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E-Control: Durchschnittliche Stromausfallsdauer 2018 wieder deutlich gesunken

Österreicher waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 25 Minuten ohne Strom - Ausfalldauer um sieben Minuten geringer als im Vorjahr

Wien (5. August 2019) – Die heimischen Stromkundinnen und -kunden hatten im Jahr 2018 aufgrund ungeplanter Stromausfälle im Schnitt knapp 25 Minuten keinen Strom. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Ausfall- und Störungsstatistik der Regulierungsbehörde E-Control hervor. „Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ausfallsdauer deutlich gesunken, nämlich um sieben Minuten. 2017 waren Österreichs Stromkunden rund 32 Minuten ohne Strom, da sich die schwierige Wetterlage mit vielen Unwettern negativ auf die Aufrechterhaltung der Stromversorgung ausgewirkt hat. 2018 konnte die Zuverlässigkeit der Stromversorgung wieder deutlich verbessert werden. Nach 2016 wurde demnach 2018 der zweitniedrigste Wert seit Erhebungsbeginn erzielt.“, zeigt sich der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer, von den aktuellen Ergebnissen erfreut. 

Übergeordnet zeichnete sich über die letzte Dekade ein deutlicher Trend in den Ausfallszahlen ab: diese unterliegen einer klar fallenden Tendenz. 

Grafik. Die durchschnittliche Stromausfallsdauer ist 2018 neuerlich gesunken (Dauer in Minuten, Berechnung nach SAIDI). Quelle: E-Control

Grafik. Die durchschnittliche Stromausfallsdauer ist 2018 neuerlich gesunken (Dauer in Minuten, Berechnung nach SAIDI). Quelle: E-Control vergrößern

Österreich auch international top
„Auch im europäischen Vergleich bewegt sich Österreich im Spitzenfeld. So hatten 2016 – neuere internationale Zahlen liegen noch nicht vor – beispielsweise Italien eine Stromausfallsdauer von 37,11 Minuten, Frankreich 48,7 Minuten und Tschechien gut 73 Minuten.“, so Eigenbauer. Die genauen Ausfallszahlen anderer europäischer Länder sind im CEER-Bericht zur europäischen Versorgungssicherheit zu finden .  

Berechnung der unterschiedlichen Zuverlässigkeitskennzahlen und ihre Bedeutung
Seit 2003 errechnet die E-Control verschiedene Zuverlässigkeitskennzahlen, die zum Teil auch für einen europäischen Vergleich herangezogen werden können. Hierbei spielt besonders der kundengewichtete Indikator SAIDI für den nationalen und internationalen Vergleich eine Rolle. „Dieser bezieht sich darauf, wie lange ein Kunde im Durchschnitt keinen Strom hatte. Neben dem SAIDI wird unter anderem auch der ASIDI berechnet. Dieser berücksichtigt die ausgefallene Transformatorleistung über die Zeit und stellt einen auf die elektrische Leistung bezogenen Indikator dar.“, berichtet der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Die genaue Berechnung aller Kennzahlen bzw. die bereits errechneten Zahlen können dem jährlich veröffentlichten Bericht der E-Control zur Ausfall- und Störungsstatistik  entnommen werden.

Unterschiedlichste Ausfallsursachen
Dabei haben Versorgungsunterbrechungen unterschiedlichste Gründe. Generell werden diese in geplante und ungeplante Ursachen unterteilt. „Geplante Ausfälle müssen den Kunden mindestens fünf Tage im Voraus unter Bekanntgabe der voraussichtlichen Dauer angekündigt werden. Ungeplante Ursachen können den Kundinnen und Kunden naturgemäß nicht vorher angekündigt werden und entstehen durch unvorhersehbare Einwirkungen.“, so Urbantschitsch. Ungeplante Ursachen werden in fünf verschiedene Kategorien gegliedert. Dazu zählen atmosphärische, fremde und netzbetreiberinterne Gründe sowie Rückwirkungsstörungen und regional außergewöhnliche Ereignisse. „Von regional außergewöhnlichen Ereignissen spricht man zum Beispiel bei extremen Unwetterlagen, welche die Netzbetreiber immer wieder vor schwierige Aufgaben stellen und die in der Statistik gesondert betrachtet werden. Bei den ungeplanten Ursachen sind atmosphärische Gründe mit rund 20% in der Regel die häufigste Ausfallsursache, gefolgt von netzbetreiberinternen Ursachen, zu denen z.B. Fehlschaltungen oder der Ausfall von Netzelementen zählen.“, erläutert Urbantschitsch. Eine detaillierte Beschreibung der Ausfallsursachen kann ebenfalls dem Jahresbericht zur Ausfall- und Störungsstatistik entnommen werden. 

Herausfordernde Aufgabe für die Netzbetreiber
Die Sicherstellung der Stromversorgung aller ihrer Kunden stellt für die Netzbetreiber eine herausfordernde Aufgabe dar. Im Falle von ungeplanten Versorgungs-unterbrechungen gibt es eine Vielzahl an Einflussfaktoren, welche sich negativ auf die rasche Wiederherstellung der Stromversorgung auswirken können. Es spielen einerseits Faktoren wie das Wetter und die Topographie eine Rolle, andererseits ist auch die Struktur und Beschaffenheit des Netzes maßgeblich. Beispielsweise haben atmosphärische Einwirkungen nur geringe Auswirkungen auf verkabelte Netzabschnitte, eine komplette Verkabelung des Netzes wäre jedoch mit unverhältnismäßig hohen Kosten für den Netzkunden verbunden. So müssen im Netzbetrieb immer die Kosten dem Nutzen gegenübergestellt und so optimale Lösungen gefunden werden. 

Netzbetreiber als Ansprechpartner für Kunden
„Im Falle einer Versorgungsunterbrechung ist der jeweilige Netzbetreiber – abhängig vom Netzgebiet – der zu kontaktierende Ansprechpartner für Betroffene. Kunden haben die Möglichkeit, sich über Ausfallskennzahlen in ihrem eigenen Netzgebiet zu erkundigen. Ausfallszahlen der jeweiligen Netzbereiche sind auf der Homepage des Netzbetreibers zu finden. Dieser ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Ausfallszahlen zu veröffentlichen.“, weist Urbantschitsch auf die Rechte für die Kundinnen und Kunden hin.

Monitoring der Versorgungszuverlässigkeit als Kernaufgabe der Regulierung 
Um den jeweiligen Status der Versorgungszuverlässigkeit aller Netzbetreiber monitoren zu können, arbeitet die E-Control sehr eng mit den über 120 Verteilnetzbetreibern in Österreich zusammen. Jeweils am Beginn eines Kalenderjahres werden von den Netzbetreibern alle Stromausfälle für ihren Netzbereich des gesamten Vorjahres gemeldet. Dafür hat die E-Control ein eigenes Online-Portal entwickelt. Dabei müssen für jede Versorgungsunterbrechung bestimmte Angaben gemacht werden: so sind beispielsweise neben der Dauer des Ausfalls auch die Ausfallsursache, die Anzahl der betroffenen Netzbenutzer sowie die betroffene Transformatorleistung anzugeben. 

In einem aufwändigen Prozess werden diese Daten dann gesammelt, validiert und ausgewertet. „Dadurch ist gewährleistet, dass die E-Control Trends in der Versorgungszuverlässigkeit ableiten und bei negativen Entwicklungen wenn notwendig Maßnahmen zur Gegensteuerung einleiten kann. Die ausgewerteten Daten für Österreich werden dann im jährlichen Bericht zur Ausfall- und Störungsstatistik veröffentlicht und beschrieben.“, so Urbantschitsch abschließend. 

Ausfall- und Störungsstatistik für das Berichtsjahr 2018: https://www.e-control.at/statistik/strom/statistik-fuer-versorgungsqualitaet/stoerungsstatistik