E-Control: Gasnetzentgelte für 2020 bringen großteils Entlastungen

E-Control: Gasnetzentgelte für 2020 bringen großteils Entlastungen

Ein Großteil der österreichischen Gaskundinnen und -kunden kann sich ab 1. Jänner erneut über sinkende Gasnetztarife freuen. Die Entgelte wurden von der Regulierungskommission der E-Control gestern, 18. Dezember 2019, entsprechend beschlossen „Die jährlich festzulegenden Gasnetzentgelte gehen mit 1. Jänner 2020 mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg in allen Netzbereichen zurück.“, zeigt sich der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer, für die österreichischen Gaskonsumenten erfreut. Und er erläutert die Ergebnisse: „Die gegenständliche Novellierung der Netznutzungsentgelte basiert auf einem Mengengerüst mit einer durchschnittlich leicht gestiegenen Abgabemenge. Zwar wurden in den einzelnen Netzbereichen tendenziell geringfügig sinkende Mengen - verglichen mit dem Vorjahr - verzeichnet, das Mengengerüst der Verordnung basiert jedoch auf dem arithmetischen Mittel der drei letztverfügbaren Jahre. Diese Tarifierungsmenge ist gegenüber dem Vorjahr abermals um rund 2,3% gestiegen.“

Gasrechnung kann leicht sinken

„Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden, der mit Erdgas heizt, verbilligen sich im österreichweiten Schnitt die Netzentgelte um 1,9 Prozent bzw. 5,75 Euro inkl. USt.“, rechnet der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, vor.  
Je nach Bundesland machen die Netzentgelte ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gasrechnung aus, der Rest entfällt auf die Kosten für die Gaslieferung sowie Steuern und Abgaben. 

Höhere Gasnetzentgelte in Tirol und Vorarlberg

In Tirol kommt es zu einer Steigerung der Netzentgelte um 10,3 Prozent für einen durchschnittlichen Haushaltskunden, in Vorarlberg um 12,1 Prozent. „Dies ist neben der individuellen Kostenentwicklung vor allem auf der Erhöhung der Buchungskosten von Deutschland zurück zu führen.“, so Urbantschitsch.

Abb: Die österreichischen Gaskunden können sich im Jahr 2020 zumeist wieder über sinkende Gasnetzentgelte freuen, nur in Westösterreich steigen die Tarife

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Auf der Netzebene 2 sind die Entwicklungen der Entgelte sehr volatil. In manchen Netzbereichen kommt es im Jahr 2020 zu deutlichen Senkungen der Entgelte, wie in Burgenland, Niederösterreich, Salzburg und Tirol. Diese Senkungen sind teilweise auf individuelle Kostenentwicklungen bzw. Mengenentwicklungen zurückzuführen.

Im österreichischen Durchschnitt liegt die Senkung der Netzentgelte für einen größeren Musterkunden mit einer Abnahme von 90 Gigawattstunden Energie bei etwa 2 Prozent im Vergleich zu 2019.
 

E-Control: Steigende Stromnetzentgelte für 2020

E-Control: Steigende Stromnetzentgelte für 2020

Wien (19. Dezember 2019) – Die Netzentgelte Strom werden sich mit Jänner 2020 leicht erhöhen. Unter einer gemeinsamen Betrachtung der Netznutzungsentgelte und der Netzverlustentgelte ergeben sich im Österreichschnitt für 2020 um etwa 2,4 Prozent höhere Netzentgelte für Strom. Die Entgelte wurden von der Regulierungskommission der E-Control gestern, 18. Dezember 2019, entsprechend beschlossen. „Allerdings zeigen sich regional sehr unterschiedliche Veränderungen. Diese lassen sich im Wesentlichen auf eine unterschiedliche Investitionstätigkeit der Netzbetreiber zurückführen. Die Kosten zur Vermeidung von Engpässen sind grundsätzlich für alle geringfügig gesunken, die Netzverlustentgelte wirken aufgrund des generellen Anstiegs der Energiepreise in sämtlichen Regionen vergleichbar stark.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer. 

Mit 1. Jänner 2019 hat die vierte Anreizregulierungsperiode der österreichischen Stromverteilernetzbetreiber für die Dauer von fünf Jahren begonnen. Im Zuge dessen ist die Entwicklung der laufenden Betriebskosten klar vorgegeben. „Lediglich die Investitionstätigkeit hat einen spürbaren nicht genau vorhersehbaren Effekt auf die Kosten und damit auf die Entgelte. Auch die Netzverlustkosten sowie die Kosten für die Vermeidung von Engpässen werden laufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.“, erläutert Eigenbauer die Vorgehensweise bei der Entgeltfestsetzung.  

Dies führt zu den in Folge dargestellten Entwicklungen:

Abb: 1) Prozentuale Änderung der Anpassung im angegebenen Betrachtungszeitraum bezogen auf erzielte Erlöse aus Mengen 2011 multipliziert mit dem Entgelt 2001 2) Prozentuale Änderung der Anpassung im angegebenen Betrachtungszeitraum bezogen auf erzielte Erlöse aus Mengen 2011 multipliziert mit dem Entgelt des Vorjahres

Abb: 1) Prozentuale Änderung der Anpassung im angegebenen Betrachtungszeitraum bezogen auf erzielte Erlöse aus Mengen 2011 multipliziert mit dem Entgelt 2001 2) Prozentuale Änderung der Anpassung im angegebenen Betrachtungszeitraum bezogen auf erzielte Erlöse aus Mengen 2011 multipliziert mit dem Entgelt des Vorjahres vergrößern

Netzentgelte steigen….
Die Netzentgelte im Netzbereich Linz steigen mit 10,0 Prozent und im Netzbereich Oberösterreich mit 9,4 Prozent unter der Berücksichtigung sämtlicher Effekte am stärksten. Trotz dieser Erhöhung liegen diese Netzbereiche auf den meisten Netzebenen in der Nähe des österreichischen Durchschnitts. „Die beiden Netzbereiche sind allerdings nicht die einzigen, in denen es zu wesentlichen Erhöhungen kommt. Davon ist ein Großteil der Netzbereiche betroffen. Investitionskosten für die Erneuerung der Netze und für die Vorbereitung auf kommende Herausforderungen durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien schlagen sich auf die Höhe der Netzkosten nieder.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. 

…. und sinken
Diesen sich verteuernden Netzbereichen steht vor allem Wien mit niedrigeren Netzentgelten mit rund 3,3 Prozentgegenüber. „Auch in Kärnten und Klagenfurt sinken die Entgelte nach einem starken Anstieg im vergangenen Jahr.“, so Urbantschitsch. Kärnten hat damit aber immer noch die höchsten Netzentgelte Österreichs (abgesehen vom Kleinstnetzbereich Kleinwalsertal) auf fast allen Netzebenen. 

Netzentgelte für Haushalte im Durchschnitt leicht steigend, aber mit regionalen Unterschieden
Für die Netzebene 7 „nicht leistungsgemessen“, auf der in aller Regel Haushalte liegen, ist im Österreichschnitt eine Erhöhung von 2,2 Prozent zu verzeichnen. Das entspricht knapp 5 Euro pro Jahr. Die Gründe für die dargestellten Entwicklungen wurden zuvor bereits erläutert.

Als besondere Entwicklung, welche österreichweit und somit netzübergreifend wirkt, ist hervorzuheben, dass die bisherige Pauschale von 30 Euro Netto auf 36 Euro Netto pro Jahr erhöht wurde. „Dieser Erhöhung steht aber eine entsprechende Reduktion des Preises pro kWh entgegen und soll dazu dienen, die hohen Fixkosten des Netzbetriebs auch in den Netzentgelten sachgerecht abzubilden.“, begründet Urbantschitsch.

Abb: Im Schnitt steigen die Stromnetztarife für die Haushalte um 2,2 Prozent.

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