Neues Gasmarktmodell kurbelt Wettbewerb an

Über das mit 1. Jänner 2013 gestartete neue Gasmarktmodell zieht die Regulierungsbehörde E-Control nach etwas mehr als einem Jahr eine zufriedene Zwischenbilanz.

„Die Umstellung auf das neue System ist sehr gut verlaufen“, sagt Vorstand Walter Boltz. Durch das neue Gasmarktmodell sollte der Wettbewerb am Gasmarkt erhöht werden. „Das ist auch gelungen“, sagt Walter Boltz. So erleichterte das neue Marktmodell neuen Gaslieferanten der Einstieg in den heimischen Markt. Mittlerweile sind bereits mehrere neue Anbieter auf dem Markt. Durch das Auftreten neuer Lieferanten habe sich der Wettbewerbsdruck erhöht.

Höchste Wechselzahlen seit der Liberalisierung

Bei den Wechselzahlen habe sich der gestiegene Wettbewerb bereits bemerkbar gemacht, meint Boltz. „Die Zahl der Anbieterwechsel ist seit dem Start des Gasmarktmodells zu Beginn des Vorjahres noch einmal deutlich gestiegen.“ Rund 33.800 Gaskunden (darunter 31.000 Haushalte) suchten sich im vergangenen Jahr einen neuen Lieferanten, das entspricht einer Wechselrate von 2,5 Prozent. „Das ist der höchste Wert seit der Liberalisierung“, sagt Boltz. Im Vergleich zu 2012 bedeutet das ein Plus von rund 45 Prozent, damals wechselten rund 23.400 Gaskunden (1,7 Prozent) ihren Anbieter.

Industrie und Gewerbe haben von Gasmarktmodell profitiert

Sehr stark vom neuen Gasmarktmodell profitiert haben Industrie und Gewerbe. „Durch den verbesserten Zugang zum virtuellen Handelspunkt, über den alle Gasmengen fließen, können die Unternehmen billiger Gas einkaufen“, erläutert Boltz.

Bilanzierung vereinfacht

Mit dem Gasmarktmodell wurde auch die Bilanzierung vereinfacht, vor allem für die Versorgung von Haushalts- und kleinen Gewerbekunden. Statt der bisherigen stundenweisen Bilanzierung erfolgt diese nun einmal täglich. Mit Anfang Oktober 2013 wurde diese erweitert: Neben Haushaltskunden kommt die Tagesbilanzierung auch für kleine und mittlere Unternehmen zur Anwendung.

Engpässe werden beseitigt, Großhandelspreise sollen sinken

Mit Anfang Oktober 2013 traten neue Marktregeln in Kraft, die Verbesserungen im grenzüberschreitenden Gashandel bringen. Dabei handelt es sich um Engpassmanagement-Maßnahmen, wie etwa einen Use-it-or-lose-it Mechanismus, der garantiert, dass vertraglich gebundene, jedoch ungenutzte Kapazität dem Markt zur Verfügung gestellt wird und ein größerer Anteil der Grenzkapazitäten auf Tagesbasis dem Markt angeboten werden kann. „Wir erwarten uns, dass sich dadurch die Preise am Gashandelsplatz CEGH in Wien an die niedrigeren deutschen Großhandelspreise angleichen“, so E-Control-Vorstand Walter Boltz.

Hohe Liquidität am virtuellen Handelspunkt

Nach dem Start des neuen Gasmarktmodells im Marktgebiet Ost Anfang vergangenen Jahres ging am dortigen Virtuellen Handelspunkt das Handelsvolumina im Vergleich zu 2012 um 20 bis 30 Prozent zurück. Im Laufe des Jahres haben sich die Liquidität und somit die gehandelten Gasmengen am virtuellen Handelspunkt aber schnell erholt und im Oktober konnte sogar ein neues All-Time-High der gehandelten Gasmengen verzeichnet werden. „Dieses hohe Niveau konnte auch bisher gehalten werden, was auch beweist, dass durch die Einführung des neuen Marktmodells der Gashandelsplatz noch attraktiver wurde“, sagt Walter Boltz. Kritisch sieht Boltz die Höhe der Transaktionsgebühren für Handelsgeschäfte am Virtuellen Handelspunkt. „Im Vergleich zum maßgeblichen virtuellen Handelspunkt in Deutschland sind diese recht hoch.“

Abb 1: : CEGH OTC Day-Ahead Preis im Vergleich zu anderen europäischen Hub-Preisen.
Quelle: E-Control.
Abb 2: Darstellung Spread zwischen CEGH OTC Day-Ahead Preis und anderen europäischen
Hub-Preisen. Quelle: E-Control.


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