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Strom- und Gasstatistik: Mai 2020

Stromverbrauch um 11% niedriger, Gasverbrauch um 17,7% niedriger als 2019.

 

Strom Mai 2020

Gesamte Stromnachfrage und Last: Österreichs Endverbraucher haben 4,8 TWh Strom verbraucht, das sind um 11% (589 GWh) weniger als vor einem Jahr. Leistungsmäßig ergab sich am 3. Mittwoch im Mai eine Spitzenlast von 9,08 GW.

Öffentliche Netzlast: Alleine im Öffentlichen Netz lag der Spitzenverbrauch auf Stundenbasis bei 8,05 GW (Endverbrauch plus Netzverluste aber ohne Pumpspeicherung). Endverbraucher fragten am 15.5. um 11.30-11.45 Uhr (also auf 15-min Basis) eine maximale Abgabe von 8,55 GW nach, das sind 534 MW weniger als der Maximalwert am dritten Mittwoch. Die Spitze lag damit um 6,9% niedriger als ein Jahr zuvor.

Gesamte Stromaufbringung: Der Pumpstromverbrauch stieg um 12,4% (53 GWh). Insgesamt wurden 18 GWh mehr Systemverbrauch* verursacht. Die Inlandsstromerzeugung ist mit 4742 GWh um 678 GWh (10,6%) niedriger gelegen als im Vergleichsmonat des Jahres 2019. Die Wasserkraft lag 446 GWh, die Wärmekraft 120 GWh und die Windkraft um 151 GWh unter den Vorjahreswerten. Die Laufwasserkraft lag um 15% unter dem langjährigen Durchschnitt, also unter dem Regelarbeitsvermögen. Die Bandbreite in den letzten 20 Jahren lag im Mai zwischen 68% und 117% des Regelarbeitsvermögens.

Die Nettoexporte sind zwar um 107 GWh gesunken und lagen bei 119 GWh, der Exportüberhang konnte aber beibehalten werden. Auffällig ist erneut die Veränderung bei den Stromflüssen aus und in die Schweiz. Hier hat sich die Nettoposition um 437 GWh verschlechtert (mehr Nettoimporte), was allerdings großteils durch Positionsverbesserungen gegenüber Deutschland, Ungarn und zu einem geringeren Teil Tschechien ausgeglichen werden konnte.

Der Speicherstand lag am Monatsletzten bei 43,5% oder 1,43 TWh und damit um 19% Punkte höher als im Vorjahr. Dies ist der höchste Maiwert der letzten 20 Jahre und damit der zweite Spitzenwert in Folge.

 

Gas Mai 2020

Endverbraucher haben 4,77 TWh und damit 17,7% bzw. 1027 GWh weniger Erdgas im Mai 2020 verbraucht. Die Spitzenlast lag mit 9,6 GW um 22,5% niedriger als im Vorjahr. Zum Monatsletzten waren die Speicher zu 80,4 TWh oder 85,8% gefüllt.

Die Importe sind um 19,8% gegenüber 2019 gesunken. In den ersten fünf Monaten liegen sie weiterhin etwa 20% unter dem Vorjahreswert, die Exporte hingegen lediglich um etwa 15% unter dem Vergleichswert.

Geringere Einspeicherungen und höhere Speicherentnahmen haben zu insgesamt 2,7 TWh mehr verfügbarem Gas geführt, die vor allem durch geringere Nettoimporte (-3,6 TWh) aber auch den niedrigeren Endkonsum kompensiert wurden.

Insgesamt ist so die Aufbringung um 10,8 TWh niedriger ausgefallen als im Vergleichsmonat 2019. Diesen weit geringeren Gasmengen standen allerdings 7,7 TWh weniger Exporte, 1,95 TWh weniger Einspeicherung und wie bereits erwähnt die um 1,03 TWh geringere Endabgabe gegenüber.


* Als Systemverbrauch bezeichnen wir hier die Summe aus Verbrauch für Pumpstrom, Eigenbedarf und Netzverluste