpreisbindung in den langfristigen Verträgen wurde teilweise durch eine Gaspreisbindung ersetzt, die Abnahmeflexibilität in den Verträgen hat sich verändert. Gasgroßhändler haben in Europa weit mehr Optionen als früher. Auch die Gaskunden können von diesen Entwicklungen stärker profitieren: Die größeren Beschaffungsoptionen haben es neuen Anbietern erleichtert, in den Markt für Endkunden einzusteigen und neue Produkte anzubieten. „Die Bedingungen für Gaskunden sind so gut wie nie zu vor seit Beginn der Liberalisierung“, betont Boltz. Kunden können mittlerweile aus vielen verschiedenen Lieferanten und Produkten auswählen, bei Alternativlieferanten sind die Preise sehr niedrig. „Wer wechselt, kann von günstigen Preisen profitieren. Wer nicht wechselt, muss auf Preissenkungen hoffen, diese erfolgen aber nur zögerlich.“

1,6 Millionen wechselten Strom- und Gasanbieter seit Liberalisierung
Ihr Recht, den Lieferanten frei zu wählen, nutzen die Strom- und Gaskunden seit der Liberalisierung immer stärker. Insgesamt wechselten seit 2001 rund 1,6 Millionen Haushalte und Betriebe. Bei Strom wechselten 1,3 Millionen, knapp die Hälfte davon in den vergangenen fünf Jahren. Bei Gas suchten sich seit der Liberalisierung 2002 mehr als 250.000 Gaskunden einen neuen Lieferanten, mehr als zwei Drittel der Wechsel erfolgten in den vergangenen fünf Jahren. „Vor allem in den letzten Jahren wechselten die Österreicher immer häufiger“, so Boltz. Dementsprechend stiegen auch die Wechselraten an. Vergangenes Jahr wechselten bei Strom 2,5 Prozent – deutlich mehr als im Jahresschnitt seit der Liberalisierung (1,5 Prozent). Bei den Gaskunden lag die Wechselrate 2015 bei 3,4 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie der langjährige Schnitt von 1,4 Prozent. Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 198.000 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten. Walter Boltz: „Was bei Handyverträgen gang und gäbe ist, wird nun auch bei Strom und Gas immer üblicher. Nämlich Preise zu vergleichen und zu dem für sich günstigsten Anbieter zu wechseln.“

Ersparnisse bei Wechsel binnen fünf Jahren verdreifacht
Warum die Österreicher immer häufiger wechseln, lässt sich zum Teil durch die zuletzt gestiegenen Ersparnisse bei einem Wechsel erklären. „Das Einsparpotenzial hat sich zuletzt rasant nach oben entwickelt. Die Ersparnisse haben sich bei Strom und Gas in den vergangenen fünf Jahren teils verdreifacht“, sagt Boltz. 2011 betrug die maximale Gesamtersparnis bei einem gleichzeitigen Wechsel von Strom und Gas 220 Euro inklusive Neukundenrabatt (Netzgebiet Oberösterreich). Derzeit sind es in Klagenfurt rund 750 Euro, wie aus dem Preismonitor der E-Control für März 2016 hervorgeht (siehe Beilage). Alleine in den vergangenen zehn Jahren sparten sich alle Haushalte und Gewerbebetriebe, die sich einen neuen Lieferanten suchten, rund 174 Millionen Euro bei Strom und rund 55 Millionen Euro bei Gas. Boltz rät angesichts der höchsten Einsparpotenziale seit der Liberalisierung zum Anbieterwechsel: „Wer seinem alten Lieferanten treu bleibt, zahlt drauf.“

48 Stromlieferanten senkten seit 2015 ihre Preise
Seit 2015 haben 48 Stromlieferanten ihre Preise gesenkt, darunter auch die Landesenergieversorger in Salzburg, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland, Wien und Vorarlberg. „Der Preisdruck ist deutlich gestiegen“, sagt Walter Boltz. „Viele der Lieferanten haben nun endlich die gesunkenen Einkaufspreise für Strom an ihre Kunden weitergegeben. Besonders von den Senkungen der großen Versorger profitieren viele Kunden.“ Am Gasmarkt senkten seit 2015 neun Gasanbieter ihre Preise, darunter die sechs Landesenergieversorger in Tirol, Steiermark, Vorarlberg, Burgenland, Wien und Niederösterreich. (Eine detaillierte Aufstellung der Preissenkungen findet sich am Ende der Pressemappe.) Weitere Gaspreissenkungen haben Energie AG, Energie Burgenland, Wien Energie und EVN per 1. Mai angekündigt.

Freier Wettbewerb durch Liberalisierung ermöglicht
Ermöglicht wurde der freie Wettbewerb am Energiemarkt durch die Liberalisierung, erinnert Boltz. „Vor der Liberalisierung wurden die Strom- und Gaspreise, die Verbraucher an ihren jeweiligen Versorger zahlten, gesetzlich geregelt. Die Strompreise etwa legte der Energieminister auf Vorschlag einer Preiskommission, in der unter anderem die Sozialpartner und die Stromwirtschaft vertreten waren, fest.“ Es gab in jedem Bundesland einen Monopolversorger, der Kunde hatte keine freie Wahl. „Auch wenn der Kunde mit dem Service unzufrieden war, konnte er den Anbieter nicht wechseln. Von Kunden war damals auch noch gar nicht die Rede – diese wurden als ‚Tarifabnehmer‘ bezeichnet.“ Erst seit der Liberalisierung bilden sich die Preise frei nach dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Umfrage: Jeder fünfte Haushalt kann sich heuer Wechsel vorstellen
Knapp 800.000 Haushalte können sich heuer einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters vorstellen, wie eine Hochrechnung auf Basis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Peter Hajek im Auftrag der E-Control unter 1.000 Personen besagt. „Das Potenzial an wechselwilligen Haushalten ist noch lange nicht erschöpft. Jeder fünfte ist grundsätzlich für einen Wechsel heuer offen“, betont Boltz. Für jene, die gewechselt haben, war der Umstieg leichter als gedacht. Für 81 Prozent der Befragten, die bereits gewechselt haben, ging der Umstieg auf einen neuen Lieferanten „sehr rasch und unkompliziert“. Weitere 13 Prozent stimmten dieser Aussage ebenfalls weitgehend zu. „Neun von zehn Wechslern waren mit Schnelligkeit und Einfachheit des Anbieterwechsels sehr zufrieden oder zufrieden“, fasst Boltz die Umfrageergebnisse zusammen.

Hälfte wechselte online
Mehr als die Hälfte der Befragten, die schon einmal einen Anbieterwechsel durchführten, wechselte den Strom- oder Gaslieferanten online (per Ausfüllen eines Webformulars oder Rücksenden des unterschriebenen Vertrags per E-Mail). „Der Anbieterwechsel wird immer einfacher und kann bei den meisten Anbietern mittlerweile bequem online erledigt werden“, ergänzt dazu Walter Boltz. Neben dem Lieferantenwechsel ist auch der Produktwechsel ein Indikator für den vorherrschenden Wettbewerb. 16 Prozent der Befragten gaben an, bereits einmal bei ihrem bestehenden Anbieter den Stromtarif gewechselt zu haben, auf einen anderen Gastarif sind drei Prozent umgestiegen, so die Ergebnisse der Hajek-Umfrage. Rechnet man Anbieterwechsel und Produktwechsel zusammen, ist seit der Strommarktliberalisierung etwa jeder dritte Haushalt bereits aktiv zu einem günstigeren Stromangebot (bei einem neuen oder einem bestehenden Lieferanten) gewechselt.

Streitschlichtungsstelle der E-Control Anfang des Jahres aufgewertet
Mit Anfang des Jahres wurde die Streitschlichtungsstelle der E-Control aufgewertet. Konsumenten, die sich wegen Problemen mit ihrem Strom- oder Gasunternehmen an die Schlichtungsstelle der E-Control wenden, profitieren von einem verbesserten Verfahren und häufigeren Informationen. Die bisherige Leiterin der Schlichtungsstelle, Gabriele Guggenberger, wurde im Jänner als unabhängige Schlichterin neu bestellt. Hilft die Schlichtungsstelle Konsumenten bei Streitigkeiten mit einem Energieunternehmen, darf sie das Gütesiegel für eine staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle führen. Das Verfahren selbst ist für den Konsumenten kostenlos. 2015 gab es rund 2.400 Anfragen an die Schlichtungsstelle. Die meisten Anfragen und Beschwerden gab es zu Stromrechnungen und dem Lieferantenwechsel. An der Energie-Hotline der E-Control (0810 10 25 54 zum Tarif von 4,40 Cent/Minute) wurden 2015 rund 6.100 Anrufe bearbeitet, um 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Onlineservices werden rege genutzt
Die E-Control-Homepage verzeichnete 2015 rund 925.000 Besuche, das ist ein leichter Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Strom- und Gaspreisvergleichsrechner der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator) wurde im vergangenen Jahr 430.000-mal abgerufen. Die im vergangenen Jahr neu eingeführte Onlineplattform „frag.e-control.at“ wird rege genutzt und verzeichnet im Durchschnitt pro Tag ein bis zwei neue Fragen. Die Zahl der mit der E-Control verbundenen Facebooknutzer verdreifachte sich von 2.000 auf mehr als 6.000. Die am häufigsten genutzte Online-Applikation der E-Control war 2015 neuerlich der auf Initiative des Wirtschaftsministeriums eingeführte Spritpreisrechner (www.spritpreisrechner.at). Rund 5,2 Millionen Mal haben sich Autofahrer damit die günstigsten Tankstellen in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Der Strom- und Gaspreisvergleichsrechner für Gewerbebetriebe (www.e-control.at/gewerbe-tarifkalkulator) wurde wie im Jahr zuvor rund 20.000-mal genutzt.

Studienpräsentation: Volkswirtschaftliche Bedeutung der Stromnetze

Heimische Stromnetze schaffen jährliche Wertschöpfung von 2,5 Milliarden Euro

Wien (2. März 2016) – Die heimischen Stromnetze haben eine hohe Bedeutung für die österreichische Volkswirtschaft. Das zeigt eine Studie des Economica-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Energieregulierungsbehörde E-Control, bei der die 30 größten österreichischen Stromnetzbetreiber untersucht wurden. Der Betrieb der Stromnetze schafft eine gesamte jährliche Wertschöpfung[1] von rund 2,54 Milliarden Euro, das entspricht einem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von etwa 0,86 Prozent[2]. „Ohne die heimischen Stromnetze wäre es dunkel in Österreich. Nicht nur der Strom würde uns fehlen, auch die positiven wirtschaftlichen Effekte würden Österreich ganz stark abgehen“, sagt E-Control-Vorstand Martin Graf. „In den vergangenen Jahren hat die Energieversorgung insgesamt überdurchschnittlich zur Entwicklung des Bruttoinlands-produkts beigetragen und so die in den vergangenen Jahren schwache Konjunktur stabilisiert“, so Wirtschaftsforscher Christian Helmenstein vom Economica-Institut für Wirtschaftsforschung. Das Bruttoinlandsprodukt soll laut jüngsten Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) erst 2016/2017 wieder um etwa 1,7 Prozent steigen.

Wertschöpfung des Stromnetzbetriebs über dem Tiefbau

Von den rund 2,54 Milliarden Euro Wertschöpfung des Stromnetzbetriebs pro Jahr wird die Hälfte direkt bei den Stromnetzbetreibern generiert, mehr als eine Milliarde Euro entlang der Wertschöpfungskette von Zulieferern und 250 Millionen Euro durch induzierte Effekte, sogenannte Einkommenseffekte. Die Wertschöpfungseffekte sind damit höher als in der Tiefbaubranche oder dem Telekommunikationssektor. Zum Vergleich: Im Tiefbau waren es laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung 2014 2,2 Milliarden Euro, und in der Telekommunikation 2,4 Milliarden Euro.

Betrieb des Stromnetzes sichert mehr als 20.000 Jobs in Österreich

Der Stromnetzbetrieb hat auch eine große Bedeutung für den Arbeitsmarkt und sichert 20.200 Arbeitsplätze direkt und indirekt ab. Die größten Beschäftigungseffekte in der Betriebsphase gibt es in Wien mit rund 4.000 Arbeitsplätzen (nach Köpfen; siehe Grafik), gefolgt von Tirol mit 2.600 und Oberösterreich mit 2.400, so die Ergebnisse der Studie. „Die Stromnetze sind ein wichtiger Faktor für die Volkswirtschaft. Sie schaffen und sichern zahlreiche heimische Arbeitsplätze und generieren eine außerordentlich hohe Wertschöpfung in den Regionen durch Aufträge etwa an lokale Handwerks- und Bauunternehmen“, betont Graf.

Auch das Steueraufkommen beim Betrieb des Stromnetzes ist beträchtlich. Die lohnabhängigen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge der 30 größten Netzbetreiber belaufen sich aufrund 550 Millionen Euro jährlich.

Hohe Investitionen in die Stromnetze

Von 2001 bis 2014 wurden preisbereinigt 8,4 Milliarden Euro in die Stromnetze investiert. Diese Investitionen generierten eine Wertschöpfung von sechs Milliarden Euro und sicherten 72.000 Jahresarbeitsplätze (in Köpfen) ab. „Die Netzbetreiber haben seit der Liberalisierung 2001 sehr hohe Investitionen getätigt. Entgegen mancher Unkenrufe kam es zu keinerlei Investitionsstau“, sagt Graf.

Höhere Investitionen in die Netzinfrastruktur bedeuten normalerweise auch höhere Kosten für die Stromkunden in Form von höheren Netzkosten. Seit der Liberalisierung zahlen alle Stromkunden in Österreich laut Berechnungen der E-Control aber jährlich rund ein Viertel weniger Netzkosten als noch auf Basis der Entgelte im Jahr 2001. Das ist eine jährliche Ersparnis von mehr als 500 Millionen Euro (ohne Berücksichtigung der Inflation). Die Reduktionen erfolgten, weil die Netzbetreiber effizienter geworden sind.

Von 2015 bis 2020 Investitionen von 5,7 Milliarden in die Stromnetzinfrastruktur

Die Investitionen der Netzbetreiber werden auch in den zukünftigen Jahren hoch bleiben, erwartet Martin Graf. „Von 2015 bis 2020 ist mit Gesamtinvestitionen von 5,7 Milliarden Euro für die Modernisierung und den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur zu rechnen.“ Diese Investitionen schaffen eine Wertschöpfung von 4,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem jährlichen Beitrag zum BIP von 0,23 Prozent. „Die Netzinvestitionen sind ein wichtiger Konjunkturmotor“, sagt Martin Graf.

Hohe Versorgungssicherheit

Die Effizienzsteigerungen bei den Netzbetreibern gingen aber nicht zulasten der Stromversorgungssicherheit, betont Martin Graf. „2013 waren die österreichischen Haushalte im Durchschnitt aufgrund ungeplanter Ausfälle gerade mal 34 Minuten ohne Strom. Österreich hat bei der Versorgungssicherheit ein sehr hohes Niveau und liegt im europäischen Vergleich im Spitzenfeld.“ Die Verfügbarkeit der heimischen Stromversorgung lag seit der Liberalisierung stets bei 99,99 Prozent.

Netzkosten für Haushalte und Industrie niedriger als in Deutschland

Die Netzkosten machten 2014 für einen österreichischen Haushalt laut der EU-Statistikbehörde Eurostat im Schnitt 5,89 Cent pro Kilowattstunde aus. In Deutschland waren es 6,68 Cent. Von der gesamten Stromrechnung entfallen für einen heimischen Durchschnittshaushalt rund 30 Prozent auf die Netzkosten. Damit liegt Österreich genau im EU-Schnitt. Für einen durchschnittlichen Industriebetrieb lagen die Netzkosten 2014 in Österreich bei 2,52 Cent pro Kilowattstunde. Der Durchschnitt der EU-28-Staaten belief sich auf 2,94 Cent. „Industriekunden müssen in Österreich für die Netzkosten deutlich weniger zahlen als im EU-Schnitt“, sagt Martin Graf. In Deutschland lagen die Netzkosten für ein durchschnittliches Industrieunternehmen 2014 bei 2,89 Cent pro Kilowattstunde.

Über die Studie

Die Untersuchung erfolgte durch eine Simulationsmethode anhand ökonometrischer Makromodelle. Angewandt wurde auch eine Input-Output-Analyse, dabei handelt es sich um eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Methoden der Ökonomie. Die wirtschaftlichen Effekte des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid in der Betriebs- und Investitionsphase wurden ganz Österreich zugeordnet.

Economica: Nationale und internationale Wirtschaftsforschung seit 2005

Das Economica-Institut für Wirtschaftsforschung wurde 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet und hat seinen Sitz in Wien. Das unabhängige Institut betreibt Forschung auf nationaler und internationaler Ebene. Economica zählt zum Institutskreis des Cognion-Forschungsverbundes mit sozio-ökonomischen Instituten in Österreich, Deutschland und der Slowakei.

Über E-Control: Wettbewerb stärken, Energiekonsumenten informieren

Die Energie-Control Austria ist die unabhängige Regulierungsbehörde für den österreichischen Strom- und Gasmarkt. Sie wurde mit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002 geschaffen. Hauptaufgabe der E-Control ist es, den Wettbewerb zu stärken, Spielregeln für den Markt festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen.

 

[1] Durchschnittliche preisbereinigte Wertschöpfung der Jahre 2012 bis 2014.

[2] In Relation zum Bruttoinlandsprodukt 2014.

[3] Die Effekte des Übertragungsnetzbetreibers APG sowie alle Effekte, die nicht einem einzelnen Bundesland direkt zugeordnet werden können, wurden unter der Position „Österreich“ erfasst.

E-Control: Neuer Rekord bei Stromlieferantenwechsel der Betriebe

Rund 47.000 kleine und mittlere Unternehmen wechselten im vergangenen Jahr ihren Stromanbieter – 2.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr davor –Wechsel spart Gewerbebetrieb bis zu 6.900 Euro

Wien (29. Februar 2016) – Rund 47.000 kleine und mittlere Unternehmen wechselten in Österreich im vergangenen Jahr ihren Stromlieferanten. Das waren um 2.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014, die Wechselrate stieg von 2,8 auf 2,9 Prozent. Einen neuen Gasanbieter suchten sich 3.000 Betriebe (plus 500), die Wechselrate bei Gas stieg von 3,5 auf 4,3 Prozent (plus 0,8 Prozentpunkte). „Die Gewerbebetriebe haben einen neuerlichen Rekord aufgestellt und wechselten so häufig wie noch nie“, erläutert Martin Graf, Vorstand des Strom- und Gasregulators E-Control. „Während die Haushalte im vergangenen Jahr zwar überdurchschnittlich oft, aber doch seltener als im Rekordjahr 2014 wechselten, haben die Betriebe bei der Wechselfreudigkeit nochmals zugelegt.“ Bei den Haushalten suchten sich im vergangenen Jahr bei Strom 2,3 Prozent einen neuen Lieferanten, bei Gas 3,4 Prozent, insgesamt wechselten 145.000 Haushalte ihren Strom- und Gasanbieter.

Wechsel spart Gewerbebetrieb bei Strom bis zu 6.900 Euro

Einem Gewerbebetrieb mit einem Jahresverbrauch Strom von 100.000 Kilowattstunden spart der Wechsel vom regionalen Versorger zum günstigsten Anbieter bis zu 6.900 Euro im ersten Jahr inklusive Neukundenrabatt. Bei Gas spart ein Unternehmen mit einem jährlichen Gasverbrauch von 400.000 Kilowattstunden bis zu 7.600 Euro. Kleine und mittlere Unternehmen können ihren Strom- und Gaspreis einfach und schnell online mit dem Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at/gewerbe-tarifkalkulator) vergleichen. Gewechselt wird nur der Lieferant, der Netzbetreiber, der unter anderem für Netz und Zähler verantwortlich ist, bleibt abhängig vom Firmenstandort immer derselbe.

Industriebetriebe wechselten im vergangenen Jahr häufiger

Die Industriekunden wechselten 2015 deutlich häufiger ihren Stromlieferanten als im Vorjahr. Insgesamt suchten sich im vergangenen Jahr 2.700 Industrieunternehmen einen neuen Stromanbieter (7,2 Prozent), 2014 waren es mit 1.900 (5,1 Prozent) um zwei Prozentpunkte weniger. Die Zahl der Gaslieferantenwechsel innerhalb der Industrie blieb stabil und lag wie im Vorjahr bei rund 400 (fünf Prozent). Die Wechselrate bei der Industrie sage insgesamt aber nur wenig über den dortigen Wettbewerb aus, erklärt Graf. „Industriebetriebe müssen nicht wechseln, um billigere Preise zu bekommen. Sie haben die Größe, um direkt mit den Energielieferanten zu verhandeln.“ Es reiche, wenn unterschiedliche Angebote auf dem Tisch lägen, dann könnten Industriebetriebe den Preis beim bestehenden Lieferanten drücken.

E-Control: Niedriger Ölpreis schlecht für die Umwelt

Niedrige Energiepreise haben negative Umwelteffekte – Österreich verbrauchte 2015 um 1,7 Prozent mehr Strom, Gasverbrauch um 7,1 Prozent gestiegen

Wien (24. Februar 2016) – Die derzeit niedrigen Energiepreise freuen zwar die Konsumenten, sie wirken sich aber negativ auf die Umwelt aus, betont Walter Boltz, Vorstand des Strom- und Gasregulators E-Control. „Durch den niedrigen Ölpreis werden mehr Ölheizungen verkauft, während der Verkauf von umweltfreundlicheren Biomasseheizungen zurückgeht.  Energiesparmaßnahmen rechnen sich bei niedrigen Energiepreisen oft nicht mehr und der niedrige Ölpreis hemmt die ohnehin nur geringe Verbreitung von Elektroautos.“

Funktionierender Handel auf EU-Ebene nötig
Um die EU-weiten Klima- und Energieziele zu erreichen, brauche es einen funktionierenden Handel auf europäischer Ebene, betont Boltz und verweist auf die Wichtigkeit, den bestens ausgebauten gemeinsamen deutsch-österreichischen Strommarkt zu erhalten. „Die Strompreiszone mit Deutschland ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Marktintegration“, betont Boltz. Eine Auftrennung würde dazu führen, dass in Deutschland mehr Windkraftwerke abgeregelt und in Österreich dafür Gaskraftwerke laufen würden. Österreich selbst müsse seinen Schwerpunkt zur Erreichung der Klimaziele aber primär auf die Bereiche Verkehr und Raumwärme legen, wo großer Nachholbedarf besteht. Bei Strom hat Österreich mit einem Anteil von rund 70 Prozent Erneuerbare am Stromverbrauch bereits einen sehr hohen Wert. Der Erneuerbaren-Anteil könnte vor allem in den Bereichen Wärme (Fernwärme/Nahwärme) oder Fernkälte erhöht werden.

Strom- und Gasverbrauch in Österreich gestiegen
Eine aktuelle Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass sich der weltweite Energiebedarf bis 2040 um knapp ein Drittel (32 Prozent) erhöhen wird. Der weltweite Stromverbrauch werde laut IEA bis 2040 um 70 Prozent zunehmen. Auch in Österreich stieg der Stromverbrauch im vergangenen Jahr insgesamt um 1,7 Prozent oder 1.200 Gigawattstunden auf 69.747 Gigawattstunden an. Der Gasverbrauch erhöhte sich in Österreich erstmals nach mehreren Jahren wieder um 7,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Kubikmeter. Das geht aus vorläufigen Daten der E-Control hervor.

Weniger Strom aus Wasserkraft
2015 wurde in Österreich mit 36.000 Gigawattstunden deutlich weniger Strom aus Wasserkraft erzeugt als 2014. „Der Rückgang um 8,9 Prozent oder 3.500 Gigawattstunden ist vor allem auf das extrem schlechte Wasserdargebot in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen“, erläutert E-Control Vorstand Martin Graf. Gleichzeitig  ist die Erzeugung aus Gaskraftwerken im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen, andere Wärmekraftwerke legten ebenfalls zu. Wärmekraftwerke (Gas, Kohle, Öl etc.) erzeugten vergangenes Jahr insgesamt 16.700 Gigawattstunden. Auch die Windstromerzeugung legte um 29,8 Prozent zu. „Insgesamt wurde im vergangenen Jahr mit 64.742 Gigawattstunden in Österreich etwa gleich viel Strom produziert wie 2014. Damals waren es 64.767 Gigawattstunden“, so Martin Graf.

Da die Österreicher mehr Strom verbrauchten, die heimische Stromproduktion aber stagnierte, stiegen die Nettostromimporte (Saldo aus Exporten und Importen) im vergangenen Jahr um knapp 800 Gigawattstunden auf rund 10.000 Gigawatt-stunden. Sowohl Importe als auch Exporte legten um rund ein Zehntel zu. Importiert wurden rund 29.000 Gigawattstunden (plus 9,9 Prozent), exportiert wurden rund 19.000 Gigawattstunden (plus 10,7 Prozent).

Erdgasverbrauch stieg auf 7,5 Milliarden Kubikmeter
Nachdem 2014 der Erdgasverbrauch auf den geringsten Wert seit 20 Jahren gesunken ist, stieg der Verbrauch im vergangenen Jahr wieder an. Der Gasverbrauch erhöhte sich von sieben auf 7,5 Milliarden Kubikmeter, ein Plus von 7,1 Prozent. Hauptgrund dafür war der gestiegene Einsatz von Gaskraftwerken, was den Gasverbrauch in die Höhe trieb.

 

E-Control: Gaspaket der EU-Kommission erhöht Versorgungssicherheit

Heute vorgestelltes Gaspaket der Europäischen Kommission leistet wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit – Krisenvorbereitung wird verbessert

Wien (16. Februar 2016) – Das von der EU-Kommission heute, Dienstag, vorgestellte Gaspaket wird von der heimischen Energieregulierungsbehörde E-Control positiv bewertet. „Das Paket ist ein wichtiges Element, um die Versorgungssicherheit in Europa weiter zu erhöhen“, sagen die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. „Die Ukraine-Krise hat gezeigt, dass Europa von großen Energielieferanten unabhängiger werden muss und auf mehrere Quellen zurückgreifen können sollte.“ Die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer wird durch das Paket gestärkt, auch die Krisenvorbereitung wird verbessert, etwa durch die regelmäßige Durchführung von Energiesicherheits-Stresstests. Die E-Control begrüßt, dass interventionistische Maßnahmen wie die Verpflichtung, bestimmte Gasspeichervorräte anzulegen, im Paket nicht enthalten sind. „Das stärkt den freien Gasbinnenmarkt.“ Die Vorschläge der Kommission müssen noch vom Europäischen Parlament und dem Rat beraten und beschlossen werden. E-Control-Vorstand Boltz: „Im weiteren Gesetzgebungsprozess besteht die Möglichkeit, noch einige Punkte nachzubessern. So sollte es eine europaweit einheitliche Definition von geschützten Kunden geben. Nur wenn EU-weit klar ist, welche Kunden schützenswert sind, kann im Krisenfall den betroffenen EU-Ländern zielgerichtet geholfen werden.“

Österreichische Gaskunden können auf sichere Versorgung vertrauen

Zentraler Teil des Gaspakets ist die Gasversorgungssicherheitsverordnung, auch SoS-Verordnung genannt. Im Rahmen dieser Verordnung wird überprüft, ob die Versorgung mit Gas auch bei einem sehr kalten Winter sichergestellt ist. In Österreich haben die hier tätigen Gaslieferanten im Herbst nachgewiesen, auch in Extremsituationen ihre Lieferverpflichtung einhalten zu können. Heimische Gaskunden können auch bei einer lang anhaltenden Kälteperiode auf eine sichere Versorgung vertrauen, so das Ergebnis der Überprüfung.

 

BMWFW und E-Control: Rund 198.000 Österreicher wechselten 2015 ihren Strom- oder Gaslieferanten

Haushalte und Unternehmen nützen Vorteile – Wechselraten über langjährigem Schnitt – Zweithöchster Jahreswert seit der Liberalisierung erreicht

Wien (10. Februar 2016) – Rund 198.000 Haushalte und Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. „Das sind die zweithöchsten Werte seit der Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes“, sagt Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner zur neuen Marktstatistik der Regulierungsbehörde E-Control. „Jeder Anbieterwechsel spart den Konsumenten bares Geld und verstärkt den Wettbewerb am heimischen Energiemarkt. Daher sollten die Wechselangebote noch stärker genützt werden. Österreich hat hier im internationalen Vergleich weiterhin Aufholbedarf“, betont Mitterlehner. Insgesamt suchten sich im vergangenen Jahr 152.000 Stromkunden – darunter 102.000 Haushalte – einen neuen Stromlieferanten. Ihren Gasanbieter wechselten 46.000 Kunden, darunter 43.000 Haushalte. 2014 gab es mit rund 263.000 Strom- und Gaskunden die bisher meisten Wechsler.

Wechselraten über langjährigem Schnitt
Zwar ging im vergangenen Jahr die Zahl der Wechsler zurück, „die Wechselraten waren aber dennoch im Jahresvergleich überdurchschnittlich hoch“, erläutert Walter Boltz, Vorstand des Strom- und Gasregulators E-Control. Bei Strom betrug die Wechselrate vergangenes Jahr 2,5 Prozent, seit der Liberalisierung wechselten im Schnitt pro Jahr 1,5 Prozent, im Rekordjahr 2014 waren es 3,4 Prozent. Die Wechselrate bei Gas lag bei 3,4 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie der langjährige Schnitt von 1,4 Prozent. 2014 waren es 4,2 Prozent. Zu den damaligen Rekordwerten trug vor allem die Gemeinschaftswechselaktion des Vereins für Konsumenteninformation bei, über die damals 100.000 Haushalte wechselten. 2015 wechselten im Rahmen der VKI-Aktion knapp 18.000 Haushalte.Im Nachbarland Deutschland suchten sich 2014 zum Vergleich 5,6 Prozent der Haushalte einen neuen Stromlieferanten und 6,4 Prozent der Haushalte einen neuen Gasanbieter. (Die Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.)

Höchste Einsparungen seit der Liberalisierung
Die Zeit für einen Anbieterwechsel sei derzeit so günstig wie noch nie, meint E-Control-Vorstand Martin Graf. „Ein durchschnittlicher Haushalt spart sich bei Strom bis zu knapp 300 Euro inklusive Neukundenrabatt bei einem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Lieferanten. Bei Gas sind es bis zu 470 Euro inklusive Neukundenrabatt. Das sind die höchsten Einsparungen seit der Liberalisierung“, betont Graf. Auch ohne Neukundenrabatt sind die Einsparungen beträchtlich, bei Strom sind es bis zu 240 Euro, bei Gas bis zu 280 Euro. „Das Interesse am Lieferantenwechsel ist nach wie vor hoch“, betont Graf. In der zweiten Jahreshälfte hätten sogar mehr Kunden gewechselt als in der zweiten Hälfte des Rekordjahres 2014, so Graf.

Oberösterreicher wechselten Strom- und Gaslieferanten am häufigsten
Am häufigsten wechselten ihren Strom- und Gasanbieter im vergangenen Jahr im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die Oberösterreicher. 3,6 Prozent der Oberösterreicher suchten sich einen neuen Stromanbieter (36.700 Kunden), 5,4 Prozent einen neuen Gaslieferanten (8.000 Kunden). Am zweithäufigsten wechselten ihren Stromlieferanten die Kärntner (3,6 Prozent bzw. 13.800) und Steirer (3,5 Prozent bzw. 32.300). Bei Gas waren die Steirer die zweiteifrigsten Wechsler (4,7 Prozent bzw. 3.200), gefolgt von den Niederösterreichern (4,3 Prozent bzw. 12.600). Die geringste Wechselfreudigkeit herrschte in Vorarlberg und Tirol mit Wechselraten von jeweils nur knapp einem Prozent bei Strom und Gas.

Ihren günstigsten Strom- und Gaslieferanten finden Konsumenten mit dem Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator).

Wo man am günstigsten Sprit tankt: mit dem Spritpreisrechner in die Semesterferien

Viele Familien starten am kommenden Wochenende in die Semesterferien. Gerade auf langen Fahrten in die Skigebiete lohnt sich ein Preisvergleich mit dem Spritpreisrechner.

Wien (4. Februar 2016) – Am 8. Februar beginnen die Semesterferien im Burgenland, in Kärnten, in Salzburg und in Tirol, am 15. Februar in Vorarlberg und in Oberösterreich. Bereits am Wochenende davor starten viele Familien mit dem Auto in den Urlaub.  Um die Kosten für Benzin und Diesel auf der Fahrt in den Urlaub möglichst gering zu halten, empfehlen das Wirtschaftsministerium und die E-Control, die Spritpreise mit Hilfe des Spritpreisrechners unter www.spritpreisrechner.at zu vergleichen.
„Trotz des allgemein niedrigen Preisniveaus der Treibstoffe lohnt sich die Nutzung des Spritpreisrechners. Die Auswahl der jeweils günstigsten Tankstellen hilft dabei, die Kosten der eigenen Urlaubsreise zu reduzieren", sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Insgesamt ermögliche der Spritreisrechner mehr Transparenz und Wettbewerb am Treibstoffmarkt.

„Der Spritpreisrechner verzeichnet seit dem Start im September 2011 insgesamt 23,4 Mio. Besuche. Monatlich informieren sich knapp eine halbe Mio. Autofahrer mit dem Spritpreisrechner über die günstigsten Tankstellen in ihrer Umgebung“, zeigt sich Martin Graf, Vorstand der E-Control, über die Nutzung des Tools durch die Autofahrer begeistert.

„Wo man am günstigsten tanken kann, können Autofahrer auch ganz einfach während der Reise ermitteln. Mithilfe der offiziellen Web-App für Smartphones können nämlich auch von unterwegs die günstigsten Tankstellen gefunden werden. Ob von zuhause oder schon auf dem Weg zum Urlaubsziel, der Spritpreisrechner hilft, bares Geld zu sparen und entlastet so das Urlaubsbudget“, erläutert Martin Graf.

Der  Spritpreisrechner, der unter www.spritpreisrechner.at zu finden ist, wird von der E-Control im Auftrag des Wirtschaftsministeriums betrieben.

Spritpreisrechner – ein einfach zu bedienendes Tool
Der Spritpreisrechner ist einfach zu bedienen und liefert sofort Ergebnisse. Nach Eingabe einer Straße mit Postleitzahl oder Ortsnamen genügt es, eine Auswahl zwischen Diesel und Benzin zu treffen, dann erhält der User auch schon die zehn Tankstellen in seiner Nähe. Diese werden einerseits optisch in einer Landkarte übersichtlich dargestellt, andererseits aber auch in einer Liste angezeigt, wobei aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nur die günstigsten fünf Tankstellen mit Preisen versehen sind. Darüber hinaus werden praktische Tipps zum möglichst spritsparenden Fahren angeboten. Verbraucher, die über ihr Smartphone den Spritpreisrechner aufrufen, werden automatisch zur Spritpreisrechner Web-App geleitet.

E-Control: Preiskampf bei Strom und Gas hat sich weiter verstärkt

Günstigster Strom billiger als Börsenstrompreis – Strompreis des günstigsten Lieferanten hat sich innerhalb eines Jahres halbiert

Wien (31. Jänner 2016) – Der Preiskampf der Strom- und Gaslieferanten hat sich in Österreich mit dem neuen Jahr noch weiter verstärkt. Der Strompreis des günstigsten Stromlieferanten liegt inklusive Neukundenrabatt aktuell unter dem derzeitigen Börsenstrompreis. So bietet der günstigste Stromlieferant Strom um zwei Cent pro Kilowattstunde inklusive Neukundenrabatt, der Börsenstrompreis liegt bei 2,6 Cent. Der Energiepreis bei Alternativanbietern hat sich im vergangenen Jahr stark reduziert. Am 1. Jänner 2016 war der Strom beim günstigsten Anbieter um die Hälfte billiger als beim Bestbieter vor zwölf Monaten, damals lag der Strompreis bei rund vier Cent pro Kilowattstunde. Auch bei Gas ist der Energiepreis für Haushalte stark gesunken. Der günstigste Gaslieferant verlangt aktuell 1,6 Cent pro Kilowattstunde inklusive Neukundenrabatt, vor einem Jahr lag das günstigste Angebot bei 2,3 Cent. Das ist eine Reduktion um 30 Prozent.

Einsparungen so hoch wie noch nie
Durch einen Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Energielieferanten spart sich ein Stromkunde aktuell bis zu 280 Euro im Jahr inklusive Neukundenrabatt. „Die Einsparungen bei einem Lieferantwechsel sind derzeit so hoch wie noch nie“, sagen die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. Der Wechsel zum billigsten Gasanbieter spart einem Musterhaushalt bis zu 470 Euro inklusive Neukundenrabatt. Gewechselt wird nur der Lieferant. Der Netzbetreiber, der unter anderem für Wartung und Instandhaltung des Netzes zuständig ist, bleibt abhängig vom Wohnort immer derselbe und kann nicht frei gewählt werden. Die Energieversorgung ist auch bei einem Wechsel sichergestellt. Es sind keine technischen Änderungen nötig, Strom- und Gaszähler sowie alle Leitungen bleiben unverändert. Ihren günstigsten Lieferanten für Strom und Gas finden Konsumenten online mit dem Preisrechner der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator) oder über die Energie-Hotline der E-Control (0810 10 25 54; 4,40 Cent pro Minute). Danach ist lediglich der neue Lieferant auszuwählen und ein Formular auszufüllen – den Rest erledigt der neue Anbieter. Bei den meisten Lieferanten kann der Wechsel mittlerweile bequem online erledigt werden.

Die reine Stromlieferung (Energiepreis) macht rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung aus. Bei Gas ist es knapp die Hälfte. Der Rest der Strom- und Gasrechnung entfällt auf die Netzkosten sowie auf Steuern und Abgaben.

Kosten für Stabilisierung des Stromnetzes 2015 deutlich gesunken

Kosten für Regelreserve im vergangenen Jahr bei 143 Millionen Euro – knapp 30 Prozent weniger als 2014

Wien (29. Jänner 2016) – Die Kosten für die Stabilisierung des österreichischen Stromnetzes mit Hilfe von Regelenergie sind 2015 um fast 30 Prozent gesunken, 143 Millionen Euro mussten 2015 für die gesamte Regelreserve aufgewendet werden. 2014 waren es noch über 200 Millionen Euro. Die verschiedenen Maßnahmen, die von der Regulierungsbehörde E-Control und dem Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) gesetzt wurden, hätten deutliche Wirkung gezeigt, so Martin Graf, Vorstand der E-Control und APG-Vorstandsvorsitzende Ulrike Baumgartner-Gabitzer. „Die Anstrengungen in diesem Bereich haben sich gelohnt.“ So wurde durch die Zusammenarbeit mit Nachbarländern Geld gespart, auch gibt es mittlerweile mehr Teilnehmer am Regelenergiemarkt – was den Wettbewerb deutlich erhöht hat. Auch die Rahmenbedingungen wurden verbessert. So hat die E-Control ein spezielles Netznutzungsentgelt geschaffen, dass Verbrauchsanlagen und Pumpspeicher bei der Bereitstellung von Regelreserve gleichgestellt.

Nationale Maßnahmen zur Belebung des Regelreservemarktes gesetzt
Zuletzt sind neue Anbieter am Regelenergiemarkt hinzugekommen und bestehende Anbieter sind in neuen Bereichen tätig geworden. Diese haben z.B. Anlagen, die von anderen Lieferanten versorgt werden, in ihren Pool aufgenommen oder Power2Heat-Anlagen, die z.B. Fernwärme erzeugen. Weitere neue Teilnehmer werden in den nächsten Monaten erwartet. „Es kommt langsam Bewegung hinein“, sagt E-Control-Vorstand Graf, der sich durch neue Anbieter einen liquideren Markt und dadurch einen weiteren Beitrag zu niedrigeren Kosten für die Regelreserve erhofft. „Um den Wettbewerb zu erhöhen, wurde der Eintritt in den Regelreservemarkt durch gezielte Maßnahmen erleichtert“, erläutert Graf. So können auch verstärkt Industriebetriebe mit geeigneten Verbrauchsanlagen bzw. eigenen Stromerzeugungsanlagen am Regelreservemarkt teilnehmen.

Kosten durch internationale Kooperationen eingedämmt
Um die Kosten für die Regelreserve einzudämmen, wurden auch auf internationaler Ebene zahlreiche Maßnahmen getroffen. Die Kosten der Beschaffung durch die APG sind durch internationale Kooperationen gesunken. Eine gemeinsame Beschaffung der Primärregelreserve mit der Schweiz wurde 2013 erfolgreich umgesetzt und im April 2015 auf die Übertragungsnetzbetreiber aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark ausgeweitet. Ein gegenseitiges Anrechnen beim Abruf von Sekundärregelenergie (Imbalance Netting) mit Slowenien wurde 2013 erfolgreich umgesetzt und seit Ende April 2014 ist eine ähnliche Regelung mit Deutschland und seinen Nachbarländern in Betrieb. „Damit wurden sehr große abgerufene Mengen an Sekundärregelenergie verhindert und die Kosten signifikant eingedämmt. An weiteren internationalen Kooperationsprojekten wird gearbeitet“, so Baumgartner-Gabitzer.

Über Regelenergie
Ein zentraler Bestandteil einer sicheren Stromversorgung ist die Vorhaltung von Regelleistung, um kurzfristig reagieren zu können, etwa wenn plötzlich weniger Strom als geplant erzeugt wird, weil beispielsweise die geplante Stromerzeugung eines Windkraftwerkes durch Prognosefehler plötzlich geringer ist oder ein Kraftwerk ausfällt. Dann springen kurzfristig Kraftwerke ein, um zusätzlichen Strom zu erzeugen oder Verbraucher verringern ihren Bezug. Regelenergie ist auch nötig, wenn plötzlich die Stromnachfrage sinkt, z.B. weil die Nachfrage der Verbraucher zu hoch eingeschätzt wurde oder ein großer Stromabnehmer, wie etwa ein Industriebetriebe wegen Anlagenproblemen ausfällt. Dann fahren Kraftwerke ihre Produktion zurück oder es werden Anlagen eingeschaltet, um überschüssigen Strom zu verbrauchen und wieder ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch herstellen

E-Control: Auch in Deutschland viele Befürworter des gemeinsamen Strommarkts

Deutscher Dachverband der E-Wirtschaft, BDEW, und zuletzt Börserat haben sich für Erhalt der Preiszone ausgesprochen

Wien (29. Jänner 2016) – Die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control begrüßt die heutige Unterstützung seitens der Deutschen Handelskammer in Österreich für den Erhalt der deutsch-österreichischen Strompreiszone. „In Deutschland gibt es sehr einflussreiche Stimmen, die sich gegen die Trennung des gemeinsamen Strommarkes stellen“, betonen die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. So hat bereits im September der Dachverband der deutschen Strom- und Gasunternehmen, BDEW, im Namen seiner 1.800 Mitgliedsbetriebe, die Empfehlung der EU-Energieagentur ACER zur Aufspaltung der Preiszone kritisiert, da diese dem Ziel eines europäischen Strombinnenmarkts zuwiderlaufe. Zuletzt hat sich auch der Börserat der EEX für die Erhaltung des gemeinsamen Strommarkts ausgesprochen. Auch die EU-Kommission sowie internationale Energiehandelsorganisationen sehen die Aufspaltung kritisch.

Die EU-Energieagentur ACER hatte einen Umsetzungsplan zur Trennung des deutsch-österreichischen Strommarktes bis zum 23. Jänner eingefordert. Da der Beschwerdeausschuss von ACER im Dezember aber entschieden hat, dass die ACER-Stellungnahme rechtlich unverbindlich ist, gab es keine rechtliche Notwendigkeit mehr, einen Umsetzungsplan abzuliefern. Daher wurde ACER vergangene Woche in einem Schreiben einiger Energieregulatoren und Übertragungsnetzbetreiber über die unterschiedlichen Positionen der Beteiligten informiert.

Pressemitteilung des BDEW von September: https://www.bdew.de/internet.nsf/id/20150924-ps-bdew-kritisiert-die-acer-empfehlung-zur-faktischen-aufloesung-der-deutsch-oesterreichisc?open&ccm=900030

E-Control bekräftigte Position zum Erhalt der Strompreiszone mit Deutschland

Gemeinsames Schreiben von Energieregulatoren und Übertragungsnetzbetreibern ging Freitagabend an EU-Energieagentur ACER

Wien (25. Jänner 2016) – Die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control hat vergangenen Freitagabend gemeinsam mit anderen Regulatoren und Übertragungsnetzbetreibern in einem Schreiben an die EU-Energieagentur ACER und die EU-Kommission die jeweiligen Positionen zum Vorschlag von ACER zur Trennung des deutsch-österreichischen Strommarkts dargelegt. Die E-Control hat erneut ihre klare Position bekräftigt, dass der gemeinsame deutsch-österreichische Strommarkt erhalten bleiben müsse. „Eine Trennung des Marktes löst keines der vorhandenen Probleme“, betonen die E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf. ACER hatte im September in ihrer Stellungnahme einen Umsetzungsplan zur Trennung des Strommarktes bis 23. Jänner eingefordert. Da der Beschwerdeausschuss von ACER im Dezember entschieden hat, dass die ACER-Stellungnahme rechtlich unverbindlich ist, gibt es aber keine rechtliche Notwendigkeit mehr, einen Umsetzungsplan abzuliefern. Daher wurde ACER in dem Schreiben über die unterschiedlichen Positionen der Beteiligten informiert.

Die Gespräche zwischen den Regulatoren und Übertragungsnetzbetreibern laufen weiter, auch die bilaterale Koordination zwischen der E-Control und dem deutschen Regulator Bundesnetzagentur. „Wir arbeiten daran, praktikable und effiziente Lösungen für die bestehenden Netzprobleme zu finden. Unser Ziel ist, dass der gemeinsame Markt erhalten bleibt“, so Boltz und Graf.

E-Control sieht Vorschläge des Rechnungshofs als Chance für positive Weiterentwicklung

Energieregulator greift die in neuem Rechnungshofbericht enthaltenen Vorschläge auf – EU-Vergleichsstudien bestätigen hohe Qualität des Regulators

Wien (20. Jänner 2016) – Die Vorschläge des Rechnungshofes in dem heute veröffentlichten Rechnungshofbericht wird die Energieregulierungsbehörde E-Control in der weiteren Organisationsentwicklung berücksichtigen. „Wir greifen die Vorschläge des Rechnungshofs gerne auf und werden diese zügig umsetzen. Wir sehen die Anregungen als Chance für eine positive Weiterentwicklung unserer Organisation“, so die Vorstände der E-Control, Walter Boltz und Martin Graf, die darauf verweisen, dass bereits während der Prüfungsphase einige vom Rechnungshof gewünschte Änderungen umgehend umgesetzt wurden. „Weitere erforderliche Änderungen haben wir bereits eingeleitet.“ Der Rechnungshof bestätigte zudem, dass alle Tätigkeiten der E-Control auf Basis geltender Gesetze erfolgen.

Hohe Qualität des Regulators im EU-Vergleich
Die hohe Qualität der heimischen Regulierungsbehörde wird regelmäßig in EU-weiten Vergleichsstudien unter anderem auch als Best Practice anerkannt. Zuletzt erreichte die E-Control Platz vier in einer 2014 von PwC im Auftrag der Florence School of Regulation EU-weit durchgeführten Studie. Die E-Control wird von Netzbetreibern als einer der unabhängigsten, kompetentesten und auf EU-Ebene aktivsten Energieregulatoren in der EU betrachtet. In einer Studie der University of Cambridge von 2010 erreichte Österreich bei der Effektivität der Strom- und Gasnetzregulierung Platz eins. „Die E-Control ist insgesamt eine effiziente und gut organisierte Behörde“, sagen Boltz und Graf. „Wir arbeiten daran, uns kontinuierlich weiter zu verbessern. Die Vorschläge des Rechnungshofes sind dabei eine gute und nützliche Unterstützung.“

Über E-Control: Wettbewerb stärken, Energiekonsumenten informieren
Die Energie-Control Austria ist die unabhängige Regulierungsbehörde für den österreichischen Strom- und Gasmarkt. Sie wurde mit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 und des Gasmarktes 2002 geschaffen. Hauptaufgabe der E-Control ist es, den Wettbewerb zu stärken, Spielregeln für den Markt festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen. Die E-Control informiert alle Energiekonsumenten laufend über ihre Rechte, bietet Informationen zu den günstigsten Strom- und Gaslieferanten und ist für Konsumenten Anlaufstelle bei Problemen mit Energieunternehmen.

Gabriele Guggenberger als unabhängige Schlichterin der E-Control bestellt

Mit 9. Jänner wurde Gabriele Guggenberger als unabhängige Streitschlichterin der Energieregulierungsbehörde E-Control bestellt

Wien (19. Jänner 2016) – Die Schlichtungsstelle der E-Control wurde durch das „Alternative-Streitbeilegung-Gesetz“, das seit 9. Jänner in Kraft ist, aufgewertet. Als unabhängige Schlichterin wurde mit Jänner Gabriele Guggenberger (53), die bisherige Leiterin der Schlichtungsstelle, bestellt. Gabriele Guggenberger ist seit 2001 bei der E-Control in verschiedenen Positionen tätig, die gebürtige Kärntnerin studierte in Innsbruck Rechtswissenschaft. Die Schlichtungsstelle erfüllt die strengen Anforderungen des neuen Gesetzes an eine unabhängige und unparteiliche Vermittlungsstelle bei Streitigkeiten zwischen Strom- und Gasunternehmen und Konsumenten. Dafür darf sie auch – sofern sie für Konsumenten im Sinne des Konsumentenschutzgesetzes vermittelt – das Gütesiegel für eine staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle führen. Das Verfahren selbst ist für Konsumenten kostenlos.

Konsumenten profitieren von verbessertem Verfahren
Durch das neue Gesetz profitieren Konsumenten, die sich wegen Problemen mit ihrem Strom- oder Gasunternehmen an die Schlichtungsstelle der E-Control wenden, seit Jänner von einem verbesserten Verfahren und häufigeren Informationen. Der Ablauf des Schlichtungsverfahrens ist klarer geregelt, der Kunde wird häufiger über die einzelnen Schritte informiert. Neu ist, dass sich ein Konsument erst dann an die Schlichtungsstelle wenden kann, wenn er vorher mit dem Unternehmen direkt eine Einigung versucht hat.

E-Control: VKI-Aktion verstärkt Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt

Regulator erfreut über großes Interesse am Anbieterwechsel – Attraktives Angebot – VKI-Aktion verstärkt Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt

Wien (14. Jänner 2016) – Die heute bekannt gegebene durchschnittliche Ersparnis bei einem Anbieterwechsel im Rahmen der Aktion „Energiekosten-Stop“ des Vereins für Konsumenteninformation sieht die Regulierungsbehörde E-Control als ein durchaus attraktives Angebot. Über das rege Interesse an der erneuten Auflage der Aktion zeigen sich die E-Control-Vorstände erfreut: „Es ist sehr positiv, dass sich insgesamt knapp 44.000 Haushalte für einen Wechsel interessieren. Wir hoffen, dass auch möglichst viele tatsächlich wechseln. Die Aktion stärkt jedenfalls den Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt“, sagen Walter Boltz und Martin Graf.

Gute Zeit für Anbieterwechsel
Die Zeit für einen Wechsel ist überhaupt gerade günstig. Die Ersparnisse beim Wechsel vom Standardlieferanten zum billigsten Anbieter sind derzeit unabhängig von der VKI-Aktion die höchsten seit der Marktöffnung. Der Wechsel zum günstigsten Stromlieferanten spart bis zu 280 Euro im Jahr inklusive Neukundenrabatt bzw. bis zu 240 Euro ohne Rabatt. Der Wechsel zum billigsten Gasanbieter spart einem Durchschnittshaushalt bis zu 470 Euro bzw. bis zu 210 Euro jährlich ohne Neukundenrabatt.

Ihren günstigsten Strom- und Gaslieferanten finden Kunden einfach und schnell mit dem Preisvergleichsrechner der E-Control (www.e-control.at/tarifkalkulator).

Schlichtungsstelle der E-Control wird aufgewertet

Wesentliche Bestimmungen des „Alternative-Streitbeilegung-Gesetz“ seit 9. Jänner in Kraft – Unabhängige Schlichterin bestellt – Verfahrensablauf für Konsumenten noch transparenter

Wien (13. Jänner 2016) – Die Schlichtungsstelle der E-Control wird durch das „Alternative-Streitbeilegung-Gesetz“, das seit 9. Jänner in Kraft ist, aufgewertet. Die Schlichtungsstelle erfüllt die strengen Anforderungen an eine unabhängige und unparteiliche Vermittlungsstelle bei Streitigkeiten zwischen Strom- und Gasunternehmen und Konsumenten. Dafür darf sie auch – sofern sie für Konsumenten im Sinne des Konsumentenschutzgesetzes vermittelt – das Gütesiegel für eine staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle führen.

Konsumenten profitieren von verbessertem Verfahren
Konsumenten, die sich wegen Problemen mit ihrem Strom- oder Gasunternehmen an die Schlichtungsstelle der E-Control wenden, profitieren seit Jänner von einem verbesserten Verfahren und häufigeren Informationen. „Der Ablauf des Schlichtungsverfahrens ist klarer geregelt, der Kunde wird häufiger über die einzelnen Schritte informiert“, zählen Walter Boltz und Martin Graf, die Vorstände der Energieregulierungsbehörde E-Control, einige Verbesserungen auf. Auch die Unabhängigkeit der Streitschlichtungsstelle wurde weiter gestärkt. „Die Schlichtungsstelle kann durch die Benennung einer unabhängigen natürlichen Person innerhalb der E-Control noch selbstständiger agieren als bisher“, sagt Gabriele Guggenberger, die neu bestellte Schlichterin und bisherige Leiterin der Schlichtungsstelle. Neu ist, dass sich ein Konsument erst dann an die Schlichtungsstelle wenden kann, wenn er vorher mit dem Unternehmen direkt eine Einigung versucht hat. „Nur wenn der Konsument mit einem direkten Lösungsanlauf gescheitert ist und mit dem Energieunternehmen auf keinen grünen Zweig kommt, kümmert sich die Schlichtungsstelle um den Fall“, erläutert Guggenberger. Das Verfahren selbst ist für den Konsumenten kostenlos.

Schlichtungsstelle der E-Control: www.e-control.at/schlichtungsstelle, 01 24724-444 oder per Mail schlichtungsstelle@e-control.at,