Österreichische Gasbörse startet mit einem Spotmarkt<br>an der Wiener Börse

Die Etablierung einer Gasbörse am virtuellen Lieferpunkt Baumgarten - Central European Gas Hub (CEGH) war schon seit längerem geplant, am 11.12. startet nun die Österreichische Gasbörse mit einem Spotmarkt an der Wiener Börse.

Morgen wird die neue Gasbörse mit dem Spothandel (Kassamarkt) mit CEGH Spot Gaskontrakten starten. Der Terminhandel ist für das Frühjahr 2010 angekündigt. Die Gasbörse wird über das System der Wiener Börse ausgeführt, und zwar als Kooperationsprojekt der CEGH AG, der Wiener Börse AG und der Leipziger EEX Clearingtochter European Commodity Clearing AG (ECC). Die ECC wird als Central Counterparty das Clearing übernehmen. Die CEGH AG führt die physikalische Abwicklung der Spotmarktgeschäfte vorläufig an den beiden Punkten Baumgarten und Oberkappel durch. Die CEGH AG soll nach Zustimmung der EU Kommission in ein Joint Venture aus OMV Gas & Power GmbH (30 %), Gazprom Germania GmbH (30 %), Centrex Europe Energy & Gas (20 %) und der Wiener Börse AG (20 %) umgewandelt werden.

Zur Teilnahme am Spothandel ist ein schriftlicher Antrag bei der CEGH AG auf Anerkennung als Handelsteilnehmer in CEGH Gas-Kontrakten erforderlich. Teilnehmen können zum Beispiel Unternehmen der Energiebranche, gewerbliche Endverbraucher, handelsberechtigte Mitglieder ausländischer Energiebörsen, Verrechnungsstellen nach dem GWG und Kreditinstitute sein.


Teilnahmevoraussetzungen sind u.a.:
  • Die Mitgliedschaft bei der Wiener Börse
  • Vorlage von Konzessionen zur Abwicklung von Spotmarktgeschäften (z.B. Gewerbeberechtigung, Bankkonzession)
  • Der Abschluss eines Vertrages mit einem Clearing Mitglied, das mit der Abwicklung der Spotmarktgeschäfte für den Handelsteilnehmer beauftragt ist
  • Die Hinterlegung von Sicherheiten nach den ECC Clearing Regeln
  • Bestätigung der ECC über Anerkennung als Handelsteilnehmer für jedes zu handelnde Produkt
  • Abschluss eines Hub-Vertrages mit CEGH AG für Zwecke der physischen Abwicklung

Die Regulierungsaufsicht der E-Control besteht nur im Rahmen der allgemeinen Marktaufsicht über Erdgasunternehmen. Einige Hürden bei der Vorbereitung der Österreichischen Gasbörse konnten durch Aktivitäten der E-Control beseitigt werden. Es stehen jedoch noch einige wettbewerbsrechtliche Bedenken auch aus Sicht der E-Control im Raum, da der Einfluss der Shareholder am Gasgroßhandelsmarkt nicht unbeträchtlich ist.

Zur Erstellung eines freiwilligen "Code of Conduct" für den CEGH führt die E-Control derzeit noch Gespräche mit den Eigentümern der CEGH AG.