Der Status des europäischen Gasbinnenmarktes...

...und wie der Binnenmarkt endlich erreicht werden kann

Der Handel an Europas Gashandelsplätzen hat sich in den letzten zehn Jahren vor allem in Nordwesteuropa entwickelt. Allerdings ist dieser positive Trend regional sehr beschränkt − je weiter man in den Süden oder Osten der EU kommt, desto weniger Handelsplätze und Handelsaktivitäten existieren. Selbst dort, wo es bereits Handelsplätze gibt, wird die Liquidität und Attraktivität dieser Handelsplätze von vielen als unzureichend eingestuft. Es liegt daher nahe, dass mehr getan werden muss, damit letztendlich die Vorteile der Liberalisierung bei den Endkunden ankommen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU als solches erhalten bleibt. Diese Vision der EU-Mitgliedsstaaten manifestiert sich in dem Ziel, bis 2014 einen europäischen Gas-Binnenmarkt zu schaffen.

Die Idee des Binnenmarktes für Energie beinhaltet die Förderung von Wettbewerb sowie den Einstieg von neuen Marktteilnehmern, die mit den bereits etablierten, oft marktbeherrschenden Unternehmen um die Versorgung von Endkunden mit Gas konkurrieren. Ein effizienter Markt muss außerdem Signale für den effizienten Ausbau der Infrastruktur liefern, um die Nachfrage der Endkunden nach Erdgas befriedigen zu können. Nicht-diskriminierende und faire Regeln für den Zugang zu Gasinfrastruktur sind eine notwendige Voraussetzung um zum einen Wettbewerb zu ermöglichen und zum anderen die Infrastrukturen effizient zu nützen bzw. um eine angemessene Rendite für Investitionen zu ermöglichen.

Um diese vielfältigen Ziele erreichen zu können, schlagen die europäischen Regulatoren in dem EU-weit anerkannten Gas Target Model die Schaffung von liquiden regionalen Großhandelsmärkten oder sogar regionalen Marktgebieten − Endkunden haben direkten Zugang zu Großhandelsmärkten − vor. Die Zahl der derzeit rein nationalen Märkte − in Deutschland und Frankreich existieren sogar mehr als ein Markt− soll verringert und funktionierende grenzüberschreitende Handelsplätze sollen geschaffen werden.

Um diese Vision auch in der Realität umzusetzen und um Endkunden noch besser vom liberalisierten Gasmarkt profitieren zu lassen, arbeitet die E-Control derzeit gemeinsam mit dem Central European Gas Hub, dem slowakischen Fernleitungsnetzbetreiber eustream, A.S. und dem tschechischen Fernleitungsnetzbetreiber NET4GAS, s.r.o. an einem Konzept um eine „Trading Region“ als einen ersten Schritt zur Integration der Märkte auf Großhandelsebene zu gründen. Im Rahmen einer Studie wurden die Möglichkeiten wie auch die potenziellen Hemmnisse erstmalig analysiert. In den kommenden Monaten soll gemeinsam mit den Projektpartnern sowie den österreichischen Fernleitungsnetzbetreibern an einer Verfeinerung des Konzepts gearbeitet werden.

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