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Warmer Winter senkt den Strom- und Gasverbrauch

Strom Jänner 2020

Österreichs Endverbraucher haben 6,2 TWh Strom verbraucht, das sind um 2,9% weniger als noch vor einem Jahr. Als Kenngröße für die gesamte Stromnachfrage (verteilt über das öffentliche Netz und erzeugt in Eigenanlagen) wird am dritten Mittwoch jeden Monats der Verbrauch erhoben. Im Jänner ergab sich so eine Spitzenlast von 11,33 GW. Alleine im Öffentlichen Netz lag der Spitzenverbrauch bei 10,15 GW (Endverbrauch plus Netzverluste aber ohne Pumpspeicherung). Endverbraucher fragten am 15.1. um 10 Uhr eine maximale Abgabe von 9,55 GW nach. Die Spitze lag damit um 4,2% niedriger als ein Jahr zuvor.

Der geringe Verbrauch hatte beträchtlichen Einfluss auf mehrere, wesentliche Elemente der Strombilanz. So sank der Pumpstromverbrauch um 22,6%, der Eigenverbrauch der Kraftwerke sank um 15,8%. Insgesamt wurde so 131 GWh weniger „Systemverbrauch“ verursacht. Die Inlandsstromerzeugung ist allerdings um ganze 893 GWh niedriger gelegen als im Vergleichsmonat des Jahres 2019. Die Nettoimporte sind um 556 GWh gestiegen und lag bei 1,09 TWh. Dieser Anstieg war vor allem durch geringere Exporte Österreichs in Nachbarländer verursacht.

Hauptverursacher der geringeren Inlandsproduktion waren vor allem die Laufwasserkraftwerke, die um 453 GWh weniger produziert haben. Was lediglich 90% des Regelarbeitsvermögens entspricht. Ähnlich negativ war die Ausbeute in der Windproduktion mit 418 GWh, dies entspricht einem Minus von 441 GWh gegenüber 2019.

Der Speicherstand lag am Monatsletzten bei 47,7% oder 1,56 TWh und damit ähnlich wie im Vorjahr, nach 66,4% Ende Dezember.

Weitere interessante Daten zur Elektrizitätsversorgung finden Sie hier.

 

Erdgas Jänner 2020

Endverbraucher haben 13,73 TWh und damit 2,1% bzw. 301 GWh weniger Erdgas im Jänner 2020 verbraucht. Die Spitzenlast lag im Vorjahr mit 23,34 GW um 2,74% höher als im Jänner 2020. Zum Monatsletzten waren die Speicher weiterhin zu 79,44 TWh oder 84,8% gefüllt.

Vor allem die Importe sind um 36,2% stark gesunken, auch die Speicherentnahmen sanken um 11,8%. Insgesamt ist so die Aufbringung um 18,04 TWh niedriger ausgefallen als im Vergleichsmonat 2019. Diesen geringeren Gasmengen standen allerdings 17,47 TWh weniger Exporte gegenüber. Italien hat um 48% weniger Gas über das österreichische System erhalten als im Vorjahr.

Auffallend ist auch eine Verschiebung der Importe von der Übergabe an der slowakischen hin zu Importen an der deutschen Grenze. Während erstere lediglich bei 51% des Vorjahreswertes lag (-21,74 TWh), mehr als verfünffachte sich der Import aus Deutschland auf 6,65 TWh. Dies führte zu einem Nettoimport von 5,31 TWh nach einem Nettoexport an der deutschen Grenze von 8,29 TWh im Jahr 2019.

Die Speicherentnahme war trotz des hohen Speicherstandes mit 12,34 TWh in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorjahr.

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