Stromkennzeichnung

In Österreich sind die Lieferanten bereits seit dem Jahr 2001 gesetzlich verpflichtet, auf den Stromrechnungen und auf kennzeichnungspflichtigen Werbematerialien die Primärenergieträgeranteile sowie die Mengen an CO2-Emissionen und radioaktivem Abfall anzugeben, die bei der Erzeugung der elektrischen Energie entstanden sind.

Die E-Control ist mit der Aufsicht über die Stromkennzeichnung betraut. Es wird jährlich eine umfassende Überprüfung aller Lieferanten, die in Österreich Endkunden beliefern, eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Evaluierung sowie eine Darstellung der aktuellen Rahmenbedingungen werden im jährlich erscheinenden Stromkennzeichnungsbericht dargestellt.

 

Das österreichische Stromkennzeichnungsmodell ist ein nachweisbasiertes System. Stromhändler und –lieferanten müssen, um einen bestimmten Primärenergieträgeranteil ausweisen zu können, gesetzeskonforme Nachweise vorlegen.
 

Abgewickelt wird die Stromkennzeichnung großteils über die österreichische Stromnachweisdatenbank, in der der gesamte Lebenszyklus eines Nachweises (Ausstellung – Transfer – Einsatz für die Stromkennzeichnung) abgebildet wird. Durch den gewählten nachweisbasierten Ansatz und die Abwicklung über eine zentrale österreichische Datenbank wurde ein äußerst transparentes und vertrauenswürdiges System geschaffen, das Betrugsrisiken, wie Doppelausgabe und -verwendung, praktisch ausschließt. Die Stromkennzeichnung auf der Jahresrechnung eines Endkunden sollte die Informationen enthalten, wie nachfolgend gezeigt (Zahlen beispielhaft).

 

Beispiel der Stromkennzeichnung auf einer Kundenjahresrechnung 2016

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Die österreichische Stromkennzeichnung für das Jahr 2016

Im Jahr 2016 lag der Anteil an Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Energieträgern bei 86,74%. Der Anteil der fossilen lag bei 12,86% und der Anteil der sonstigen Primärenergieträger bei 0,40%. Es handelt sich hierbei um Näherungswerte, die sich aus der Überprüfung der Stromkennzeichnung im Jahr 2017 ergaben. Die Stromkennzeichnung läuft getrennt von der realen physikalischen Stromlieferung an die Kunden ab und ist daher nicht für Bilanzierungen, z.B. für CO2, auf der Endkundenseite geeignet.

 

Stromkennzeichnung in Österreich 2016

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Ausweisung von Umweltauswirkungen der Stromerzeugung

Gemäß § 78 Abs 2 ElWOG 2010 sind auf den Rechnungen und auf den Werbe- bzw.
Kommunikationsmaterialien die Umweltauswirkungen, zumindest über CO2-Emissionen und
radioaktiven Abfall, auszuweisen. Laut Stromkennzeichnungsverordnung 2011 § 5 (1) sind
die Angaben zu CO2-Emissionen in Gramm je kWh el (g/kWh) und zu radioaktivem Abfall in
Milligramm je kWh el (mg/kWh) darzustellen.

Die Höhe der Umweltauswirkungen hängt von den eingesetzten Energieträgern und Technologien ab. Nachwachsende Rohstoffe etwa binden bei ihrem Wachstum genauso viel CO2, wie sie bei der energetischen Verwertung wieder freigeben. Insofern werden sie als CO2-neutral (also mit einem Emissionswert von 0 g/kWh Strom) bewertet. Bei fossilen Energieträgern (Erdgas, Erdöl und Kohle) sinken die Emissionen mit einem höheren Wirkungsgrad (Energieoutput im Verhältnis zum dafür aufgewendeten Energiegehalt) sowie mit dem Kohlenstoffgehalt in Relation zum Wasserstoffgehalt des Energieträgers. Ein effizienteres Kraftwerk verursacht folglich weniger Emissionen als ein ineffizientes.

Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für die einzelnen Energieträger.

Typische Werte der Umweltauswirkungen einzelner Energieträger
Energieträger CO 2 Emissionen
(g/kWh)
Radioaktiver Abfall
(mg/kWh)
Feste oder flüssige Biomasse 0 0
Biogas 0 0
Deponie- und Klärgas 0 0
Geothermie 0 0
Windenergie 0 0
Sonnenenergie 0 0
Wasserkraft 0 0
Erdgas 440 0
Erdöl und dessen Produkte 645 0
Kohle 882 0
Nuklearenergie 0 2,7
Sonstige 650 0

Stand: Dezember 2012, Quellen: Umweltbundesamt, Energie-Control,Austria