Caritas, E-Control und FEEI präsentieren Ergebnisse des Pilotprojekts gegen Energiearmut

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Wiener Cafe Landtmann präsentierten Werner Binnenstein-Bachstein (Caritas Wien), Manfred Müllner (FEEI) und Walter Boltz (E-Control) am 15. Mai 2009 die Resultate des erfolgreichen Pilotprojektes gegen Energiearmut.
Von links nach rechts: Werner Binnenstein-Bachstein, Caritas Wien, Walter Boltz, E-Control , Manfred Müllner, FEEI
Abb 1: Pressekonferenz zur Präsentation der Ergebnisse des Pilotprojekts.
V.l.n.r.: Werner Binnenstein-Bachstein, Caritas Wien, Walter Boltz, E-Control , Manfred Müllner, FEEI Foto: E-Control
„In einer ersten Stufe wurde von uns ein überschaubares Projekt gegen Energiearmut initiiert, das uns erste Erkenntnisse über die wahren Gründe der „Kostenfalle Energie“ liefern sollte. Weiters wollten wir auch die Praktikabilität des Projekts abtesten, um eine gute Grundlage für weiterführende Aktionen für ganz Österreich zu bekommen. Um nachhaltige und konkrete Hilfe zu geben, müssen wir diese Aktion flächendeckend anbieten. Ich appelliere daher an die gesamte Energiebranche und die Politik, hier zu unterstützen“ , erklärt Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control.

Das Pilotprojekt zeigt: Einsparpotenzial von 25 % bei eigenem Verbrauchsverhalten

Insgesamt wurden im Rahmen des Pilotprojektes bei 58 Haushalten, die von Seiten der Caritas Wien und Niederösterreich nominiert wurden, vor Ort Energieberatungen durch die ARGE Energieberatung durchgeführt. Die Kosten der Beratung können mit maximal Euro 150 pro Beratungsfall beziffert werden. Es ergaben sich allein durch jene Maßnahmen, die in den Energieberatungsgesprächen empfohlen wurden, Einsparpotenziale von bis zu 25 %. Ein durchschnittlicher Haushalt kann damit Energiekosten von bis zu Euro 430 im Jahr einsparen und den Anteil der Energiekosten an den Haushaltsausgaben von 14,4 % auf knapp 11 % reduzieren. „Vieles ist allein durch die Änderung des eigenen Verhaltens möglich. Allerdings liegen etliche und vor allem kostenintensive Energiesparmaßnahmen - wie Sanierungen, Heizungstausch, etc. - außerhalb des Wirkungsbereiches der Haushalte und müssten von Wohnbauträgern bzw. Genossenschaften etc. umgesetzt werden“, erklärt Boltz.

Zusammenfassende Facts & Figures

  • Insgesamt wurden 58 Haushalte in Wien und Niederösterreich beraten
  • Für die Aktion wurden 26 Kühlschränke und 740 Energiesparlampen zur Verfügung gestellt
  • 88 % der Haushalte haben konkrete Probleme mit den Energiekosten – bei 31 % wurden zumindest einmal Strom und/oder Gas abgedreht
  • Großteil der Gebäude sind in einem schlechten energetischen Zustand: 81 % der Wohnungen unsaniert und 78 % ungedämmt
  • Der Heizwärmebedarf bei den beratenen Haushalten liegt mit 225 kWh/m²/a über dem österreichischen Durchschnitt (ca. 170 kWh/m²/a)
  • Der durchschnittliche Stromverbrauch der beratenen Haushalte liegt mit 2.000 kWh/Kopf über dem österreichischen Durchschnitt (~ 1.800 kWh/Kopf) • Strom wird überdurchschnittlich häufig für die Raumwärme und die Warmwasseraufbereitung genutzt (12 % heizen mit Strom – Österreichschnitt ~ 6 %) – aber: alles hängt an einem Zähler
  • Haushalte haben ein deutlich unterdurchschnittliches real verfügbares Einkommen aber überdurchschnittlich hohe Energiekosten
  • Einsparpotenzial der Haushalte im eigenen Wirkungsbereich: bis zu 25 % des Energieverbrauches
  • Einsparpotenzial bei den Haushalten aufgrund von Energieeffizienzmaßnahmen im eigenen Wirkungsbereich liegt bei bis zu Euro 36 pro Monat (bezogen auf Durchschnittswerte)

Die Kooperationspartner

Die Energieberatungen wurden im Auftrag der E-Control durch die ARGE Energieberatung Wien durchgeführt.

Für die kostenlose Bereitstellung von hocheffizienten Kühlschränken und der Energiesparlampen für das Projekt „Kostenlose Energieberatungen für sozial schwache Haushalte“ bedanken wir uns herzlich beim Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) und dessen Mitgliedern.