Gasexperte: Öl-Preisbindung ist Auslaufmodell

Experte Jonathan Stern geht davon aus, dass bei langfristigen Gaslieferverträgen die Bindung an den Ölpreis immer seltener wird.

Der Ölpreis wird weiterhin eine Rolle für den Gaspreis spielen, aber nicht mehr die vertragliche Bindung wie sie derzeit in den langfristigen Gaslieferverträgen verankert ist. Das sagte Jonathan Stern, Gasexperte vom renommierten Oxford Institute for Energy Studies, auf dem Energie-Dialog der E-Control Mitte Jänner in Wien. Eine große Frage ist für den britischen Experten, ob man Investitionen in die Gasinfrastruktur auf Basis der Spot-Markt-Preise, die derzeit rund 30 Prozent unter den Öl-gebundenen Gaspreisen liegen, vornehmen wird können. Die Umwälzungen auf den Gasmärkten würden voranschreiten, 2013 dürfte mehr als die Hälfte des verkauften Gases in Europa zu Spotmarktpreisen erfolgen.

Sinkender Gasbedarf in Europa

Prof. Jonathan Stern beim 1. Energie Dialog 2013 der E-Control
Abb 1: Prof. Jonathan Stern beim 1. Energie Dialog 2013 der E-Control
Seit Mitte 2010 fällt der Gasbedarf in Europa. Grund dafür ist laut dem Experten die schwache Konjunktur und die steigenden Gaspreise. „Der europäische Gasmarkt ändert sich grundlegend“, betonte Stern. Die goldene Ära von Gas in Europa sei vorbei. Die Gaswirtschaft müsse sich auf eine sinkende Nachfrage einstellen.

Gaspreise in USA und Europa driften auseinander

E-Control-Vorstand Walter Boltz erläuterte auf der Veranstaltung, dass die USA und Europa traditionell ähnliche Gaspreise hatten, nun würden die Preise seit einigen Jahren auseinanderdriften. Im Vorjahr betrug der Gaspreis in den USA phasenweise nur ein Fünftel des europäischen. „Dazu kommt, dass Europa noch immer zu wenig für Effizienz tut und der Binnenmarkt zu wenig ausgenutzt wird“, sagte Boltz.

1. Energie-Dialog 2013 der E-Control

Informationen, Präsentationen und Bilder der Veranstaltung vom 21.1.2013
-> www.e-control.at/de/markt...rster-energie-dialog-2013
icon

Zurück zur Übersicht