1. Energie-Dialog 2011 mit Philip Lowe, GD Energie

Am Freitag, dem 14. Jänner 2011, fand der erste Energie-Dialog 2011 der E-Control zum Thema „Wettbewerb im Energiemarkt – Vision oder Realität?“ mit Philip Lowe, dem Generaldirektor der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission statt.
Im Jahr 2005 hat die Europäische Kommission eine großflächige Sektorenuntersuchung im Strom- und Gasbereich begonnen, da von Großkunden in Europa Zweifel am Wettbewerb auf den Energiemärkten angemeldet worden waren. Dabei wurden Wettbewerbsdefizite wie etwa zu hohe Marktkonzentration, unzureichendes Unbundling, fehlende Marktintegration sowie ungenügende Markttransparenz festgestellt. Die Defizite wurden sowohl im Groß- als auch auf den Einzelhandelsmärkten identifiziert. Der Key Note Speaker des ersten Energie Dialogs 2011, Philip Lowe, war verantwortlich für die Durchführung der Sektorenuntersuchung und muss nun in seiner neuen Funktion in der GD Energie für die vollständige und effiziente Umsetzung des (nicht zuletzt) daraus resultierenden 3. Energiemarktliberalisierungspaketes sorgen.

Dass die Richtung zum europäischen Binnenmarkt die richtige ist, wird durch viele Entwicklungen untermauert: Die zunehmenden grenzüberschreitenden Aktivitäten von Energieversorgern, die zunehmende grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Netzbetreibern, die Tatsache, dass die Großhandelsmärkte liquider werden und dass für die Verbraucher fast überall die Wahlmöglichkeit des Lieferanten besteht, zeigen auf, dass der Wettbewerb im Energiemarkt existiert.


Videomottschnitt der Veranstaltung am 14.1.2010

Nichtsdestotrotz besteht, um den Wettbewerb im Energiemarkt weiter anzukurbeln,
aber noch Nachbesserungsbedarf. So steht die vollständige Umsetzung der Binnenmarktvorschriften noch aus, unter anderem die dafür notwendige Entflechtung sowie die Stärkung der Befugnisse und die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden. Eine detaillierte Harmonisierung und Gestaltung der Marktregeln wird in den nächsten Jahren erfolgen, die behördliche Preisregelung soll künftig auf ein Minimum beschränkt werden.

Ein zentraler Punkt ist vor allem die Verbesserung der Marktintegrität. Denn obwohl in Europa Strom und Gas zunehmend grenzüberschreitend gehandelt wird, ist die Überwachung von Energiemärkten national organisiert und zum Teil unkoordiniert und nicht ausreichend. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission eine Verordnung (REMIT - Regulation on Energy Market Integrity and Transparency) über die Integrität und Transparenz des Energiemarktes vorgeschlagen, die einem Marktmissbrauch bzw. einer Marktmanipulation vorbeugen soll. Die Marktaufsicht soll der neu geschaffenen Agentur für Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden(ACER) obliegen und in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Regulierungsbehörden erfolgen.

Weitere Informationen zum Energie-Dialog

Mit Präsentationen, Fotos und Videomitschnitt
-> www.e-control.at/de/markt...rster-energie-dialog-2011
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