Entwicklung des Verbrauchs und der Aufbringung von Strom und Gas 2013

Strom

Insgesamt wurden 2013 im Inland knapp 70TWh (69,6TWh) verbraucht. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,4TWh oder 0,5%. Bereinigt um den Schalttag (2012) nahm der gesamte inländische Stromverbrauch um 0,6TWh bzw. 0,8% zu. Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Stromverbrauchs hatte vor allem das erste Quartal, das deutlich niedrigere Temperaturen aufwies, als jenes des Vorjahres.
Im Bereich der öffentlichen Versorgung wurden über 60TWh (61,6TWh) abgegeben. Das ist ein Zuwachs von 1,2TWh oder 1,9%. Die deutlich unterschiedliche Entwicklung in den beiden Versorgungsbereichen dürfte einerseits vor allem auf einen Rückgang bzw. eine Stagnation des Verbrauchs der mittleren und großen industriellen Verbraucher, gekoppelt mit einer Reduktion der Eigenerzeugung und einer Verlagerung in Richtung Bezug aus dem Netz sowie andererseits auf einen höheren Verbrauchsanstieg im Bereich der kleineren bis mittleren Abnehmer zurück zu führen sein. Der inländische Stromverbrauch war in vier Monaten rückgängig, wobei der stärkste Rückgang im Februar mit 6,0% (schalttagbereinigt 2,7%) gegeben war. Insgesamt war jedoch in jedem Quartal ein Zuwachs zu verzeichnen.


 

Bilanz der Gesamten Elektrizitäsversorgung

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Wesentliche Merkmale der Stromaufbringung 2013 waren einerseits ein Rückgang der inländischen Erzeugung, wobei die Wasserkraftwerke um 3,6% weniger erzeugten und die Erzeugung der Wärmekraftwerke sogar um 16,8% zurückging sowie andererseits ein sehr hoher Anstieg der Netto-Importe. Insgesamt wurden damit 67,7TWh im Inland erzeugt und 7,3TWh netto importiert, was einem Rückgang des Anteils der inländischen Erzeugung an der Stromaufbringung um 6%-Punkte auf nunmehr 90,3% und einem gleichzeitigen Anstieg des Anteils der Netto-Importe von knapp 4% im Vorjahr auf beinahe 10% im Berichtsjahr 2013 entspricht.

Gas

2013 ging die inländische Erdgasabgabe um 4,7% auf rd. 87TWh (86,9TWh) bzw. knapp 8Mio.Nm3 (7,8Mio.Nm3) zurück. Dadurch hält die Phase einer rückläufigen Verbrauchsentwicklung nunmehr bereits drei Jahre an – seit Jänner 2011 waren in 26 von den insgesamt 36 Monaten Verbrauchsrückgänge zu verzeichnen, was 2013 zu der niedrigsten Jahresabgabe seit Beginn der Liberalisierung geführt hat. Lediglich in vier Monaten bzw. im zweiten Quartal 2013 war die Abgabe an Endkunden insgesamt höher als im jeweiligen Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Wesentlichen Ausschlag auf die Entwicklung des Gasverbrauchs hat einerseits der Einfluss der Temperatur auf den Heizbedarf, wobei dieser auch den Gasverbrauch der Kraftwerke für Fernwärmeerzeugung beeinflusst. Darüber hinaus dürfte die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere die der Enstandspreise für Erdgas Einfluss gehabt haben. Auch tritt Fernwärme verstärkt auf dem Wärmemarkt im stark verbauten, städtischen Bereich in Konkurrenz zur Individualheizung mit Erdgas, was sich insgesamt verbrauchsmindernd auswirkt.


 

Monatliche Erdgasbilanz

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Die rückgängige Verbrauchsentwicklung einerseits sowie andererseits eine geänderte Speicherbewirtschaftung haben wesentlich die Erdgasbilanz 2013 beeinflusst. Bei der Speicherbewirtschaftung fällt die deutlich unterschiedliche Entwicklung in den beiden Halbjahren auf: so ging im ersten Halbjahr eine Verdoppelung der Entnahme mit einem Rückgang der Einpressung um ein Fünftel einher, während im zweiten Halbjahr die Entnahme um nahezu ein Viertel zurück ging und die Einpressung um 40% zum Vorjahr gesteigert wurde. Indirekt hat sich dies auch auf die Importe und Exporte ausgewirkt, wobei erstere um 15% und zweitere um über 22% gesteigert wurden. Dabei ist festzuhalten, dass in den ersten drei Monaten um knapp 13TWh mehr exportiert als importiert wurden, während im Vorjahr die Exporte nur im Februar höher als die Importe waren.


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