Versorgungssicherheit

Sichere Versorgung bei einem Lieferantenwechsel

Auch wenn Sie sich für einen neuen Lieferanten entscheiden, der Netzbetreiber bleibt immer derselbe. Er ist für die Wartung und Instandhaltung des Netzes verantwortlich und wird auch weiterhin Ihren Zähler ablesen.

Regulierte Netzbetreiber

Investitionssicherheit und sichere Abdeckung der anfallenden Kosten sind durch die Regulierung der Netztarife durch die Energie-Control Austria gewährleistet.

Zuverlässige Lieferanten

Alle derzeit am Markt befindlichen Strom- und Gasanbieter versorgen ihre Kunden einwandfrei. Sie können also mit gutem Gewissen einen neuen Lieferanten auswählen.

Wie sicher ist die Versorgung in Österreich generell?

Den Themen Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität wird auch im liberalisierten Strom- und Gasmarkt allerhöchste Priorität beigemessen.

Das Verständnis für das Thema Versorgungssicherheit erfordert eine allgemein gültige Definition des Begriffes. Je nach Schwerpunktsetzung gibt es unterschiedliche Definitionen. Die E-Control verwendet bei der Stromversorgung beispielsweise folgende Definition, die ihr für den österreichischen Strommarkt als am Besten erscheint:

"Versorgungssicherheit bedeutet, dass Kunden elektrische Energie beziehen können, zu dem Zeitpunkt wann sie diese benötigen, mit definierter Qualität und zu marktorientierten und transparenten Preisen."

Es ist gesetzlich festgelegt, dass der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft kostengünstige Elektrizität in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten ist.

Der E-Control obliegt eine Reihe an Aktivitäten im Bereicht der Versorgungssicherheit, darunter:

  • Langfristige Prognosen
  • Regelmäßige Marktbeobachtung / Monitoring
  • Ausfalls- und Störungsstatistik
  • Sicherstellung ausreichender Investitionen durch regelmäßige Überprüfung der Netzkosten
  • Zusammenarbeit mit Experten auf nationaler und internationaler Ebene zur Ausarbeitung von abgestimmten Maßnahmen
  • Aktive und koordinierende Rolle bei der Ausarbeitung der Krisenvorsorgemaßnahmen im Rahmen des Energielenkungsgesetzes

Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier im Bereich Marktteilnehmer.

E-Control: Durchschnittliche Stromausfallsdauer 2017 leicht gestiegen

Österreicher im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 32 Minuten ohne Strom – Österreich befindet sich mit durchschnittlicher Ausfallsdauer auf Niveau von zuletzt 2013

Die heimischen Stromkunden hatten 2017 aufgrund ungeplanter Stromausfälle im Schnitt knapp 32 Minuten keinen Strom. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Ausfall- und Störungsstatistik der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Die exakte Dauer liegt bei 31,88 Minuten und entspricht in etwa dem Niveau des Jahres 2013. „In den letzten Jahren sind die Ausfallszahlen kontinuierlich nach unten gegangen. Im Jahr 2017 wurde nun wieder ein Anstieg verzeichnet. Der Grund dafür ist ganz klar wetterbedingt und liegt vor allem an den vielen Stürmen, die es im vergangenen Jahr gegeben hat.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. 2016 lag die kundengewichtete Ausfallszahl noch bei 24,22 Minuten.

„Die sichere Versorgung mit Strom ist für alle heimischen Kunden unerlässlich. Die geringen Ausfallszahlen und die damit einhergehende Versorgungszuverlässigkeit in Österreich kann nach wie vor als sehr gut bezeichnet werden und befindet sich auf einem hohen Niveau.“, betont Urbantschitsch.

Österreich im EU-Vergleich weiterhin sehr gut

Auch wenn man einen Blick in Österreichs Nachbarstaaten wirft, sieht man, dass Österreich im europäischen Vergleich sehr gut abschneidet. „Die österreichischen Netzbetreiber leisten hier eine wirklich gute Arbeit, sodass sich die heimischen Stromkunden auf eine zuverlässige Versorgung verlassen können.“, betont Urbantschitsch. Kunden in beispielsweise Italien hatten 2016 (aktuellere Zahlen sind international nicht verfügbar) 37 Minuten keinen Strom, in Frankreich 49 Minuten und in Tschechien sogar 73 Minuten. Sehr zuverlässig war die Stromversorgung auch bei unseren deutschen Nachbarn, da waren die Kunden 2016 lediglich 13 Minuten ohne Strom. Die genauen Kennzahlen können dem aktuellen CEER-Bericht zur europäischen Versorgungssicherheit entnommen werden.

Witterung spielt große Rolle

Genauere Analysen der ungeplanten Ausfallsursachen haben gezeigt, dass Witterungseinflüsse weiterhin - mit 17 der knapp 32 Ausfallsminuten im Jahr 2017 - die bedeutendste Ursache für Stromausfälle in Österreich sind. Wetterbedingte (atmosphärische) Ausfälle erreichten 2017 einen Höchststand seit 2010. „Laut einer Mitteilung des Wetterdienstes UBIMET und der UNIQA-Versicherung war 2017 das seither extremste Wetterjahr. Verglichen mit 2016 gab es allein bei den atmosphärisch bedingten Ausfällen einen Zuwachs von über 65%. Alle übrigen ungeplanten Ausfallsursachen stiegen hingegen im Gesamten lediglich um 5% an.“, erläutert Urbantschitsch.

Die zeitlichen Schwerpunkte extremer Wetterlagen, welche von der E-Control gesondert als regional außergewöhnliche Ereignisse erfasst und im Einzelfall geprüft werden, lagen im August, Oktober und Dezember. „Erfreulich ist in diesem Zusammenhang aber, dass die durchschnittliche Dauer solcher nicht vorhersehbarer Ausfälle aufgrund extremer Wetterlagen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, und zwar von rund acht Stunden im Jahr 2016 auf knapp über 5 Stunden im vergangenen Jahr.“, so Urbantschitsch.

Berechnung unterschiedlicher Zuverlässigkeitszahlen

Für das Monitoring der Versorgungszuverlässigkeit werden von der E-Control seit 2003 unterschiedliche Zuverlässigkeitszahlen, auch Indikatoren genannt, für ganz Österreich errechnet. Besonders der SAIDI – ein kundengewichteter Indikator – ist dabei ein maßgeblicher Vergleichswert, national sowie international. Die Ausfallsdauer bezieht sich hierbei darauf, wie lange ein Kunde im Durchschnitt keinen Strom hatte. Neben dem SAIDI wird u.a. auch der ASIDI berechnet, dieser berücksichtigt die ausgefallene Transformatorleistung und stellt einen auf die elektrische Leistung bezogenen Indikator dar. Die genaue Berechnung aller Indikatoren bzw. die bereits errechneten Zuverlässigkeitszahlen, können dem jährlich veröffentlichten Bericht der E-Control zur Ausfall- und Störungsstatistik entnommen werden.

Ausfallszahlen für den eigenen Netzbereich finden Kunden auf der Homepage ihres Netzbetreibers. Der Netzbetreiber ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Ausfallszahlen zu veröffentlichen. Dadurch wird mehr Transparenz für Netzkunden gewährleistet und gibt den Kunden einen Überblick über die Versorgungszuverlässigkeit im eigenen Netzbereich. Der von der E-Control berechnete Wert stellt den österreichischen Durchschnitt dar und ist wichtig für die Beurteilung der Trends auf nationaler Ebene. Für den Endkunden selbst ist der Wert seines eigenen Netzbetreibers jedoch aufschlussreicher. „Und sie können vom Netzbetreiber auch eine Stellungnahme anfordern, falls der Wert des Netzbetreibers vom Österreich-Wert abweicht. Dafür muss kein direkter Anlassfall gegeben sein, es reicht dafür das einfache „Interesse“ aus.“, erläutert Wolfgang Urbantschitsch eine Tatsache, die bisher kaum bekannt ist.

Vergleich von Zuverlässigkeitszahlen von unterschiedlichen Faktoren abhängig

Anhand der Zuverlässigkeitszahlen kann ein Vergleich zwischen Netzbetreibern bzw. Ländern gezogen werden. Dabei sind jedoch diverse Faktoren zu berücksichtigen: Die Netzstruktur eines Netzbetreibers spielt dabei beim direkten Vergleich eine große Rolle. Während in sehr vermaschten und gut ausgebauten Netzen der Ausfall einer Leitung nicht unbedingt gleichzeitig einen Ausfall für den Kunden bedeuten muss, kann sich ein Ausfall in einem weniger vermaschten Netz deutlich beim Kunden – und damit auch im kundengewichteten Indikator SAIDI – bemerkbar machen. Die Möglichkeiten zum Ausbau der Netze und damit auch die individuellen Netzstrukturen jedes Netzbetreibers sind jedoch aufgrund der unterschiedlichen Topographie teils sehr beschränkt. Eine komplette Erdverkabelung des gesamten Netzes in Österreich wäre mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden, welche den Netzkunden nicht zumutbar wären.

Auch beim Vergleich unterschiedlicher europäischer Länder sollte bedacht werden, dass der Erhebungsumfang bzw. die Datenbasis für die Kennzahlenberechnung zum Teil etwas voneinander abweichen kann. Dies verdeutlicht sich auch durch die große Bandbreite der nationalen Kennzahlen. Nichtsdestotrotz geben die Kennzahlen der europäischen Länder eine Indikation, die zum Vergleich genutzt werden kann.

Der regulatorische Rahmen zeigt Wirkung

Zur Sicherung der Versorgungszuverlässigkeit wurden von der E-Control Grenzwerte für die errechneten Indikatoren innerhalb der Netzdienstleistungsverordnung Strom (END-VO) von 2012 festgelegt. Diese dürfen von den Netzbetreibern in Österreich nicht überschritten werden. „Sehr erfreulich ist hier, dass die Anzahl der Grenzwertverletzungen - trotz der schwierigen Witterungsbedingungen – gegenüber 2016 zurückgegangen ist. Wurden 2016 noch bei acht Netzbetreibern Grenzwertverletzungen festgestellt, waren 2017 nur mehr 6 Netzbetreiber betroffen.“, zeigt sich Urbantschitsch zufrieden.

Monitoring der Versorgungszuverlässigkeit als wichtige Aufgabe der Regulierung

Dem Monitoring der Versorgungszuverlässigkeit wird von der E-Control ein hoher Stellenwert beigemessen. Dafür arbeitet die Regulierungsbehörde eng mit den über 120 Netzbetreibern in Österreich zusammen. Jeweils am Beginn eines Kalenderjahres werden von den Netzbetreibern alle Stromausfälle für ihren Netzbereich des gesamten Vorjahres gemeldet. Die Meldung erfolgt direkt über ein eigenes Portal der Regulierungsbehörde. Dabei müssen für jeden Ausfall bestimmte Angaben gemacht werden: so sind beispielsweise neben der Dauer des Ausfalls auch die Ausfallsursache, die Anzahl der betroffenen Netzbenutzer sowie die betroffene Transformatorleistung anzugeben. Die gemeldeten Daten der Netzbetreiber werden im Rahmen des Erhebungsprozesses validiert und geprüft, um fehlerhafte Daten bereits im Vorfeld zu identifizieren. Es müssen zum Beispiel sogenannte Rückwirkungsstörungen von allen betroffenen Netzbetreibern übereinstimmend angegeben werden, um akzeptiert zu werden.

Diese Erhebung erfordert sowohl bei den Netzbetreibern als auch bei der Regulierungsbehörde Aufwand, der jedoch den Anspruch der Endkunden auf eine zuverlässige und gleichzeitig leistbare Stromversorgung absichert. Die geprüften Daten werden in Folge von der E-Control analysiert und im Bericht zur Ausfall- und Störungsstatistik jährlich veröffentlicht.
Die Durchschnittliche Stromausfallsdauer lag 2017 bei 32 Minuten  (Berechnung nach SAIDI). Quelle: E-Control.

Die Durchschnittliche Stromausfallsdauer lag 2017 bei 32 Minuten (Berechnung nach SAIDI). Quelle: E-Control. vergrößern