Was kann Smart Metering?

Der Einsatz von Smart Metern macht die Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten automatisch an den Netzbetreiber übermittelt werden. Dabei sind diese Zähler technologisch betrachtet in Wahrheit weder besonders neu oder innovativ, sondern erstmals so preiswert, dass an einen flächendeckenden Einsatz gedacht werden kann.

Die Entwicklung wurde durch die laufende Kostensenkung bei der Kommunikations- und Computertechnologie möglich. Im Gegensatz zum rein analogen Ferrariszähler, besitzt der Smart Meter keine mechanischen Teile mehr und basiert vollständig auf Halbleiter- bzw. Kommunikationstechnologien. Die technische Komplexität dieser Zähler ist aber nur ein Bruchteil jener eines einfachen Mobiltelefons. Smart Meter machen die Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten fernausgelesen an den Anbieter übermittelt werden. Dabei kann er sowohl Daten empfangen als auch Daten an das Zentralsystem senden.

Darüber hinaus bietet der Smart Meter, im Vergleich mit seinem älteren Bruder, eine Fülle an nützliche Zusatzfunktionen, die weit über das bloße Erfassen des Stromverbrauchs hinausgehen. So zum Beispiel unter anderem:

  • Erfassung und Speicherung von detaillierten Zählwerten (z.B. ¼ Stundenwerte über mehrere Tage)

  • Zwei-Wege-Kommunikation, also das Übermitteln von Daten sowohl vom Gerät zum Netzbetreiber als auch umgekehrt

  • Lastgangmessung – d.h. die Messung der abgenommenen Strommenge je ¼ Stunde

  • Mehrtariffunktionalität. Damit sind dann etwa spezielle Wochenendtarife, Ferienhaustarife, Singletarife oder spezielle Tarife für Betreiber von Wärmepumpen möglich

  • Import- und Exportmessung d.h. die korrekte Verrechnung von dezentralen Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik oder Mikro KWK Anlagen im Haushalt

  • Erfassung von Qualitätsparametern

  • Kommunikationsschnittstellen für externe Anwendungen (weitere Zähler, Haushaltsgeräte, Inhouse-Displays, die den jeweiligen Verbrauch anzeigen usw.)


„Durch den Smart Meter ist es somit erstmals möglich, den Kunden zeitnah über seinen tatsächlichen Energieverbrauch – wie etwa über eine Webportal – zu informieren und flexiblere Tarifmodelle anzubieten.“, so Dr. Harald Proidl, Leiter der Abteilung Ökoenergie und Energieeffizienz. Wie ein solches Webportal aussehen könnte, steht derzeit zur Diskussion und wird auf Basis verschiedener bereits bestehender Beispiele analysiert. Diese Flexibilität bei Tarifen und Informationen ist eine wichtige Voraussetzung, dass es in Zukunft gelingt, eine Stromversorgung mit deutlich mehr dezentraler Erzeugung und viel höherer Volatilität durch Windeinspeisung zu entwickeln.