Herkunftsnachweis

Mit einem Herkunftsnachweis kann ein Ökostromerzeuger nachweisen, dass er tatsächlich erneuerbare Energie produziert und in das öffentliche Netz einspeist.

Um eindeutig den Ursprung und die Qualität des Stroms nachzuweisen, hat ein Herkunftsnachweis folgende Inhalte zu enthalten (Art. 15 EU-RL 2009/28/EG):

  • Die Menge der ins öffentliche Netz eingespeisten Energie
  • Angaben zur Energiequelle, aus der die Energie erzeugt wurde
  • Beginn und Ende der Erzeugung
  • Angaben, ob der Herkunftsnachweis Elektrizität oder Wärme und/oder Kälte betrifft
  • Bezeichnung, Standort, Typ und Kapazität der Anlage, in der die Energie erzeugt wurde
  • Art und Umfang von Förderungen
  • Inbetriebnahmedatum der Anlage
  • Ausstellungsdatum, ausstellendes Land und eindeutige Identifikationsnummer

Die Herkunftsnachweise werden vom Netzbetreiber ausgestellt, der sich im Regelfall dazu der Stromnachweisdatenbank der E-Control bedient und darin die Stromerzeugungsmengen der Ökostromanlagen erfasst. Für die durch die OeMAG abgenommenen geförderten Ökostrommengen erfolgt die Erfassung in der E-Control Datenbank durch Ökostrommengeneintrag über die OeMAG.

Ökostrom kann nur dann als Ökostrom verkauft werden, wenn der Herkunftsnachweis an den Käufer übertragen wird. Bei Lieferung des Ökostroms an den Endkunden, wird der Herkunftsnachweis für das Labeling, also die Stromkennzeichnung, entwertet (§ 8 (4) Ökostromgesetz bzw. § 79 ElWOG).

Mit der Verwendung bzw. Entwertung des Herkunftsnachweises für das Labeling schließt sich der Kreis zum Kunden, der seinen Lieferanten neben ökonomischen nun auch nach ökologischen Kriterien auswählen kann.

Kann für eine bestimmte Strommenge kein Nachweis erbracht werden, handelt es sich um „Strom unbekannter Herkunft – ENTSO-E-Mix“. Das ist der Durchschnittswert der Stromerzeugung im internationalen ENTSO-E-Verbund der Übertragungsnetzbetreiber, der die meisten Länder Europas umfasst. Im Jahr 2012 waren das 16,76 % Wasserkraft, 46,14 % fossile Energieträger, 25,80 % nukleare Energie, 10,95 % sonstige erneuerbare Energie und 0,35 % andere Sonstige Primärenergieträger.