Smart Metering

Smart Meter sind analoge oder digitale Zählgeräte zur Erfassung des Energieverbrauchs in kurzen Zeitintervallen, wobei die Verbrauchswerte fern übertragen werden.
Display eines Gas Smart Meters
Abb 2: Gas Smart Meters mit digitaler Anzeige

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Einige der neuen Funktionen von Smart Metern sind beispielsweise:

  • Bidirektionale Kommunikation, also dem Übermitteln von Daten sowohl vom Gerät zum Netzbetreiber als auch umgekehrt
  • Erfassung und Abruf des Gasverbrauchs in kurzen Intervallen. Z.B. . alle Tage oder sogar Stunden

Diese Funktionen erlauben zusätzliche Dienstleistungen, die mittels der modernen Kommunikationstechnik kostengünstig angeboten werden können. Smart Meter sind für einen flächendeckenden Einbau konzipiert und unterscheiden sich daher meist auch in der Art, Anbringung und Übertragung von anderen Zählerarten, wie etwa Lastprofilzählern.

Die Einführung von Smart Metering in Österreich

Die neuesten Richtlinie der EU fordern die Einführung von „intelligenten Messsystemen“, also von Smart Metern für alle Verbraucher, damit diese aktiv an den Energiemärkten teilnehmen können. Die Richtlinie fordert weiters, nach positiver wirtschaftlicher Bewertung seitens der Mitgliedsstaaten, dass mindestens 80% aller Stromkunden bis spätestens 2020 einen Smart Meter erhalten sollen.

Studie zur Einführung


Die E-Control hat sich entschlossen, eine externe Studie über die Einführung von intelligenten Messgeräten bzw. Smart Metering nach einer öffentlichen Ausschreibung an PricewaterhouseCoopers zu vergeben. In der nun vorliegenden Studie werden alle relevanten Aspekte einer österreichweiten Einführung von Smart Metering sowohl für Strom als auch für Gas analysiert und bewertet.

Vorteile von Smart Metering

Verbrauchs- und Kostenersparnis


Derzeit erhält der Strom- und Gaskunde lediglich einmal jährlich eine Energieabrechnung. In manchen Fällen basieren die erhobenen Verbrauchsdaten dabei sogar auf nicht auf vor Ort abgelesenen tatsächlichen Zählerständen, sondern vielmehr auf rechnerisch ermittelten Daten. Dadurch ist es dem Kunden heute nur erschwert möglich, Verbrauch und Kosten unterjährig realistisch abzuschätzen und und gegebenfalls Maßnahmen zur Reduktion des Verbrauchs und der Energiekosten zu setzen.

Mit der österreichweiten, einheitlichen Einführung von Smart Metering-Systemen wird es erstmals möglich, Kunden zeitnah über ihren tatsächlichen Energieverbrauch zu informieren. Ermöglicht wird dies durch die Fähigkeit der Smart Metering-Systeme Zählerstände zeitnah und in kurzen Intervallen - etwa alle 15 Minuten - fernauszulesen und die erhobenen Verbrauchsdaten den Kunden über ein zentral und leicht zugängliches Webportal oder eine verständlich aufbereitete monatliche schriftliche Verbrauchsinformation zur Verfügung zu stellen.

Die oben erwähnte Studie geht davon aus, dass dies zu Optimierungen beim Energieverbrauch führt, die den Stromverbrauch um 3,5% und den Gasverbrauch um 7,0% reduzieren werden. .

Keine zusätzlichen Kosten, besseres Service für Kunden


Die Studie geht weiters davon aus, das für den Zählertausch keine zusätzlichen Kosten für die Kunden anfallen. Neukunden im Gasmarkt müssen ohnehin – ob Smart Meter oder herkömmlicher Zähler – bereits jetzt die Erstmontagekosten zahlen.

Andere Vorteile für Konsumenten sind beispielsweise, dass aufgrund der besseren Datenlage bei Netzbetreibern und Anbietern weniger Anrufe bei Servicestellen nötig sein werden, die Energieunternehmen können den Kunden daher ein besseres Service bieten.

Wechselt der Kunde seinen Stromlieferanten oder wird von einem Energieunternehmen der Tarif geändert, so kommt es heute noch häufig zu einer sogenannten rechnerischen Abgrenzung der Zählerstände zum Stichtag. Diese wird erforderlich, weil die manuelle Ablesung einer großen Anzahl von Zählern zu einem bestimmten Datum logistisch schwer umsetzbar ist. Die Anwendung von rechnerischen Methoden zur Zählerstandsermittlung stellt jedoch eine bloße Annäherung an den tatsächlichen Verbrauch des Kunden dar. Da Smart Metering aber die Möglichkeit bietet jederzeit oder in sehr kurzen Zeitfenstern Zählerstände automatisch abzurufen, kann in Hinkunft eine solche rechnerische Abgrenzung der Zählerstände vermieden werden.

Durch den Wegfall der manuellen Ablesung vor Ort kommt es zusätzlich zu einer erhöhten Rechnungsqualität und dadurch unter Umständen zu weniger Rechnungskorrekturen von Seiten der Energieunternehmen. Dem Kunden wird zudem auch die aufwendige und oftmals komplizierte Selbstablesung seines Stromzählers erspart.

Zusätzlich kann Smart Metering auch die Einführung neuer Tarifmodelle basierend auf unterschiedlichen Zeitfenstern ermöglichen. Bereits heute werden Stromkunden von den meisten Energieunternehmen Nacht- bzw. Heizstrom und Doppeltarifsysteme angebotenen. Diese setzen aber derzeit noch das Vorhandensein von zwei getrennten Zählern vor Ort voraus. In Hinkunft ist es aber denkbar, dass durch den Einsatz eines Smart Meters mehr als nur zwei Tarifzonen täglich möglich werden. Energielieferanten haben damit die Möglichkeit ihren Kunden auf das jeweilige Verbrauchsverhalten zugeschnittene Tarifmodelle anzubieten. Zukunftsträchtige und umweltfreundliche Anwendungen wie etwa Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge werden in Hinkunft verstärkt flexiblere Tarifzeiten erfordern, um beim Kunden nicht zu hohe Energiekosten zu verursachen.

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