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angle-left Aktive Konsumenten auf dem Vormarsch: Analyse beleuchtet, welche Produktmerkmale beim Energielieferantenwechsel eine Rolle spielen

Aktive Konsumenten auf dem Vormarsch: Analyse beleuchtet, welche Produktmerkmale beim Energielieferantenwechsel eine Rolle spielen 

In unserem zweiten Beitrag zur Frage, worauf die Konsumenten beim Strom- und Gaslieferantenwechsel schauen, geht es um die Unterscheidungsmerkmale bei den Produkten. Nach welchen Produktmerkmalen suchen die Konsumentinnen und Konsumenten? Analysedaten des neuen Tarifkalkulators und eine Umfrage beleuchten das Wechselverhalten.

Dynamik für Haushalte bei Strom und Gas

Insgesamt sind derzeit rund 150 Stromlieferanten am heimischen Strommarkt tätig, die rund 5 Millionen Haushalte, Gewerbebetriebe und sonstige Kleinkundinnen und -kunden beliefern. Je nach Region stehen in der Regel einem angestammten Lieferanten 25 alternative Lieferanten gegenüber. In Wien beispielsweise kann ein Haushaltskunde zwischen 125 Angeboten von rund 50 Anbietern wählen, auch in Vorarlberg und Tirol ist das Angebot inzwischen gleich breit geworden.

Insgesamt 44 Gaslieferanten beliefern 1,3 Millionen Haushalts- und Kleinkunden in Österreich mit Gas. Das Gasangebot in Tirol und Vorarlberg hat sich seit 2013 kontinuierlich erweitert. Während es noch im Jahr 2012 mit goldgas lediglich einen alternativen Anbieter gab, bekommen Kleinkunden in Tirol inzwischen bis zu 80 Angebote von 26 unterschiedlichen Anbietern. Im Marktgebiet Ost haben Haushalte ein noch etwas breiteres Angebot mit über 90 Angeboten von 32 Anbietern. 

Viele Unterscheidungsmerkmale bei den Produkten

Die Steigerung der Angebotsanzahl ist nicht nur auf neue Markteintritte zurückzuführen, sondern auch auf die weitere Angebotsdifferenzierung, die bei vielen Lieferanten stattfindet. Die Produkte unterscheiden sich durch Einführung von weiteren Merkmalen wie Online- und Offline-Produkte, integrierte und nicht integrierte Rechnungslegung, Bindungsfristen, Zertifizierung des Stroms aus erneuerbaren Energien bis zu speziellen Dienstleistungsangeboten wie Installation und Förderung von PV-Anlagen, spezielle Vergünstigungen für Wärmepumpenbetreiber und vieles mehr. Mit unserem neuen Tarifkalkulator, der mit Ende Oktober 2017 mit neuen Funktionalitäten online gegangen ist, wurde auch auf diese Bereiche verstärkt Bezug bzw. genommen. Und dass dies von den Usern auch erkannt und genutzt wurde, zeigen unsere aktuellen Analysedaten.

So suchen die Nutzer beispielsweise bei 47% aller Abfragen gezielt nach Angeboten, die eine Gesamtrechnung für Energie und Netz anbieten durch Setzen des entsprechenden Filters. Bei 31% der Abfragen wird per Filter explizit nach Ökostrom gesucht und in bereits 24% der Fälle wird der neu eingeführte Filter „Strom aus Österreich“ gesetzt, um nur Angebote mit österreichischen Stromherkunftszertifikaten anzeigen zu lassen.

Auch die verschiedenen Preismodelle werden von den Verbrauchern zur Differenzierung erkannt und genutzt. Mit Abstand am beliebtesten ist hier die Vorauswahl nach Produkten mit Preisgarantie. Bei 41% der Stromabfragen wird dieser Filter gesetzt.

Dass auch die ganz neuen Optionen des Tarifkalkulators bereits eifrig genutzt werden, kann als erfreuliches Zeichen für eine zunehmend aktivere Kundschaft gewertet werden. So sind rund 6% der Abfragen solche, die die Überschusseinspeisung aus Photovoltaik-Anlagen mitberücksichtigen und bei rund 4% wird das Lastprofil eines Smart-Meters für den Verglich genutzt, um die – bislang noch vergleichsweise wenigen – Angebote mit zeitabhängigen Energiepreisen vergleichen zu können.

Verbraucher kennen sich recht gut aus 

Im siebzehnten Jahr nach der Strommarktliberalisierung haben wir den Eindruck, dass die Kundinnen und Kunden sich inzwischen recht gut im Strom- und Gasmarkt zurechtfinden. Ausgehend vom Nutzerverhalten im Tarifkalkulator können wir davon ausgehen, dass zum Beispiel 83 Prozent der Anwender ihren Stromverbrauch kennen, wenn sie das Tool benutzen. Vor ein paar Jahren war unsere Erfahrung hier noch eine ganz andere.

Auch das immer wieder diskutierte Thema der Neukunden- oder Wechselrabatte scheint die Verbraucher weniger zu verunsichern, als häufig unterstellt wird. Bei immerhin 30% der Tarifkalkulatorabfragen werden diese von den Nutzern schon vorab per Mouseklick ausgeschlossen. Ein deutliches Indiz dafür, dass die Anwender sowohl mit dem Thema als auch mit der Technik umgehen zu wissen.
Das bestätigen u.a. auch die Ergebnisse der aktuell von uns durchgeführten Verbraucherumfrage unter 1.000 österreichischen Haushalten1.  Zwei Drittel der Haushalte (73 Prozent), die angeben, bereits ein oder mehrmals den Anbieter gewechselt, oder dies zumindest in Erwägung gezogen zu haben, sind Neukundenrabatte bekannt. 85% schätzen dabei auch deren begrenzte Laufzeit und 56% deren ungefähre Höhe korrekt ein. 

 

1 Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH, 1.000 Befragte, österreichische Haushalte